Home | Forum
Freitag, 25. Mai 2012
Sorry das die Seite nicht erreichbar war. Es gab angeblich ein paar "Urheberrechtsprobleme". News wird es in Zukunft keine mehr geben, das Forum besteht weiterhin.
Angstnetz Forum
25. Mai 2012, 18:46:24 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

Einloggen mit Benutzername und Passwort
News:
 
   Übersicht   Hilfe Einloggen Registrieren  
Seiten: [1]   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Ein Bericht  (Gelesen 794 mal)
Wonderboy
Stammposter
****
Beiträge: 189


We against Depression


« am: 25. März 2008, 18:35:16 »

Hallo,

ich hab grad Laune mal meinen Verlauf in den letzten 10 Jahren zu schildern. Vielleicht macht noch jemand sowas? Ich kann oft was draus lernen, wenn ich mein Leben langfristig betrachte, von weiter weg sozusagen.

1996

Tinnitus, massive Schlafstörungen, Depressionen und Panik, Burnout, starke psychosomatische Symptome (also die bekannten: Atemnot, "Herzinfarkt und Kreislaufzusammenbrüche", Brustschmerzen)

1997

psychosmatische Klinik, 7 Monate, in dieser Zeit zunächst suizial, schwer depressiv, feste Überzeugung gescheitert zu sein - tot - alles verloren zu haben, in der klinik aber auch Wachstum und gan neue Erfahrungen von Menschlichkeit möglich, auch ne Freunin hab ich da kurz, Sex scheitert an meinen Ängsten - wie bisher immer...

nach 7 Monaten zurück ins Leben

1998

nach der Klinik, wieder im Leben, alles noch schlimmer, Überlebenskampf, Kopf knapp über Wasser, immer down, immer fix und fertig, Überleben put, aber ich schaffe die Arbeit, trenne mich von allen Freunden, totale Einsamkeit, gebe Kontaktanzeigen auf bg. Freundin

beginne ambulatne therapie und Selbsthilfegruppe

1999

Arbeitsplatzwechsel, die werden jetzt immer mehr, ich geh selber, alles zu viel,  Kontakte zu Frauen, aber nichts bleibendes, die meissten die ich treffe sind auch krank, Kontakte zu Freunden bauen sich neu auf,

2000

während Arbeitslosigkeit wieder Klinikaufenthalt, nur 6 Wochen, von mir gewollt, weil ich die Einsamkeit dahei micht mehr aushalte und Dauerdepremiert bin, ambulante therapie läuft weiter,
Aufenthalt bringt mich weiter, schürt neue Kräfte und neuen willen.

2001

ich entwickle mich persönlich immer weiter, aber ich komme im Leben nicht voran. Bleibe ein Wrack und einsam. Aber ich probiere sozial viel neues aus, habe mehr Kontakte, auch mit Frauen, nichts bleibendes aber. ambulante therapie endet.

2002

Durchbruch, habe 6-monatige Beziehung mit einer Frau, zum ersten mal in meinem Leben richtiger Sex, mit 36. Aber dese Frau ist auch krank, alles ist kompliziert. es geht nicht. Sie bleibt meine sexuelle Befreiung,

2003

wieder Klinik, diesmal muss ich... krieg keine Luft mehr, Angst, Aufenthalt bringt viel, Symptome aber bleiben!

Nehme zum ersten mal Medikamente, es hilft, gott sei Dank. Konnte halbes Jahr nicht mehr richtig schnaufen, Wahnsinn....

gehe wieder ne Zeit in die Selbsthilfegruppe

Der Himmel schickt einen Engel, treffe meine jetzige Freundin! Das beste, was mir je passiert ist.

2004

Ziehe zu meiner Freudnin, finde neue Arbeit, leider scheitere ich immer wieder beruflich - meisst unverschuldet, aber auch weil ich eben krank bin. Immer wieder schwierige Phasen mit Depression, Medikament  (AD) wird Dauerzustand, wollte ich nicht, aber ist auch ok.

2005-2008

werde immer stärker und stabiler, obwohl beruflich nichts klappt, bleibe aber am Ball, gebe nicht auf, Beziehung hält - trotz Belastungen.

Was hab ich erreicht?

Bin nicht mehr einsam, das war ich jahrzentelang.
Habe kaum noch "Symptome"
kann viel machen und erleben was lange unmöglich war

was hab ich nicht erreicht?

ne gute Arbeit
viezahl guter sozialer Kontakte, bin immer noch einzelgänger
Lebensfreude - leider will ich immer noch tot sein...
meine Persönlichkeit ist und bleibt gestört,
nichts kann mir entgangenes Leben zurückbringen, Kindheit, Jugend, die jungen Erwachsenenjahre - alles verloren


das wars mal....

wonderboy
Gespeichert

Don´t give up
Wonderboy
Stammposter
****
Beiträge: 189


We against Depression


« Antworten #1 am: 25. März 2008, 18:37:19 »

Das ganze erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, soll also auch kein medizinischer Bericht sein, sondern nur eine spontane Erinnerung darstellen.

