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Autor Thema: von der ecke zum freiraum  (Gelesen 1215 mal)
oba
Stammposter
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Beiträge: 359


« am: 12. April 2008, 13:19:11 »

hallo ihr lieben

wie ihr mich kennt, dürft ihr euch "fast" immer auf einen beitrag freuen, der versteckte impulse in sich birgt.
als ich heute mit dem staubsauger so durch die zimmer gezogen bin, kam ich zum "wohnzimmer".
das ist das zimmer, wo man wohnt. obwohl ich in jedem zimmer wohne, wohne ich mehr im schlafzimmer. komisch eigendlich, dass das wohnzimmer im grunde einfach mehr ein "gästeraum", ein allgemeiner, unpersönlicher "leerraum" ist. gerade doch dort, wo man ihn doch "wohnzimmer" nennt.
da verbringt man doch tatsächlich viel mehr stunden im schlafzimmer, in der küche oder auf der "feuchtzelle" - das bad. oder soll ich gleich "scheisszimmer" schreiben?
wobei, das wc finde ich etwas vom schönsten. dort kommen mir die besten ideen. das liegt daran, dass ich dort nicht einfach unerledigter dinge, etwas neues in angriff nehmen kann. weil ich dort erst mal so richtig gezwungen bin, still zu sitzen. bis "es" erledigt" ist.
da wollte ich kurz mal eine werbepause nutzen im tv, und dann hat mich das "scheisszimmer" gezwungen, mir für mich zeit nehmen zu "müssen". und, obwohl die werbepausen oft foltermässig lang sind im tv, habe ich schon oft die "fortsetzung" des films verpasst.
heute ärgert mich das nicht mehr. es geht mir am arsche vorbei, smile.
den heute ist es mir wichtig, mir zeit für meinen "arsch" nehmen zu dürfen und zu können.
so komme ich vom "stillen örtchen" zu einem freiraum. und das "husch-husch und schnell fertig" bringt weder quantität noch qualität.

so gesehen, gilt diese erfahrung für mich für alles, was ich bin und tue.
auch hier im forum. einerseits lese ich. andererseits schreibe ich. meine beiträge sind immer etwas länger. weil ich eben zeit einsetze. für das lesen genau so, wie für das schreiben.

und eben, zurückkommend aufs staubsaugen und das wohnzimmer.

heute wollte ich mal die sitzecke verschieben, damit ich so richtig "drunter" komme, mit dem rüsseltier, wie ich den staubsauger liebevoll nenne.
herje, darunter hat sich ganz schön was angesammelt an staub und kugelschreiber, kügelchen und weiss der gugger.

nun stand die "polstergruppe" also so richtig "quer" im raum.  und nun soll es so sein. habe sie noch ein bisschen "zentriert". aber sie ist perfekt "schräge" im raum. so toll habe ich dieses wohnzimmer noch nie gesehen. nun werde ich mir bestimmt mehr zeit nehmen, zu wohnen.

denn nun habe ich das gefühl, ein "wohnzimmer" zu haben. aus einer eingeschränkten ecke ist ein freiraum entstanden. ein befreiender freiraum. aus vier ecken sind mitten im raum freiräume geworden.

freiräume, die weiter gehen als nur zur nächsten mauer. immer und überall dachte ich, es müsste alles geordnet, perfekt sortiert sein. blau gehört zu blau. grün zu grün. gerade zu gerade, und rund zu rund.

glaub doch der henker, man wird kleinkarriert, verletzlich und unflexibel, wenn man diese muster züchtet, wie sich selber.
und so muss man doch am ende scheitern, in eine depressive falle hinein fallen.

noch was, ich finde ein kompliment, wenn mich einer "a-loch" nennt. denn ich alleine weiss die qualität eines anus zu schätzen, der funktioniert und weder juckt noch brennt.

liebe grüsse

oba

Gespeichert
Rhini
Stammposter
****
Beiträge: 833


« Antworten #1 am: 12. April 2008, 18:42:58 »

Hi, Oba
Bin ja selbst gerade dabei, unsere Wohnung auf den Kopf zu stellen, umzuordnen, was die qm hergeben. So nach und nach stellen sich in jedem Zimmer Oasen ein, zum entspannten Arbeiten, bis hin zu der quer stehenden runden Sitzgelegenheit. Die Wohnung soll mein Zuhause, mein Schutz und mein Freiraum sein, alles so gestaltet, dass ich Luft bekomme, atmen und leben kann. Das Bild, welches sich vor mir entwickelt, gefällt mir und gerade jetzt, wo ich wie ein Tieger im Käfig bin, brauche ich in allen Räumen meine Freiräume!
Allgemein gesehen sind Freiräume eigentlich überlebenswichtig, ob auf Arbeit die Möglichkeit an Gestaltung mitzuwirken oder dem Partner gegenüber. Und, lieber Oba, wir sollten schon versuchen, ob in der Wohnung wie im Leben unsere Möglichkeiten alle auszuschöpfen, dass wir keinen der möglichen Freiräume unnütz verschenken.
Hinsichtlich deiner Nasszelleneinstellung kann ich dich nur beglückwünschen. Akzeptanz aller des Körpers eigenen natürlichen Vorgänge und beachtung dererseits (hab ja mal wieder ein seltsames Wort entdeckt) können das Verständnis zu sich selbst nur fördern. Bin da noch ein wenig verklemmt in der Öffentlichkeit, aber ich mag meins auch so, wie es ist!!!
Liebe Grüße
Rhini
Gespeichert
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