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Autor Thema: Meine Frau hat Depressionen und ich bald auch  (Gelesen 2607 mal)
Bamaki
Gast
« am: 03. September 2004, 12:36:57 »

Ich will Ihr ein Freund und Ihr Mann sein, Ihr Geliebter und ihr Beschützer, ihr Seelenverwandter und Ratgeber, und alles nur wenn sie es will.

Ich komme mit vielem nicht mehr zurecht. Mein ganzes Streben ist es meiner Frau zu helfen doch sie hat zu mir kein Vertrauen, kann sich mit mir nicht richtig austauschen und sucht deshalb im Internet ihre Bestätigung und ihren Beichtvater(?) oder was auch immer. Mich als Freund hat sie noch nie akzeptiert, mich als Mann  hintergangen, weil sie den Freund nicht sehen will. Aber was kann ich dafür? Was mache ich falsch, daß das so war und immer noch ist?
 Wir haben Vereinbarungen getroffen mit denen wir beide Leben könnten, sie werden gebrochen. Mache ich Sie darauf aufmerksam, schildere Ihr wie es mir dabei geht, kommen Ausreden, habe ich den Buhmann. Warum ich? Ich will nur nicht verletzt werden. Vor Jahren haben wir diese Vereinbarung getroffen. Damals dachte ich es hängt mit ihrer Krankheit zusammen, aber bei einem Partnergespräch wurde uns beiden klar gesagt, Recht und Unrecht, Gut und Böse und all die anderen Klischees kann auch ein Depressiver erkennen, bewerten und ist sich der Folgen seines Handelns auch für andere bewußt sein. Nur, warum tut sie mir wissentlich weh? Warum will sie mich quälen? Oder weiß sie es nicht?  Ist es doch die Krankheit? Verhalte ich mich richtig, wenn ich ihr versuche zu geben was sie  braucht? Bin ich ein schlechter Mensch, wenn ich versuche ihr das zu geben. Ist es Eigennutz, wenn ich das tue? Soll ich zu sehen und sie leiden lassen oder einfach gewähren lassen wenn ich ahnen kann wohin das führt? Maße ich mir da etwas an?  Ist nicht auch meine Sicht der Dinge wichtig? Muß ich mir das gefallen lassen? Viele Fragen und keine Antwort, so lebe ich seid Jahren, will eigentlich nicht mehr wissen was sie tut und dann wieder doch.
Ich sehe einen Zusammenhang zwischen PC und Depression, nur was ist da der Auslöser?
Das ist wie bei der Henne und dem Ei. Was war nun zuerst da?
Wenn ihre Depressionen schwerer werden, ihr schwarzes Loch sich auf tut, vergißt sie alles,
Stunden lang sitzt sie vor dem PC, chattet, mailt und was es noch da so gibt. Lächelt, lacht fühlt sich anscheinend wohl. Dann wird der PC ausgemacht und es ist bei ihr wie beim PC, dunkel. Ich bin auf den PC eifersüchtig, ich hasse ihn. Aber nützt das etwas? Leider nein.
Wer oder was ruft meine negativen Gefühle hervor? Ist es das Internet? Sind es die Foren und die Chats? Nein, und das erschreckt mich, es ist meine Frau. Ihr Verhalten, ihre verstohlenen Blicke, wenn ich auf den PC blicke, ihre Geheimnistuerei, ihre dann vorprogrammierte Unehrlichkeit mir gegenüber - ich habe kein Verständnis,  kein Einfühlungsvermögen, müsste für sie und ihr Handeln Verständnis aufbringen, es nicht nur tolerieren, sondern auch  akzeptieren. Das kann und will ich nicht. Ich nehme es so gut wie es geht nicht zur Kenntnis. Versuche mich davon abzuschotten und das gelingt mir immer besser. Am Anfang habe ich die Nerven verloren, stundenlang mit ihr versucht zu sprechen, Lösungen zu finden und mußte immer faule Kompromisse machen. Dann kam unsere Vereinbarung, die wir beide wollten, Das habe ich gedacht und mich getäuscht. Das finde ich zum kotzen(dazu fällt mir nichts passenderes ein).
Ich will meine Frau behalten und auch an unserer Beziehung arbeiten, vieles liegt da im Argen und ich bin nicht schuldlos, das ist mir klar. Viele Fehler habe ich gemacht, habe sie auch unter Druck gesetzt und dabei vielleicht an mich gedacht?
Nur habe ich mich mit den Jahren geändert, und trotzdem habe ich egal worum es geht Schuldgefühle, was mir meine Frau nicht glaubt denke ich. Sie selbst hat so viele Schuldgefühle das sie die anderer vielleicht nicht wirklich wahrnehmen kann.

