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Autor Thema: Helft mir ein wenig  (Gelesen 1489 mal)
Sister Moonshine
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« am: 21. Juli 2008, 08:19:21 »

In den letzten Tagen manifestiert sich das wir-Gefühl in mir. Immer habe ich es gespürt, immer davon gewusst, habe es aber selten so nahe kommen lassen. Ich bin traurig, todmüde - lebensmüde. Eine längere therapiefreie Zeit liegt hinter mir und vor mir.
Ich weiß nicht mehr, wie ich leben kann. Wie ich all das tun soll, was Tag für Tag von mir erwartet wird.
Die Restkraft in mir wird immer weniger, ich kann mich selbst nicht mehr sehen oder spüren. Ich fühle nichts mehr. Ich habe Angst, dass all das eskaliert. Nicht mehr lange kann es dauern, und ich weiß nicht, wie ich da heraus kann. Habe lange lange alles probiert...bin jetzt völlig mutlos.
Hatte auch eine fast Disso-freie Zeit, diese überfallen mich jetzt wieder in unregelmäßigen Abständen.
Entweder ich bin voller Wut oder voller Drang zur Aufgabe.
Meine Weisheit ist erschöpft, hier, bei mir ist niemand, der um alles das weiß und noch vieles mehr. Ich gebe immer nur Teile preis und am liebsten gar nichts. Ich bin mutlos, ohnmächtig, noch nicht einmal mehr abwartend. Ich kann den Tag nicht ohne Zuspruch herumbringen. ich werde verrückt, wenn ich mit niemandem reden kann! Jede Minute dehnt sich ins Unendliche und ich bin doch so müde. Erschöpft.

Ich hab Euch lieb.
Eure verzweifelte Sister Moonshine  Weinen
« Letzte Änderung: 21. Juli 2008, 08:39:18 von Sister Moonshine » Gespeichert

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gitty
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« Antworten #1 am: 21. Juli 2008, 12:55:48 »

meine liebe sister moonshine,

dein hilfeschrei erinnert mich an meine dunklen zeiten, an die aussichtslosigkeit, die mutlosigkeit von damals, das beginnende zurückziehen von menschen, die mich lieben. immer mehr nur noch ein "in sich selber kriechen, die decke über den kopf ziehen und ruhe suchen".
ich würde dich jetzt gerne solange drücken, bis ein klein wenig hoffnung wieder in dir ist, aber ich weiß nicht, wie gut das jetzt bei dir ankommen würde.

ich kann dir aber sagen, dass für mich dann auch wieder bessere zeiten kamen, obwohl ich es damals nie hätte glauben können, aber sie sind doch gekommen, weil mir geholfen wurde (ich alleine hätte es sicher nicht geschafft).
deshalb nehme jede hilfe, jeden zuspruch an, der dich über diese therapiefreie zeit bringen kann! auch kleine dinge, kleine hände sind da wertvoll!

Ja, auch ich habe dich lieb und da gibt es im forum sicher noch mehr die so empfinden!

ich wünsche dir alles liebe!

deine gitty



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Ein bisschen Güte von Mensch zu Mensch ist besser als alle Liebe zu Menschheit (Richard Dehmel)
Leonardo
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« Antworten #2 am: 21. Juli 2008, 16:51:32 »

Hallo sister moonshine,

Dir geht ja ziemlich schlecht. Du solltest Dir unbedingt professionelle Hilfe holen, bevor sich Dein Zustand noch weiter verschlechtert. Ich kenne alle die Symptome, die Du hast habe ich auch alles hinter mir. War eine Schei... Zeit. Habe damals geglaubt es nicht zu Schaffen, wollte nur noch sterben. Aber es gibt Auswege aus diesem tiefen Tal der Tränen.

In Deinen Zeilen beschreibst Du sehr genau Dein Problem. Du gibst nur wenig von Dir Preis. Du hältst eine Fassade zu Deiner Außenwelt aufrecht, die immer mehr und mehr zu bröckeln beginnt. Dies macht Dich mehr als nervös, denn bald kann man sehen was dahinter ist. Dies möchtest Du aber nicht. Aus welchem Grund auch immer. Du kennst ihn besser als ich. Solange Du nicht bereit bist Deine intimsten Gefühle Preis zu geben, wird es Dir schlecht gehen. Versuche Dich den anderen Menschen zu öffnen und Dir wird es besser gehen. Wirst zum Anfang ein mulmiges Gefühl haben, aber es geht.

Lass es nicht soweit mit Dir kommen, wie es mir ergangen ist. Erst nach fünf Selbstmordversuchen bin ich wieder wach geworden. Heute liebe ich das Leben wieder und möchte keinen Tag missen.

