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Autor Thema: Fröhlichkeit nicht unter Kontrolle??  (Gelesen 1284 mal)
Sister Moonshine
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WWW
« am: 23. Januar 2008, 13:23:13 »

Hallo zusammen.

In letzter Zeit is mir öfter aufgefallen, dass ich zwischendurch immer mal einen Tag habe, an dem ich mir fröhlich "vorkomme", also ich agiere sehr hibbelig, unruhig, teilweise hektisch. Ich kann dann wahnsinnig viel arbeiten und auch gut, und kann mir wahre sarkastische Gesprächduelle liefern, die auch manchmal echt Spaß machen.
Was mich ein bißl bedrückt, ist, dass sich diese Gefühle nach einer Weile potenzieren, und teilweise aus dem Ruder laufen, ich werde lauter, gestenreichr, zynisch und oftmals gemein! Obwohl das überhaupt nicht meine Absicht ist  Unentschlossen
Aber es gibt zu dem Zeitpunkt kein "Not Aus".
Am nächsten Tag oder manchmal schon abends ist der Spuk erst mal wieder vorbei. Auf eine Art verliere ich die Kontrolle über mich. Hat jemand von Euch das schon mal so erlebt???  Huch  Huch

Stehe dem etwas hilflos gegenüber  Rotwerd

Liebe Grüße, Sister Moonshine
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JEM
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Beiträge: 809


« Antworten #1 am: 23. Januar 2008, 14:39:11 »

Hallo Sister Moonshine,
warum sollte man Fröhlichkeit, Freude unter Kontrolle halten, nein die würde ich einfach genießen.

Aber was du hier schilderst ist eine klassische manische Episode, dabei ist die Stimmung sehr gehoben, expansiv oder reizbar. Dieser Zustand wird begleitet von rastloser Aktivität, Ideenflucht, dem Drang, schnell, laut und viel zu sprechen und von einem übersteigerten, grandiosen Selbstwertgefühl. Typisch sind auch ein herabgesetztes Schlafbedürfnis und leichte Ablenkbarkeit.
In dieser Episode zeigst du ungerechtfertigten Optimismus, gehst unnötige Risiken ein, versprichst alles und kannst alles herschenken.
Aber: Das ist also kein Kontrollverlust, sondern ein Anteil deiner Krankheit.
Und: Du bist in Therapie, also hast du jemand die dich begleitet als Ansprechpartnerin!

Ich wünsche dir Gutes!

Liebe Grüße
Jürgen
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Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden. Verstanden ist nicht einverstanden. Einverstanden ist noch lange nicht angewendet. Angewendet ist noch lange nicht beibehalten.
[Konrad Lorenz]
Sister Moonshine
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Beiträge: 556



WWW
« Antworten #2 am: 24. Januar 2008, 00:28:21 »


Hallo Ihr Lieben,

Ach so, verstehe, Fröhlichkeit ist cool,und wünschenswert! Prima, dann würde ich mir wünschen, dass mir viele Menschen zuhören!!!
Ungerechtfertigter Optimismus= Ist Optimismus nicht das Beste, was uns passieren kann?? Wer will ihn uns absprechen? Juuhuuuuuuuuu!!! Wie lange geht´s??  Mulmig im Bauch aber ich lebe noch ! Juhuuu!!!
"LEICHTE ABLENKBARKEIT"? Dass ich nicht lache, die paar Laster auf der Bahn...
Uuuuuuund tschüssss... Ihr Lieben. Rhini, Deine Beiträge sind wichtig und sehr - emotional. Mach bitte weiter so, es hilft einem jeden von uns! Ich danke Dir!

