Minifant
Juniormember
 
Beiträge: 8
|
 |
« am: 23. Januar 2009, 20:18:25 » |
|
Hallo zusammen, schön das ich endlich auf dieses Forum gestossen bin, denn hier findet man mit Sicherheit eine Menge informationen rund um die übersteigerte Angst im nicht mehr herkömmlichen Sinne. Hier meine kleine Geschichte - Vielleicht erkennt sich der eine, oder andere von Euch ja hier wieder. Also, im Jahre 2003 wurde ich das Erste Mal mit unnatürlicher Angst konfrontiert. Es zeigten sich Doppelpulsschläge, welche bis in den Kehlkopf vordrangen. Erst alle paar Tage, dann häufiger und dann jeden Tag. Sie kamen jeden Tag nur einmal und wenn sie verschwanden, dann kamen diese auch bis zum nächsten Tag nicht mehr wieder. Mal dauerte das Ganze 20 Minuten, mal 2-5 Stunden an. Ich hatte Angst vor Herzrhythmusstörungen und ließ dies im Krankenhaus auf der Inneren abklären - Mit keinem Ergebnis. Die Beschwerden verschwanden erst, als ich einen Homöopaten aufsuchte und mehrere Termine dort wahrnahm. Trotzdem allem blieben alle paar Monate kurze Panikattacken mit plötzlichen Zuckungen und Schlägen im Brustbereich noch zurück. Ich lernte jedoch damit umzugehen und diese Attacken weitesgehend zu ignorieren. Diese blieben dann auch max. 20. minuten und ich konnte mich mit Atemtechnik und heißer Milch mit Honig weitesgehend behelfen.  Seit Mitte Dezember aber hat die Angst wieder vollkommen Ergriff von mir genommen, denn ich hatte drei wirlkich schlechte, vor allem psychisch schlechte Monate hinter mir. Erst eine nicht erkannte athypische Lungenentzündung und meinen Umzug, den ich etwa zu diesem Zeitpunkt org. musste. Dann der Verdacht auf eine Glutenunverträglichkeit (Sprue / Zöliakie) und zu guter letzt noch der Gedanke meinen Arbeitsplatz verlieren zu können. In alle Dinge habe ich mich unendlich reingesteigert und natürlich alles negativ vorausgesehen. Nichts von dem wurde anschließend wahr. Ich bekam des nachts wieder eine Panikattacke und hatte viel Mühe mich zu wehren. Als diese dann aber am nächsten Tag am helligten Tag wiederholt auftrat, (Ich habe diese Attacken vorwiegend, wenn der Körper nachts zur vollen Ruhe kommt) habe ich die Ambulanz im Krankenhaus aufgesucht und bin von einer Neurologin untersucht worden mit dem Ergebnis das mein Blutbild einen minimal erhöhten Troponin- Wert aufwiess, ein Enzym, dass auf eine Herzdurchblutungsstörung hinweisst.  Ich war geschockt und musste stationär aufgenommen werden. Zwei Tage verbrachte ich dort und der Wert bestätigte sich zum Glück nicht. Fehldiagnose hieß es. Zudem stellte man an einem Abend einen leicht erhöhten Blutdruck fest (140/90) und man riet mir das Ganze mal im Auge zu behalten. Im Normalfall habe ich kein Problem mit hohem Blutdruck und ich bin auch alles andere, als ein Risikopatient. (187m / 80Kg - begeisterter Sportler) Das hat mich aber so aus der Bahn geworfen das es mir von dort an ganz schelcht ging und mein Blutdruck innerhalb der nächsten 10 Min. auf 180/95 anstieg. Nach einem Baldrian und 30 Minuten Atemtechnik normalisierte sich der Druck wieder auf 130/80. Seither war ich im Blutdruckfieber. Treppen waren plötzlich unglaublich anstrengend und ich war beim sprechen mit anderen Menschen außer Atem. Sobald mein Messgerät einen hohen Wert anzeigte bekam ich sofort Angst und Panik. Ich versuchte Weihnachten mit Zentramin, einem Elektrolyt Präperat, der Sache Herr zu werden und maß meinen Druck auch nicht mehr. Das Ergebnis war mal so, mal so. Mal ging's gut, so wie vorher eigentlich, mal merkte ich ein heftiges Unwohlsein und hohen Blutdruck. Letzte Woche Sonntag bekam