Jetzt geht es mir seit einiger Zeit ähnlich. Ich habe keine Kraft mehr, bin mutlos und sitze vorm PC, Spiele und kann mich zu nichts mehr aufraffen.

So das habe ich geschafft ,

Manfred





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Annette
Stammposter
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Beiträge: 115


« Antworten #1 am: 03. September 2004, 19:50:53 »

Hallo Manfred!

Puh, da kommt mir vieles bekannt vor... Nur aus der anderen Sicht.

Ich habe/hatte Depression, Ängste, Panik, etc. ( Jan´99 fing es an)
Ich hatte das Gefühl, mein Mann konnte das nicht verstehen oder nachvollziehen, was in mir/mit mir, los war.
Ich fing eine Therapie an (Mai´99), las viel Bücher über diese Themen.
Ich surfte, und fand damals diese Seite (Feb´00).
Ich lernte durch das Forum und das Chatten viele Leute kennen, denen es ähnlich ging.
Stundenlang, Tag und Nacht, Monate, waren es auch Jahre?, chattete ich.
Und ging auch auf Chattertreffen, ohne ihn.

Heute, ich chatte nur noch selten. (Ich glaube, seit 1 1/2 Jahren ist das so.)
Dieses Forum besuche ich fast täglich, schreiben, nur noch abundzu.

Unsere Beziehung hat sich dadurch auch wieder zum Positiven verändert, wobei es nicht so ist, bevor ich psychisch krank wurde.

Einmal die Woche treffe ich mich mit Leuten, unsere Selbsthilfegruppe, mal bei einem von uns, mal auch in der Kneipe. Wir haben uns damals Herbst ´02 in der Klinik kennengelernt.

Am PC sitze ich, wenn ich nichts vorhabe, weiterhin gerne und spiele meistens.

In Therapie bin ich immer noch.

Ich denke, man sucht Leute, die nachvollziehen können, was in einem vorgeht, ohne immer alles genau, und immer wieder, erklären zu müssen.

Meine PC-Veränderung kam auch durch Besserung meiner "Erkrankung".

Nun hab ich mal wieder den Faden verloren.  ;-)

Gruß Annette

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xjrbiene
Juniormember
**
Beiträge: 19


« Antworten #2 am: 04. September 2004, 10:07:39 »

Hallo Manfred,

oh ich kenne das auch alles nur zu gut, aber halt auch aus der anderen Sicht. Ich mache mit meinem Mann genau das gleiche wie Deine Frau mit Dir.

Chatten, Flirten in manischen Phasen mache ich rund um die Uhr, kommt wieder die Depression, bleibt der PC aus. Auch ich habe einen alten, sehr guten Internet-Freund mit dem ich meine Probleme bespreche - wir haben die gleiche Wellenlänge und Probleme zu wälzen klappt mit ihm ganz einfach besser.

Wie kommt mein Mann damit zurecht ?

Ich habe gemerkt, das er vor ca. 1/2 Jahr sehr ungeduldig wurde weil ich, immer wenn er an meinen PC kam, ich die ganzen Chat-Fenster geschlossen habe. Er fing dann an Anspielungen auf meine Aktionen am PC zu machen und ich hatte / habe sooo ein schlechtes Gewissen und kann doch nicht erklären warum ich das alles tue.

Ich hab versucht es ihm so zu erklären: Ich komme durch meine Depris ja kaum aus dem Haus und wenn ich in die manische Phase reinrutsche dann kommen wohl irgendwie meine ganzen Defizite raus. Ich würde ihn nie, nie, nie betrügen, brauche aber manchmal dieses Prickeln, muß mich austauschen, will reden über alles mögliche.

Bei meinem Arzt war er bis jetzt leider erst 3 x mit. Ich hatte vorher aber schon über alles mit meinem Arzt gesprochen und hatte gebeten, das er es meinem Mann irgendwie auch noch einmal erklären möchte, das ich halt nicht anders kann und das nichts mit ihm zu tun hat. Das hat er dann auch getan.