Du kannst es auch schaffen. Es ist zwar ein langer Weg, es lohnt ihn zu gehen. Leben nun schon seit 20 Jahren mit meiner Krankheit.

Hoffe Dir machen diese Zeilen etwas Mut.

Gruß Leonardo

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Sister Moonshine
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« Antworten #3 am: 21. Juli 2008, 20:36:08 »

Lieber Leonardo,

ich danke Dir sehr für Deine Zeilen. Ich habe professionelle Hilfe bzw. werde sie wieder bekommen.
Es ist nur so schwer, mich preis zu geben.
Aber ich bin froh, dass Du es geschafft hast.
Es wäre schön, einmal wieder das Schöne im Leben zu sehen und vor allem zu fühlen!
Auch wenn "schön" für mich im Moment keine Bedeutung hat.

Leonardo, ich wünsche uns das Beste. Danke.

Deine
Sister Moonshine
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Leonardo
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Beiträge: 196


« Antworten #4 am: 22. Juli 2008, 10:06:15 »

Hallo sister moonshine,

was macht es so schwer für Dich Dein Innerstes Preis zu geben? Welche Gefühle sind da, die nicht raus dürfen, warum auch immer? Was schluckst Du runter und darf nicht an die Außenwelt?

Nur wenn Du Deine Gefühle offenbarst wirst Du Erfolg haben. Dir wird es dann besser gehen und Du kannst die schönen Dinge des Lebens wieder genießen.
Wichtig ist ja schon einmal, dass Du professionelle Hilfe hast. Wie aber soll der/die Dir aber helfen, wenn Du abblockst. Das wird nicht klappen und so ist der Misserfolg schon wieder vorprogrammiert. Wenn es Dir besser gehen soll, wirst Du nicht umhin kommen Dein Wahres ich zu zeigen. Dein Therapeut kann Dir sowieso nicht helfen, denn das musst Du selbst. Er kann Dir aber Wege aufzeigen und Dich zum Nachdenken bringen. Du musst aber mitarbeiten, sonst klappt es nicht. Ich weiß wie schwer dies alles für Dich ist, da ich es selbst alles durchgemacht habe. Die Öffnung nach außen und die Einsicht, dass es wichtig ist dies zu tun, ja Lebenswichtig, hat bei mir auch einige Zeit gebraucht. Heute bin ich mehr als froh es getan zu haben. Es war eine Erleichterung für mich, es zu tun.

Es gibt einen Ausweg aus der Spirale der Angst und Depression, die Dich mehr und mehr nach unten zieht, Dich lähmt. Du musst diesen Weg "nur" gehen.  Unsere übermäßige Angst ,so bin ich der festen Überzeugung, die wir in uns tragen sind nichts weiter als unterdrückte Gefühle, die nicht raus dürfen. Wir denken dass es uns schützt, wenn wir sie für uns behalten. Das Gegenteil ist aber der Fall. Sie zerstören uns, fressen uns auf. Zur Angst gesellt sich dann noch die Depression. Das Chaos ist somit perfekt. Heute frage ich mich immer wieder, warum ich mir dies alles angetan habe.

Hoffe das Dir diese Zeilen Mut machen, damit auch Du Deinen Weg findest. Er ist zwar sehr beschwerlich, dauert Jahre, aber es lohnt sich ihn zu gehen. Es ist Dein Leben. Lebe!

Gruß Leonardo

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Rhini
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« Antworten #5 am: 22. Juli 2008, 13:31:34 »

