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Autor Thema: Wer hat Erfahrungen mit Burnout-Behandlungen in Kliniken?  (Gelesen 2669 mal)
andrea
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Beiträge: 81



« am: 06. November 2008, 11:24:02 »

Hallo liebe Leute,

ich bin seit einigen Jahren in ambulanter Behandlung (Depression) und werde von Jahr zu Jahr trotz Antidepressiva und diversen Versuchen mit alternativen Behandlungen immer erschöpfter. Ich gehe noch Vollzeit arbeiten, aber schaffe das gerade so, fürs Privatleben bleibt eigentlich nichts mehr übrig. Bin dieses Jahr auch schon insgesamt 6 Wochen krankgeschrieben gewesen (wegen Erschöpfung) und selbst für Therapie zu müde. Daher mein Gedanke an eine Kur oder Klinik. Soweit ich erfahren habe, gibt es für so etwas keine Kuren (Auskunft von Ärztin und Kasse) und wenn doch, dann dauert es Monate bis so ein Antrag bearbeitet wird. Meine Ärztin sprach deshalb von einer stationären Therapie, das ginge wohl eher. Meine Befürchtung ist aber, dass ich selbst für eine stationäre Therapie, die ja auch ziemlich intensiv sein würde, vielzu erschöpft bin. Daher meine Frage, was habt ihr für Erfahrungen mit stationärer Therapie bei Burnout gemacht, wird berücksichtigt, dass man sich auch erstmal erholen muss und mit welchen Kliniken habt ihr gute und/oder auch schlechte Erfahrungen gemacht?

liebe Grüße
Andrea
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Rhini
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« Antworten #1 am: 06. November 2008, 21:02:14 »

Hallo, Andrea,
Vorab, selbst habe ich da keine Erfahrungen, doch als ich in einer Tagesklinik war, befanden sich auch Burn out-Patienten dort. Im Grunde haben sie alles mitgemacht, was ich auch gemacht habe, also ein Tagesprogramm mit Gesprächen, Sport, künstlerisches Gestalten und so weiter. Zwischen den einzelnen "Anwendungen" hatten wir meistens Zeit, uns auszuruhen. Es gab aber auch Angebote, die man außerplanmäßig nutzen konnte. Da das Haus gleichzeitig eine Belegklinik war, hatte ich auch immer wieder Kontakt zu diesen Patienten, deren Programm sehr ähnlich gestaltet wurde.
Da du ja nicht nur ausgelaugt bist, sondern auch an Depressionen leidest, könnte man deinen Ausbrenner auch darauf zurück führen. Insofern muss man immer das Ganze, dich Andrea, als Ganzes sehen, auch in der Behandlung.
Eine Erholungskur alleine reicht nicht mehr aus, wenn man den Blick für das Wesentliche verloren hat. Diesen Gedanken hatte ich viele Jahre: Nur mal ein wenig ausruhen, dann geht es bestimmt wieder... Bis zu meinem nächsten Zusammenbruch... Manchmal muß man auch sein Leben umkrempeln, etwas verändern, um wieder auf seinen eigenen gesunden Pfad zurück zu finden.
Vielleicht malst du dir mal deine Erwartungen aus und überprüfst sie mit den Realitäten?
Ich wünsche dir jedenfalls erstmal alles Gute.
Rhini
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Sister Moonshine
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« Antworten #2 am: 10. November 2008, 18:09:22 »

Hallo andrea,

in der Klinik, in der ich jetzt zum zweiten Mal war, wird Burnout auch stationär therapiert. Du hast zwischen den Gesprächen und gestalterischen Therapien immer genug Zeit zum Ausruhen und Besinnen.
Ich weiß nicht ob es okay ist, aber ich gebe DIr gerne eine Empfehlung für eine antroposophische Klinik, in der ich auch Burnout-Patienten kennen gelernt habe: www.filderklinik.de
Hoffe, es gibt Dir einige Anregungen.

Liebe Grüße, Sister Moonshine
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andrea
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« Antworten #3 am: 07. Dezember 2008, 12:11:45 »

Liebe Leute,

ersteinmal danke für Eure Antworten. Hat ein bisschen gedauert, aber ich muss mir momentan meine Energie ganz genau einteilen..
die Option stationäre Therapie habe ich inzwischen wieder aufgegeben, da das meiner Meinung nach eine halbe Sache wäre, da ich vielzu ausgelaugt bin, und ich schon in der Lage wäre mich zu erholen, das ist nicht das Problem es fehlt nur die Zeit dafür, vor allem die längere Zeit, danach wäre sicherlich auch wieder eine Therapie sinnvoll, vorher hat das wenig Sinn.
Geändert habe ich schon einiges, allerdings gibt es eine Fix-Größe, das ist die 40 Std Woche, dadurch bleibt mir nicht genug Zeit zur Erholung und was fast noch schlimmer ist, keine Zeit für andere Dinge..
Meine Depression ist eher leichter einzuordnen, war deshalb noch kein einziges Mal krankgeschrieben, hab das bisher innerhalb weniger Wochen immerso hingekriegt (was natürlich auch wieder Kraft gekostet hat und deshalb vielleicht auch ein Fehler war).
Ja, ich will jetzt versuchen, über den Hausarzt eine Kur zu beantragen, wie sind eure Erfahrungen, wie lange dauert so ein Antragsverfahren, hat man Einfluss auf die Wahl der Klinik usw.
Danke,

liebe Grüße
Andrea

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JEM
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« Antworten #4 am: 07. Dezember 2008, 13:36:06 »

