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oba
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« Antworten #8 am: 03. August 2008, 13:30:41 » |
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hallo leutz
ich mal wieder.
leider ging es etwas länger, bis ich die "femme fatal" fertig geschrieben habe. diese geschichte steht unter copyright des urheberschutzes. also bitte nicht auszüge kopieren und verwenden , danke.
wie versprochen, hier, nicht direkt an jeden, dafür allgemein, meine geschichte einer "femme fatal".
viel spass und gruss oba:
Es ist ein kalter Julimorgen. Mein Wecker holt mich gerade aus den tiefsten Träumen. Wie immer fasse ich im dunkeln nach diesem Wecker. Wie oft hätte ich dieses Ding schon gerne einfach an die Wand knallen wollen. Und immer wieder stelle ich ihn einfach mit einem Knopfdruck ab. Ich höre das Geräusch. Es regnet. Die Tropfen trommeln an die Fensterscheiben. In meinem Beruf bin ich es gewohnt auf Geräusche zu hören. Als Linienpilot muss ich auf jedes noch so unwichtige Geräusch achten. Jedes noch so kleines, ungewohntes Geräusch könnte über Tod oder leben entscheiden.
Langsam werde ich wach und habe heute den Flug nach Boston. Und eben Marianne. Diese Flight Attendant. Mein Gott, was habe ich nicht schon alles versucht, diese Frau endlich rum zu kriegen. Jeder denkt doch, ein Pilot kriegt doch alle Weiber. Sicher, aber eben nicht Marianne. Sie ist so unfassbar und doch so nahe, als müsste ein Mann nur einfach hinstehen, sie in die Arme reisen, sie küssen und die Welt könnte untergehen. Alleine ihr Parfüme müsste doch jedem Mann den Verstand nehmen. Meinen Verstand hat sie bis heute nur mit einem Lächeln goutiert. In der Bye-bye-Bar am Flughafen kam sie endlich zu einem Kaffee. Aber nichts weiter. Woher nimmt diese Frau die Kraft, mich, Thomas, Linienpilot, so abblitzen zu lassen? Obwohl ich doch sonst noch jede Frau herumgekriegt habe. Ich bin noch nicht alt. Sehe gut aus, bin gepflegt und für mein alter gut in erhalten. Der Altersunterschied ist nur acht Jahre. Ich bin 38, sie 30. Na und? Die Nachtischlampe erleuchtet matt das Schlafzimmer. Tanja liegt neben mir. Meine Frau. Ihr Atem geht ruhig und Regelmässig. Sie ist es gewohnt, dass ich manchmal früh raus muss und kennt die Gewohnheit, mit einem Piloten verheiratet zu sein. Wie immer hat sie mir alles bereit gemacht. Die Hemden, frisch gebügelt, die Uniform am Bügel bereit gemacht, sogar die Kaffeemaschine mit dem Timer eingestellt. So einfach. So langweilig. So war sie schon immer. Sagte ich, gehen wir ins Kino, sagte sie ja. Sagte ich, bleiben wir zuhause, sagte sie einfach ja. Immer sagt sie ja. Aber ich will herausgefordert werden, will das widerspenstige in der Frau erobern. Will kämpfen um die Gunst der Frau. Warum nur, hab ich Tanja so lieb und warum hab ich sie bloss geheiratet?
Leise schliesse ich ich die Türe. Auf dem Weg zum Flughafen gehe ich noch mal den vorbereitenden Flugplan durch. Am Schalter für die Wetterberichte treffe ich meinen Co-Piloten, Jochen. Er ist einer, mit dem ich mir vorstellen könnte, die Ferien zu verbringen. Er hat genau so einen schwarzen Humor, wie ich. Heute fliegen wir schon das zwölfte mal als Cockpit-Crew. ?Hallo Jochen? begrüsse ich ihn. Er sagt, wie immer einfach ?Hallo, Captain?. Wobei ich mich immer noch als Co-Pilot fühle. Das ?Chefsein? liegt mir irgendwie noch nicht. Das Wetter scheint gut zu sein. Im Briefing-Raum sind schon alle da. Jochen begrüßt alle Crew-Mitglieder mit einem Händedruck. Ich kann das nicht. Ich begrüsse alle mit den Augen. Marianne sitzt auch da. Sie tut so, als würde ich sie nicht ansehen. Dabei müsste jeder merken, wie ich immer wieder nur zu ihr hinsehe.
Nach dem Briefing bitte ich alle, sich zum Flugzeug zu begeben. Aber Marianne bitte ich, noch kurz zu bleiben. Als alle gegangen waren, stehe ich vor Marianne. Sie trägt, wie keine zweite, ihre Uniform. Schon alleine nur ihre Jacke ist so sehr auf sie zugeschnitten, das ich fast den Verstand verliere. Vor einem Jahr wurden bei Blauland-Airlines neue Uniformen eingeführt. Flight Attendants tragen keine Jupes mehr und Damen wie Herren tragen ein Halstuch, das um den Hals im Hemd oder Blusenkragen gesteckt ist. Die ganze Kabinenbesatzung trägt nun Hosen. Und Marianne trägt ihre Hose, als sei es einfach ihre Haut. Die ganze Form, die ganze Uniform, die ganze Erscheinung von ihr ist, als wäre sie darin geboren worden. ?Marianne?, hör ich mich zu ihr sagen. Als würde ich es im Traum zu ihr sagen. ?Heute ist ein besonderer Tag für mich?. Sie lächelt und fragt: ?Wie soll ich das verstehen?? ?Nun?, verlegen packe ich die Papiere und Flugpläne in den Koffer. ?Ich möchte dich in Boston zu einem Nachtessen einladen?. Dabei sehe ich ihr ins Gesicht. Sie schaut zurück und ihr lächeln lässt ihre Antwort nicht erraten. ?Und was, bitte schön, soll an diesem Tag besonders sein?? fragt sie mit einem funkeln in den Augen. Wie immer bläst sie eine Haarsträhne über der Stirne mit einem Atemzug weg. Das fiel mir schon am ersten Tag auf, als ich sie sah. ?Na vielleicht?, sage ich, ?dass wir uns endlich etwas näher kennen lernen könnten?. Marianne nimmt wie selbstverständlich einen Kugelschreiber aus der Tasche und schreibt etwas auf einen Zettel. Ich beobachte wie sie mit ihren schön lackierten Finger etwas aufschreibt. Sehe in ihr Gesicht und würde sie am liebsten einfach an mich reisen und küssen. Dann reicht sie mir den Zettel und sagt einfach: ?Jetzt liegt es an Dir?.
