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Autor Thema: Wer/ wie Rente?  (Gelesen 1976 mal)
Lucky
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Beiträge: 204


« am: 24. August 2007, 15:21:03 »

Ich habe mal eine Frage.

Ich bin seit 11 Jahren zu Hause, habe bis zur Geburt unseres Kindes gearbeitet, seitdem bin ich Mutter und Hausfrau. Seit 3 Jahren leide ich unter Depressionen und Angst und Panik, begonnen hat es mit burn-out, ich denke, vor allem wegen dem Streß mit Sohnemann (ADHS).

Wenn ich nicht zu Hause wäre, sondern arbeiten würde, wäre ich mit Sicherheit krank geschrieben.
Wir überlegen inzwischen, ob ich eine Rente beantragen kann, für eine gewisse Zeit, nicht für immer, ich hoffe, daß ich irgendwann wieder arbeiten gehen kann, wenn unser Sohn älter ist.
Aber im Moment überrollen mich Höhen und Tiefen, ich wäre nicht in der Lage, regelmäßig arbeiten zu gehen. Also hilft mir auch nicht, mich arbeitssuchend zu melden!

Es gibt ja viele, die mit meinen Diagnosen eine Rente erhalten. Was muß dafür alles "haben", wie krank muß man sein? Hätte ich eine Chance?
So einfach ist das finanziell auch nicht, mit 1 GEhalt, ab Herbst müssen wir eine teure Förderung für Simon bezahlen, ist alles nicht so einfach! Und wie gesagt, im Moment könnte ich nicht arbeiten.....
Tja, rattert es halt bei uns und wir überlegen, was wir alles tun können!

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Abendstern
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Beiträge: 284


« Antworten #1 am: 25. August 2007, 00:06:40 »

Hallo Lucky!

das dürfte ein Problem werden, da Du ja zur Zeit nicht arbeiten gehst und daher auch nicht berufs- oder erwerbsunfähig bist.

Bei mir war das damals schon ein riesen Hickhack, weil ich mich dummerweise und unwissentlich, wegen Krankheit ein Jahr beurlauben ließ, ohne Bezüge, versteht sich.
Nach dem Jahr war klar, ich kann in meinem Beruf nicht mehr arbeiten.

<aber>   die Rentenversicherung wollte für das Jahr Krankmeldungen sehen, die ich dann natürlich nicht hatte. War echt schwierig, mein Arzt hat mich dann nachträglich für dieses Jahr arbeitsunfähig geschrieben, aber ich war ja auch schon vorher krank...

Musste dann zu drei Gutachtern und man lehnte erstmal ab. Ich bekam dann Recht als ich übers Sozialgericht ging, nochmal Gutachten...., war alles echt ätzend, zog sich drei Jahre hin...

Ich war zum Arbeitsamt, meldete mich arbeitslos, sagte aber gleich, dass ich aus Krankheitsgründen nicht arbeiten könne. Da machten auch die ein Gutachten und sagten, ich solle die Rente einreichen, aber wie gesagt, ich stand vorher in einem Beschäftigungsverhältnis.

Ist in Deinem Fall sicher noch schwieriger. Wende Dich doch mal an den Vkd, gibt es sicherlich auch in Deiner Nähe, die können Dich beraten. Kostet nur einen geringen Beitrag, aber die helfen Dir dann auch weiter, auch bei Anträgen u.ä.

Viel Glück

Abendstern

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Fossy
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« Antworten #2 am: 25. August 2007, 14:12:45 »

Hallo Lucky,

hm...ich weiß jetzt nicht, ob du schon mal in einer psychosomatischen Klinik warst, oder anderweitig Therapie gemacht hast ?!
Auch regelmäßige Arztbesuche (Neurologie u. Psychiatrie) getätig hast.

Also, *beweispflichtig* bist, das du krank und nicht abreitsfähig bist. Ansonsten dürfte es schwierig werden Rente zu beantragen.

Aber VdK ist eine gute Einrichtung. Die können dich sicher gut beraten.

Viel Glück wünscht dir
Fossy
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Lucky
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Beiträge: 204


« Antworten #3 am: 26. August 2007, 07:37:51 »

Danke.....