... die Option stationäre Therapie habe ich inzwischen wieder aufgegeben, da das meiner Meinung nach eine halbe Sache wäre, da ich vielzu ausgelaugt bin, und ich schon in der Lage wäre mich zu erholen, das ist nicht das Problem es fehlt nur die Zeit dafür, vor allem die längere Zeit, danach wäre sicherlich auch wieder eine Therapie sinnvoll, vorher hat das wenig Sinn.
Geändert habe ich schon einiges, allerdings gibt es eine Fix-Größe, das ist die 40 Std Woche...


Hallo Andrea,

liegt es nicht genau an dieser Fixgröße, dass Du Dich nicht erholen kannst - das hast Du Doch auch selbst schon erkannt!
Was spricht dann gegen einen stationären Aufenthalt, wo gerade diese Fixgröße wegfallen würde? Gerade wenn Du ausgelaugt bist, ist diese "geschützte" Umgebung hilfreich, fern von den alltäglichen Aufgaben.

Meine Frau hat beide Formen des stationären Aufenthalts in Kliniken mehrfach "erfahren", wobei innerhalb der Kliniken, die sowohl stationär, wie auch REHA anbieten kein Unterschied bei der Behandlung gemacht wird (auch die von Sister Moonshine genannte Klinik ist dabei, auch von meiner Frau mit der positivsten Bewertung von allen Kliniken, in denen sie war - diese Klinik nimmt aber nur stationär auf!).

REHA-Maßnahmen müssen bei der Krankenkasse beantragt werden, sie werden oft zunächst abgelehnt und erst nach Widerspruch genehmigt - oder auch nicht.
Stationäre Aufenthalte können durch jeden Arzt (ggf. auch Hausarzt) verordnet werden, sie sind also nur durch die Wartezeiten der Kliniken (sowie durch ein evtl. Vorgespräch dort) beschränkt.

Du hast immer einen Einfluss auf die Klinikwahl, bei stationärem Aufenthalt eine absolute, bei REHA-Kliniken ist sie auf die Vertragskliniken Deiner Krankenkasse eingeschränkt.
Das Antragsverfahren bei REHA-Maßnahmen zieht sich bis zu 2 Monaten, bei stationärer Einweisung gilt nur die Wartezeit der jeweiligen Kilinik.

Ich wünsche Dir Gutes!

Liebe Grüße
Jürgen




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andrea
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« Antworten #5 am: 08. Dezember 2008, 12:54:20 »

Hallo Jürgen,

Danke für Deine Antwort. Ich habe nichts gegen einen stationären Aufenthalt, ich denke nur eine stationäre Psychotherapie wäre im Moment nicht das Richtige, vorher bräuchte ich mind. 3 Wochen Erholung pur. Soweit ich das verstanden habe, gibt es unmittelbar nur stationäre Psychotherapie, alles andere läuft über Antrag an Krankenkasse oder DRV, oder gibt es noch eine andere Möglichkeit? Das andere Problem was ich hab, wie bringe ich das meinem Arbeitgeber bei, ich habe nicht vor mich zu outen, drei Wochen Kur würden sicher gehen, aber nicht wenn die Bescheinigung von einer spezialisierten Klinik kommt (es wird ziemlich getratscht in der Firma), wie wird das eigentlich gehandhabt?

Danke,
liebe Grüße
Andrea
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JEM
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Beiträge: 809


« Antworten #6 am: 08. Dezember 2008, 20:44:23 »

Hallo Andrea,

der stationäre Aufenthalt unterscheidet sich nicht von einem REHA-Aufenthalt in Bezug auf die psychotherapeutischen Maßnahmen, in beiden Fällen sind es 2 bis 3 Termine / Woche Einzelgesprächstherapie, dazu kommen noch 1 bis 2 Gruppentherapie-Termine.
Dazu kommt eine Reihe anderer Maßnahmen, die Deinem Krankheitsbild angepasst werden.

Die Klinik kann eine Psychotherapie nur anstossen, sie muss dann ambulant fortgesetzt werden.

3 Wochen Erholung pur wird das nicht sein, aber dafür findest Du wohl auch keinen Leistungsträger, außer Dir selbst...

Bei Berufstätigen ist die DRV zuständig, wenn es um REHA geht.

Bei einem stationärem Aufenthalt bekommt Dein Arbeitgeber einen "normalen" Arbeitsunfähigkeitsbescheid, ohne Angabe der Diagnose oder der Klinik.
Bei REHA-Massnahmen wird ebenfalls keine Diagnose genannt, auch nicht der Name der Klinik.

Liebe Grüße
Jürgen


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