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Autor Thema: unmögliche Gedanken  (Gelesen 1941 mal)
michaela_die_nette
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Beiträge: 4


« am: 26. Oktober 2007, 20:07:47 »

ich suche Gerade einen Ort, um meine Gedanken zu lassen. HIer scheinen gar nicht mehr so viele zu lesen. Vielleicht ist das gut so.

Ich kenne diese Gedanken von damals, wo ich total abgestürzt war und ganz ganz tief unten war. Jetzt ist es eigendlich gar nicht so schlimm von der Lebenssituation. Aber dennoch kommen diese Gedanken immer wieder und manchmal begleiten sie mich Tag und nacht. Aber jetzt ist es anders. Damals war es ein Aufgebenwollen. Und ich dachte es ist auch besser so für die, die mich mögen. So halt keine Belastung sein wollen und so. ABer heute sind meine Gedanken immer die, sie mitnehmen zu wollen. Gemeinsam einschlafen zu wollen.

Ich schäme mich diesser gedanken es ist auch nicht so, dass ich es wirklich plane oder vorhabe aber diese gedanken begleiten mich ständig und ich will sie verdrängen will das das aufhört .................     


sorry, irgendwo musste ichjeztz hin damit.   Weinen






Michaela
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Rhini
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Beiträge: 833


« Antworten #1 am: 27. Oktober 2007, 09:17:04 »

Hallo, Michaela
Seit 35 Jahren habe ich immer wieder den Gedanken, einen "Abgang" zu machen; zu flüchten, weil ich das Leben nicht mehr ertragen kann... Ich bin noch da; teilweise, weil es nicht funktioniert hat. Es sind sehr wenige Menschen um mich, an denen ICH noch hänge, und die würde ich gerne bei meiner "Flucht" mitnehmen.
Ich habe, so wie das Leben in den Letzten Jahren für mich war, keine Kraft, daran etwas zu ändern, will "abhauen", den ganzen Scheiß hinter mich lassen... Wenn ich mir darüber Gedanken mache, stelle ich fest, dass ich nicht sterben möchte, sondern "nur" etwas anders mit meinem Leben umgehen möchte. Deshalb bin ich in Thera und hoffe, dass ich den Weg finde, mit dem Hier und Jetzt in Einklang zu kommen.
Die Gedanken werden nicht verschwinden, vielleicht nie, aber vielleicht lerne ich, damit besser umzugehen.
Rhini
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Korinnahbs
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« Antworten #2 am: 31. Oktober 2007, 13:27:56 »

Hallo  Ihr Zwei,

ich kenne Eure Gedanken sehr gut, auch ich hab mich Jahrelang in diese Welt geflüchtet. Jetzt geht es mir besser und das nur weil jemand in mein Leben getreten ist den ich sehr lieb hab. Allerdings ist das nicht der Weg aus dem Selbstmord, ich kann Euch eigentlich nicht richtig helfen, nur den Rat geben zu kämpfen. Es ist ein harter Weg und oft ein sehr langer, aber ich möchte einfach ganz fest daran glauben das Selbstmord KEINE LÖSUNG ist.
Ich möchte gesund werden und ich denke das wollt Ihr eigentlich auch. Wir haben alle nur das eine Leben und ich versuche an die Leute zu denken, die ich mit meinem Selbstmord ein Leben lang beschäftigen würde. Menschen die uns lieb haben, die sich immer Vorwürfe machen würden. Hab ich das Recht, deren Leben zu zerstören Huch? NEIN Wir sollten kämpfen um unser Leben zu geniessen und sei es nur Menschen in unserem Umfeld glücklich zu machen.
Ich wünscheEuch in diesem so schweren Kampf ums Leben alles Gute !!!!

