|
Rhini
|
 |
« Antworten #2 am: 28. August 2007, 11:51:42 » |
|
Hallo, Flopp Eigentlich würde ich Fossy voll und ganz zustimmen, ohne Thera wirds wohl nichts; aber nachdem ich mehrere Ansätze in dieser Richtung hatte, hat es fast drei Jahre gedauert, bis ich mich dazu durchringen konnte, erneut eine Thera zu beginnen. Ich versuche mich auch, allem zu entziehen, was irgendwelche Forderungen an mich stellen könnte. Manchmal wünschte ich, mein Freund würde mich verlassen, meine Tochter (ist erwachsen, selbst zwei Kinder) würde mich hassen... Das sind die Menschen, die mich hier festhalten. Ich kann ihnen den Schmerz des Verlustes meiner Person nicht zumuten... In Gesellschaft anderer Menschen fühle ich mich unsicher, unverstanden und so weiter. Ich habe Angst, sie würden schlecht über mich sprechen oder noch schlimmer, sie würden versuchen, mich zu zerstören. Außerdem denke ich oft, dass ich alles falsch mache, es niemanden recht machen kann und deshalb auch nicht gemocht werde.
Inzwischen habe ich vom Kopf her begriffen, dass ich zwar anders bin, aber die Anderen ja auch! Es gibt von Menschen reglementierte Normen, aber wer sagt denn, das sie richtig sind? Bei Künstlern redet man dann von Exentrikern und akzeptiert es; ggf weil sie auch eine gewisse Macht besitzen?
Unsoziale Umwelt hat mir die "Beine" gebrochen, aber nur, weil ich mich dagegen nicht wehren konnte. Ich bin jetzt fast seit vier Jahren zu Hause, hadere immer noch mit mir, habe immernoch das Gefühl, ich müßte aus dieser bösen Welt flüchten, aber so langsam beginne ich, mir neue kleine Ziele zu stecken. Nicht mehr daran zu denken, was die Anderen, die Gesellschaft von mir erwartet, sondern was ich von meinem Leben erwarte. Dabei soll und kann mein Therapeut mir helfen.
Gefühle in den Griff bekommen? Sie sind einfach da und man steht vor dem Problem, wie gehe ich damit um. Ich habe viele Gedichte geschrieben, habe seitenlang meine Gedanken zu Papier gebracht. Dabei hatte ich die Möglichkeit, mich selbst zu hinterfragen oder mir über meine Gefühle klar zu werden. Ich habe sie nicht in den Griff bekommen, aber so langsam erkenne ich, wer ich bin.
Medikamente können kurzfristig nur eine Hilfe geben, sie lösen aber nicht deine Probleme.
Wenn du die Möglichkeit hast, in den Wald zu gehen, dann geh nicht nur in dich selbst, sondern sieh dich um, wie die Borke eines Baumes aussieht, wie eventuell der Mond scheint, welche tierischen Geräusche um dich herum sind und versuche, dir aus der Natur deine Kraft zu ziehen. Schu in dich hinein und gehe liebevoller mit dir selbst um; ich bin sicher, auch du hast es verdient!
Man kann erst eine sinnvolle Therapie machen, wenn man selbst bereit dazu ist. Vielleicht brauchst du noch etwas Zeit, aber deine Probleme werden sich nicht von alleine lösen und jeder Mensch hat ein Recht auf Hilfe!!!
Ich wünsche dir alles Gute Rhini
|