flow
Beginner

Beiträge: 2
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« am: 04. Dezember 2007, 16:56:47 » |
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also ich ramme mir keine Kugelschreiber in die Oberschenkel und höre auch keine Stimmen, nur frage ich mich wie lange es noch dauern kann, daß genau das passiert.
borderline: bedeutet für mich, daß ich anscheinend nicht im Stande bin die Mitte zu finden, egal worum es geht, ist es in der Kommunikation mit anderen Menschen, beim Durchhalten im Job, in meiner Beziehung zu meiner Freundin, im Umgang mit Geld und alles was da noch so im leben vorkommt. Ich komme immer in Situationen in die andere Menschen nie zu kommen scheinen. Bei mir läuft Nichts "normal". Jobs habe ich meist nicht länger als 1 1/2 Jahre und ......egal ich fange mal damit an: Warum schaffe ich es nicht wie andere Menschen einfach nicht darüber nachzudenken und einfach die Arbeit zu machen? Irgendwie tritt bei mir fast schon schemenhaft nach einer bestimmten Zeit in einem job eine Art ANGST/DEPRESSION auf, d.h.: ich fühle mich wie ein Hamster der in einem Rad läuft bis er stirbt (keine Ahnung wie sich der fühlt, aber gut ist sicher anders). detailiert: ich habe nur ein Leben und verbringe 8-10 Stunden täglich, 5x die Woche in der Arbeit, doch wohin führt mich das? Es ist nicht nur die Zeit die ich als verschwendet ansehe, nein es ist eine Mischung aus emotionalem Unwohlsein gepaart mit logischen Erkenntnissen und Erfahrungen die mich dann dazu treiben zu kündigen oder mich einfach nur falsch zu verhalten und krank zu werden....
Beziehungen:
Es scheint immer das Selbe zu sein, ich bin jetzt seit fast drei Jahren mit meinem Mädel zusammen und weder glücklich noch unglücklich. Ich lebe in der Zeit und Dinge kommen und gehen.......ich weiß nicht wie lange ich das noch durchhalte,....ich bin jetzt 27 und fühle mich in einer Art Stillstand gefangen der aber in unserer Welt nicht geduldet wird (im Endeffekt). Das ist jetzt nicht nur auf Beziehungen anzuwenden, sondern trifft auch auf alles Andere zu in meinem Leben. Was ich damit meine: Ich fühle mich zusehendst unwohl auf dieser Welt, ich habe früher am Land in der Nähe von Wien gewohnt und wohne jetzt in Wien, zwar auch am Stadtrand doch immer noch in der Stadt, was aber auch keinen Unterschied macht, weil irgendwann wenn die Welt es übersteht ist die ganze Welt nur noch eine Stadt.
Also auf den Punkt gebracht sieht das Ganze so aus: Wenn ich nicht immer etwas unternehmen würde (unbewußt) was Änderungen herbeiführt würde ich mich ziemlich leer fühlen. Sprich; mich kotzt diese bürgerliche Kakke einfach an und ich fühle mich dabei nicht lebendig. Ausbrüche kann man sich nicht leisten weil sonst meistens alles den Bach runter geht.
Das Problem dabei ist nur, daß (zumindest in Österreich) eine gewisse Stabilität von einem Bürger gefordert wird, und hat er diese nicht, dann wirkt er wie Sand im Getriebe, also bitte keine Ausbrüche aus der Realität, weil die bröseln auch ordentlich rein und das sieht man eben nicht gern. Ausbrüche?: sind z.B.: am Abend mal was rauchen und Wein trinken, am Samstag nicht nach Hause kommen sondern am Sonntag immer noch tanzen, mit dem Auto ziellos cruisen, bis 3 Uhr Montag Morgen sex haben, ich könnt jetzt so vieles aufzählen....Ihr wisst sicher was ich meine, all dieses Dinge destabilisieren deine soziale Situation; leider macht es Spaß das ist anscheinend schlecht. Zusätzlich ist das natürlich alles ein gewisser Druck, denn wenn du ein Mensch bist der einfach mal gerne zu schnell fährt wirst du wahrscheinlich dafür zahlen müssen und wenn du bis Montags Morgen sex hast wirst du wahrscheinlich verschlafen, und wenn du dich dann noch anders kleidest als die ganzen geglätteten Haare mit ihren pinken Taschen und blonden Stränen hast es sowieso schwieriger.