- Er muß noch viel Geduld haben!
- Er soll nicht an mir zweifeln!
- Er darf nicht an sich zweifeln - weil mit ihm hat es nichts zu tun weil er         nichts falsch macht.
- Das geht alles vorbei und dann hat er viel mehr von mir als er jemals vorher gehabt hat - wenn ich wieder halbwegs gesund bin.

Wir machen es so, auch in meinen manischen Phasen wo die Internet-Sucht mich überkommt, das er und ich jeden 2. Tag PC-Frei haben und wir dann den Abend nur zusammen verbringen und kein Computer eingeschaltet wird.

Vielleicht hilft Dir das ?

Sabine



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Bamaki
Gast
« Antworten #3 am: 04. September 2004, 14:58:36 »

Ich danke euch das ihr mir geantwortet habt.
Auch dadurch habe ich Mut gefunden euch zu schildern wie es bei mir, in unserer Familie dazu gekommen ist. Meine Frau ist schon seid Jahren in therapeutischer Behandlung. und mir geht es jetzt auch nicht mehr so gut. So viel vorweg.

Vor Jahren fing es  an. Meine Frau chattete wie verrückt. Durch Zufall setzte ich mich an den PC und lese in einem Chat den meine Frau kurz vorher noch geführt hatte  mit. Ich traute meinen Augen nicht was da so ablief, konnte das nicht begreifen und fand es widerlich das meine Frau da aktiv mitmachte, was sie sich gefallen ließ. Alles was ins Schlafzimmer gehört, ins Ehebett aber nicht ins Internet gehört, das  war und ist meine Meinung. Ich finde diese Art erniedrigend und widerlich. Brauchte sie das? Es sah so für mich aus. Ich versuchte mehr herauszubekommen und leider war es dann so. Dabei wurde mir vieles klarer, ihre verstohlenen Blicke, wenn ich ins Zimmer kam, das ausschalten des PC.Es blieb nicht beim Chat, es führte zu Telefonaten und da stellte ich meine Frau zur Rede. War das ein Krach, Vorwürfe, ich spioniere ihr nach - stimmt, ich vertraue ihr nicht - stimmt. Dann ihre Erklärung, es mache ihr Spass, es bedeutet ihr nichts, sie wolle sich vom Alltag ablenken, sich hier den "Kick"holen,nicht nur immer Erbsensuppe essen, sie wollte es mir schmackhaft machen. Es ist doch nur das Internet. Ich hätte am liebsten den PC aus dem Fenster geworfen. Wir trafen eine Vereinbarung, wenn sie es braucht dann musste es wohl sein, aber keine weiteren privaten Kontakte, keine Telefonate, damit wollte und mußte ich leben, weil meine Frau darauf bestand und ich sie nicht an den PC verlieren wollte. Zu dieser Zeit hatte sie auch Probleme mit dem Alter, sie kleidete sich jetzt auffälliger, aufreizender, zum teil wirklich schick. Mansche Röcke waren mir zu kurz, manche Oberteile zu offen aber schick.
Das lief einige Zeit so und nachdem meine Frau eine Therapie begonnen hatte ist auch besser geworden. Nur ist es bei Depressionen doch so, sie kommen und gehen, man kann nicht viel dagegen tun. Vieles habe ich gelesen, mich mit anderen ausgetauscht aber keine wirkliche Lösung gefunden.
Ich war zu dieser Zeit schon an Einiges gewöhnt, Schmuddelbilder, wüste Mails, etc.
Aber wir hatten ja unsere Vereinbarung. Dachte ich.
Eine Kur sollte meiner Frau Bessung bringen, das hoffte die ganze Familie. Auch ich. Zu dieser Zeit hatten wir ein Saisongeschäft, ich hatte viel zu tun und verbrachte nicht viel Zeit am PC. Sie chattete in einem Internetcafe munter drauf los, wie sich herausstellte. Da richtete ich mir einen neuen Namen ein, telte mit Ihr, und sie bat mich(oder wen auch immer) sie anzurufen. Ich brach fast zusammen, alles war wieder da, schlimmer. In der ersten Wut rief ich sich wirklich an und sagte ihr wer ich bin, wen sie da eingeladen hatte. Ich war verletzend, gemein, unfähig klar zu denken und krank. Leider konnte ich mich zu diesem Zeitpunkt nicht zusammenreißen und unsere jüngste Tochter(damals 18, also so jung auch nicht mehr) wollte mich trösten, mir beistehen. Nach langen Gesprächen mit ihr, sie ist ein Familienmensch wie ich, sagte sie dann: Papa trenn dich von Mama sie sieht dich nicht. Das hat mich nachdenklich gemacht und schockiert. Als unsere Älteste (Töchter können nichts für sich behalten) sich ähnlich ausdrückte, wollte ich das eigentlich tun. Aber in mir schlagen oft zwei Herzen, eins für mich und eins für meine Frau.