Ich finds einfach interessant, sogar für mich selbst...


Wonderboy
Gespeichert

Don´t give up
anything
Gast
« Antworten #2 am: 25. März 2008, 19:17:36 »

Es klingt hart.. Du hast sehr viel mitgemacht und wenn ich daran denke dass ich sowas alles noch vor mir habe.. Viele viele Jahre der Qualen und Leiden und Rückschlägen..
Da würde ich voher am liebsten schon aufgeben wenn ich ehrlich bin.

Seit ein paar Tagen habe ich diese schlimme Herzangst, Herzrasen etc und ich werde jetzt schon wahnsinnig.

Du bist sehr stark Du hast sehr viel geschafft. Ich beneide Dich. Sei aber stolz auf Dich und das was Du geschafft hast.
Gespeichert
Rhini
Stammposter
****
Beiträge: 833


« Antworten #3 am: 26. März 2008, 09:50:51 »

Hi,
Bei mir begann alles in frühester Kindheit und da vieles nicht erkannt wurde, konnte nicht rechtzeitig eingegriffen werden. Es wäre ein Roman, wenn ich alle "Niederlagen" aufzählen würde. Allerdings hatte ich auch viele schöne Zeiten, in denen ich beschwerdefrei durchs Leben glitt.
Wichtig wäre gewesen, damals, als ich begann, etwas zu ändern, so mit 24 Jahren, am Ball zu bleiben. Doch ich schämte mich meiner Unzulänglichkeit, hatte auch wenig Unterstützung und so weiter...
Ich rappelte mich immer wieder selbst auf..., funktionierte immer mehr als das ich lebte.

Da hat sich im Laufe der Jahrzehnte etwas in mir festgefressen, was kaum noch zu "reparieren" geht. Aber ich kann lernen, damit umzugehen und letztlich doch noch etwas zufriedener und eventuell auch Beschwerdefreier zu leben. Grundlage dessen ist, dass ich mich so annehme, mich so akzeptiere und auch so darstelle. Den Hang nach Selbstverletzung hatte ich schon in meiner Kindheit, möcglich, dass ich damals Aufmerksamkeit erlangen wollte. Suizidiale Ansätze begannen in der Pubertät, die als junge Frau ihren Höhepunkt fanden, als ich es ernsthaft versuchte... und zum Glück nicht geschafft habe. Wenn es mir, vor allem Körperlich besonders schlecht geht (ist zur Zeit leider wirklich zu oft) dann kommen die Gedanken massiv zurück, will ich das alles nicht mehr. Aber ich habe auch einen unbändigen Lebenswillen, bin nicht bereit, alles so hinzu nehmen...

Anything, in deiner derzeitigen Stimmung macht dir alles Angst, doch bedenke, dass wir alle verschieden sind und es durchaus sein kann, dass du in einem halben Jahr alles wieder im Griff hast. Es wird nicht "Pling" machen und alles ist wieder gut, aber mit der Zeit wirst du vielleicht erste Veränderungen merken. Wichtig ist, dass man immer am Ball bleibt (Habe ich wohl schon geschrieben), auch wenn man die Kriese überstanden hat. Jeder kennt die Anzeichen bei sich am besten und dann einen Arzt oder Therapeuten zu haben, der sofort gesprächsbereit ist, ist dann Gold wert. Bedeutet vielleicht, dass man nicht immer erneut Therapien machen muß.
Mein Thera hat mir erzählt, dass er Leute kennt, die regelmäßig zu einem kurzen Gespräch zu ihren Therapeuten gehen, so einmal im Monat oder einmal im Quartal, obwohl sie inzwischen im Allgemeinen mit ihrem Leben gut klar kommen...

Ich bin für mich selbst nicht sehr zuversichtlich und habe auch wenig Hoffnung auf Veränderung, doch ich weiß, dass es von meiner Depri kommt und mein Verstand sagt mir, dass ich es schaffen kann, aus dem Loch zu steigen und mir selbst ein großes Hallo entgegen zu rufen...
In diesem Sinne
Rhini
Gespeichert
Iwi
Stammposter
****
Beiträge: 280



« Antworten #4 am: 27. März 2008, 20:36:29 »

Nur eine Anekdote von mir:
Ich habe in 1991 alle in meinem Haushalt vorhandenen Armbanduhren umgebunden und sie abwechselnd betrachtet. Nach einem Selbstmordversuch in 1982 und einer langen melancholischen Phase von 1986 bis 89, hatte ich da einen Zusammenbruch, der mich nur noch daran denken ließ, wieviel Zeit ich in mir noch verbringen muß. Gruselig. Ich habe damit keine langen Stunden zugebracht, aber viel Verzweiflung assoziiere mit Armbanduhren, seitdem.
Grüße Iwi
Gespeichert
Seiten: [1]   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.14 | SMF © 2006, Simple Machines LLC Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS