Home | Forum
Freitag, 25. Mai 2012
Sorry das die Seite nicht erreichbar war. Es gab angeblich ein paar "Urheberrechtsprobleme". News wird es in Zukunft keine mehr geben, das Forum besteht weiterhin.
Angstnetz Forum
25. Mai 2012, 19:28:32 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

Einloggen mit Benutzername und Passwort
News:
 
   Übersicht   Hilfe Einloggen Registrieren  
Seiten: [1]   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: "Wandelnde Apotheke"  (Gelesen 1141 mal)
Rittnerbahn
Beginner
*
Beiträge: 3


« am: 18. Mai 2008, 17:36:37 »

Hallo!
Bin seit heute neu in diesem Forum. Bin seit 26 Jahren in psychiatr. bzw.psychotherap. Behandlg.
mit äußerst mäßigem "Erfolg"; trotzdem berufstätig. Schlucke 13 Tabl. am Tag; daher "wandld.
Apoth." Nebenwirkungen der Tabl.: Gewichtszunahme um 30 kg, seit 2001 Diabetiker.
Wandle stets am Rande eines Selbstmordversuches dahin; letzter 1987.
Psychosomatische Erscheinungen treten immer häufiger u. intensiver/schmerzhafter auf. Konkret:
Kaum auszuhaltende Kopfschmerzen; "rebellierender" Magen - Magenschmerzen; Rückenschmerzen;
richtiggehende Nerven- bzw. Panik-"Attacken" in Armen,Beinen (daheim,Büro,Bus). Tabletten bzw.
die "Chemie" kann nicht die Lösung sein.
Wem geht/ging es ähnlich? Kann mir wer Tipps geben!
Danke, Klaus
Gespeichert
DerSani
Schreibe oft hier
***
Beiträge: 91


« Antworten #1 am: 18. Mai 2008, 18:14:19 »

Bei solang er Zeit, erst in eine Entzugsklinik und danach in eine sehr gute psychosomatische Klinik...
Gespeichert
Sister Moonshine
Stammposter
****
Beiträge: 556



WWW
« Antworten #2 am: 18. Mai 2008, 18:32:19 »

Hallo Klaus,

willkommen hier in diesem Forum.   Smiley

Es klingt schlimm und unendlich, was Du durchmachst/durchgemacht hast.
Bist Du/warst Du in psychotherapeutischer Behandlung? Was hast Du bisher ausprobiert?
Gibt es Dinge in Deinem Leben, an denen Du Deine Beschwerden festmachen kannst, sie in Bezug setzen kannst? Wer ist da für Dich, wenn Du stets "am Rande" wandelst?

Erzähle von Dir, wir hier sind gerne da, möchten versuchen, für Dich da zu sein, Dich zu stützen.

Ich wünsche Dir Kraft und Geduld, bitte lass mehr von Dir hören!
(Entschuldige meine Frageflut  Zwinkernd )

Liebe Grüße, Sister Moonshine
Gespeichert

    ~ Please help me to keep my mind open to the public ~
Rittnerbahn
Beginner
*
Beiträge: 3


« Antworten #3 am: 22. Mai 2008, 12:22:08 »

