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oba
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« Antworten #4 am: 16. Dezember 2007, 12:02:17 » |
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soziale phobie ist oft weit verbreitert, als man glaubt. es schachtelt sich von kindheit an, wo man vor der eigenen klasse ein gedicht aufsagen "muss". die versagen-angst, verbunden mit der blosstellung vor leuten kann sich zu einem trauma entwickeln. alleine, einen roten kopf zu bekommen, hat mit dieser unsicherheit zu tun, etwas falsches zu machen - und in dieser eigenen erwartungshaltung passierts erst recht immer wieder.
der grad dieser phobie ist unterschiedlich ausgeprägt. vom unwohlsein bis zur panik-attacke. sensible, ordnungsbewusste und intelligente menschen sind etwas öfter betroffen als luftibusse, schusselige oder gleichgültige menschen. für mich ist trotz allem erstere lieber. auch wenn diese sehr darunter leiden. insgeheim sehr oft mit sich selber sehr hart ins gericht gehen. perfekt sein zu wollen, lieb und immer anständig sein zu wollen, nicht negativ auffallen wollen. eben möglichst das beste geben zu können.
zur frage - was kann ich tun, oder eben, was kann ich "dagegen" tun, versuche ich mal wie folgt zu beantworten:
fehlendes selbstbewusstsein oder minderwertigkeitskomplexe kann man bekämpfen. in dem man versucht, zu hinterfragen, ob man etwas, dass von einem gefordert wird, möchte, oder nicht. dazu gehört eine klare vorstellung von seinem empfinden. dazu gehört das erkennen, ob man ausgenutzt wird und ob man respektiert wird. kleine erste schritte sind, "nein, danke" sagen zu können. zum beispiel auf eine frage wie: "könntest du morgen bitte noch schnell für mich ...egal was, erledigen"? (beigefügt ein süsses "bist ein schatz".)
ein "nein" braucht man auch nicht zu begründen. ein "nein" spricht für sich selber. punkt.
die angst (unbehagen) unter menschen kann man (ganz alleine für sich) abbauen, indem man einfach in ein lokal sitzt. beim hinein gehen schaut man am besten nach einem platz, wo man im rücken keine person hat. (in die ecke gedrängt) ist das nicht. wichtig ist der überblick nach vorne. nähe wc oder ausgang. sollte es einem "zuviel" sein, ist es gut, kleingeld bereit zu haben, dass man für eine konsumation auf den tisch legen kann, ohne dem servierpersonal rufen zu müssen. oder man zahlt gleich zu beginn bei der bedienung. ein wichtiger punkt ist, "etwas" zur beschäftigung bei sich zu haben. eine agenda oder ein journal. raucher haben die zigarette. dann geht es darum, ohne grosses aufsehen, die menschen rund herum zu beobachten. nicht "glotzen" oder "fixieren". ganz normal den blick schweifen lassen. im lokal die lampen ansehen, die bilder an der wand oder nähe fenster, mal hinaus zu sehen. ganz ungezwungen.
ein glückliches obijekt zum beobachten ist die bedienung selber. sie bewegt sich, ist sich blicke gewohnt. blickkontakt mit der bedienung erwidert man mit einem freundlichen schmunzeln. oder einem leichten kopfnicken. das wirkt freundlich und nie arrogant.
also, sozialer phobie ist beizukommen. nicht nach dem ersten versuch gleich aufgeben. immer wieder mal unter leute gehn. mit offenen augen und mit dem hintergedanken:
"ich bin mir meiner person bewusst, darf hier sein, wie alle anderen auch. ich darf sogar lächeln. und mir braucht keiner etwas zu bezahlen hier. diesen kaffee oder was auch immer bezahle ich ganz alleine. hier bin ich mensch. hier darf ich sein".
mutig drauf los. es tut nicht weh. und genau so hab ich meine eigene soziale phobie gemeistert.
gruss oba
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