Der größte Absturz in meinem Leben:
.....war als ich anfing mich für das Lesen zu interessieren; das tat ich erst mit 21 ca.. damals las ich zuerst den philosophischen Garten und danach den philosophischen Himmel von Frieder Lauxmann (deutscher Autor und Richter).........diese beiden Bücher haben mir einen Tiefgang vermittelt, den ich bis heute als Inhalt in der Welt wie sie mir begegnet vermisse. Folge daraus: Ich hab mich total isoliert weil ich mit der allbekannten Oberflächlichkeit einfach nicht mehr zurecht gekommen bin....(das war das eine Extrem)......hat nicht funktioniert......Jahre später (das andere Extrem) war ich total aufgeschlossen (als ich nach Wien kam) und bin von einer subkultur in die Nächste.....hat auch nicht funktioniert.....was bleibt ist nur die Bürgerlichkeit......halt ich auch nicht aus......
wisst Ihr?......ich denk das heißt soziale Zermürbung...(ich passe einfach nicht rein, oder ich will einfach nicht so sterben wie der Rest; weder so noch so)
was soll das alles bezwecken?: ich weiß es auch nicht, schreibt mir vielleicht einfach irgendwas wenn Ihr wollt
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Richard
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« Antworten #1 am: 04. Dezember 2007, 17:14:52 » |
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Hi, als erstes mal... Herzlich willkommen :-) Denke das du auf deinen ausführlichen Beitrag bestimmt Rückmeldungen bekommst. Ich kann auch einiges nachvollziehen :-)
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LG Richard
Mir ist egal wer dein Vater ist! Wenn ich angle, läuft hier keiner ÜBERS Wasser!
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JEM
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« Antworten #2 am: 04. Dezember 2007, 18:16:33 » |
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Hallo flow, die "Mitte" finden gelingt uns allen nur selten, aber vielleicht fängst Du einfach einmal damit an Dich selbst zu finden, zu akzeptieren und zu lieben! Du schreibst hier in "Borderline", so als hättest Du Dir schon Deine Diagnose ausgestellt, Deine Selbstanalyse ist auch irgendwie schlüssig, nachvollziehbar. Aber nicht unbedingt Borderline - mehr in Richtung "übersteigerte Selbstkontrolle/-nachfrage "!
Hamsterrad: Du hast die Art Deiner Arbeit nicht genannt, aber Du scheinst sie nicht zu "lieben", also Dich damit zu identifizieren? Deine Arbeit / Dein Leben führt Dich, was Du auch immer machst, immer nur auf Dich selbst zurück! Ist das kein gutes Ziel? Wenn also Deine jetzige Arbeit Dich nicht erfüllt, musst Du die Arbeit ändern, nicht Dich!
Beziehungen: Lieber flow, würde Dir das gefallen, wenn Dein Mädel in Bezug auf Dich sagen würde: Sie ist weder glücklich noch unglücklich? Ich war jetzt provokativ, denn ich habe Dich schon verstanden, Du empfindest es so - obwohl Du mehr empfinden willst!
Dein Wohnumfeld ist hier von sekundärem Einfluss (außer es gebe da Personen von früher, die Dir jetzt fehlen).
Ein gedanklicher Ansatz: Was fühlst Du für Dich selbst? Kannst Du Dich selbst lieben (mit allen Deinen Unzulänglichkeiten?)
Das ist alles nur Stückwerk hier im Forum, ersetzt keine Therapie! Aber wenn Du antworten willst, dann ist das schön!
Liebe Grüße Jürgen
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Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden. Verstanden ist nicht einverstanden. Einverstanden ist noch lange nicht angewendet. Angewendet ist noch lange nicht beibehalten. [Konrad Lorenz]
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flow
Beginner

Beiträge: 2
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« Antworten #3 am: 04. Dezember 2007, 19:29:31 » |
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ich wußte es, es ist nicht so einfach...