Korinna
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gitty
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« Antworten #3 am: 31. Oktober 2007, 16:01:55 »

"Und ich dachte es ist auch besser so für die, die mich mögen. So halt keine Belastung sein wollen und so. ABer heute sind meine Gedanken immer die, sie mitnehmen zu wollen."
hallo michaela,
ich denke der tod betrifft letztlich nur die hinterbliebenen. das gilt in noch grösserem maße beim freitod, wie auch schon korinna geschrieben hat.
die hinterbliebenen bleiben mit solchen fragen zurück: was hätte ich im leben besser machen können, mich mehr kümmern und alle diese versäumnisse mit dem sie im wahrsten sinne des wortes zurückbleiben.
überlege einmal folgendes, wenn du (wenn auch nur gedanklich) andere auf diesem weg mitnehmen willst: du musst sie dann fairerweise vorher davon unterrichten oder willst du gott für sie spielen und es einfach tun? wie würden sie wohl darauf reagieren?
ich kenne diese gedanken auch, aber ich weiß auch mittlerweile, dass sie aus der hoffnungslosigkeit der momentanen situation kommen und in diesem zustand meine urteils- und steuerungsfähigkeit eben eingeschränkt ist.
ich sende dir kraft!

alles gute wünscht dir

gitty
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Ein bisschen Güte von Mensch zu Mensch ist besser als alle Liebe zu Menschheit (Richard Dehmel)
Rhini
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« Antworten #4 am: 01. November 2007, 10:06:44 »

Hallo, ihr Lieben
Es ist richtig, dass unter dem Freitod eines Angehörigen die Familie, aber auch Bekannte und Freunde besonders leiden. Sicherlich auch ein Grund, auf den Gedanken zu kommen, sie mitnehmen zu wollen. Es ist unerträglich, zu wissen, dass man mit seinem Handeln soviel leid schafft...
Vielleicht ist das aber auch etwas, was wiederum stark macht. Es sind keine kalten Berechnungen, sondern echte Gefühle, die man zu den Menschen in seiner Umgebung hat. Wenn mir alles egal wird, ich nichts mehr empfinde, dann wird es gefährlich. Und ja, Gitty, wir sind nicht Gott, können nicht zum Mörder werden, solange wir diese Geschichte unter Kontrolle halten. Und man muß noch den Willen besitzen, sich helfen zu lassen. Notfalls auch in eine Klinik gehen...
Aber ich schrieb schon, dass es eine Flucht ist. wenn ich darüber nachdenke, dass ich gerne umziehen möchte, wieder ins "Grüne", wo es nicht so laut ist und man morgens noch die Vögel zwitschern hört... wo ich eventuell ein paar Tiere halten kann, die größer sind als Meerschweinchen... wo ich spazieren gehen kann, ohne ständig von den Menschen angerempelt zu werden oder durch wilde Fahrradfahrer fast über den Haufen gefahren werde... eben, wo die Welt ein bischen heiler ist, als im Großstadtrummel... Und dann kommt die Überlegung, was mache ich mit den Menschen, die meine Hilfe brauchen oder die mir wichtig sind... alle mitnehmen!!! Fantasie ende!
Ich werde nicht zum Mörder, weder an mir noch an Anderen, aber den Gedanken kann auch ich noch nicht abstellen, ggf jedoch sinnvoll damit umgehen und es als Hinweis betrachten, dass bei all dem Guten, was ich habe eben doch viel nicht in Ordnung ist.
Wir arbeiten daran...
Liebe Grüße Rhini
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« Antworten #5 am: 01. November 2007, 19:09:52 »

hallo rhini,
deine gedanken und gefühle sind doch in der summe gut!
dir ist doch nichts gleichgültig, sonst wärst du nicht in dieser situation, sondern du empfindest / überlegst vielleicht mehr als viele andere hier unter uns.
das mit der klinik wäre keine flucht - sondern ein ansatz (so schwer auch fallen mag) sich helfen zu lassen.

ich wohne seit 30 jahren genau wie du es dir erträumst - absoluter ortsrand, kleiner bach, wald direkt vor dem grundstück - auch das hat mich nicht vor der depression bewahrt.

im i-net kann man niemand wirklich kennen, aber du bringst mit deinen "negativen" aussagen gleichzeitig soviel positives rüber - also glaube an dich selbst!

liebe grüße

Gitty
« Letzte Änderung: 01. November 2007, 19:14:57 von gitty » Gespeichert

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Rhini
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« Antworten #6 am: 02. November 2007, 09:48:15 »

