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oba
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« am: 13. Februar 2008, 20:05:17 » |
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hallo ihr lieben,
sucht ist etwas schlimmes. abhängigkeit von alkohol, heroin, cannabis, medikamenten, schlafmitteln, tabletten, wird gerne erst mal als sucht bezeichnet. es gibt aber noch ganz andere süchte. die sind vielleicht nicht ganz so gefährlich oder tödlich. es gibt menschen, die haben eine "sauberkeit-sucht". müssen immer reinigen, sauber machen, aufräumen. andere haben die "sammel-sucht", müssen einfach alles, egal was, horten, in den besitz bekommen. egal auch, ob es "nötig" wäre.
die palette der "unschädlichen süchte" ist genau so gross, wie diese, die man allgemein als "sucht" bezeichnet. das wort "sucht" ist sehr nahe bei der antwort "flucht". ein süchtiger ist auf der suche. auf der flucht. in der sucht findet er befriedigung. flüchtet aber dadurch vor dem "eigenen" sein. manch einer kniet sich in sein hobby, geht darin so richtig, fast auch phanatisch, auf. und dass hat nichts zu tun mit der sucht von drogen. es erfüllt aber eine ähnliche wirkung für diese. es macht frei, es macht glücklich und engt sehr oft auch den blickwinkel ein. als gäbe es nichts anderes mehr.
eine zeitlang war ich vergiftet, armbanduhren sammeln zu müssen. obwohl ich nur eine, im extremfall, zwei, tragen könnte. ich habe mich entschieden, nur noch drei uhren zu haben. eine silberne, meine erste uhr, die ich als zwölf jähriger bekommen habe. woher, weis ich nicht. aber sie ist mein liebstes teil. dann habe ich ein goldenes gegenstück, sie ist "auch", wie die silberne, eine "vollautomatische uhr". also eine, die mechanisch und nicht mit batterie läuft. gold und silber sind beide nicht. sie haben aber den wert einer "echten" uhr. sie gehen, wenn man sie trägt. eine dritte hab ich noch. eben eine, die mit einer batterie läuft. ein geschenk von einem lieben menschen. die kann ich nicht weiter geben. weil ich eine erinnerung habe daran. jede andere, die ich "süchtig" gesammelt habe, habe ich verschenkt. weil ich, trotz dieser krankhaften sucht, gemerkt habe, wie sinnlos ein zwang ist. der zwang, man müsste für seine sucht alles einsetzen. man müsste einfach aufbauen, krankhaft immer dieser verpflichtung des eigenen "nicht mehr los lassen können" nachkommen.
diesen süchten erliege ich nicht mehr. auch nicht anderen süchten und sehnsüchten. ich will mir verbieten, und tue das, keine frau, keinen mann mehr zu lieben. nur den respekt eines ehrlichen menschen werde ich achten. sammle nicht mal mehr "souvenirs", die ich mit liebe mal von einer reise nach hause genommen habe.
heute habe ich gelesen, das da 13milliarden lichtjahre entfernt ein sternensystem "gesichtet" wurde. mir blieb einfach die luft weg. wau, so weit weg. unfassbar.
ich bin auf dem rechten weg. ich muss das nicht fassen, erfassen, verstehen. muss es auch nicht besitzen. und auch eine sucht muss ich nicht besitzen. erst recht nicht, mich dieser sucht hingeben, erst recht nicht, mich einer sucht hingeben und dann als sklave dieser sucht, in ein loch fallen.
ich habe zwar nur mein kleines lebenfünklein. mir ist es scheissegal, ob es da 13millionen lichtjahre entfernt sterne leuchten. und mir ist es noch tausend mal egal, ob ich einmal in den himmel komme. erst recht egal, ob ich in die hölle komme. nur eines ist mir nicht egal, wer eines tages meine uhr bekommt.
denn diese, meine erste, soll eines tages einem menschen gehören, der es zu schätzen weiss, was eine sekunde bedeutet.
euer oba
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