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Autor Thema: mich selbst verloren...  (Gelesen 1294 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
annemine
Beginner
*
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 1


« am: 25. Januar 2011, 17:44:31 »

Hallo...
Ich bin neu hier und hoffe ich mache mit der Anordnung meines Problems nichts falsch.
Ich habe schon immer psychische Symptome gehabt, wurde therapiert mit Gesprächen und Tabletten und habe Diagnosen erhalten, die der nächste Arzt dann immer gern umwarf um andere zu äußern. Mein Problem ist sicherlich, dass ich anderen, geht es mir auch noch so schlecht, immer weißmachen kann alles wäre in Ordnung. Vor allem wenn ich merke dass mein Gegenüber, sei es auch ein Arzt, beunruhigt ist wegen meiner Ausführungen, dann fahre ich zurück und gebe mich wieder gefestigt. Das verhindert leider immer auszusprechen was wirklich los ist.
Fakt ist wohl eine Angststörung, Depressionen und Depersonalisation woran man mich "leiden" sieht. Letzteres bedeutet man "steht neben sich", das kenne ich fast nicht anders, habe mich als Kind schon eher von weitem beobachtet, statt "bei mir" zu sein. Das empfand und empfinde ich aber nicht als negativ. Lediglich meine darin begründete Sicht von außen auf mich selbst fällt anderen immer wieder auf, weshalb ich es hier erwähne.
Zu meinem Pproblem:
Ich fühle mich dermaßen wertlos, dass ich glaube für mein gesamtes Umfeld eine Belastung zu sein. Ich habe das in Maßen schon immer so empfunden, was sicherlich in der Kindheit begründet liegt, da meine Eltern kein großes Interesse an mir als Kind hatten (heute ist das anders). Im Laufe der letzten Monate hat sich dieses Gefühl der Wertlosigkeit sehr gesteigert, erst langsam, unmerklich, dann praktisch täglich. Als würde ich zerissen.
Ich habe keine richtigen Freunde, wenige Bekannte nur aber einen Freund der mir nahe steht und zeitweise innigen Kontakt zu meinen Eltern (einzeln, da getrennt) und meinem Bruder. Dennoch habe ich es noch nie geschafft wirklich zu äußern was ich denke und fühle, wie oben geschrieben, rudere ich immer schnell zurück und kratze lediglich an der Oberfläche. Hier gelingt es mir vllt im anonymen Raum mehr Preis zu geben.
Zurück zu meinem Pproblem: Seit kurzem hat sich diese Wertlosigkeit so sehr gesteigert dass ich nur noch danach lebe, dh. mich selbst habe ich irgendwie verloren. ich spüre nichts mehr, keine eigenen Bedürfnisse und ich habe vor allem das Gefühl die Erfüllung dieser auch nicht zu verdienen. Ich bin oft enttäuscht von mir selbst, habe das Gefühl alle zu belasten und nie eine Bereicherung zu sein. Ich bringe nichts Gutes, nur Kummer und Sorgen oder im besten Falle nichts. Ich fühle mich schuldig ohne zu wissen woran ich schuld sein soll. Bevor ich jemanden um etwas bitte versuche ich alles es selbst und allein zu erledigen oder verzichte darauf. Nicht weil ich Angst vor anderen Menschen habe oder vor Kontakt, sondern weil ich sicher bin, dass es sie nervt, dass es viel verlangt ist wenn sie mir -ohne selbst einen Vorteil davon zu haben- helfen. Ich schäme mich wg belanglosem Durchfall zum Arzt zu gehen und ihm seine Zeit zu rauben, die er für andere Patienten braucht. Auch habe ich lange gebraucht mich durch zu ringen diesen Beitrag zu schreiben, euch damit zu belästigen. Aber vielleicht stille ich auch ein gewisses Interesse und finde gleichzeitig einen Weg zu gesünderen Gedanken.
Ich habe grundsätzlich das Gefühl zu stören und anderen Arbeit zu machen. Dieses Gefühl mir gegenüber projeziere ich mittlerweile auch schon auf andere, so dass ich glaube in Ihren Gesichtern genervte Ausdrücke zu sehen oder sogar völlige Ablehnung und Hass. Ich verdrehe ungewollt jedes freundiche Gespräch ins Gegenteil, so dass die Menschen unfreundlich werden ohne dass ich verstehe warum.
Ich habe es nicht verdient Gutes zu erfahren, Anderen jedoch tue ich gern Gutes oder helfe wo ich kann. Ich wäre sehr selbstlos sagt man mir nach, wobei ich anfangs dachte, dass diese Menschen sich täuschen. Mittlerweile habe ich bemerkt dass wenige so handeln wie ich, im Grunde denken die Menschen immer erst an sich selbst oder an Profit und handeln auch so. Wenn ich sehe wie viel Geld in Unterhaltungssendungen gesteckt wird, während woanders Kinder verhungern weil ein paar Cent für Ihre Nahrung fehlt, dann könnte ich platzen vor Wut. Kritik an den Zuständen der heutigen Welt üben, darin bin ich Profi. Aber verändern wird das nichts, meistens werd ich nur belächelt. Das widerum macht mich traurig, wütend und bestärkt mich wieder darin dass meine Gedanken auch vorteilhaft sind.
Nun aber ist mir in einem Gespräch mit meinem Freund klar geworden dass mein Gefühl mir gegenüber sehr gestört sein muss. Ich habe schon oft daran gedacht mein Leben selbst zu beenden. Allerdings hält mich der Gedanke ab, dass ich ihn zurück lassen würde, als einen Mann dessen Freundin sich umgebracht hat. Das würde er nie verkraften und ich wäre Schuld an seinem Kummer. Ebenso würde meine Familie das nicht verkraften können.
Mir gegenüber habe ich aber keinerlei Bendenken was das angeht und als mir das gestern bewußt wurde, wurde mir auch klar etwas tun zu müssen. Ich möchte mich wiederfinden und etwas ändern aber ich weiß nicht wie. Mein Verstand allein schafft das offensichtlich nicht.