Nein, ich war in keiner Klinik. Ich war ganz am Anfang beim Neurologen, nachdem er mir vor die Füße knallte, so lange ich ein ADHS Kind zu Hause hätte, würde ich eh nicht gesund und müßte so lange das Antidepressivum nehmen, bin ich nicht mehr hingegangen!

Inzwischen gehte es mir langsam immer besser und ich komme schon 1 Jahr ohne AD aus!

Ich war 1 Jahr in einer Beratungsstelle, habe aber gemerkt, daß mich das nicht weiterbringt und mache seit fast 2 Jahren Therapie bei einem Psychotherapeuten.
Tja und als ich mal andeutete, es wäre finanziell nicht einfach - wie müssen für Sohnemann eltiches bezahlen, ab Herbst - meinte er nur, dann könne ich ja arbeiten gehen!! Ich habe nicht das Gefühl, daß er das auch so sieht, daß ich nicht arbeiten kann, würde also nach dem jetzigen Stand keine Hilfe von ihm bekommen....hm, sieht alles supi aus, was?? Ich denke, kann ich knicken!!!

Ich finde das total beschxxx!! Ja, wir haben ein ADHS-Kind, das ist ein Grund, weshalb ich nicht arbeite! Ich will für ihn da sein! Der andere ist, daß ich halt vor 3,5 Jahren zusammengebrochen bin und seitdem herumknabber....Es wäre mir gar nicht machbar gewesen, nach den 3 Jahren Erziehungsurlaub arbeiten zu gehen!! So oft, wie Simon Pseudo-Krupp hatte und krank war....aber das interessiert ja den Staat nicht!
Wir werden versuchen, die Kosten für die Förderung per Jugendamt zu bekommen (wegen Dyskalkulie, sind 250 Euro pro Monat und die Fahrtkosten!), aber die Chancen stehen sehr schlecht!
In was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich??? Der, der also das Geld dafür nicht aufbringen kann, da hat das Kind Pech gehabt, ja??? Wir haben immer gesagt, notfalls wird unser HAus verkauft, wir nehmen Kredit auf oder sonst was, unsere Kinder gehen vor!
Aber im MOment ärgern mich die Steine, die wir in den Weg gelegt bekommen, unheimlich!!

Tja und so suchen wir halt nach Möglichkeiten, wie wir dennoch an Knete herankommen.....auch wenn es auf Umwegen ist! Aber ich denke, Rente kann ich knicken, was??
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Rhini
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« Antworten #4 am: 26. August 2007, 12:31:55 »

Hallo, Lucky
In deinem ersten Text schreibst du, dass es ja viele gibt, die mit deiner Diagnose Rente bekommen würden...
Ja, leider... Ich selbst kämpfe seit nunmehr drei Jahren um eine volle Erwerbsunfähigkeitsrente. Ich leide unter generalisierte Ängste mit Blockaden (?) und tiefen Depressionen; kann kaum noch etwas alleine machen und so weiter. Aber man schrieb in dem letzten Gutachten: Mit ein bisschen guten Willen könne ich ja...
Ist ein blödes Spiel, von fremden Menschen ständig auseinandergernommen zu werden; viele Unbekannte kennen plötzlich dein Leben seit der Geburt und wissen eigentlich garnichts.
Sicher geht es auch bei mir um das Geld, weil ich von der kleinen Berufsunfähigkeitsrente (50%) nicht leben kann und es nicht schaffe, mich durch die Ämter zu wühlen. Also alles wirklich nicht leicht... und dazu dann diese Krankheit.

