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oba
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« am: 22. Januar 2009, 18:30:31 » |
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unspektulärer titel,oder?
wer kennt es nicht, dieses auf und ab? aufstehen, morgens. schlafen gehn,abends. alles ganz normal. tage gehn,kommen neue nach. menschen trifft man, tag für tag. am arbeitsplatz. auf dem weg zur arbeit. an der einkaufskasse. man kennt sie. sie sind einfach da. mal besser gelaunt,mal schlechter. mal etwas erkältet, mal so richtig aktiv und fast schon liebenswert lustig.
fast, wie man selber auch ist.
und doch sehe ich nicht in diese menschen hinein. zu gerne wüsste ich gerade "etwas" von dieser frau, die heute an der bushaltestelle stand. sie war das erste mal da. denke ich. ich sah sie noch nie. ich zog sie in mich hinein. neu, frisch, unverbraucht. einfach fremd.
am abend sah ich sie wieder. sie stand am bahnhof. nun habe ich mir ein "neuer" mensch gemerkt. sie werde ich nun bestimmt immer wieder erkennen. und vielleicht werde ich mich jedes mal freuen, wenn ich sie in den menschen, der masse, erblicke. wer weis?
wie "laura bärchen". ich nannte sie so. spontan "taufte" ich sie mit einem namen. immer stand sie an einer bushaltestelle. "hallo", dachte ich. l"aura bärchen ist wieder da". fast ein ganzes jahr freute ich mich, wenn ich im bus an diese haltestelle kam, weil ich wusste, das da laura bärchen stehen könnte und dann einsteigen wird.
mal war sie nicht da. aber schon am nächsten tag stand sie wieder bereit, ihren weg zu gehn.
nie hätte ich nur ein wort zu ihr gesagt. denn schliesslich sind buspassagiere nur menschen, die von a nach b fahren. auf und ab. wie immer. tag für tag.
nun sah ich laura bärchen schon fast drei monate nicht mehr. ich fahre immer noch meinen weg mit dem bus zur arbeit. aber mein laura bärchen steht einfach nicht mehr an dieser busstation.
ist sie umgezogen? hat sie eine andere arbeit? oder ist ihr etwas schlimmes passiert? ich weis es nicht. ich weis nicht mal, warum ich laura bärchen vermisse.
aber sie fehlt mir. ich könnte fast weinen, so tut es mir weh. dabei kenne ich diese frau nicht. weis nur, das ich sie vielleicht sogar liebe.
aber ist es wirklich liebe, wenn man sich im alltag gewöhnt, sich über die regelmässigkeit und struktur einfach der freude hingibt, immer und immer wieder genau diesen unbedeutenden höhepunkt zu ersehnen? und "ändert" sich auf einmal die situation, merkt man, vielleicht, erst dann, wie wichtig menschen einem sein können?
laura bärchen hat mir gezeigt, dann, als sie einfach plötzlich nicht mehr da war, wie sehr ich sorge tragen muss zu menschen, die ich von herzen liebe.
auch wenn ich diese fremde laura vermisse, schenke ich heute meiner partnerin ein herzensnahe lächeln. lade sie zu einem essen ein, das ich bezahle. von laura bärchen erzählte ich ihr nie. werde ihr auch nicht sagen, das "sie" mir fehlt. eines aber werde ich meiner partnerin sagen, das sie mir fehlen würde, wenn sie nicht mehr da sein würde.
morgen hoffe ich aufs neue, laura bärchen möge an der busstation sein.
und ist sie es nicht, muss ich mir keine sorge um sie machen. ich glaube, sie wusste, weis nicht, das ich sie vermisse.
oba
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