Meine Frau wollte ein Partnergespräch und ich stimmte dem zu. Fuhr zu ihr und wir versuchten vernünftig miteinander zu reden. Sie hat den Eindruck gewonnen das es das erste vernünftige Gespräch war das wir geführt haben. Wieder schlossen wir den gleichen Kompromiss und bei dem Partnergespräch kam auch das zur Sprache. Sie wurde gefragt warum sie glaubt es jetzt einhalten zu können, sie sagte weil sie es jetzt wirklich will. Ich habe ihr geglaubt.
Zu einem Gespräch mit ihrer Therapeuten ist es noch nie gekommen. Ich habe darum gebeten aber meine Frau will es wohl nicht. Eine Partnertherapie hatte meine Frau nach der Kur auch angeregt, ich wollte das sofort, hatte wieder Hoffnung, nur ist das in Vergessenheit geraten oder wollen wir es nicht?
Nach der Kur ging es meiner Frau stetig besser, wir fassten wieder Vertrauen und konnten reden, wirklich reden. Sie brachte auch mir viel Verständnis entgegen. Sie war zu der zeit auch in einem Forum tätig und wurde von einem Fießling bitter enttäuscht, hintergangen (Mails wurden an andere weitergeleitet etc) der sich wirklich geschickt in das Seelenleben von Frauen einschleichen konnte. Zu dieser zeit hatten wir keine(?) Geheimnisse vor uns.
Sie zeigte mir manche Mails und andere eben nicht. Es war OK. Nur machte ich da wohl den Fehler sie auf diesen Fießling(mir fallen viele Vokabeln ein) aufmerksam und hatte leider recht. Es war fast so als wenn sie mir die Schuld gab. Ansonsten lief bei uns eigentlich alles gut. Meine Frau beteiliegt sich noch heute aktiv(zur Zeit mit wenig Interesse) an einem Forum und schreibt viel in anderen Foren.

Jetzt kommen wir zu meinem letzte Fehler(?).
In einem Forum habe ich meine jetzige Situation beschrieben, nicht unter meinem richtigen Namen(wer tut das schon) und meine Frau antwortet mir. Sch...,Gewollt, nein eigentlich nicht, genossen, ja warum nicht. Nur habe ich nicht geahnt was sich daraus entwickelt. Ich dachte mir wenn nicht als ihr Mann so kann ich vielleicht hier ihr Freund sein, einer der sie nicht enttäuscht. Ich war hier der Romantiker, den sie vielleicht im wahren leben vermißt. Nur ist es mir im wahren Leben vielleicht peinlich mich so zu äussern. Ich habe ihr Gedichte geschickt, selbst geschrieben wie als kleiner Junge(das war schon bei einem Vierzeiler sehr schwer) und mich über ihre Reaktionen gefreut. Wirklich. Und dann das böse Erwache, sie will sich mit mir verabreden und ich Idiot, ich Trottel gehe darauf ein. Male mir aus wie ich sie in einem Cafe damit überrasche das ich ihr kleiner Poet ich bin.
Jetzt kommt es wie es immer kommen muß. Kein HappyEnd, nein ein böses Erwachen.
Wir gehen Essen, etwas Alkohol war auch im Spiel da sind wir dann lockerer und können uns eigentlich gut unterhalten. Sie erzählt mir sie ist mit einer Frau  aus dem Internet verabredet, mit einer Frau? Ich frage noch mal nach, merke wie es anfängt, alles was ich bei mir kenne. Frustration, Angst, Wut, Selbstmitleid,  ich fühle mich verraten, verkauft, hintergangen, wertlos mutlos.  Und es platzt aus mir heraus, alle guten Vorsetze vergessen, ich bin es Dein Mann der dir schreibt. Sie hat es zuerst nicht verstanden, wollte es nicht verstehen.
Sie bekommt regelrecht einen Weinkrampf, fühlt sich hintergangen verarscht wie sie sagt, auch verletzt. Das  verstehe ich alles. Sie hätte sich ihm öffnen können. Warum Ihm?
Wie kommt es das nach 10/11 Mails ein Mensch sich in einen Internetmann fast verlieben kann?  Alles dabei vergißt? Anderen absichtlich wehtut? Hintergeht? Verrät?
Und der Verrat ist es das am meisten wehtut, was zerstört. Hätte sie mir die Wahrheit gesagt, ja hätte sie. Seit Jahren muß ich Wahrheiten hinnehmen, lerne damit zu leben, das kann ich.
 Muß ich noch Geduld aufbringen? Kann ich das noch nach so vielen Jahren? Ich hoffe es.
Muß ich an mir zweifeln? Ja leider,
Muß ich an meiner Frau zweifeln? Ja das tue ich, von Vertrauensbruch zu Vertrauensbruch mehr, weil ich hier auch noch niecht alles gesagt habe, aber ich glaube richtig fremdgegangen ist sie noch nicht.
Geht das wirklich mal vorbei? Kann ich das abwarten ohne mich selbst zu verlieren? Das muß ich abwarten . Ich würde das gerne  verstehen, aber ich schaff es nicht mehr. Nein im Augenblick will ich nichts verstehen. fühle mich Schuldig, besudelt einfach schlecht aber das geht vorbei.

