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Rhini
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« Antworten #26 am: 21. März 2009, 19:30:05 » |
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Hallo Dirk, scheinbar sind wir so ziemlich gleichaltrig (1974 war ich sweet 17) und ich kann dir sagen, dass auch im "goldenen" Westen damals psychische Probs noch eher belächelt wurden. Ich habe, aus welchen Gründen auch immer, sehr früh eine PS entwickelt, einhergehend mit Depressionen und Angstzuständen. Direkte Gründe gab es kaum, nur Veränderungen machten mich unsicher. Ein paar Jahre später (mit 20/21 ) geriet ich in meine erste große Kriese. Nach ca vier Jahren hatte ich mich wieder erholt. Allerdings habe ich damals nicht die richtige Therapie bekommen. 1996 kam die zweite Kriese, leider wieder ohne die richtige Therapie. Nachdem ich 2001 an einem Gebärmutterhalskrebs erkrankte, wurde meine Arbeitssituation immer schwieriger für mich, so dass ich 2003 entgültig zusammen brach. Nachdem festgestellt wurde, dass ich körperlich vollkommen OK war, verwies mich mein Hausarzt zu einem Psychologen... leider war dieser auch nicht der Richtige für mich. Es folgte eine Reha in einer Tagesklinik, in der festgestellt wurde, dass ich Berufunfähig war. Im Laufe der Zeit hat sich aber meine Angst verfestigt und meine Depressionen wurden auch immer schlimmer. Zum Glück fand ich einen guten Psychiater, der mir letztlich auch endlich den richtigen Therapeuten vermittelte. Allerdings hatte sich inzwischen alles derart festgefahren, dass ich nicht mehr auf einen gesunden Weg gebracht werden konnte und werden kann. Inzwischen bin ich vollverrentet, was es mir ein wenig leichter macht. Seit Dienstag gehe ich wieder zu meinem Psychologen, der mir helfen soll, meinen Zustand auf ein erträgliches Maß zu festigen. Zumindest werden wir noch neue Wege erarbeiten können. Natürlich gibt es auch immer wieder Geschehnisse in meinem Leben, die die Krankheit begünstigt haben, doch einen konkreten Auslöser (außer meiner PS) scheint es nicht zu geben. Genausowenig kann ich meistens nicht sagen, warum oder wovor ich gerade Angst habe. Allerdings wenn echte Schwierigkeiten auftreten oder Hürden zu überwinden sind (für mich, ander Menschen würden es vielleicht Lappalien nennen), gerate ich in Panick. Ich weiß nicht, ob die Art deiner Angststörung ebenfalls als chronisch diagnostiziert werden würde, da sie als Störung in bestimmten Momenten hervorbricht. Selbst hier im Forum wurde mein "chronisch" in Frage gestellt. Mein Thera hat diesen Begriff verwendet und damit wohl den andauernden Zustand der Angst bei mir gemeint. Pech gehabt ist richtig, aber ich denke, wenn ich noch mehr lerne, damit um zu gehen, wird es mir besser gehen. Ich versuche, mich so zu akzeptieren, nicht immer zu hadern, auch wenn das mit den Depressionen gepaart sehr schwer fällt. Ich sage mir oft, hätte ich ein Bein verloren, müsste ich auch lernen, anders zu laufen. Wobei das Verständnis gegenüber einen körperlich Kranken allemal größer ist, als gegenüber einem psychisch Kranken. Prima, wenn du wieder aktiv werden möchtest, aber nicht trotz der erhöhten Temeratur, sondern weil du weißt, dass es dir gut tut! Sich selbst so sehr auf etwas zu fixieren engt dein Leben ein, gerade wenn es einen verunsichert. Ich habe so oft und so massive körperlich Probs durch die Psyche, dass ich wirklich irre werden würde, wenn ich immer das Schlimmste befürchten müsste. Ich denke mir, dass ich immer rechtzeitig in ein KH kommen kann, wenn wirklich mal was Arges mit mir passiert. Ansonsten einmal im Jahr einen Check und dann ist Ruhe! Es gibt Angstpatienten, die durch ein Trauma (Unfall, Biss von einem Tier, krimineller Vorfall oder einer Katastrophe) erkrankt sind. Bei denen (es kann auch ein kleineres Geschehen gewesen sein) manifestiert sich dann oft eine bestimmte Situation der ein Gegenstand/Tier als Angstauslöser. Manchmal haben Leute, die Angst vor Krankheiten (krank zu werden) haben, in der Familie oder im Umfeld jemanden gehabt, der sehr krank war. Andererseits weiß sich die Seele in unserer heutigen stressgeplagten Leistungsgesellschaft vielleicht auch keinen anderen Weg, dass man sorgsamer mit sich um geht? Tja, wie schreib ich immer so schön, alles nur meine Erfahrung oder meine Meinung... nehmt, was ihr wollt. LG und viel Erfolg mit deinem Gerät (ich sollte vielleicht auch mal wieder auf den Ergometer oder den Stepper...) Rhini
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