Hi, Sister Moonshine,
Mit sich selbst hinaus zu gehen, ist sehr schwer, manchmal erscheint es nahezu unmöglich, und trotzdem, wir tun es! All das, was ich nach Außen darstelle, bin ich selbst, auch wenn ich müde bin, nur auf dem Sofa liege und das Gedühl habe, das nichts mehr zu funktionieren scheint, das bin ich, bin ich heute und zu dieser Zeit.
Erwartungen von Außen sind auch immer meine Erwartungen, sie zu erfüllen. Manchmal ist es zu viel und ich frage mich, warum ich es trotzdem tue? Ich weiß es nicht, vielleicht, weil ich so "gestrickt" bin. Warum setze ich dieses wohlwollende Lächeln auf und tue mehr, als ich müsste? Vielleicht, weil es mir nicht gut geht und ich möchte, dass es meinen Lieben besser geht als mir, in der manchmal falschen Annahme, ihnen würde es genauso wie mir gehen. Ich kann meine Beweggründe nur erahnen, wissen werde ich sie wohl nie sicher, weil es kaum Reflektion darauf gibt.
Todmüde, Lebensmüde sind meine stetigen Begleiter. Die Frage, warum soll ich das alles so weiter machen? Welchen Sinn hat es? Die meisten Menschen stellen nicht so viele Fragen an ihr Dasein wie wir. Sie leben "einfach" vor sich hin, haben Zeiten der Freude und Zeiten der Trauer, weil sie meinen, dass das Leben nunmal so ist.
Vielleicht erwarte ich mehr, vor allem Antworten!
Ich habe aufgegeben, es abgeharkt, nach Ursachen zu suchen, ständig meine Gefühle zu durchforsten, versuche vielmehr mir im Heute und Jetzt über mich im Klaren zu werden. Was möchte ich, was möchte ich nicht, mit wem möchte ich sein...und wie oft?
Das Schöne, die glücklichen Momente, erkennt man oftmals nicht, wenn sie da sind, sondern wenn man sich daran erinnert. Und so denke ich weniger an das, was alles beschwerlich war oder schief gelaufen ist, als an die Momente, in denen ich unbeschwert fröhlich, bezaubert oder besinnlich war. Zugegeben, in den letzten Jahren gab es nicht viele davon, aber es gab sie.
Und nochetwas: Man sollte schon mit dem Therapeuten oder Psychiater über sein Inneres reden um neue Impulse und Gedanken zu erhalten, aber grundsätzlich ist es wichtig, sich über sich selbst im Klaren zu werden und vor allem, zu sich selbst ehrlich zu sein. Solange ich versuche, mir selbst etwas vorzumachen, was ich nicht bin, werde ich damit nicht zufrieden sein. Außerdem ist das auch sehr anstrengend und ermüdend, da unsere Seele diese Maskerade scheinbar sehr gut durchschaut und sich oftmals körperlich zu unserem Ansinnen äußert.
Nun, Sister, das sind meine Gedankengänge und vielleicht bringen sie dir neue Gedanken.
Noch etwas: Meine besten Texte schrieb ich im aufgewühltesten Gefühl. Das ist doch schön, oder?
LG
Rhini
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Iwi
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« Antworten #6 am: 25. Juli 2008, 12:18:17 »

Süße, Hallo!
Liebe Sister Moonshine!
Und ich sehe erst jetzt, dass es dir so down geht, und kann nur spät nachfragen: was meinst du mit
manifestiert sich das wir-Gefühl ?
Ich fühle mich gerade deinen Anfangssätzen gegenüber ratlos. Im April oder Mai hattest du eine ganz starke Zeit, wenn ich das mit dem Zeitpunkt gerade richtig klar habe, in der du mich oft beraten hast. Du warst auch schweigsam über deine eigene Situation und Erfahrung, hattest nur angekündigt, dass du darüber schreibst, wenn die Zeit da ist. Vielleicht ist sie jetzt gekommen  Huch
Ich pfeife dir in Gedanken ein schönes Lied: Wünsch dir eins!!
Ganz feste Umarmung von Iwi
« Letzte Änderung: 25. Juli 2008, 12:28:24 von Iwi » Gespeichert
Sister Moonshine
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« Antworten #7 am: 25. Juli 2008, 14:19:38 »

Ach liebe iwi,

das ist jetzt echt schwer für mich darauf zu antworten.   Unentschlossen
Ich war ja von Ende März bis Mitte Mai in der Klinik. Und da hat sich meine Therapeutin das erste Mal mit mir gemeinsam auf eine eventuelle Dissoziative Störung bei mir eingelassen. Das bedeutet, dass ich ab und an das Gefühl habe, noch eine andere Persönlichkeit in mir zu haben, oder zu sein oder wie immer auch... Das ist so schwer zu erklären, aber im Moment macht es mich ganz unglücklich. Vielleicht verstehst Du jetzt, was ich damit ungefähr sagen will?
Es betrifft halt eine meiner "Störungen" und ich kann im Moment ganz schlecht damit umgehen.

Danke Dir! Eine ganz feste Umarmung zurück!
Deine Sister Moonshine

P.S. Ich wünsche mir "Dreamer" von Supertramp  Rotwerd
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Iwi
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« Antworten #8 am: 31. Juli 2008, 12:00:58 »

Liebe Sister Moonshine,

gepfiffen wird jetzt Dreamer von Supertramp!!

Deine Iwi

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Sister Moonshine
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« Antworten #9 am: 31. Juli 2008, 13:53:41 »

Rotwerd Ich hab Dich lieb.  Rotwerd
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