Meine Frau wird das hier sicherlich auch lesen. Vielleicht hilft das uns weiter?
Ich warte nur noch ab, Kraft etwas zu geben habe ich im Augenblick nicht.
Danke Manfred



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sharon
Stammposter
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Beiträge: 508



« Antworten #4 am: 04. September 2004, 19:44:28 »

Das internet ist ein irreales Geschäft, fast nie mit wenigen Ausnahmen weiss man, was sich hinter einem nick verbirgt,

es ist ein Scheinmedium, eine Art Spielzeug. Eine Zeitlang hat es mich gefesselt, immer neue nicks, die die alten waren, aber der Reiz bei mir ist schnell dahingegangen, es blieb nur ein schlechter Nachgeschmack und das Gefühl von Besudelung.

Mir wenigen Ausnahmen ist es nur eine Desillusionierung, die früher oder später eintritt.
Ich habe es eineinhalb Jahre gemacht,jetzt habe ich fertig.
Kein nick, der mich hinter dem ofen hervorholt,
und diesen prozess der schleichenden Desillusionierung habe ich bei vielen mitbekommen,
früher oder später kommt das, denke ich,

kaum ein nick, der hält was er verspricht,

dazu massig negative Überraschungen,

es ist nur ein Spiel, glaube ich,

aber das leben holt einen ein,
sharon




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ich kenne das helle
ich kenne das dunkle

die sehnsucht schweigt
Bamaki
Gast
« Antworten #5 am: 25. September 2004, 17:21:23 »



Heute schreibe ich den letzten Teil dieses Dilemmas.
Ich mußte kurzzeitig verreissen. Meine Frau blieb allein und fing sofort an zu chatten. Sie wußte das ich versuchen würde zu kontrollieren und es war ihr scheinbar egal oder wollte sie erwischt werden? Ich weiß es nicht. Ich konnte bei meiner Rückkehr nur feststellen das sie schon seit Monaten mit einem Typen chattete, dann leider auch noch telefonierte, sich verabreden wollte. Er wollte einen Slip von ihr(?) usw. Wie sowas abläuft wissen sicherlich alle. Nicht gerade fein, nein ordinär!!
Dazu kommen und kamen "Gute Ratschläge" aus dem Internet, aus manchen Foren und von Mail-Freundinnen die sich anmaßen aus der Entfernung und auf Grund von ein paar Mails oder auch Telefonaten sich ein Urteil bilden zu können auch über mich sowie über Das Krankheitbildes meiner Frau.
Eines der Probleme ist das Internet an sich. Hier werden Ratschläge und Hilfestellungen von Amateuren und Laien gegeben die unverantwortlich sind. Die aus einer Laune heraus handeln und vergessen das hinter allem Geschriebenen auch Menschen stehen und Familien betroffen sein können.
Das ist hier gelungen. Meine Frau will sich jetzt scheiden lassen. Noch vor einigen Tagen war sie der Meinung das ich ihr hilfreich zur Seite stehe, das wir eine Basis gefunden hätten miteinander zu reden, das wir uns näher sind denn je.
Dann kommen ein paar Internetratschläge, ein paar Chats und alles ist vorbei. Komisch? Für mich unverständlich und unverantwortlich.