Hallo, liebe Gitty
Ja, im Grunde bin ich eine Frohnatur, lache gerne und bin immer irgendwie unterwegs; jedenfalls steckt es tief in mir und muß irgendwie wieder herausgeholt werden. Klinik wäre keine Flucht, sondern der letzte Ausweg. Ich war in den letzten Jahren oft genug im Krankenhaus, zuletzt um meinen totkranken Vater zu besuchen. Ich weiß nicht, was sich da bei mir abspielt, aber ich habe Panik davor.
Helfen lassen... ja, das ist richtig, aber das tue ich auch. Mein Thera und mein Psychiater ziehen beide an einem Strang und es ist sogar schon das ein oder andere Mal etwas dabei herausgekommen.

Sicher ist es für mich ein schöner Traum, in einer "besseren" Umgebung leben zu wollen. Ich sehne mich nach Ruhe, habe aber auch festgestellt, dass es für mich nicht "Leise" oder "Abgeschiedenheit" bedeutet. Es ist der Wunsch nach innerer Ruhe; keine kreisenden Gedanken, nicht jeden Tag neue Probleme, eben sich selbst zur Ruhe zu bringen. Gedanken, die positiv sind, wenn auch oft genug fiktiv, sind allemal besser, als die Qual des unendlichen Grübelns, die einem nur bewußt macht, wie hilflos man ist.

Und ja, ich glaube noch an mich selbst, glaube, dass ich es schaffe, wieder hinauszugehen, mit all meiner Präsenz, so wunderbar stark und ... Und irgendwann mache ich das auch!

Liebe Grüße
Rhini
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gitty
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« Antworten #7 am: 02. November 2007, 19:20:19 »

liebe Rhini,

"und bin immer irgendwie unterwegs; "
+++ könnte es sein, dass du ununterbrochen auf der flucht vor dir selbst bist??


" Klinik wäre keine Flucht, sondern der letzte Ausweg. Ich war in den letzten Jahren oft genug im Krankenhaus, zuletzt um meinen totkranken Vater zu besuchen. Ich weiß nicht, was sich da bei mir abspielt, aber ich habe Panik davor."
+++ da hast du "klinik" als besucher erlebt, aber eine GUTE psychosomatische klinik kann dir als patientin helfen, denn die medikamentöse einstellung ist ambulant nur möglich wenn du mindestens alle zwei,  drei tage zum neurologen und zum therapeuten gehen kannst um den verlauf zu überprüfen.

"Helfen lassen... ja, das ist richtig, aber das tue ich auch. Mein Thera und mein Psychiater ziehen beide an einem Strang und es ist sogar schon das ein oder andere Mal etwas dabei herausgekommen. "
+++ das ist doch gut so - aber warum sollst du dir nicht noch intensiver helfen lassen?

"Sicher ist es für mich ein schöner Traum, in einer "besseren" Umgebung leben zu wollen. Ich sehne mich nach Ruhe, habe aber auch festgestellt, dass es für mich nicht "Leise" oder "Abgeschiedenheit" bedeutet. Es ist der Wunsch nach innerer Ruhe; keine kreisenden Gedanken, nicht jeden Tag neue Probleme, eben sich selbst zur Ruhe zu bringen. Gedanken, die positiv sind, wenn auch oft genug fiktiv, sind allemal besser, als die Qual des unendlichen Grübelns, die einem nur bewußt macht, wie hilflos man ist."
+++ jetzt sind wir wieder ganz vorne: du musst dich selbst annehmen, so wie du bist und nicht so wie du wie (eigentlich für andere!) gerne wärst. das ist der anfang und wenn du das geschafft hast kannst du wieder auf andere und ihre probleme zugehen.

"Und ja, ich glaube noch an mich selbst, glaube, dass ich es schaffe, wieder hinauszugehen, mit all meiner Präsenz, so wunderbar stark und ... Und irgendwann mache ich das auch!"
+++ das sind doch wunderschöne worte! glaube weiter an dich!

liebe grüsse

Gitty

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