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Autor Thema: Ich weiss einfach nicht mehr weiter....  (Gelesen 1831 mal)
Seoul
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J. Dean


« am: 09. Juli 2007, 00:24:53 »

Hallo,

ich habe lange wieder versucht, es irgendwie zu schaffen, auch ohne dieses Forum.

Es klappt eigentlich nicht, aber ich hatte auch keine Kraft, etwas zu ändern. Am liebsten bin ich allein mit mir und meinen Gedanken.

Doch nächste Woche muss ich wieder raus, denn da steht ein Termin bei meiner behandelnden Psychiaterin an.
Diese weiss auch nicht mehr wirklich weiter, sprach schon einmal davon, dass es *Zeitverschwendung* sei, da ich keine positiven Aspekte sehen oder zeigen würde. Wie denn auch? Ich sehe weder in Menschen, noch in meiner Umwelt etwas positives.

Keine Medikamente haben geholfen, alles möglich wurde schon probiert.
Gegen meine Zwänge, meine Depressionen, soziale Phobien, meine Zwangsstörungen und so vieles mehr. Dazu kommen ja noch meine körperlichen Beschwerden, die über Morbus Crohn, Herzrhythmusstörungen und vieles andere hinaus gehen....

Nun hatte sie beim letzen Besuch von einer Institutstherapie geredet, doch wenn ich diese annehme, ist sie außen vor und ich bin dann nur noch daran *gebunden* so wie meine Psychotherapeutin mir das erklärt hat. Ich solle da aufpassen.

Ich weiss nicht, habe das Gefühl, dass man gegen mich arbeitet, sehe in allen und alles eine Veschwörung gegen mich.

Sie sprach auch wieder von dieser Malgruppe, zu der ich 2 mal gegangen bin. Doch ich schaffe es einfach nicht dorthin zu gehen, habe einfach keine Lust mich mit den Bildern anderer auseinanderzusetzen und mag es eigentlich auch nicht, von anderen beurteilt zu werden.

Ich weiss, wenn Ihr das lest denkt Ihr, was für Ar.... was will der eigentlich.

Ich weiss es auch nicht, doch eigentlich nur Ruhe und die finde ich auch nur in meinem eigenen Refugium und bei meiner überaus verständnisvollen Frau.

Ich habe Angst vor der nächsten Woche, vor diesem Termin , vor diesen Fragen: Was wollen Sie, was soll sich ändern, was machen Sie....? Diese Fragen, sind wie Messerstiche in meine Seele und ich kann sie nicht beantworten.

Ich weiss das ich nichts weiss
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Qui vivra verra
Seoul

>>> Bitte entschuldigen Sie das ich lebe, ich werde es bestimmt nicht wieder tun! <<<
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Abendstern
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« Antworten #1 am: 13. Juli 2007, 00:31:19 »

Hallo Seoul!

Nun, weißt Du, auch ich kapsele mich in der letzten Zeit ziemlich ab, bin am liebsten alleine und selbst hier, bin ich recht selten.

Habe das Gefühl, ich hab´eigentlich nichts zu sagen und ich selbst bekomme auch selten Antworten.

Aber irgendwann habe ich mir gesagt: Ich lebe noch und jetzt will ich irgendwann und irgendwie leben und nicht nur irgendwie überleben.

Also raffe ich mich hin und wieder immer mal auf. Ist nicht einfach. Kostet oft unheimliche Überwindung. Dazu kommen meine chronischen Schmerzen, die mir oft genug einen Strich durch die Rechnung machen....

Ich versuch es trotzdem immer wieder, wenn es mir schmerzmäßig gut geht. Das bin ich auch meinem Partner schuldig, und außerdem, ich will ja am Leben teilhaben.

Klar, es gibt immer wieder Rückschläge: Altstadtfest---ich bin mit und hatte eine heftige Panikatacke....soviele Menschen...., nun gut, ich musste wieder heim gehen. Aber ich hatte es wenigstens versucht. War unheimlich sauer auf mich...., habs am nächsten Tag wieder probiert...., diesmal, ich gebe es zu, mit einem gehörigen Medicocktail.

