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Autor Thema: Erfahrungen mit Katheter-Ablation ?  (Gelesen 5424 mal)
maki2912
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Beiträge: 49


« am: 22. September 2008, 09:22:31 »

Hallo!

ich hatte am Wochenende wieder Herzrasen (dummerweise im Büro), wurde in die Klinik eingeliefert, untersucht, das Herz selbst wäre gesund aber wegen dem Herzrasen sollte ich mir eine Katheter-Ablation  machen lassen, weil es mich doch belastet und ich ständig daran denke, wenn das Herz wieder aus dem Takt kommt.
jetzt habe ich im Netz gelesen, das das garnicht so unkompliziert ist wie die mir erzählt haben, sondern das es danach manchmal sogar nötig ist, einen Schrittmacher einzusetzen!
Jetzt meine Frage: kennt sich jemand von Euch mit dieser Ablation aus oder hat sie schon bei sich machen lassen? Mein Herzrasen kommt 3-4 mal im Jahr. Ist da so ein Eingriff wirklich nötig?

jetzt schon danke für Eure Erfahrungen und Kommentare zu dem Thema :-)       .. liebe Grüße - Marion
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Rhini
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« Antworten #1 am: 22. September 2008, 10:09:42 »

Hallo Marion,
Ich habe damit keine Erfahrung doch würde ich aufgrund der Häufigkeit dieser Atakken doch noch einen besseren medizinischen Befund erstellen lassen. Eine OP sollte nur gemacht werden, wenn es gesundheitlich notwendig ist, das heißt, wenn du ohne OP Schaden erleiden würdest. Vielmehr wäre doch wichtig, herauszufinden, woher die Anfälle kommen und ggf den Verursacher zu eleminieren. Vielleicht gibt es auch so eine Art Notfallmedikament? Bitte hole dir noch andere Meinungen ein.
Unser Körper kommt mit vielen Sachen gut zurecht, aber wenn er sich erst einmal auf eine Unterstützung einlässt, wird er diese bis ans Lebensende benötigen.
Ich drücke dir die Daumen, dass sich alles ohne OP regeln lässt.
Liebe Grüße
Rhini
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JEM
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« Antworten #2 am: 22. September 2008, 18:18:53 »


Hallo Marion,

eine Katheterablation ist nur bei medikamentös nicht behandelbaren und oft auftretenden Tachykardien eine Möglichkeit der Wahl.
Ob es bei Dir medikamentös behandelbar ist, weisst Du nicht, da Du anscheinend noch keinen Kardiologen aufgesucht hast.
Wenn ohne vorhergehende Herzkatheter-Untersuchung zu einer Ablation geraten wird, halte ich das für äußerst unseriös.

Ich habe mit beiden Problemkreisen eigene Erfahrungen: 1993 wurde ich am offenen Herzen an der Mitralklappe operiert (kein Ersatz, sondern "Reparatur").
In der anschliessenden Heilbehandlung führte ich einen Schwimmversuch unter Telemetriebedingungen durch, d.h. mein Puls wurde beim Schwimmen (200 m-Strecke) mit Funk übertragen. Während des Schwimmens war der Puls auf Normwerten, als ich aus dem Wasser gestiegen war stieg der Puls schlagartig auf 220.
Der Arzt hat den Puls dann durch einen sog. Karotisdruck normalisiert, ich habe von dem erhöhten Puls gar nichts gespürt (lt. Arzt hätte ich eigentlich ohnmächtig werden müssen...).
Danach gab es Beta-Blocker als Medikament und Untersuchungen an zwei Uni-Kliniken zur Vorbereitung einer Katheterablation.

In beiden Uni-Kliniken war die Aussage: Kann man machen, ob es hilft ist unsicher, aber wegen möglicher Komplikationen kann danach ein Herzschrittmacher nötig sein. Ich habe dann beim zweitenmal den Chefarzt gefragt: Würden Sie es bei bei dieser Indikation bei ihrer Frau machen lassen? Er hat mich kurz konsterniert angeschaut, dann schüttelte er den Kopf...