...also sich selbst zu finden ist erstens Zeitaufwendig und zweitens ist die Selbsfindung kein wirkicher kultureller Bestandteil unserer mitteleuropäischen Kultur. Die Selbstfindung ist mitunter ein steiniger Weg bei dem während man Ihn beschreitet gerne vergisst in der Realität zu wühlen. Genau das habe ich gemeint mit "größter Absturz". Damals habe ich erst angefangen mich selbst zu finden und ich war auch sehr zufrieden mit mir und meinen Erkenntnissen. Das Problem war nicht ich sondern die Leute die sich mit mir umgaben. An meinem Arbeitsplatz hat man einfach die persönliche Veränderung gemerkt und mit Unbehagen darauf reagiert, weil ich z.B.: gerne mal woanders zum Rauchen hinging um etwas allein zu sein oder mein Mittagessen neben dem Lesen einnahm. Was nicht impliziert, daß die Arbeit an sich zu kurz kam oder Ähnliches. Ich meine: Du kannst in Wien nicht zum Buddah werden und in Berlin nicht zum Sufi. Es gibt einfach kein wirtschaftliches System zur Selbstfindung. "...die Arbeit Dich nicht erfüllt...." Wer sagt daß mich die Arbeit erfüllen muß? Schon klar, dann gehts einem zumindest besser und die Umgebung reflektiert genau das. Abgesehen davon mache ich meine Arbeit nicht zum ersten mal, ich habe mir genau das ausgesucht (iT-support). Ich mag meine Arbeit, nur wie gesagt lebe ich nur einmal. Es gibt so viele Orte und so unendlich viele Dinge zu tun mit so unendlich vielen Menschen die ich nicht kenne. "Ich verändere Nichts. . . . . . aber Nichts verändert mich zusehends!"......jetzt könnte man meinen:"wenn der so auf Verändern aus ist, warum macht er nicht einfach, nicht nur darüber reden!" Ich halte dagegen indem ich sage, daß fast jeder Aktivismus schon innerhalb des "borderlinen" ist. Unsere Geschichte ist voll mit Beispielen.
Beziehung: Da hast Du schon Recht, nur liebe ich meine Partnerin. Man kann es so beschreiben: Jedesmal wenn mein Nest fertig ist suche ich einen neuen Platz um zu nisten oder liebäugle zumindest damit. Je näher das Ziel zur vollendeten Normalität - (gesichertes Einkommen, Mobilität, Liebe, Harmonie, etc.) ist, desto stärker das flirten mit einer anderen challenge. (sozusagen)
Wohnumfeld - Menschen die einem fehlen: ist zwar ein Faktor so wie alles Andere auch. Jedoch affected mich das am Wenigsten. Es hat mir nur gezeigt wie unterschiedlich Realitäten sein können.
Also die Suche nach sich selbst ist einfach kein Zeichen von Stabilität und borderline ist nur eine Frage der Ausgangssituation.
liebe Grüße Flo
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JEM
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« Antworten #4 am: 04. Dezember 2007, 20:16:26 » |
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Ja Flo, das Leben ist nicht einfach, denn es ist einmalig!
Selbstfindung: Was ich gemeint habe, ist nur das eine: Du musst zuerst lernen Dich selbst lieben! Mit allen Fehlern, Unzulänglichkeiten usw., dann hast Du Dich gefunden! Gibt es noch einen anderen Flo? Wohl kaum, Deine Suche ging da wohl ins Leere...
Arbeit: Support ist unmittelbare Unterstützung von Mitmenschen - was ist für Dich "leer" daran? Und es gibt außerhalb der Arbeit, sehr vieles, was Dich erfüllen kann, hast Du das auch wahrgenommen?
Beziehung: Jetzt zitiere ich Dich: Du hast Angst vor der Bindung, vor der Verantwortung! Warum? Ist das Mädel das nicht wert? Bist Du das nicht wert? Seid ihr beide nicht so wichtig, dass Du ihr Deine Liebe nicht leben und zeigen kannst? Ich lasse Dir die Fragen!
Lieber Flo, die Suche nach sich selbst ist ein lebenslange Aufgabe, aber wichtig ist dabei: Alle um Dich herum tun dasselbe! Bleibe also bei ihnen!
Liebe Grüße Jürgen
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Sister Moonshine
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« Antworten #5 am: 04. Dezember 2007, 21:16:10 » |
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Lieber Flo, ich glaube gar nicht, dass Du auf irgend eine Weise wirklich psychisch beeinträchtigt bist. Ich denke, Du weißt sehr genau was Du kannst, was Du willst und vor allem - was Du nicht willst! Es tut mir leid, wenn ich bei Dir im Moment nicht so ganz mitkomme, aber, auch ich habe die Bürgerlichkeit nie geliebt, habe gedacht ich bin was besseres... Schau mal in Dich und nicht auf Dich, was siehst Du dann??? Sorry für mein - partielles - Unverständnis, bin im Moment ein wenig überfordert mir Deinen Einsichten, bite nimm´s mir nicht krumm  Trotz allem liebe Grüße, Sister Moonshine
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Sister Moonshine
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« Antworten #6 am: 05. Dezember 2007, 09:10:55 » |
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Sorry, lieber FLOW - natürlich 
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