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Autor Thema: die sucht, sammeln zu müssen  (Gelesen 1997 mal)
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oba
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Beiträge: 359


« am: 13. Februar 2008, 20:05:17 »

hallo ihr lieben,

sucht ist etwas schlimmes. abhängigkeit von alkohol, heroin, cannabis, medikamenten, schlafmitteln, tabletten, wird gerne erst mal als sucht bezeichnet. es gibt aber noch ganz andere süchte.
die sind vielleicht nicht ganz so gefährlich oder tödlich. es gibt menschen, die haben eine "sauberkeit-sucht". müssen immer reinigen, sauber machen, aufräumen. andere haben die "sammel-sucht", müssen einfach alles, egal was, horten, in den besitz bekommen. egal auch, ob es "nötig" wäre.

die palette der "unschädlichen süchte" ist genau so gross, wie diese, die man allgemein als "sucht" bezeichnet.
das wort "sucht" ist sehr nahe bei der antwort "flucht". ein süchtiger ist auf der suche. auf der flucht.
in der sucht findet er befriedigung. flüchtet aber dadurch vor dem "eigenen" sein.
manch einer kniet sich in sein hobby, geht darin so richtig, fast auch phanatisch, auf. und dass hat nichts zu tun mit der sucht von drogen. es erfüllt aber eine ähnliche wirkung für diese.
es macht frei, es macht glücklich und engt sehr oft auch den blickwinkel ein.
als gäbe es nichts anderes mehr.

eine zeitlang war ich vergiftet, armbanduhren sammeln zu müssen. obwohl ich nur eine, im extremfall, zwei, tragen könnte.
ich habe mich entschieden, nur noch drei uhren zu haben.
eine silberne, meine erste uhr, die ich als zwölf jähriger bekommen habe. woher, weis ich nicht. aber sie ist mein liebstes teil.
dann habe ich ein goldenes gegenstück, sie ist "auch", wie die silberne, eine "vollautomatische uhr". also eine, die mechanisch und nicht mit batterie läuft.
gold und silber sind beide nicht. sie haben aber den wert einer "echten" uhr. sie gehen, wenn man sie trägt.
eine dritte hab ich noch. eben eine, die mit einer batterie läuft. ein geschenk von einem lieben menschen. die kann ich nicht weiter geben. weil ich eine erinnerung habe daran.
jede andere, die ich "süchtig" gesammelt habe, habe ich verschenkt. weil ich, trotz dieser krankhaften sucht, gemerkt habe, wie sinnlos ein zwang ist. der zwang, man müsste für seine sucht alles einsetzen. man müsste einfach aufbauen, krankhaft immer dieser verpflichtung des eigenen "nicht mehr los lassen können" nachkommen.

diesen süchten erliege ich nicht mehr. auch nicht anderen süchten und sehnsüchten. ich will mir verbieten, und tue das, keine frau, keinen mann mehr zu lieben. nur den respekt eines ehrlichen menschen werde ich achten. sammle nicht mal mehr "souvenirs", die ich mit liebe mal von einer reise nach hause genommen habe.

heute habe ich gelesen, das da 13milliarden lichtjahre entfernt ein sternensystem "gesichtet" wurde.
mir blieb einfach die luft weg. wau, so weit weg. unfassbar.

ich bin auf dem rechten weg. ich muss das nicht fassen, erfassen, verstehen. muss es auch nicht besitzen. und auch eine sucht muss ich nicht besitzen.
erst recht nicht, mich dieser sucht hingeben, erst recht nicht, mich einer sucht hingeben und dann als sklave dieser sucht, in ein loch fallen.

ich habe zwar nur mein kleines lebenfünklein. mir ist es scheissegal, ob es da 13millionen lichtjahre entfernt sterne leuchten. und mir ist es noch tausend mal egal, ob ich einmal in den himmel komme. erst recht egal, ob ich in die hölle komme. nur eines ist mir nicht egal, wer eines tages meine uhr bekommt.

denn diese, meine erste, soll eines tages einem menschen gehören, der es zu schätzen weiss, was eine sekunde bedeutet.

euer oba
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Iwi
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« Antworten #1 am: 23. Mai 2008, 22:26:06 »

Auch wenn mir klar ist, dass du das nicht mehr beantwortest: ich habe auch schon die "Zeit" gezählt mit mehr als einer Uhr am Arm----->  nun ja, das ist eine "späte" Antwort und kurz, weil s.o.
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oba
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Beiträge: 359


« Antworten #2 am: 24. Mai 2008, 16:41:04 »

liebe iwi

da täuschte sich schon so oft jeder, wenn er dachte, ich sei nicht mehr "unter uns".

es täuschten sich auch menschen, die vielleicht "entäuscht" waren und sind, von mir, wenn ich nicht mehr mitmache. nicht mehr mithalte, nicht mehr will oder nicht mehr "müssen muss".

der nahme "oba" hat eine bedeutung: "ohne besondere absicht".

diesen namen habe ich mir zugelegt, nachdem ich erschöpft von meinen zwei anderen "internet-namen" einfach ausgepowert war. erwähne sie nicht mehr, diese zwei namen, die mir gehören. mit denen ich im internet "erwachsen" wurde.
hinter dieser sammlung von meinen 3 namen ist eine geschichte.
ich sammle heute nur noch ungern. weil alles, was "besitz" werden könnte, kann auch "balast", "belastung" sein - oder werden.