Ich möchte mich hier bei all denjenigen bedanken, die so gehandelt haben. Von wenigstens 2 weiß ich das sie das hier lesen. (das ist Ironie pur, nicht das das einer falsch versteht)
Mir bleibt leider nichts übrig. Ich muß mich dem Wunsch meiner Frau beugen. Ich hoffe nur das wir uns als Freunde trennen. Ob ich die Kraft dazu aufbringe weiß ich nicht, denn in mir ist Wut, Trauer, Enttäuschung, und auch noch viel Liebe.
Ich wollte mich nie von meiner Frau trennen, wollte alles mit ihr durchstehen und für sie da sein. Auch Dank des Internets oder gerade deshalb wird es wohl nicht dazu kommen. Die Hoffnung gebe ich nicht auf.
Ich hoffe für meine Frau, dass sie das Irreale und das oftmals Falsche an diesem Spiel hier erkennen wird

Ich danke allen die hier für mich da waren.

Manfred
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hexenia
Juniormember
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Beiträge: 17


« Antworten #6 am: 29. September 2004, 11:37:32 »

Hallo Manfred,

vielleicht ließt Du diesen Beitrag ja noch.

Ich habe als erstes einen Schock bekommen als ich Deinen Namen unter Deiner ersten Mitteilung gelesen habe. Mein Partner hat den gleichen Namen.

Jetzt aber zu Deinem Problem. Mein Partner ist denke ich so in Deinem alter vielleicht etwas jünger. Er hält wenig von Computern, noch weniger von Handys und kann nicht verstehen, warum Telefongespräche länger als 5 Minuten dauern müssen.

Allerdings ist das, was Deine Frau da treibt in meinen Augen auch selbstzerstörerisch. Ich habe auch eine zeitlang viel Zeit im Chat zugebracht und versucht im Rahmen meiner Möglichkeiten objektive Ratschläge zu geben. Aber wie Du schon sagst, man kann sich kein Bild machen, wenn man den Menschen nicht kennt und selbst in meinem Bekanntenkreis hüte ich mich inzwischen endgültige Ratschläge zu geben, sondern versuche beide Parteien zu sehen und Denkanstöße zu geben. Denn Ratschläge sind auch SCHLÄGE und außerdem anmaßend dem nicht Anwesenden gegenüber.

Ich ziehe den Hut, dass Du so lange Zeit versuchst Deiner Frau beizustehen und sie zu verstehen. Mir kamen auch die Tränen, als ich las, wie Du Deiner Frau per Internet Offerten gemacht hast. Ich habe auch verstanden, dass es Dich verletzte, das Deine Frau eine Freundin vorschob, allerdings wäre ich anstelle Deiner Frau ausgeflippt, zu erfahren, das der Mann in dessen Briefe ich mich verknallt habe mein eigener Mann ist. Ich hätte an Schicksal geglaubt und Dir den Kopf gewaschen, warum solche Dinge nur in der virtuellen Welt möglich sind und nicht in der realen Welt.

Deine Frau scheint mir auf der Suche zu sein, doch glaube mir, dass was sie sucht gibt es nicht in der Realität: Mr. Vollkommen, Prinz Eisenherz, Herr Immergutgelaunt und Sir vom Himmel gefallen...

Sie muss noch hart fallen um es zu verstehen, dass es nicht nur die Traumwelt gibt, die sie vielleicht vor Ihren bösen "Geistern" der Depressionen schützt, sondern dass es gilt in der realen Welt seinen Traum zu leben.

Ich wünsche Dir viel Glück!