ich wieder eine völlig unangekündigte Panikattacke vor dem Fernsehen und musste sogar den Notarzt bestellen. Im Krankenhaus fand man wieder nichts, außer dem Druck von 160/100, welcher sich normalisieren sollte, wie früher ja auch. War aber nicht. Die ganze Nacht konnte ich nicht schalfen, weil mein Herz so Druckvoll schlug (Puls 70, also nicht schnell, aber heftig) Nach 9 Stunden war ich es leid und fuhr wieder in die Ambulanz. Ich bekam 2 Druck Nitro, der Druck fiel auf 140/80, aber das schlechte Gefühl und dieser innere Druck blieben. Man riet mir in die psychosomatische Ambulanz zu fahren, was ich auch direkt tat. Dort bekam ich nach einem langen Gespräch ein Medikament namens Cipramil und Tavor 1.0 für den absoluten Notfall. Ich fuhr nach Hause und schlief mich aus. Abends wollte ich zur allgemeinen Beruhigung einen Spaziergang machen und nach ca. 300 Metern wurde mir schwindelig und der innere Druck stieg wieder imens an. Ich konnte mich gerade noch auf die heimische Couch retten und mir mit Wasser und Atemübungen behelfen. So richtige Ruhe fand ich aber nicht. Ung. 45min. später hatte ich mich mit Kreuzworträtsel abgelenkt, als ein weiterer Schub mich befiel. Mein Blutdruck war auf 183/101. Angst,Panik und ein unsagbar brennendes Gefühl im Brustbereich und schwitzige Füsse. Ich fuhr sofort mit meiner Freundin in eine andere Klinik, welche für ihre Kardiologie sehr geachtet und geschätzt ist. Ich wartete 5 Stunden auf das Ergebnis, dass alles in Ordnung ist - nur der Blutdruck war wieder erhöht (160/90) Ich ließ mich einweisen und verbrachte bis heute 4 lange Tage auf dem Gang der Klinik, weil keine Betten mehr frei waren. Das alles zwischen wirklich Herzkranken Menschen. Mein Echo, mein EKG und mein Belastungs EKG wiesen alle Normwerte auf, auch die komplette Laborchemie. Puls 66 - Langzeitblutdruckmessung - alles in Ordnung. Duplexsonographie der Aorta und beider hirnversorgender Arterien waren alle Normwertig, genauso wie die Blutversorgung beider Nieren. Zusammengefasst: Der Mensch ist kerngesund. Während des Aufenthaltes bekam ich Kalium (wegen Mangel) und einen min. Betablocker von Hexal 47,5mg und zudem das Psychopharmaka Citalopram10, welches ich nach 3 Tagen einnahme wieder abgesetzt habe. In meinem Entlassungsgespräch von heute morgen diagnostizierte man mir eine Herzneurose, obwohl ich weniger Angst vor einem evt. Herzinfarkt habe, als vor dem plötzlichen Sekundentod. Ich habe heute zum Glück durch meinen sehr guten Hausarzt einen zeitnahen Termin (04.02) bei einer Psychotherapeutin bekommen und lege meine Hoffnung nun in diese Hände. Zuvor muss ich weiterhin den Blocker nehmen und ich hoffe das ich diesen bald absetzen kann, wenn ich wieder 2-4 mal die Woche zum Sport gehe und somit meinen selbsterzeugten Bluthochdruck in den Griff bekomme. Was soll ich sagen....kaum war ich heute zu Hause, ging es schon wieder los. Innere Unruhe, Bluthochdruck, angespanntheit etc. Nun habe ich versucht im Internet eine Seite zu finden, auf der man Menschen mit ähnlichen Erfahrungen trifft. Der Niederschrieb dieser, zugegebenermaßen langen Geschichte, hat mich aber wieder befreit und es geht mir im Moment gut. Ich wünsche Euch allen eine erholsame N8 und bis bald. -Minifant-
|
|
|
|
« Letzte Änderung: 23. Januar 2009, 20:30:16 von Minifant »
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
Rhini
|
 |
« Antworten #1 am: 24. Januar 2009, 12:50:31 » |
|