Ich habe dann über ein Jahr ca. 10 Langzeit-EKG's aufzeichnen lassen, habe danach den Beta-Blocker nach Rücksprache mit meinem Kardiologen abgesetzt und weitere Langzeit-EKG's machen lassen.

Fazit: Mit und ohne Beta-Blocker die gleichen Herzrythmusstörungen (Extrasystolen, Couplets) aber nie wieder wurde eine Tachykardie aufgezeichnet.
Ich denke die Tachykardie wurde damals dadurch ausgelöst, dass ich unbedingt wieder sportlich leistungsfähig sein wollte, also allein durch die psychische Anspannung.

Als erstes würde ich also an Deiner Stelle einen Kardiologen aufsuchen und Langzeit-EKG's aufzeichnen und auswerten lassen.

Ergänzend würde Dir auch dringend zu einer psychosomatischen Therapie raten (Verhaltenstherapie und auch Gesprächstherapie), eine K.-Ablation würde ich mit dieser Indikation alleine in keinem Fall vornehmen lassen.

Liebe Grüße
Jürgen



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Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden. Verstanden ist nicht einverstanden. Einverstanden ist noch lange nicht angewendet. Angewendet ist noch lange nicht beibehalten.
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maki2912
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« Antworten #3 am: 24. September 2008, 08:50:04 »

Hallo Rhini, hallo Jürgen,

danke für Euren Antworten! Ich war sehr froh darüber, denn ich brauche dringend einen Rat, weil mir die Sache allmählich (wieder) über den Kopf wächst...

Ich gehe alle 6-7 Monate zum Kardiologen, die letzte Untersuchung ist am 05.September gemacht worden mit Ruhe- und Belastungs-EKG und Ultraschall-Untersuchung. War alles unauffällig, auch die Langzeit-EKG´s die bisher gemacht wurden brachten keine negativen Ergebnisse, nur eine "hämodynamisch irrelevante Insuffizienz" von irgeneiner Klappe wurde festgestellt.
Ich habe dem Arzt von meinen Ängsten erzählt und er hat gemeint, ich hätte nix gefährliches und mein Herz wär organisch gesund. Die Ablation hat er auch angesprochen, aber nur, wenn es mich "subjektiv sehr belastet" (so steht es im Arztbrief).

An Medikamenten nehme ich nichts, nur seit 3 Wochen Johanniskraut (Laif 900).
Eine Gesprächstherapie mache ich ebenfalls seit einiger Zeit, meinen Therapeuten halte ich für gut und er hat mir auch schon sehr geholfen, bis zu dieser Attacke letzten Freitag ging es mir wieder richtig gut, anstatt Herzängsten bildete ich mir zeitweise ein, MS zu haben, aber das hat mich fast beruhigt, denn es betrifft eben nicht das Herz und ich habe mir gesagt, das sich die Angst einfach ein anderes "Mäntelchen" gesucht hat.... klingt verworren, aber ich hoffe, ihr versteht es.

Jedenfalls werde ich den nächsten Arzt auch mal drauf ansprechen, ob er es denn bei seiner Frau machen würde ;-)   ich glaube, die Reaktion darauf sagt mehr als 1000 Worte. Danke für den Tip!

Liebe Grüße an Euch !!    Marion
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maki2912
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« Antworten #4 am: 24. September 2008, 10:36:36 »

..wollte noch hinzufügen, die "Attacken" kommen aus heiterem Himmel, dieses Jahr bis jetzt 3x, im Februar, März und jetzt Ende September und dauern immer so 10 Minuten. Dann verschwinden sie wieder wie wenn einer auf den Knopf gedrückt hätte..
Betablocker wurden mir schonmal vorgeschlagen, aber weil ich sowieso niedrigen Blutdruck hab dann doch nicht eingesetzt.
Lieber Gruß.... Marion   Smiley
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JEM
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« Antworten #5 am: 24. September 2008, 15:58:31 »

