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Autor Thema: Therapiemotivation?  (Gelesen 1420 mal)
Ssasu
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« am: 20. August 2008, 19:16:59 »

Hallo,

"Borderline" kommt wohl DDNOS am nähsten, also tu ich's mal hier her...

Drinnen steppt der Bär, es ist ein Riesen-Aufruhr weil Teile ganz dringend in Therapie wollen, andere aber davor eine Todesangst haben und wieder andere nur Schreckensideen verbreiten, was dann passiert. Wie die Therapie uassieht, das "weiß" ich vom Kopf her schon, aber die Vorstellung, dass ich dann alle Schikane, alle Arbeitsbelastung, jeden Schlag des Lebens danach klaglos über mich ergehen lassen muß hält sich eisern.

Meine Frage, hat jemand von euch Erfahrung, wie man die Inneren zur Mitarbeit überreden oder motivieren kann? Oder vielleicht auch Therapieerfahrungen und wieviel Zeit ihr euch gelassen habt (Innen glauben die meisten, wir müßten das in wenigen Wochen wieder alles auf die Reihe bekommen, das ist ZU VIEL)?
Gab oder gibt es etwas, das euch helft Innere zu beruhigen und wieder als "Ich" in den Sattel zu kommen?

Verwirrtes  Huch Ssasu
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Sister Moonshine
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« Antworten #1 am: 20. August 2008, 19:45:03 »

Liebe Ssasu,

erst einmal vorab:
Mach Dir keine Gedanken über die Therapie selber, es kommt eh ganz anders, als Du denkst!
Die Inneren sind nicht zwangsläufig unsere Feinde, sie sind Notrufe, Alarmanlagen und jemand, der zur Vorsicht aufruft. Verdamme sie nicht, versuche nicht, sie zu zügeln, denn sie machen einen Teil von Dir aus. Du musst sie nur (ja, ich weiß, "nur"...) in Relation bringen. In Relation zu Deinem körperlichen Geschehen, in Relation zu Deiner geistigen Wahrnehmung und in Relation zu Deinem seelischen Leid.
Sieh sie als Hilfsmittel, auch wenn sie im Moment hindernd wirken. Eine Therapie MUSS mit widerstreitenden Emotionen angegangen und bewältigt werden. Sonst kannst Du Dich nicht selbst reflektieren. Und. Du musst Nichts, absolut gar nichts klaglos über Dich ergehen lassen. Aber es mag sein, dass Du und die Inneren in der Lage sein werden, Wege zu finden, die Dir bisher unbekannt waren. Wenige Wochen sind nicht viel, gib mehr Zeit! Auch ich habe unter anderem die Borderline-Diagnose und DIS. Es braucht Zeit. Nimm sie Dir, gib sie Dir, und lass die Inneren mitziehen.
Lasse sie nebenher laufen, es wird einen richtigen Zeitpunkt brauchen, sie zu motivieren. Aber es wird gehen.

Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute dabei, bitte, lass wieder von Dir hören, Ssasu!

P.S. Für alle, die nicht so im Bilde sind: DDNOS = dissociative disorder not otherwise specified (Nicht näher bezeichnete dissoziative Störung  Blinzeln )

Ganz liebe Grüße, Sister Moonshine
« Letzte Änderung: 20. August 2008, 19:51:32 von Sister Moonshine » Gespeichert

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Fossy
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« Antworten #2 am: 20. August 2008, 20:02:35 »

Hallo Ssasu,

ich bin Borderlinerin und noch einige andere Diagnosen.

Als mein Leidensdruck so groß geworden war, ich mein Leben nicht mehr aushalten konnte, bin ich heulend in eine Klinik gegangen.

Aber du, warte nicht zu lange. Jeder Tag an dem du nichts für dich tust, ist ein verlorener Tag.
Außerdem sind heutzutage die Wartezeiten ellenlang, melde dich in einer speziellen Klinik an und warte ab bis du eine Antwort bekommst.
Vielleicht ist dann die Zeit für dich gekommen......

Alles Gute wünscht dir
Fossy

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Sister Moonshine
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« Antworten #3 am: 20. August 2008, 20:15:40 »

Ssasu, noch ein P.S.
Ich glaube, mit Dir fühlen zu können.
Bitte glaube mir, wenn ich an Dich denke.

Alles Liebe, Sister Moonshine
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Polarstern
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« Antworten #4 am: 20. August 2008, 21:10:57 »

Hallo Ssasu,

ich war mal mit einer Borderlinerin zusammen. Ich habe ihr damals meine Unterstützung angeboten ohne Druck auszuüben, dass ich es gut finden würde, weil ihr Leidensdruck sehr groß war eine Therapie sich zu unterziehen.  Borderline oder meine Störung, die sich seit kurzen weiß, haben in der Kindheit oder im Jugendalter sein Ursprung.  Du darfst nichts übers Knie brechen, es braucht sehr viel Zeit und die solltest du dir auch nehmen. Mehrere kleine Schritte sind meistens besser als ein Großen und evtl. ein Rückschlag zu erleiden. Auch ich habe einen langen und steinigen Weg vor mir, wie du wohl auch. Ich wünsche Dir viel Erfolg auf diesen Weg und den anderen lesern und Betroffenen auch; Mach dir nicht zu viele Gedanken. Bin mir sicher, dass du auf den richtigen Weg bist.
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Ssasu
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Beiträge: 49


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« Antworten #5 am: 20. August 2008, 21:27:57 »

Danke euch,
es tut einfach schon mal gut, nicht alleine da zu stehen, wenn's grade mal wieder schwer ist.
Ich war schon des öfteren in Therapie, einmal auch schon stationär und es war gut. Nur vor dem traumaspezifischen Arbeiten hab ich jetzt Angst (und das wo ich die Ausbildung mache, wie irre ist das?).
Eine Idee war, erst mal "kleine" Dinge anzusprechen und nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Vorsichtig antesten, was dann passiert.
Am ehesten würd ich noch was stationäres zu machen, grade weil ich mir so gar nicht vorstellen kann, meinen Alltag, womöglich noch Arbeit und dann noch die Therapie drauf zu schaffen. Mit Hängen und Würgen bekomme ich grad mal so den Alltag hin. Mein Mann ist davon aber wenig begeistert. Für ihn kommt der Zusammenbruch ähnlich überraschend und beängstigend wie für mich :-/
Danke für euren Beistand, bin schon ein bisschen ruhiger als vorhin. Bäh, ist der Kram anstrengend  Zunge
Dann ne ruhige Nacht an alle,
Ssasu
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Fossy
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« Antworten #6 am: 20. August 2008, 22:51:52 »

Hallo Ssasu,

ich kann schon lange nicht mehr schlafen und habe mal wieder hier in's Forum geschaut.

Das mit deinem Mann ist so ähnlich wie mit meinem abgelaufen. Das ist schon sehr lange her.

Wir wußten beide *damals* nicht was mit mir los war. Es hat eine Zeit gedauert bis wir mit *mir* so einigermaßen klar kamen.

Das mit den kleinen Schritten, das ist völlig ok, denn anders geht es nicht.
Ansonsten kommst du von dem *Trip* nicht mehr runter. Der *Schuß* geht dann nach hinten loß.

Mir ist es so ergangen, immer Schrittchen für Schrittchen.......ansonsten hätte ich voll durch gedreht.

Ich möchte dir keine Angst mit meinen Worten machen. Glaube mir, ich weiß wie es ist.......bäh ist der Kram anstrendend  Smiley

Alles Liebe  wünscht dir
Fossy


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