Sei Willkommen, Minifant Viele von uns haben eine Odyssee von Ärzten und Kliniken hinter sich, ehe sie den Weg zum Psychiater oder Psychologen fanden. Es ist auch sinnig, den Körper kontrollieren zu lassen, weil man sonst vielleicht etwas übersieht. Bei mir ist es typisch, dass die Beschwerden plötzlich auftreten und oftmals genauso plötzlich verschwunden sind. Auch hoher Blutdruck, Herzrasen oder Herzschmerzen kenne ich. Aber ich lasse mich regelmäßig körperlich untersuchen, was mich beruhigt. Inzwischen weiß ich, dass die meisten Symptome von der Psyche beeinflusst werden und habe gelernt, damit um zu gehen. Außerdem beobachte ich die Situationen, in denen die Probleme auftreten und versuche sie zu meiden oder anders an zu gehen. Gerade wenn ich das Gefühl habe, dass alles zu viel wird, mache ich mir eine Liste. Darauf schreibe ich, bis wann etwas erledigt sein sollte. Mir gibt es innere Befriedigung, wenn ich dort etwas abstreichen kann, ggf noch vor seiner Zeit. Nebenbei gebe ich mir immer genug Raum nur für mich, ohne dass ich etwas tun muss. In Ruhephasen hat die Seele Zeit, sich körperlich zu melden. Es gibt viele Menschen, die in der Woche beschwerdefrei den vollen Stress haben und am Wochenende Kopfschmerzen bekommen und sich total ausgelaugt fühlen. Abends, wenn man müde im Bett liegt, können die Gedanken anfangen zu kreisen und weil man in der Regel in dieser Zeit nichts tun kann, können sie bedrohlich wirken. Auch der übermäßige Wunsch seinen Körper gesund und fit zu halten, kann zu Probs führen, weil man gerade dann besonders auf sich achtet und jedes kurze Zwicken viel zu deutlich wahrnehmen kann. Nun gut, vielleicht schreibst du mal etwas über deine Lebenssituation. Ansonsten wünsche ich dir erstmal ein schönes WE Rhini
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
Fridolin
|
 |
« Antworten #2 am: 25. Januar 2009, 05:56:30 » |
|
Willkommen Minifant Bei Diagnose Angst, Depression geht meist ein jahrelanges Leiden ohne erkennbaren Grund voraus. Keine organischen Krankheiten, sondern die Seele hat die Beschwerden ausgelöst. Fachärzte und/oder Fachbücher sind hilfreich, mit diesen Problemen umzugehen. Ob nur eine vorübergehende, ein längere oder sogar lebenslange Beeinflußung stattfindet, ist individuell. Jeder muß lernen, mit seiner Krankheit unzugehen und sie überwinden. Viel Kraft und Energie
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
Fridolin Steinpalme
|
|
|
Minifant
Juniormember
 
Beiträge: 8
|
 |
« Antworten #3 am: 25. Januar 2009, 12:32:42 » |
|
Hallo zusammen, vielen Dank erstmal für Eure Antworten und Tipps. @Rhini Ich schreibe kurz etwas zu meiner Lebenssituation. Im großen und Ganzem fehlt mir eigentlich nichts in meinem Leben, oder besser gesagt bin ich sehr dankbar für die Lebensumstände, welche mir geboten sind. Ich bin seit 10 Jahren Vertriebsmitarbeiter in einem mittelständigen Unternehmen, ich habe eine liebe Freundin, mit der ich seit drei Jahren zusammen wohne, einen großen Freundes und Bekantenkreis und eine sehr schöne Dachgeschosswohnung mit Südbalkon in einem der besten Stadtteile der Stadt. Ich habe ein sehr gutes Elternhaus und jeglichen Rückhalt meiner Eltern und meiner Freundin. Ich treibe sehr gerne Sport und bin eigentlich vollkommen gesund - bis auf diese Phase im Moment. Vielleicht liegt dort auch mit ein Grund für diese Auswüchse in letzter Zeit. Vielleicht will ich alles viel zu perfekt haben, denn ich bin Perfektionist - ganz klar !! Wenn alles nicht direkt so läuft, wie ich es mir denke, dann habe ich ein Problem. Ich denke evt. viel zu viel nach. Unordnung kann ich überhaupt nicht ab. Ich hatte, wie schon erwähnt, im Oktober eine Grippe bekommen. Das ganze noch während meines Urlaubes in der Nähe von