Aber ich wollte meinen Körper nicht über mich gewinnen lassen, diesmal nicht!

Immer wieder aufstehen, immer wieder kämpfen, für ein Stück Freiheit, ein Stückweit am Leben teilhaben...

Gib nicht auf in Deinem Kampf...., obwohl ich glaube, Du hast längst aufgehört.  Du kämpfst nicht mehr, <du hast dich in deinem Refugium eingerichtet>

Aber das Leben spielt sich "draußen" ab. Es gibt auch manch Schönes zu entdecken. Versuch doch hin und wieder, einen Blick hinauszuwagen!

Wünsch Dir für nächste Woche viel Kraft!

Liebe Grüße

vom Abendstern
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Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum

Es gibt immer eine Tür die dir offen steht. Du hast immer eine Wahl, aber es ist schwierig, die richtige Tür zu finden. Manchmal hast du den Schlüssel schon in der Hand und weißt es nur nicht. (Iris)
Seoul
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Beiträge: 2364


J. Dean


« Antworten #2 am: 13. Juli 2007, 21:03:33 »

Hallo Abendstern,

danke für Deine Hilfestellung.

Der Termin war bereits gestern und er ist nicht so gut gelaufen.

Habe das Gefühl, meine Psychiaterin ist total überfordert. Sie meinte schon einmal, dass sie nicht dazu in der Lage sei, innerhalb der Sprechstunde das zu leisten, was nötig wäre.

Irgendwie will sie mich in eine Institutstherapie abschieben. Doch wenn ich dem zustimme, habe ich mit ihr überhaupt nichts mehr zu tun, kann nicht mehr zu ihr gehen....

Darauf hat mich meine Psychotherapeutin aufmerksam gemacht.

Nun will ich im August wieder versuchen zu einer Malgruppe zu gehen, obwohl der Gedanke daran mir schon jetzt die Panik hochsteigen läßt.

Bin derzeit ziemlich ratlos.

Ja, vermutlich kann ich wirklich nur noch in meinem eigenen Refugium leben, da hier die für mich größtmögliche Sicherheit ist.
Vielleicht kann ich wiklich nicht mehr anders.

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Qui vivra verra
Seoul

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Fridolin
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« Antworten #3 am: 14. Juli 2007, 07:48:26 »

Hi Seoul
Ich kann deine Stimmung sehr gut nachvollziehen. Im Tiefpunkt der Angst oder Depression ist keine Hoffnung mehr spürbar. Alles erscheint sinnlos und Lebensfreude ist nur ein Wort. Hilfe von außen ist zwar gut gemeint, bringt meinstens nichts.
Die größte Hilfe muß man sich selber geben. Die Angst überwinden und zu seinem Problem stehen. Affirmationen und viel Wissen über die Psyche des Menschen, sind bei mir sehr sinnvoll.
Durch die Überwindung meiner Probleme, dazu Atem-und Entspannungsübungen, werden meine Ängste
viel kleiner. Ich möchte dir einfach Trost spenden. Ich weiß, es ist leichter geschrieben als getan.
Viel Kraft und Energie
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Fridolin Steinpalme
Anndra
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« Antworten #4 am: 14. Juli 2007, 13:21:26 »

Zitat
Es ist gut, nach Hause zu kommen. Aber wie der Fluss immer vor der Tür ist, ist die Welt immer draußen. Und in der Welt müssen wir leben.
Das Schwert in der Stille, Lian Hearn

Der Spruch geistert schon ein paar Tage in meinem Gedächtnis herum...als ich dich eben gelesen habe...
deine Einsamkeit und ...hmmm...Verlassenheit?...aus deinen Worten spürte...wurde mir klar,wie wichtig der Fluss vor der Tür eigendlich ist!
Ich war immer der Meinung,dass die Welt mich nicht braucht und ich brauch die Welt nicht...aber ganz so stimmt das nicht...ich fühle mich am wohlsten hier in meiner vertrauten Umgebung...in meinem Nest...aber gelegendlich,auch wenn ich mich dazu zwingen muss...tut ein Bad in Leben mal ganz gut.Ich sterbe jedesmal zig Tode vor Angst aber gewinne auch ein Stückchen Erfahrung und damit neue Hoffnung.