Hallo Sister Moonshine!
Danke für Deine liebe Antwort.Deine Fragen beantworte ich sogar sehr gerne. Ich habe im Laufe der letzten 30 J. ca. 7 Psychotherap. "verbraucht".Wirkung gleich null; alle mögl.Formen von Therapien - mit Ausnahme von kurzztg. pos. Wirk. der Freudschen "Couchmeth." - Wirkung gleich null. Bin zieml.Choleriker; daher drehe ich ziemlich oft durch (Tabl. nützen nichts). Bin beim Psychiater Nr. 7 seit 12 Jahren mit Diagn. "Manisch-depressiv"; Betonung  auf depressiv. Arzt sehr gut; Tabl. weniger. Im Büro gelte ich als "Spinner"; daher werde /fühle mich "gemobbt".Tolles Gefühl, so zur Arbeit zu gehen.
Wer hilft mir,wenn ich am "am Rande" wandle: Freundin,sonst wäre ich jetzt nicht im Internet. Die
letzten 28 Jahre hatte ich überhaupt niemanden. Lebe alleine - nicht mit Freundin zusammen - und halte ich es daheim nicht aus; schlief/schlafe daher bei sog. "Freunden", die einem - wie ich jetzt draufkam - im Schlaf  bestehlen. Ich habe soviel gemacht, daß mir - eigentlich schon lange - die Kraft ausgegangen ist. Ich bin kein Arzt, aber meiner Einschätzung nach ist das ein "Burnoutsyndrom". Ausserdem bin ich ein äußerst lärmempfindl. Mensch. Durch meine häufigen "Ausraster"ist Beziehung akut gefährdet!!!
Soviel "in Kürze".
Liebe Grüße  Klaus
Gespeichert
Rhini
Stammposter
****
Beiträge: 833


« Antworten #4 am: 22. Mai 2008, 13:15:14 »

Hi, Klaus,
Einen langen "Leidensweg", den du hinter dir hast. Depressionen haben eine Ursache und die Frage ist, ob diese schon erkannt ist. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, nicht zuletzt eine Persönlichkeitsstörung, die man, so vorhanden, zumindestens als Grundlage nehmen muß. Genauso ein traumatisches Erlebnis!
Man kann noch so oft sagen, die Welt ist bunt und schön, wenn es in der Tiefe nicht erkannt und begriffen werden kann, weil dort Blocker sitzen, die dies nicht zulassen.
Medis sollten als Hilfsmittel genutzt werden und dienen in unserem Fall nicht zur Heilung. Man kann damit lediglich das derzeitige Gefühl beeinflussen und, meiner Meinung nach, wenn sich das Gefühl ändert, helfen die Mittel oft nicht mehr.
Ich möchte niemanden zu nahe treten, aber wir sind "Spinner", weil wir uns in diesem System nicht angemessen bewegen können. Meine Kollegen haben meine Schwachpunkte auch ausgenutzt, mich insofern gemobbt, solange ich es ertragen konnte. Irgendwann ging es nicht mehr und ich bin zusammen gebrochen. Das war kein eigentliches "Burnout", sondern die Folge jahrelangens Verstellen meiner Person. Ich wollte ja "funktionieren", anerkannt werden...
Ich konnte meine Fassade nicht mehr aufrecht erhalten.
Durch die eigene Hilflosigkeit wird man leicht zum Opfer, wird eben unter Umständen beschissen oder unterdrückt. Letztlich möchte man vielleicht nur noch fliehen, sich dem Ganzen entziehen. Aber vielleicht hast du auch schon mal etwas von "Angstbeißen" gehört? Das würde die Ausraster erklären. Manche Choleriker ertragen sich selbst oder die jewailige Situation nicht mehr und rasten aus in ihrer Hilflosigkeit (Es gibt auch solche, die es einfach nur in Ordnung finden, wenn sie um sich schlagen können). Der Partner an der Seite muß sehr stark und beherrscht sein, um soetwas auf Dauer zu ertragen. Vor allem muß er wissen (!), dass nicht er das Angriffsziel ist! Da helfen nur Gespräche, die die Situation aufklären können. Leider sind wir nun mal auch "anstrengend" für den Partner und es sind nur wenige in der Lage, so viel zu verkraften. Sie haben sich ihr Leben mit uns anders vorgestellt, oder?
So sollten wir nicht nur Verständnis fordern, sondern auch selbst aufbringen!
Nun gut, lärmempfindlich zu sein ist ein Sympthom der Krankheit oder Störung; zugleich aber auch ein Hinweis darauf, dass die Grenzen erreicht sind. Nervosität, Müdigkeit, Schlaflosigkeit... das sind alles Zeichen, etwas zu ändern.
Nun kann ich mir vorstellen, das du sagst, du "versuchst" es ja seit dreißig Jahren, aber es hat dir nichts gebracht. Mir geht es ähnlich, nur dass inzwischen meine Welt so klein und eng ist, das ich es keinem wünsche. Inzwischen schaue ich darauf, was ich will, was ich schaffen (fast nichts) kann und wer mich umgibt (zZ sehr wenige Personen). Ich suche mir "Räume" wo ich ICH sein kann, wo man mich ICH sein lässt. Das ist schwer, aber besser, als sich immer nur zu quälen und zu fragen, warum mache ich das überhaupt.
Spiel für dich alleine oder mit Hilfe deines Psychiaters/Therapeuten die "was wäre wenn" Situationen durch. Zum Beispiel, wenn du dir einen anderen Job suchen würdest, oder woanders hinziehen würdest oder, oder, oder...
Ich denke, neue Perspektiven aufzutun, an denen man "arbeiten" kann, könnte unter Umständen hilfreich sein...
Nun habe ich mich genug ausgelassen und vielleicht ist etwas bei, was dir hilft.
Bis dann
Rhini
Gespeichert
Rittnerbahn
Beginner
*
Beiträge: 3