Grüße

Gabi
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Bamaki
Gast
« Antworten #7 am: 30. September 2004, 13:28:57 »

Hallo Gabi

ich danke Dir für diesen Beitrag. Er kommt für mich zu spät aber er ist vielleicht für meine Frau aufrüttelnd. Fakt ist, wir trennen uns und nach vielen unnützen Gesprächen sind wir jetzt beide der Meinung das die Trennung, die meine Frau will, für uns die richtige Lösung ist.
 Wir werden versuchen Freunde zu bleiben, uns nicht mehr mit Unwahrheiten das Leben zur Hölle zu machen. Ich selbst habe zwar in meinem Innersten noch Hoffnung, mache mir aber damit mein Leben zur Hölle und werde lange brauchen meiner Nochfrau  Vertrauen entgegen zu bringen. Für mich habe ich erkannt das wir fast 26 Jahre eigentlich mit einer grossen Lüge gelebt haben. Tagtäglich haben wir uns gesagt "Wir lieben uns" , ich tue das immer noch.

Meiner Frau wünsche ich, das sie wach wird, nicht verletzt wir und vielleicht irgentwann erkennt was richtig ist, was für sie richtig ist. Da sie sicherlich intensiv und von der Last der "Schuld" befreit viel chatten wird, werden auch Verletzungen nicht zu vermeiden sein. Da muß ich gestehen werde ich wohl schadenfroh zusehen, aber von dieser Last befreit.
Ich werde dem Bus nicht mehr hinterher  rennen, in dem ich über Jahrzehnte gesessen habe. Das muß für mich vorbei sein. Vielleicht erkennt meine Frau irgentwann das unsere Ehe der richtige Bus war aus dem sie versehendlich ausgestiegen ist und versucht ihn doch noch zu erreichen. Hoffentlich ist der Bus dann nicht schon abgefahren.

Nochmals vielen Dank an alle hier und denkt alle daran hinter jeder Mail, jedem Chat und jedem Beitrag steht ein Mensch, kann eine wahre Geschichte stehen.

Manfred
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Bamaki
Gast
« Antworten #8 am: 14. Oktober 2004, 13:38:26 »

Hallo an alle hier,

ich bin traurig und deprimiert. Ich kann es nicht verstehen, nicht rational noch vom Gefühl her. Kaum ist miene Frau ausgezogen, vermisse ich Sie, will Sie wieder haben und kann doch nichts tun. Zum Arzt rennen, Pillen schlucken um den Fall ab zu bremsen. Selbst eine Therapie angehen (aber hilft das wirklich?). Ich zweifle daran.  Ich spüre nur noch Trauer und Schmerz. Bemitleide ich mich? Ja das ist das schlimmste Gefühl das ich je hatte, alles in mir will dieses Gefühl bekämpfen doch spüre ich zur Zeit keine Kraft mehr. Ich will keinen Hass aufkommen lassen.  Ich will die guten Seiten meiner Frau in Erinnerung behalten aber quäle ich mich damit nicht selbst?
Und was macht in dieser Zeit meine Frau?? Ist sie zufrieden mit dem erreichten? Wer kann das beantworten. Ist Sie im Internet, das so viel Schaden anrichten kann. Ja!!! Und das läßt mich nicht kalt. Aber es bringt ganz langsam wieder einen Menschen in mir zurück,  der ich mal war und den ich nicht wieder wollte. Den, der keinen anderen Menschen an sich läßt, der anderen den Tag versaut bevor er sich ärgert. Der Mensch war ich mal und meine Frau und meine Kinder haben diesen Menschen verdrängt, ihn anders werden lassen.


Ich liebe Sie, ich hasse Sie und ich bin am Ende angelangt.
Das schreibe ich in einem Internetcafe und meine Frau chattet in dieser Zeit, ist im für sie so wichtigen Internet.

Jetzt weiß ich nicht mehr weiter und wenn sich das wirr anhört, entschuldigt bitte  aber so sieht es jetzt bei mir aus, wirr, irr und nur noch traurig.

Danke euch allen und wenn es mal wieder bei mir bergaufgeht werde ich berichten.
Manfred
Gespeichert
Tahina  
Gast
« Antworten #9 am: 16. Oktober 2004, 11:38:22 »

Hallo Bamaki,
Dein Thread, all das, was Du bisher geschrieben hast, hat mich tief bewegt und auch traurig gemacht in Hinblick darauf, dass Du Deinen intensiven Kampf um Deine Frau, Deine Ehe, Deine Rolle in der Familie verloren zu haben scheinst. Das wirkt auf mich sehr sehr schmerzbehaftet und ich wünsche Dir insbesondere viel Kraft, Geduld und Durchhaltevermögen, um Dein Gleichgewicht wiederzufinden, Deine jetzige Situation anzunehmen und umgehen zu lernen (sofern Du das möchtest!).  