Über Antworten jeder Art wäre ich sehr dankbar.
Ich hoffe jemand hat Lust dazu und mag sich meinen Text hier durchlesen:)
Und ich wünsche euch allen alles erdenklich Gute.

annemine
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Beiträge: 49


« Antworten #1 am: 14. Februar 2011, 10:21:47 »

Hallo Annemine!

ich habe mich in Deinem Text wiedergefunden. Ich glaube wie Du nicht, viel wert zu sein und ich traue mir  deshalb auch nicht zu, viel "Intelligentes" zu schreiben, womit ich Dir Trost spenden kann.
Wollen wir zusammen nach etwas suchen, was uns aufbauen kann?
Ich habe auch keine echten Freunde, vor allem keinen, dem ich das erzählen kann, was ich von mir denke.
Ich bin jetzt grad im Büro und kann nicht soviel schreiben, deshalb habe ich erstmal nur einen kleinen Tip, der mir durch den Kopf geschossen ist  und ich hoffe, das ich damit nicht mit der Tür ins Haus falle. Ich lese gerade ein Buch das heisst "Halt den Mund, hör auf zu heulen und lebe endlich" von Larry Winget (hoffe, ich habe den Namen jetzt richtig im Kopf). Es hilft mir tatsächlich, das mir mal jemand hintenrein tritt, wenn auch nur verbal. Geholfen hat mir auch von Louise Hay das Buch "Gesundheit für Körper und Seele" sowie das Hörbuch "Heilende Gedanken".

Wenn ich mich so bei meinen Bekannten umhöre, stelle ich fest, das die alle was haben, was das Leben nicht einfacher macht. Das ist wohl einfach so, das man auch mal an sich zweifelt, nur bei uns ist das ein bichen ausgeprägt.
DU BIST WAS WERT! Bitte zieh Dich nicht so runter. Du hast ja schon geschrieben, das Du einen lieben Freund hast für den allein es sich zu leben lohnt. Wie geht denn das Sprichwort noch, das mir grad nicht so ganz vom Wortlaut einfällt: "Die Welt ist voller Menschen, aber für einen Menschen bist Du die Welt..."  Bitte denk da dran.

Ich wünsche Dir einen schönen Tag und würde mich freuen, wenn Du mal  wieder was schreibst .

Viele Grüße.......Marion






   
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JEM
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Beiträge: 787



« Antworten #2 am: 14. Februar 2011, 20:41:29 »

Hallo annemine,

herzlich willkommen hier im Forum (auch wenn es schon ein paar Tage her ist  Zwinkernd).

Du hast einiges geschrieben, aber nichts dazu gesagt warum Du Dich "wertlos" fühlst.
Liegt es nur daran, dass Deine Eltern Dich früher nicht genügend beachtet haben?
Warum beachten sie Dich heute mehr?
Was hast Du dafür getan?

Warum bist Du nur eine Last für andere?
Warum soll Dir nichts Gutes geschehen?
Hast Du den anderen etwas angetan?

Willst Du nicht jetzt versuchen Dir selbst etwas Gutes zu tun?
(Um dann anderen noch mehr Gutes tun zu können)

Das sind meine Gedanken dazu ...

Liebe Grüße
Jürgen

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Die eigentliche Aufgabe eines Freundes ist es dir beizustehen, wenn du im Unrecht bist.
Jedermann ist auf deiner Seite, wenn du im Recht bist.
[Mark Twain]
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