für mich möchte ich möglichst schmucklos bleiben. egal, wie gerne ich doch ringe, ketten und edelsteine tragen würde.
frag mal jemanden, der ein tätowierung auf der haut machen lies, hinten, am rücken oder sonst wo, wo er sie selber nie sieht, wie er sich damit fühlt?

ihm ist bewusst, dass sie da ist. aber nicht für ihn selber sichtbar.
und wie muss sich ein mensch fühlen, der nicht sieht, was er als "schmuck" trägt?

ich glaube, dann ist man nackt. dann ist man einfach nur von anderen "sichtbarkeiten" überzeugt. aber bestimmt nicht, von sich selber.

die sucht, etwas haben zu müssen, es nicht braucht, bestimmt des menschen sein und wollen. dabei braucht der mensch nur wasser und brot. wie ein gefangener. alles andere ist ein modeschrei, der wieder verhallt in der weite und der zeit.

wie der mensch selber.

lieber gruss

oba (ohne besondere absicht).
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Sister Moonshine
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WWW
« Antworten #3 am: 24. Mai 2008, 17:03:40 »

Hallo zusammen,

Sammeln kann eine Sucht sein, ist es wohl überwiegend auch.
Es kann aber auch ein Schutz sein, wenn alles andere nicht mehr funktioniert oder andere Süchte gefärlich für Leib und Leben werden.
Heißt nicht, dass ich sie sein lassen kann, möchte aber Süchte nicht von vorneherein verteufeln, wenn´s recht ist. Ist ein schwieriges, vielschichtiges Thema.
Manchmal trägt man auch ein Tatoo, um sich vielleicht "sicherer", "aufgehobener" zu fühlen?
So wie man liebgewordene Schmuckstücke trägt, weil sie etwas von einem wichtigen Menschen in sich tragen?
Nicht als Mode, nicht als Wertanlage, sondern einfach als eine Art "Zuwendung" für einen selber? WEIL man sich sonst nackt fühlt, angreifbar, verletzlich?
Sucht bedeutet nicht, etwas zu sammeln, was man nicht braucht...es bedeutet am Anfang in erster Linie ein Ausweichen, sich schützen, Angst haben, verletzbar sein. Und sich mit Süchten davor schützen wollen. Über "Gutes" oder "Schlechtes" daran mag ich mich nicht auslassen...

Jeder mag für sich selber entscheiden. (Mit voller Absicht  Blinzeln )

Liebe Grüße, Sister Moonshine
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    ~ Please help me to keep my mind open to the public ~
Iwi
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« Antworten #4 am: 24. Mai 2008, 23:03:22 »

Hi Ihr Zwei:-)))

Schmücken, Zeit mit etwas Wertvollem verbringen und es be-halten wollen, ist wirklich auch schön. Und Materielles zeigt vielleicht auch diese Sammlung von Zeit und Erinnerung. Fühlt sich das dann irgendwann abgegriffen und schal an, bleibt zu hoffen, daß es wieder-verwertbar ist und nicht nur Müll. Eventuell hat ein anderer Mensch Freude dran. Ich wundere mich so oft über Besitz und Beherrschen, mehr als über Besitz und Neid. Beherrschen, beeindrucken wollen, ohne Freude daran, wirkt absurd, und trotzdem machen s viele Menschen. Rätsel über Rätsel.  Unentschlossen

Ohne besondere Absicht, aha  Grinsend Deutet an, du willst keinen Zwang ausüben? Gefällt mir und macht mich auch stutzig-> was ist der Unterschied zum Tun mit einer bestimmten Absicht? Unabsichtsvoll, ohne Hintergedanken, muß ja nicht deswegen zwangsläufig "gut" sein.

Wertungen und Handeln...

Durcheinander Lächelnd, Iwi
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Rhini
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« Antworten #5 am: 24. Mai 2008, 23:13:48 »

Hi,
Sammeln, um sich horten, wie Schätze in einer Höhle... und doch niemals genug haben können, weil es etwas kompensiert, was ich selbst nicht begreifen kann. Es bleibt sich gleich, wenn sich der Geschmack ändert, dann wandern die Sammlungen in den Keller und eine neue Leidenschaft muß her.
Alles nur, um mich mit der Freude zu umgeben, die ich im Realen nicht mehr empfinden kann. Es ist Sucht, eine Sehnsucht nach etwas, was mir gehört, was mir schmeichelt, was mich erhebt und tausend andere Gründe zu nennen... Irgendwann wird es Ballast, weil ich mich genauso zugemüllt habe mit all den Sachen, wie mein Leben, mein Sein zugemüllt ist. Ich weiß, dass ich keinen Teddy mehr im Regal brauch und auch keine Blumenvase; aber... wenn ich alles um mich herum frei mache, dann werde ich verletzlich...
Rhini
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Fridolin
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« Antworten #6 am: 25. Mai 2008, 10:31:12 »

Hi OBA
Sammeln heißt ist für mich eine Art der Abhängigkeit. Abhängig von irdischen Gütern oder Werten, die meist eine große Belastung darstellen. Im Unterbewußtsein klammert man sich an diese Werte, die man pflegen, aktualisieren und kontrollieren muß. Der Mensch braucht zu einem zufriedenen Leben nicht viel. Verständnis, Toleranz, ev. ein starker Glaube und einfach so sein, wie man ist. Diese inneren Werte liegen in der "Seinsmentalität" und sind für mich sehr wichtig. Aber Alles nicht so einfach!
Viel Kraft und Energie
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Fridolin Steinpalme
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