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oba
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« am: 15. November 2007, 12:59:45 » |
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Merci Richard, freut mich. Nun, zur Erinnerung, Kapitel 1:
Die Brücke
Ein kalter Novembertag. Thomas stand auf der Brücke. Oft schon stand er da. Schon mit 12 Jahren. Schaute herunter und beobachtete die Schiffe, die Flussaufwärts- und abwärst ihre Frachten transportieren. Mal hatten sie wohl Computer, mal Lebensmittel geladen. Diese Frachtschiffe haben Güter an Bord. Thomas überlegte sich, ob er wohl schon mal etwas von diesen Güter gekauft hat. Der Fernseher? Reis aus dem Warenmarkt?
Heute aber war etwas anders. Zum ersten mal fühlte er sich frei. Thomas, 33 Jahre alt. Sein Leben war für ihn einfach immer nur mitmachen. Und er machte mit. Heute aber möchte er mal zeigen, dass er mehr kann. Heute möchte er springen.
Der kalte Wind tut weh. Seine Wangen sind rot vom beissend kalten Wind. Er spürt in sich aber einfach nur Wärme und Freiheit. Zum ersten mal ist er glücklich. Keiner, so denkt er, soll mir noch je mal verbieten, was ich zu tun habe.
Meine Brücke, denkt er, die soll mich nun endlich fliegen lassen. Wie die Tauben, die vom Geländer springen. Diese Vögel fliegen vom Geländer weg und fliegen davon. Genau das möchte er nun.
Die Lichter laden ein. Am Ufer dort essen bestimmt einige nun ihr Abendessen. Sitzen friedlich an Tischen in Restaurants und erzählen sich etwas. Andere sitzen am Familientisch. Streiten sich um das letzte bisschen Sauce. Wie gerne wünschte sich Thomas, mal so lieb um eine Saucenschüssel zu kämpfen. Nur, damit er den letzten Löffel ergattern könnte.
Alle würden lachen. Alle würden verzeihen. Dann würde jeder beim Abwasch mithelfen. Bis das Geschirr wieder dort ist, wo es sauber hingehört.
So langsam dringt die Kälte tiefer durch seine Jacke. Er nimmt sich eine Zigarette aus der Packung. Seine letzte für heute.
Der Wind auf der Brücke muss fast gezwungen werden, die Flamme freizugeben. Er hält die Hand davor. Die Flamme erlischt. Er dreht sich in die andere Richtung. Die Flammer erlischt. Er flucht einen schlimmen Fluch und verbrennt sich fast die Finger, aber schafft es, das die Zigarette endlich brennt.
Tief zieht er an der Zigarette. Öffnet dabei die Jacke. Zieht sie aus. Bald friert er ja nicht mehr.
Thomas schaut auf seine Armbanduhr. Es ist gleich acht Uhr. Diese Uhr liebte er. Ein Geschenk von Uschi. Ja diese Uschi,seine Freundin, Jörg, sein Freund, haben sich gefunden.
Es wird zeit zu gehn. Er öffnet das Armband, wirft die Armbanduhr weit über die Brücke hinaus. Unten schlägt die Uhr aufs Wasser und ist nun einfach weg. Die Zigarette ist zu ende.
Nun muss er nur noch das Geländer übersteigen, dann ists vorbei.
Er hört nicht, das ein Auto hinter ihm anhält. Er übersteigt das Geländer und hört eine Frauenstimme:
"he, was machst du da?"
Sie, eine blonde Frau steht neben ihrem Wagen und fragt noch mal:
"he, spinnst du?"
Nein, er spinnt nicht, er ist überzeugt, was er tut. Aber was fällt nun jemandem ein, ihn wieder zu unterbrechen. Er schaut zurück, sieht eine zierliche person. Die blonden, langen Haaren flatern im Wind. Warum hält hier eine hübsche Frau an, spricht ihn an, und steigt aus ihrem Auto aus?
Was geht diese fremde Frau mein Leben an?
Kapitel 2:
"Sag mal, willst du hier von der Brücke herunter springen? So siehts für mich nämlich aus." Sie steht bei ihrem Auto, schaut ihn übers Autodach fragend an. Innerlich flucht Thomas. Wiso hält die Zicke hier an. Erstens ist es verboten auf ner Brücke zu halten, zweitens ist es kalt und drittens geht es keinen was an, warum er auf der Brücke steht, egal aus welchem Grund.
Er sieht sie an. Diese Augen. Warum schaut sie so? "Steigen Sie bitte ins Auto, sonst werden Sie noch überfahren", hör Thomas sich selber sagen. Mit einem Kopfschütteln sagt sie trotzig: "Du hast mir gar nichts zu befehlen. Komm gefälligst vom Geländer dort weg. Im November ist der Fluss nicht gerade zum Baden. Ist kalt und ich habe keine Lust, dein blödes Getue noch lange mit anzusehen. Also, steig ins Auto und wir gehn eine Pizza essen. Ist das ein Deal?".
"Was?" Thomas glaubte es kaum. War das jetzt eine Einladung von einer Frau, oder ist es nur wieder eine Täuschungsaktion, wie er sie zur genüge kennen gelernt hat.
"Bist du nicht im Stand, mal einfach die Frage zu beantworten?" Sie schien es durchaus ernst zu meinen.
"Wie war die Frage?" Er verstand nur etwas von blödes Getue und Pizza.
Er sah sie um das Auto herum kommen und nun stand sie einfach vor ihm. Nur das Geländer der Brücke stand dazwischen. "Na?", sagte sie, "muss ich dich darüber heben, oder kannst du wenigstens das?". Ihr lächeln gefiel ihm.
(Na ja, vielleicht ist die Geschichte immer noch etwas doof für einige. Mir gefällt sie aber irgendwie.)
Gruss oba
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