Ich wünsche dir auch ein kleines bisschen neue Hoffnung,vielleicht gelingt es dir ja mit der Maltherapie!
Liebe Grüße
Anndra

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Ich bin!Darum werde ich ständig.
Leonardo
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« Antworten #5 am: 14. Juli 2007, 18:44:17 »

Hallo Seoul,

kann sehr gut nachvollziehen wie es dir geht. Nichts geht mehr. Alles fällt unheimlich schwer. Man will nur noch seine Ruhe. Am liebsten wäre man tot. Mir ging es auch einmal so. Sah nur noch Schatten und kein Licht mehr. Wollte nicht mehr leben, da es zu schwer war. Es war eine Last von der ich mich befreien wollte. Dann hat es jedoch Klick gemacht im Kopf und ich habe mich meiner Krankheit gestellt. Erst sehr kleine Schritte, die im Laufe der Monate immer größer wurden. Dies ist nun ungefähr fast zwei Jahre her. Heute geht es mir viel besser. Die Krankheit ist zwar immer noch da, habe mich aber mit ihr arangiert. Aus deinem Tief kommst du leider nur allein raus, aber das weist du sicherlich. Gib dir Zeit und mach kleine Schritte. Du wirst sehen es klappt, man darf nur nicht ungeduldig werden.

Gruß Leonardo
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Seoul
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Beiträge: 2364


J. Dean


« Antworten #6 am: 16. Juli 2007, 02:05:01 »

Vielen Dank an Euch, die sich mit meinem Posting auseinandergesetzt haben.

Ich habe derzeit einfach nicht die Kraft dazu mich dezidiert mit jedem einzelnen Posting auseinanderzusetzen.

Einige die mich kennen, wissen vielleicht, dass ich seit über 25 Jahre mit sehr vielen psychischen Unzulänglichkteiten Kämpfe. In dieser Zeit habe ich alles schon versucht, ohne Erfolge - außer, dass ich jedes mal noch entmutigter war, weil es wieder nicht so geklappt hat, wie erhofft. Ich habe mir kleine, sehr kleine Schritte gesetzt, doch selbst diese waren zum Scheitern verurteilt.

Im laufe der Zeit kampen immer mehr psychische Probleme hinzu und meine Psychiaterin meint, es habe sich alles chronifiziert und selbst sie ist irgendwie am Ende Ihrer Weissheit.....

Es stimmt, dass ich mich in meinem eigenen Refugium sicher fühle, nirgendwo anders geht es mir auch nur annähernd besser, wenngleich besser ist relativ. Denn selbst hier bin ich von massiven Ängsten, Zwängen und Depressionen geplagt, die mich nie zur Ruhe kommen lassen. Draußen dagegen potentiert sich das alles um ein zig-faches und macht ein Leben draißen unerträglich.

Die Welt draußen ist böse, unmenschlich und voller Bedrohungen. Man will mich zerstören, beobachtet mich, kontrolliert mich, lässt mich nicht atmen, nimmt mir jede Hoffnung. Ich spüre wie man mich manipulliert, mich steuert und mich ständig Stück für Stück kleiner macht.
Ich kann nicht atmen, da draußen, kann niemandem vertrauen, keinem Menschen weil alle mir böse gesonnen sind.
Zu vieles habe ich schon erlebt, als dass ich Vertrauen fassen könnte.

Wie oft wurde ich gemobbt, würde man wohl sagen, um es harmlos klingen zu lassen, doch wer kann sich vorstellen, welche Brisanz hinter diesem Wort steckt. In meinem privaten Leben, aber auch vor allem in meiner verantwortlichen Berufstätigkeit - damals - vor laanger Zeit, die doch so nah ist, als wäre es erst gestern.....

Nur meine Frau ist von all dem völlig ausgenommen. Sie ist die Luft die ich atme, der Boden der mir halt gibt, wenn alles um mich herum einzustürzen droht.
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Qui vivra verra
Seoul

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