Bordeaux. Die Symptome nahmen auch wieder ab, aber ein leichtes Fieber blieb - über fast 6 Wochen. Das ging mir an meine Nerven, weil ich nicht wußte was ich hatte und mir auch keiner genau erklären konnte was das denn war. Genau zu dieser Zeit stand auch unser Umzug an. Zum Glück im selben Haus und auf der selben Etage. Nur - die neue Wohnung wurde vorher kernsaniert und bekam eine völlig andere Raumaufteilung. Hier waren und sind immer noch Wochen nötig bis das gesamte Haus von der Bausstelle befreit ist. Dazu hatte ich eine Magenspiegelung hinter mir, bei der ein Verdacht auf eine Glutenunverträglichkeit festgestellt wurde. Die Biopsie ergab dann aber ein anderes Ergebnis. Ich hatte mich aber schon drei Wochen mit dem Gedanken befasst Zöliakie zu haben und mein Leben lang Diät halten zu müssen. Danach die Finanzkrise und gleichzeit ein schlechtes Quartal in unserem Unternehmen. Ich steigerte ich in ein Gefühl hinein entlassen zu werden. Warum, weiß ich nicht, denn ich bin immerhin 10 Jahre dort. Alles in allem war das zu viel für mich und gegen Ende des Jahres, als es auf meinen Urlaub zu ging verschärften sich meine Panikanfälle - vorwiegend des nachts. Das war alles zu viel für mich. Das Gleiche mit dem Blutdruck. Ich habe noch nie in meinem Leben mir Gedanken über Blutdruck gemacht, aber als man mir mal diesen Wert von 140/90 an einem Abend im Krankenhaus nannte, konnte ich nicht mehr an etwas anders denken, als Blutdruck. Bis heute. Das ist doch schlimm, oder ?? Ich steigere mich also in alle negativen Dinge unendlich rein.  Bis Oktober habe ich 2-4 mal die Woche Sport getrieben. Joggen im Wald, oder Fitnessstudio. Ich gebe zu das mich der Sport innerlich sehr befriedigt hat und das mein wohlbefinden häufig von der Anzahl der Sporttage abhing. Zudem versuche ich mich, ehrlich gesagt, auch übertrieben gut zu ernähren. (Meine Freundin ist vegetarierin) Es gibt als kein Fleisch bei uns zu Hause. Ich esse in der Firma nur Obst und Brot. Ich bekomme Schuldgefühle, wenn ich bei BK, oder MCD esse. Wenn ich abends mal wieder mit den Kollegen zu viel Bier getrunken habe, fühle ich mich schuldig am nächsten Tag. Andere denken an so einem Tag nur, wie sie den dicken Schädel wegbekommen.  Wenn ich essen gehe, versuche ich Speisen zu vermeiden, in denen viel Sahne, oder Fett vorkommt, obwohl ich null Probleme mit meinem Gewicht habe - eher noch viel zu wenig. Das finde ich schon krankhaft irgendwie. Es gibt natürlich immer mehrere Aspekte, welche für eine Situation, wie die meine verantwortlich sind, aber Du siehst schon anhand der Tatsachen worher der Wind bei mir kommt. Ich muss mich von diesen Zwängen irgendwo befreien und einfach leben, aber ohne professionelle Hilfe komme ich aus diesem Kreis wohl nicht mehr raus. Ich hoffe nun sehr, dass ein Termim beim Psychologen mir helfen wird mich stärker gegen diesen Zustand aufzulehnen und irgedwann ihn zu besiegen. Was mir nämlich im Moment am meisten Sorgen bereitet ist die Angst vor der Angst. Ich müsste nämlich z.B. wieder Sport treiben um den Blutdruck wieder ins Gleichgewicht zu bringen, aber mach' das mal, wenn Du Angst hast das wieder etwas passiert. Ich habe auch schon Bedenken bei dem schönen Wetter heute spazieren zu gehen, wegen der letzten Erfahrung. Ich werde aber Deinen Tipp mit der Liste beherzigen und die Dinge abarbeiten, welche gemacht werden müssen. Das ist sicher eine guter Anfang. So, dass war's dann erstmal. Bis bald.... Euer Minifant Edith sagt: Vielleicht hat einer weitere Tipps und, oder Literatur für mich. Da wäre der Minifant wirklich sehr dankbar !!