« Antworten #5 am: 30. Mai 2008, 18:11:30 »

Hallo Rhini! Danke für Deine ausführliche Antwort. Es sind doch einige Punkte dabei, die michmzum
"Nachdenken" veranlassen; besonders der Punkt "Ausrasten",
In meiner Problematik übersehe ich - meistens - ganz, daß meine Partnerin zeitweise total über-
fordert ist und ich sehr großes Glück habe, eine so geduldige und sehr, sehr verständnisvolle Partnerin zu haben. Auch darf ich meine - wenigen - Bekannten nicht überfordern. Das übersehe ich meistens
total. Nur wenn ich eine wirklich - wenn auch eine sehr seltene - positive Phase habe, erkenne ich dies.
Deine Antwort war in diesem Sinne sehr hilfreich für mich.
Zumindest ist es doch "gut" zu wissen, daß ich mit meiner bzw, ähnlicher Problematik nicht ganz allein dastehe.
Ich habe jetzt seit ganz kurzem einen neuen Psychotherapeuten, wo ich - trotz meiner äußerst ge-
ringen Erwartungshaltung - zumindest Ansätze für eine positivere Entwicklung sehe.
Drücke mir bitte alle Daumen, daß dies sich dies positiv entwickelt.
Liebe Grüße aus Innsbruck sendet Klaus
Gespeichert
Rhini
Stammposter
****
Beiträge: 833


« Antworten #6 am: 31. Mai 2008, 00:12:54 »

Hi, Klaus,
Nicht aufgeben und sich einen neuen Therapeuten zu suchen, ist auch immer ein Neuanfang. Das mit der Erwartenshaltung wird bei vielen "Langjährigen" zum Problem, weil oft genug nicht mehr klar ist, was wir eigentlich wollen. Wir wissen doch nur, dass sich etwas ändern soll, haben aber durch die vielen Versuche längst die Basis verlassen.
Ich bin in meiner letzten Therapie ohne Erwartenshaltung gegangen, habe vielmehr versucht, zu erkennen, wer ich bin und wie ich geworden bin. Zuletzt habe ich meinen Zustand und mein Verhalten angenommen als einen Teil meiner Persönlichkeit. Obwohl allgegenwärtig kehre ich es nicht immer heraus, das würde mein Umfeld zu sehr belasten. Ich schaue jeden Tag darauf, was ich noch Gutes geben kann oder auch für mich habe. Manchmal ist es mehr, manchmal weniger und manchmal nichts, aber ich akzeptiere das, weil selbst mein Nichts noch einigen Menschen etwas bedeutet und deshalb nicht umsonst sein kann.
Ich wünsche dir, das dein Leben keine Einbahnstraße mehr bleibt, sondern ein vielseitiges Verkehrsnetzt wird, in dem du die Richtung bestimmen kannst.
Liebe Grüße, Rhini
Gespeichert
Seiten: [1]   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.14 | SMF © 2006, Simple Machines LLC Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS