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Autor Thema: ist Angst "vererbbar"?  (Gelesen 2625 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Claudi
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Beiträge: 24



« am: 05. Januar 2009, 13:26:33 »

Ich war sehr lange nicht mehr hier. Lange Zeit ging es mir gut, hab sogar Medis abgesetzt, bis der Rückfall kam, ganz schlimm. Jetzt kämpft auch meine Tochter (11) mit Panikattacken, sie ist seit Anfang Dezember nicht in der Lage, zur Schule zu gehen. Wir hatte viele Gespräche mit den Lehrern und Klassenkameraden, sie wird nicht gemobbt, sie hat Freunde, sie ist nicht "dumm".
Letztens fragte sie, ob das vererbbar ist.

LG Claudi
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oba
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« Antworten #1 am: 05. Januar 2009, 19:06:44 »

liebe claudi

vererbbar ist vieles. ich denke aber das krankheiten, die eben psychische komponenten enthalten, immer im umfeld des menschen selber zu suchen sind - sofern man sie überhaupt "sucht".
ich mase mir nicht an über "erbkrankheiten" bescheid zu wissen. deshalb möchte ich auf etwas anderes hinweisen.

es geht um das "kopieren" von verhaltensmuster. kinder sind da meister im beobachten und "nachmachen". sehen kinder etwas, das einem anderen auf irgend eine art erfolg oder lob einbringt, versuchen sie dieses "verhalten" zu imitieren (kopieren). sehen kinder etwas, das absolut den bach runter gehen kann, werden sie es nicht "besser" machen, noch zu kopieren versuchen.

grundsätzlich sind kinder sehr geprägt vom verhalten der eltern. wenn vati also "böse" worte verwendet, wird das kind es genau so "versuchen". zeigt mama angst, wenns gewittert und donnert, wird das kind diese angst "vererbt" mitbekommen und auch angst in dieser situation haben.

wenn in der schule "einer" erfolg hat, wenn er die klasse mit was auch immer in seinen bann ziehen kann, werden sich anhänger finden, die diesen "imitieren" oder "kopieren" wollen. werden sogar erfinderisch und bauen "es" aus. nach dem motto " der kanns - ich noch eine spur besser".

im positiven kann es sehr erfolgreich sein, sich zu messen mit einem "verhaltensmuster". ist ein verhaltensmuster aber eher mit vielen nachteilen bestückt, kann es (besonders bei kinder und jugendlichen) sehr schnell zu einem fiasko führen.

nicht selten sind junge menschen plötzlich in einer situation, wo sie "behandelt" werden müssen. die einen von ärzten, die anderen von der justiz.
die eltern tragen sorge bis die "kleinen" erwachsen sind. ab da trägt der junge mensch die verantwortung selber. egal, welche "verhaltensmuster" er mit nimmt.

insofern ist "angst" vererbbar. auch andere "sachen" sind durchaus "übertragbar".

geborgenheit, liebe, zärtlichkeit, geduld genau so, wie die "ängste".

einem kind muss man immer die "sichere" seite zeigen. und die ist nicht einfach, wenn man selber immer im zweifel ist, was den nun gut oder schlecht ist, sein könnte.

oba




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Fridolin
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« Antworten #2 am: 06. Januar 2009, 07:40:39 »

Hi Claudia
Die Veranlagung, eine endogene Depression und die mit ihr empfundene Angst und weitere Symptome zu empfinden, kann weitervererbt werden. Allerdings übernehmen Kinder meist das Verhalten der Eltern und ihre Verhaltensmuster. Wichtig ist auch die Erkenntnis, daß Ängste nicht mit dem Willen einfach aus der Welt geschafft werden können. Verständnis und Liebe, dazu Schritt für Schritt Eigenverantwortung zu lernen, scheint mir besonders wichtig. Druck erzeugt nur noch größere Angst und ist überhaupt nicht geeignet, Ängste und ihre Symptome zu überwinden.
Viel Kraft und Energie für dich und deine Tochter.
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Fridolin Steinpalme
Claudi
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Beiträge: 24



« Antworten #3 am: 06. Juni 2009, 13:24:36 »

Bei uns - meinem Sohn, meiner Tochter und mir - wurde jetzt ein ADS festgestellt - vermutlich einer der Gründe für die Probeme.
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Sorgen drücken nieder - ein freundliches Wort richtet auf
tick
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« Antworten #4 am: 06. Juli 2010, 16:54:42 »

Ich denke, dass besonders sensible Kinder das Verhalten der Eltern, in Deinem Fall der Mutter, abkupfern.
Nimm Deinem Kind die Last, indem Du ihm sagst, es braucht keine Panikattacken haben. Lächle es an, nimm es in Deine Arme, streichle es und sage eben diesen Satz: Du brauchst keine Panikattacken haben.
Schau einfach was passiert.
Und ich sage Dir jetzt: Du brauchst auch keine Panikattacken haben!
Versuche, Dein Kind in Sicherheit zu wiegen. Verschone es mit Deiner Angst.
Ich kenne diese Attacken. Habe aber ohne Medikamente gelernt, damit umzugehen. Medikamente sind nur Krücken in diesem Fall. Verschone Dein Kind vor Medikamenten. Es gibt auch sanfte Medizin. Und denke daran - am Anfang war das Wort.  Grinsen
(Ich bin nicht religiös)

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Per Somnium
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Beiträge: 329


« Antworten #5 am: 21. Juli 2010, 20:13:57 »

Kurz und knapp aus meiner Sicht und meiner eigenen Erfahrung.
JA Angst ist vererbbar, gerade dann wenn die Mutter in der Schwangerschaft Angst, Demütigung oder gar sexuelle Übergriffe erleiden musste.
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Querdenker passen oft nicht durch genormte Türen
Per Somnium
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