|
|
|
|
« Letzte Änderung: 25. Januar 2009, 12:41:17 von Minifant »
|
Gespeichert
|
|
|
|
VitaminB
Beginner

Beiträge: 2
|
 |
« Antworten #4 am: 25. Januar 2009, 18:57:14 » |
|
Hallo Minifant, was du hier schreibst, könnte von mir sein! Auch ich hatte früher nie Probleme mit meinem Blutdruck, der hat mich auch nie nicht interessiert, denn er war immer bestens, die wenigenmale, wo er beim Arzt gemessen wurde. Auch das jährliche LangzeitEKG, das ich seit vielen Jahren machen lasse, weil ich als Baby mal ein Loch in der Herzklappe hatte, welches aber zum Glück verwachsen ist, störte mich nie sonderlich. 1x im gecheckt und somit den Rest des Jahres Ruhe gehabt...... Bis vor 1,5 Jahren, da kam die Wende.... seit dem weiß ich, dass ich absolut an einer Herzphobie leide und jeden Tag "bibber" und "höre" ob mein Herz noch in Ordnung ist. Hatte vor 1.5 Jahren einen Paniktag ( ich wusste schon, was Panikattacken sind, denn ich habe diese Panikstörung schon seit 15 Jahren, damals noch so richtig mit Herzrasen und Schweißausbruch, Atemnot und Schwindel - aber nur beim Autofahren, das ich bis heute leider aufgegeben habe, vor lauter Vermeidgung). Dieser Paniktag fühlte sich aber anders an. Ich fühlte mich total gehetzt mit Druck auf der Brust und starkem Schwindel. Eigentlich hätte ich gedacht, ich habe bestimmt niedrigen Blutdruck weil es gar so schwindelte.... Und das war das Traumaerlebnis. Ich machte den Fehler (das weiß ich heute) dass ich an diesem Tag Blutdruck gemessen habe und ich dachte: Jetzt sterbe ich also doch! Der Wert der Selbstmessung lag bei 175/105!!!! So hohen Blutdruck hatte ich bis dahin noch nieeeee gesehen! Für mich war klar, ich brauche Hilfe und muss sofort in die Klinik. Gedacht getan. Dort angekommen, nun dann doch total panisch, meine Geschichte erklärt und dann kamen die Untersuchungen... EKG, Blut, Blutdruck... weiß gar nicht mehr, ob da noch Ultraschall war, keine Ahnung, ich weiß nur, dass ich zitterte wie Espenlaub und ich kaum sprechen konnte, weil ich so angst hatte.... Alleine, wenn ich das hier schreibe, geht bei mir schon die Atmung anders und auch bestimmt der Blutdruck gleich wieder hoch. Naja, und seit dem bin ich der Blutdruckmesssucht verfallen. Ich mache alles von diesem Gerät abhängig. Ich messe direkt nach dem Aufstehen um zu sehen wie es mir geht. Ist der Wert niedrig ist soweit alles ok (obwohl mittlerweile auch das oft nicht mehr für meine Beruhigung ausreicht) ist der Wert nur ein wenig verschoben, dann beginne ich zu grübeln und denke und denke und denke und hoffe und hoffe und hoffe, dass der Wert doch bitte ganz schnell wieder normal wird, was er sowieso schon ist, außer in der Panik, dann natürlich nicht.  Erst vor ein paar Tagen habe ich eine ganze Nacht mit zu hohen Werten verbracht, auf der Couch sitzend mit dem Blutdruckmesser am Arm.. wenn es schlecht läuft muss ich dann alles 10 Minuten messen, was halt so überhaupt gar nichts bringt, weil es die Werte total verändert und überhaupt nicht mehr stimmen. Manchmal messe ich so lange, bis der Wert eine Höhe (oder sollte ich lieber sagen so niedrig ist) erreicht hat, dass ich mich entspannen kann. Oft kann ich das dann aber nicht glauben und messe zur Sicherheit nochmal nach... da ist dann oft der Wert aber wieder zu hoch..... und schon geht die Spirale von vorne los. Zwischendurch hatte ich auch zwei verschiedene Blutdruckmessgeräte, eine Oberarmmanschette und ein Handgelenksteil, die zeigten oft auch verschiedene Werte an, dann musste ich quasi 4x messen, an jeder Seite mit jedem Gerät. Was für ein Stress.... Und wie bescheuert ist das denn?  