Mit lieben Grüßen, Sister Moonshine
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Rhini
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Beiträge: 833


« Antworten #3 am: 24. Januar 2008, 09:51:23 »

Hi Sister
Ich danke dir, denn es ist mir immer wieder bewußt geworden, wie sehr ich vor allem durch meine Selbstdefinition auch an mir Seiten erkenne, die ich längst verbuddelt glaubte...
Du bist in deinem letzten Schreiben sehr selbstironisch... irgendwie kenne ich das auch von mir (wie ich das hasse, soetwas immer zu lesen oder dann auch noch selbst zu schreiben. Das ist, als würde ich mir jeden Schuh, der passt, anziehen...)
Allerdings ist es eher eine aufgesetzte Fröhlichkeit und sie erreicht nicht mein Herz. Das ist nicht das, was wir wollen oder begrüßen würden.
Aktiv werde ich allerdings nicht mehr, eher rastlos...
Nun habe ich gerade über Fröhlichkeit gesprochen mit meinem Thera. Dabei wurde mir bewußt, dass es auch etwas mit Reflektionen der Anderen zu tun hat, die ja deutlich positiver sind, wenn ich Scherze oder lächle. Mein innerer Wiederwillen bringt mich dann in eine Art Hysterie, ich entgleite und gehe unangemessen "laut" aus dieser Situation heraus.
Hinterher könnte ich vor Scham im Boden versinken, weil ich mal wieder total übertrieben habe, aber auch, weil ich mich selbst irgendwie zu etwas gemacht habe (einen Clown), was ich nicht sein will und auch nicht bin...
Wenn ich mich mal trauen würde, meine Empfindungen (vor allem die negativen) laut auszusprechen... vielleicht müsste ich mich nicht hinter einer Maske verbergen...

Noch etwas, wenns mir besonders schlecht geht, werde ich immer "zappliger" und muß dann etwas tun... ggf nur um mich abzulenken. Ich geh ja nicht zur Arbeit, insofern bleibt der Haushalt, eventuell spazieren gehen... Ich bin dann auch irgendwie immer sehr wütend... Auf Menschen, die mich nicht kennen, die ich nicht kenne und die mir zB postalisch mitgeteilt haben, dass sie wieder mal etwas von mir wollen (ganz nach Akteneinsicht...) Da frage ich mich dann, ob sie das nicht entlich erledigen könnten, warum  sie mich immer weiter Quälen... Wann sie entlich mitbekommen, dass es alles nicht geht, wie sie es sich wünschen würden... weil ich ihnene dann keine Arbeit mehr machen würde...
Merke schon, allein der Gedanke über meine Hilflosigkeit lässt ein wütendes, ironisches Lächeln auf meine Lippen kommen:selbst Schuld...
Ach, Sister, niemand weiß, wie es dem Anderen geht, da könnte man Bücher austauschen, aber die Empfindungen wird ein Anderer nicht verstehen können, weil nur du sie hast, weil nur ich sie habe... und alle sind doch anders. Wir können uns gegenseitig lediglich Akzeptanz entgegen bringen und durch eigene Erfahrungen, eigenes Denken dem Gegenüber Wege aufzeigen, die du/ich bislang durch den Schleier der Tränen noch nicht sehen konnten.

Auch wenn ich immer wieder aufgeben will, weil ich eben nach all den Jahren kaum Verbesserung (eher das Geggenteil) erfahren habe, so bin ich noch trotzig genug, mit dem Fuße aufzustampfen und den Anderen, die mich vermeintlich so belasten, entgegenzuschleudern: Ihr krigt mich nicht klein--- und krigt mich nicht weg! (Und wenn ich dann lache, ist es eine kleine gemeine Schadensfreude, obwohl ich im Kopf doch weiß, dass es meine Krankheit ist und nicht mein Umfeld...)

In der Natur der Sache liegt, dass wir bei unserem eigenen kleinen Auseinanderklabüsern keiner sagt, das müssten wir tun, das wäre gut für uns oder man müsse es nur wollen. Wir machen es einfach und entwickeln uns dabei immer weiter... mit ungewissen Ausgang... und alles nur, weil wir leben...

"Solange da ein Mensch ist, der mir zuhört, bin ich nicht verloren"
Liebe Grüße
Rhini

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