Betroffen war ich allerdings ebenfalls. Darüber, dass ich selbst dabei erwischt worden bin, eine Situation recht einseitig zu sehen (was ich übrigens auch jetzt mache, wenn ich an dieser Stelle nur Deinen Worten Glauben schenke, ohne die Sicht Deiner Frau zu kennen). Betroffen aber auch deshalb, weil Du Dich insgesamt so negativ über Internet/Foren einschließlich diesem geäußert hast, nur noch die Gefahr zu sehen scheinst, die von diesen ausgehen. Dass Ratschläge hier im weiteren Sinne nur blauäugig und eben einseitig gegeben würden.

Habe insgesamt noch nicht ganz nachvollziehen können, mit wem Du hier in diesem Forum eigentlich kommunizieren möchtest. Mit Deiner Frau? Mit Dir selbst? Mit uns, die wir hier schreiben aufgrund unserer psychosomatischen Beschwerden?

Schön wäre natürlich, wenn Du auch ein wenig mit uns kommunizieren wolltest.

Liebe Grüße, Tahina
Gespeichert
Bamaki
Gast
« Antworten #10 am: 17. Oktober 2004, 20:45:53 »

Hallo Tahina
eigentlich wollte ich hier alles, meine Frau ansprechen, ihre Ratgeber wachrüttelnund mir hier selbst Luft zu machen.

Da ich im Augenblick selbst betroffen bin und auf Grund vieler Dinge die im Laufe eines Lebens passieren eine Therapie beginnnen werde sehe ich durchaus auch das Positive im Internet.
Es erleichtert hier zu Schreiben.Von  Anderen, die ähnliche Probleme haben, zu lesen und sich über gemachte Erfahrungen aus zu tauschen finde ich wirklich sinnvoll und wichtig.

Das Negative sind aber manchmal auch Ratschläge die in Unkenntnis der Lage und der Personen zu Irritierungen führen können. Das ist es was mich bewogen hat darüber zu schreiben. Und nicht in den Foren sehe ich die Gefahr, nein im Chatten und den E-Mails die darauf folgen.

Bitte versteh es nicht falsch, es hat mir Erleichterung gebracht hier in diesem Teil des Forums als Angehöriger geschrieben zu haben, auch wenn das vielleicht für manche am Thema vorbei geht, aber das Internet ist leider nicht nur nützlich, es ist auch eine grosse Gefahr  und ich glaube es ist sinnvoll manchmal auch darüber nach zu denken

Später werde ich in einem anderen Teil dieses Forums mal über mich als Betroffenen(Depression?) berichten


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Bamaki
Gast
« Antworten #11 am: 18. Oktober 2004, 17:40:10 »

Hallo an alle die mir geantwortet und haben. Ich möchte mich nochmals bei euch bedanken.

ich will nur noch zum Abschluss etwas zitieren, das meine Frau zum 15. Hochzeitstag geschrieben hat:
Guten Morgen mein Liebling (das war ich) ich liebe Dich und finde es wunderschön, 15 Jahre mit Dir verheiratet zu sein. Ich freue mich auf die nächsten 15 Jahre.

Das ist neun Jahre her. Ich habe mich sicherlich auch verändert, bin umgänglicher, zurückhaltender und ruhiger geworden. Meine Frau hat in den letzten Jahren sehr unter ihren Depressionen gelitten und ich habe mich wirklich bemüht ihr zu helfen. Das hat sie bis vor wenigen Wochen genauso gesehen und wenn es jemand nachlesen will kann ich gerne die Seiten nennen.
Dann kam der plötzliche Umschwung im Denken wie im Handeln auch oder gerade weil im Internet manchmal Ratschläge erteilt werden ohne den Hintergrund wirklich bewerten zu können.
Da ein Teil der Betroffenen hier schreibt und liest könnten sie ja mal darauf antworten. Aber da fehlt es den "Beratern" scheinbar an Mut oder?

Sie verstecken sich manchmal auch hinter ihren Krankheiten wie auch meine Frau das manchmal getan hat.

Jetzt habe ich mir meinen Frust mal wieder von der Seele geschrieben.

Viele Grüsse an alle die es wirklich ehrlich meinen und vorsichtig mit Rat und Tat umgehen

Manfred
Gespeichert
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