Aber du hast auch recht, manchmal denke ich auch, dass die Probleme der Bevölkerung den Staat nicht intressiert; warum auch?
Allerdings kann ich dir nur raten, ggf eine Beratung beim Sozi oder bei der Krankenkasse oder bei Betroffenenstellen (ggf Internet) einzuholen, welche Fördermittel dir mit einem ADHS Kind zustehen. Aus beruflichen Gründen weiß ich, wie schwer die Eltern, meist die Mütter,  es mit einem kranken Kind haben, wie belastend die ständigen Arztrennereien sind und so weiter. Dazu ist es unbedingt notwendig, sich einen Ausgleich zu schaffen; eventuell ein Hobby, Sport oder ähnliches. Man wurde in eine Situation gebracht, ohne vorher darüber Bescheid zu wissen und sich darauf einstellen zu können; da sind viele Eltern überfordert. Es gilt, einen Weg zu finden, bei dem man selbst nicht kaputt geht. Manchmal ist eben alles zu viel und man denkt, mit einem Sechser im Lotto wäre alles wieder gut... Leider ist das nicht so.
Um mit Allem klar zu kommen, habe ich ein Haushaltsbuch; wenn ich wichtige Sachen zu erledigen habe, schreibe ich sie mir nach Wichtigkeit auf und harke sie ab. Mir geht es dadurch zwar nicht besser, aber das macht das Leben doch ein wenig einfacher.

Ich habe auch das Gefühl, dass einem immer wieder Steine in den Weg gelegt werden, aber wenn ich nicht diese Krankheit hätte, würde es vielleicht keiner wagen. Letztlich ist meine Ohnmacht gegenüber dem Ganzen der größte Stein...

Wenn du in Therapie bist, frag doch deinen Therapeuten, was er zur Rente meint. Selbst wenn er sagte, du könntest arbeiten gehen, heist das noch lange nicht, dass du arbeitsfähig bist.
Jedenfalls wünsche ich dir alles Gute und dass du alles sortiert bekommst und vielleicht feststellst, dass es noch Möglichkeiten gibt.
Rhini
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Lucky
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Beiträge: 204


« Antworten #5 am: 26. August 2007, 22:45:08 »

Danke Rhini,

uns geht es da ja noch recht gut....unser Sohnemann und ich kommen so super miteinander klar, daß ich sämtliche Förderungen mit ihm durchziehen kann und werde! Ich weiß, wie ich an ihn rankomme, wie ich ihn behandeln muß, wie ich ihn motivieren kann, kenne seine Stimmungen und und und....ich kann ihn leiten!

Das schwierige daran ist, nur ich kann es super! Wenn es mir also ständig gut gehen würde, wäre vieles einfacher, aber dem ist nicht so... ich bin ja vor 3,5 Jahren zusammengebrochen und mußte alles neu sortieren! Ich mache inzwischen viel Sport, 2x walken, 1 x Sport mit anderen zusammen und gehe nähen, um ein wenig raus zu kommen, Abstand zu bekommen! Der Sport hilft mir auch sehr, das Walken in der NAtur, alleine! tut auch gut, so habe ich Bewegung und Ruhe, was ich oft dringend brauche...
Tja und ich bin jetzt endlich wieder zu 70% in der Lage, ihn zu fördern, den Alltag mit ihm zu strukturieren u.a.!!!

Es hat weh getan, zu sehen, wie es den Bach runter ging, wie schwer es war, als ich ganz unten war!!

Ich habe seit Jahren um alles mögliche gekämpft, war nur für ihn da! Und ich werde weiter kämpfen! Es ärgert mich maßlos, wie sehr man mit den Problemen alleine gelassen wird! Und so leicht gebe ich nicht klein bei! Wir werden ihm alles ermöglichen, was er braucht - und wenn ich dafür putzen gehen müßte oder sonst was!! Ich brauche mir später nicht vorzuwerfen, ich hätte nicht alles versucht!
Und weißt Du, was noch schön ist?? Ich liebe ihn, egal wie schwierig das ganze ist.....ihn und seine super tolle, hilfsbereite Schwester, die mich so viel unterstützt und sich oft ganz liebevoll um ihren Bruder kümmert.....
Ich habe schon eine ganz tolle Familie!!!!

Das, was mich ärgert ist, daß man so dermaßen alleine gelassen wird! Vor allem mit dem Finanziellen! Das kann doch nicht sein, oder???

Naja, das gehört nicht hier her! Wir werden schon einen Weg finden, aber wenn es irgendeine Möglichkeit gibt, auch mal GEld vom Staat oder Krankenkasse zu kriegen, werde ich es nutzen! Wir haben schon so viel bezahlt - und dennoch - es geht um die Zukunft unseres Sohnes.... Grinsend L&auml;chelnd und die ist mir alles wert....

In diesem Sinne,

LG Katy
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