"hämodynamisch irrelevante Insuffizienz" von irgendeiner Klappe

Hallo Marion,
dann ist es organisch unbedenklich, denn das bedeutet, dass der Pumpmechanismus Deines Herzens völlig ok ist!
Auch wenn es Dich subjektiv belastet kann ich Dir nur noch ein weiteresmal von einer Ablation abraten, der Erfolg ist ungewiss und das Risiko hoch.
Diese Attacken sind unangenehm für Dich, wirken im Moment für Dich auch (lebens)bedrohlich, aber Du stehst ja auch schon etwas drüber...
Also versuche das nächstemal Dich im Stuhl (sitzen ist da besser als Liegen) etwas nach hinten zu lehnen, damit Dein Bauch frei wird. Dann versuche bewusst durch die Nase lange und ganz tief in den Bauch zu atmen und die Luft langsam wieder durch den Mund zu entlassen, langsam und tief atmen, nicht hyperventilieren. Das senkt normalerweise immer den Pulsschlag...

Das mit MS kenne ich von meiner Frau, es ist ein "Ausweich-Katastrophen-Denken" ist legitim, aber keine dauerhafte Alternative.
(Betablocker sind bei niedrigem Blutdruck immer kritisch, bei so geringer Häufigkeit auch absolut nicht angebracht)

Liebe Grüße
Jürgen
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maki2912
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« Antworten #6 am: 26. September 2008, 10:06:13 »

Hallo Jürgen,

nochmal ein dickes Danke für Deine nochmalige Antwort :-)
Was ich nicht verstehe, ist das "Ausweich-Katastrophen-Denken" - was meinst Du damit?

Vielleicht willst Du auch schreiben, warum Deine Frau so Gedanken hatte.
Ich hab gestern mit meinem Therapeuten darüber gesprochen und er konnte das nur so interpretieren, daß ich mich nach Zuwendung, Zuneigung  und  nach "helfen lassen" sehne, denn  bei dem Krankheitsbild MS kommt man ja wohl irgendwann um Hilfe nicht mehr herum...
ich denke das kommt hin bei mir. Einerseits will ich alles 100%ig hinkriegen, aber ich weiss, das ich da nie hinkomme. Meine Erscheinung, was ich  erreicht habe, bleibt immer unter dem, was ich anstrebe, vielleicht will ich mich deshalb manchmal ausklinken - wenn ich so krank wäre, hätte ich eine Entschuldigung, weil ich nicht mehr kann.... Hm. Der Kopf geht seltsame Wege, einem manche Sachen klarzumachen.


Dir, Deiner Frau und allen andern hier im Forum wünsche ich jetzt erstmal ein schönes ruhiges Wochenende!   Lieber Gruß.... Marion
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JEM
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« Antworten #7 am: 26. September 2008, 13:59:03 »

Hallo Marion,

das "Ausweich-Katastrophen-Denken" war bei meiner Frau so zu verstehen, dass sie Symptome von MS an sich erkannte, nachdem sie in der Nervenklinik mit MS-Erkrankten gesprochen hatte. Sie war aber nicht an MS erkrankt, die Möglichkeit hat sie aber lange Zeit bedrückt.
Die Sehnsucht nach Zuneigung, Zuwendung und Anteilnahme steckt in uns allen und verstärkt sich bei Kranken natürlich noch mehr. Teilweise sogar in der übersteigerten Form, dass der Betroffene die Gesundung fürchtet, weil dann ja der Grund dafür wegfallen würde...

Alles 100%-ig richtig zu machen mündet meist in Überforderung, aber Du hast ja schon selbst erkannt, das es nicht immer funktioniert. Also solltest Du vielleicht noch nachsichtiger mit Dir selbst sein, so dass Du auch ohne "Entschuldigung" vor Dir selbst damit zurechtkommst.

Ich wünsche Dir und allen hier im Forum alles Gute, auch über das Wochenende hinaus!

Liebe Grüße
Jürgen
« Letzte Änderung: 26. September 2008, 14:00:46 von JEM » Gespeichert

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