Ich lese, schaue kurz hoch zu ihr. Sie lächelt und zündet sich eine Zigarette an. Auf dem Zettel steht: ?Nach der Arbeit geh ich oft früh schlafen. Aber am Morgen erwarte ich Dich in meinem Zimmer. Bitte mit Frühstück. Die Zimmernummer kenn ich noch nicht?.
Ich zerknülle den Zettel und sage nur: ?Dann mal los. Boston und die Arbeit wartet auf uns?.
Boston, Die Uhr zeigt in grünen Ziffern 6.55 Uhr. Die Zimmernummer von Marianne und Silvia, das zweite Crew-Member, habe ich schon gestern an der Rezeption des Hotels erfragt. 369. Nach dem Duschen bestelle ich ein Frühstück auf Zimmer 369 und fahre mit dem Fahrstuhl in den dritten Stock. Links geht es zu den Zimmer bis 350. Rechts zu den Zimmer über 50. Ich klopfe also an die Türe von 369. Es ist ruhig. Noch einmal klopfe ich drei mal. Silvia öffnet in einem gelben Morgenmantel und sieht mich erstaunt an. ?Ist etwas passiert?? fragt sie mich verschlafen. ?Nein, alles in Ordnung,? sage ich, ?habe mit Marianne abgemacht. Ist sie schon wach?? Silvia schüttelt den Kopf. Dabei öffnet sich ihr Morgenmantel und ich erblicke ihren Brustansatz. Verlegen zieht sie schnell den Mantel etwas zu. ?Marianne ist schon um fünf aufgestanden. Sie ist nicht da. Sie sagte etwas von Town-Erkundigung. Macht wohl einen Stadtbummel durch Boston?. ?Sagte sie etwas, wann sie wieder ins Hotel kommt?? frage ich etwas verlegen. ?Nein, und das sie mit Ihnen abgemacht hat, Captain, sagte sie mir auch nicht. Ich möchte noch etwas schlafen. Sorry.? Durch die geschlossene Türe rufe ich: ?Pardon, für die Störung?.
Wieder in meinem Zimmer bestelle ich das Frühstück ab. Mir ist nicht mehr nach Kaffe und Brötchen zumute. Marianne konnte doch unser Treffen nicht einfach vergessen haben?
Spontan entscheide ich mich, sie zu suchen. In einer Stadt, die ich selber nicht kenne. Als ich den Knopf zum Fahrstuhl drücke, hält er gerade auf meiner Etage. Die schönsten Augen sehen mich an. Marianne. Aber sie ist nicht alleine. Neben ihr steht eine andere Frau. Noch schöner, als Marianne selber. Nun stehen wir drei im Gang der Hoteletage. Marianne lächelt mich an und sagt: ?Nun, ich wollte dich nie verarschen, Herr Captain. Aber von Frauen verstehst du nichts. Darf ich vorstellen, das ist meine Partnerin.? Mit einer Handbewegung zeigte sie zur der schönsten Frau, die ich je in meinem Leben gesehen habe. ?Das ist Peter. Sorry, Petra. Transexuell. Sie ist zwar mein Freund. Aber eben auch meine beste Freundin. Wir lieben uns schon seit der Schulzeit.?
Es war, als würde mir der Boden unter den Füssen weg gerissen. Ich sagte nur: ?Freut mich, hallo Peter, öhm, Petra.?
Sie gab mir die Hand und zeigte ihre schönen Zähne. Übrigens sah ich an einer Frau, einem Mann nie eine schönere Zahnstellung.
?Hallo Chef, macht es Ihnen was aus, wenn ich mit Marianne heute den Tag gerne alleine verbringen möchte??
Mir stieg das Blut in den Kopf, wie noch nie zuvor. Aber ich lächelte. Diese zwei Frauen sind unbezahlbar. Und da will ich nie ?dazwischen? sein. Obwohl, eine Femme Fatal würde mir reichen. Zwei Femme Fatal, das ist auch dem König der Lüfte einfach zuviel des Guten.
?Nein, kein Problem, meine Damen, ich bin gerade auf dem Sprung, einen Stadtbummel zu machen. Von Boston weis ich ja nur, wie es ?anzufliegen? ist.?
Marianne zupfte mich am Ärmel meines Hemdes, hauchte ein zartes ?Verzeih mir bitte?, küsste mich auf die Wange und dann fing dieser Tag erst an.
Es war der schönste Tag meines Lebens. Ich weis nun, was Frauen sind. Sie sind das schönste Geschenk für einen Mann. Aber auch nie in Besitz zu bekommen.
Eine Femme Fatal ist unbeschreiblich. Schön, und eine Frau mit sieben Siegel. (Copyright (c) 2008)
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