|
oba
|
 |
« am: 30. März 2008, 16:31:19 » |
|
hallo ihr lieben
bericht eines menschen, der sich dem internet unterworfen hat, (damals-vielleicht noch heute).
es fing ganz harmlos an. dieses "neue" ding war mir fremd. von input und output verstand ich eher nur etwas von der stereo-anlage. knackte es, brummte es, war wohl ein stecker falsch gesteckt. dann eben, ein pc. bildschirm. flipper-flapper, mit dem pfeilchen mal etwas anklicken, oben rechts, unten links. oh, da passiert was. egal, was man da so klickt, es passiert etwas. mal sichtbar, mal nicht. das kistlein rattert, das proppelerlein surrt drauf los. gespannt klicke ich mal drauf los. "wollen sie das wirklich?" steht da. aber, wiso diese frage? ich teste doch nur mal so. ja, nein. mh? ich versteh die frage gerade nicht. will doch nichts. nur mal gucken. ok, drücke mal nein, immer gut, mal nein zu sagen.
uff, ist nichts passiert. bin wieder da, wo gerade noch vorher. erst mal gut so.
dann, eine seite im internet: "wollen sie kontakt mit anderen menschen?", klar doch. "melden sie sich an, namen eingeben, los gehts".
lustig, lese sätze wie: "hallo, hast nun fertig geduscht?". "hey, blödmann, verpiss dich". "freu, freu, bist grad aufgestanden. warte schon lange auf dich".
ich schreib mal hallo, bin (nenne vor-und nachnamen, sag, wo ich wohne und dass ich einen pc habe). oh, die sätze rollen nur so drauf los. "bist du doof? sag nie deinen namen. bist wohl echt krank". "hallo, nett dich xy nun gleich speichern zu können. bist du auch so geil, wie ich?" "hallo den neuen". "xy, darf ich kurz klicken?"
ich versteh nur bahnhof.
so fing es an. mit der zeit merkte ich dann schon, was ein "nick" ist, was es bedeutet, "öffentlich" zu sein.
im posteingang füllte sich ein angebot nach dem anderen. schön brav habe ich geantwortet. so richtig "nette" leute waren nicht so nett. vom wixer bis zum a-loch bekam ich die quittung, für meine dummheit, zu schreiben, wer ich bin und wo ich wohne.
von der zeit des verstehens bis zum zeitpunkt des begreiffens, konnte mich so ziemlich jeder "zumüllen, zulabern,zusammenstauchen". so hab ich mir das nicht gedacht. erzählte aber drauf los, was mich grade beschäftigt. futter in die mühlen dieser "giftzwerge", die sich einen spass daraus machten, meine "unwissenheit" so richtig auszuschlachten bis auf die knochen.
da gabs noch zwei, drei, die haben mich "aufgeklärt". meine fehler nicht mehr zu machen.
so lernte ich, nach dem ich 3 pc`s zu "schrott" geklickt hatte, wie das "ding" geht. dann wurde ich zum "mädchen". und als "frau" hätte ich zig-tausendmal heiraten können. die männer haben mich geliebt, die weiblichen "akteure" spuckten gift und galle. das war die erste lüge. ich wurde vom mann zur frau.
mit der zeit habe ich mir den spass erlaubt, einfach "keiner" zu sein. konnte vom piloten zum berufstaucher werden, von der krankenschwester zu einer lehrerin mit mini-rock.
nur, ich wurde immer "einsamer". obwohl ich plötzlich im kleid der lüge so viele menschen um mich herum hatte. dass "dieses" spiel nicht gut gehen konnte, merkte ich dann, als ich plötzlich doch lieber in meiner haut sein wollte. so habe ich gebeichtet, was für ein "lügner" ich bin. aber dann fing der "stress" erst richtig an. nun wurde mir der kopf gewaschen. bekam sogar morddrohungen. man sollte mich einfach erschiessen, erdolchen, zusammen schlagen, mich einfach für immer in die hölle schicken.
dabei, ich hab mich doch nur angepasst. war doch einfach dabei in diesem spiel.
einmalmehr, musste ich mir überlegen, ob ich nun ehrlich sein will, oder doch einfach ein "internet-spinner".
ich habe mich entschieden, trotz nick, mich selber zu sein. habe viel zu sagen. wenn, dann sag ichs aus meiner eigenen erfahrung, aus meiner sicht. mir ist es heute egal, wenn sich "andere" anlügen, sich bestehlen, sich sogar töten. an mich lasse ich nur noch sehr wenige heran. menschen im internet müssen sich bei mir erst verdienen, dass sie nicht lügen, nicht um mitleid feilschen, nicht mich als ihren "kerrichtkübel" benutzen, erst recht nicht glauben, ich sei das "ungetrübteste wässerchen" auf dieser welt.
von der liebe bis zum hass habe ich alles mitgemacht. getötet habe ich nur einmal. mit dem luftgewehr habe ich als 12jähriger junge einen vogel von einer telephonleitung geschossen. und dieses jämmerliche bild dieses vogels vergesse ich nie mehr. der fiel in einen bach. auf dem rücken schwamm der tote vogel mit seinen beinchen nach oben, dem bacheslauf entlang. und ich, ja, ich habe es zu verantworten.
nun habe ich auch noch eine andere verantwortung übernommen. nämlich, jedem menschen klar zu machen, dass es im leben nicht darum geht, "gut" dazustehen, sondern dass es darum geht, aufrecht, aufrichtig dazustehen. und ganz besonders für den nächsten, geschenkten tag.
es gibt für mich nur noch den tag selber, die nacht selber. alles zu seiner zeit.
etwas wird es für mich nie mehr geben, mich in etwas anderes zu "verwandeln", als dass, was ich bin. ich, ja, ich bin mich selber. ohne maske, ohne waffe, ohne schutz.
wehe, es würde sich einer erlauben, meine ungeschützte seite zum angriff auszunützen. er würde ein extrem-blaues wunder erleben.
seit lieb gegrüsst, oba
|