Ich war letztes Jahr schon in der psychosomatischen Klinik und dort hatte ich dann kein Gerät dabei. Und das war eigentlich auch gut so, wenn gleich ich am Anfang dachte, dass ich das nicht überlebe, weil ich wie ein Süchtiger auf "Blutdruckmess-Entzug" war. Zum Schluss hin ging es mir aber eigentlich schon viel besser und es gab auch Tage, da habe ich so gut wie gar nicht an den Blutdruck gedacht. Das ging recht gut (1 mal messen am Tag ist für mich sehr gut ;-) ) bis kurz vor Weihnachten. Da hatte ich dann wieder einen Paniktag - ich habe an das Erlebnis vor 1, 5 Jahren denken müssen und schon war auch der ganze Tag wieder so. Seit dem bin ich etwas rückfällig geworden. Leider! ABER zum Glück ists nicht mehr so, dass ich sofort den Notarzt rufen würde, wenn der Wert mal wieder über die Grenze geht. Ich war sooo oft beim Arzt und habe so viele EKG´s machen lassen und alle anderen Untersuchungen, dass ich eigentlich wissen muss, dass alles ok ist. Trotzdem mache ich mir immer wieder Sorgen. Das einzigste was mich dann oft auch beruhigt ist, dass ich weiß (hihihi-- naja, eher hoffe ;-) ) dass er wieder nach unten geht, wenn ich mich entspannen kann und dass selbst ein hoher Wert nicht so schlimm ist, wenn er nicht dauernd so hoch ist. Beim Sport ist er ja auch so hoch - vorallem beim Joggen und das ist gut so! Vielleicht hilft es dir, meine Geschichte zu lesen oder vielleicht hift dir auch diese Seite hier: http://www.angstportal.de/search-all.php?keyword=herzphobie&submit=Los&boolean_type=AND. Es gibt auch Bücher, wie z.B. Herzphobie. Ursachen und Behandlung. Autor:Othmar W. Schonecke . Gut finde ich auch diese Seite : http://www.expertenrat.info/ . Dort gibt es Videos zu Thema Angst - kostenlos. Und viele anderen Infos. und ich finde es gut, in einer Selbsthilfegruppe zu sein. Dort fühle mich sehr aufgehoben... Auf alle Fälle wird dir die Psychotherapie helfen, am Besten ist eine Verhaltenstherapie mit viel Konfrontationsübungen. Und ich glaube, da bei dir diese Angstsymptomatik noch nicht so lange besteht, ist sie auch wirklich gut behandelbar!!! Ich drücke dir die Daumen!! Und mir auch  Grüße Vitamin B
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
Minifant
Juniormember
 
Beiträge: 8
|
 |
« Antworten #5 am: 26. Januar 2009, 11:29:18 » |
|
Hi Vitamin B... vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Ich habe ihn intensiv gelesen und bedanke mich auch für Deine Links, welche ich mir aber noch genauer ansehen muss. Im Moment habe ich mit der Angst überhaupt kein Problem, weil mein Fokus auch fast ausschließlich auf meinem Blutdruck liegt. Ich sagte ja bereits das ich seit einer guten Woche schon einen leichten Betablocker einnehme...ich diesen aber so schnell wie es irgendwie geht wieder loswerden will, denn ich bin ja alles andere als ein Risikopatient was einen hohen Blutdruck angeht. Ich bringe auch die Kraft auf den Druck nicht mehr zu messen, auch wenn es manchmal schwer fällt. Ich werde versuchen ganz langsam und sachte wieder mit Joggen zu beginnen. Erstmal so 15 Minuten und ich versuche mich zu steigern. Zudem werden ich versuchen mich mit jemanden auszutauschen der mir den Blutdruck genau erklären kann, was es genau damit auf sich hat und wie der Kreislauf genau funktioniert, wo Störungen liegen und in wie fern die Psyche und Nerven dabei eine Rolle spielen, denn ehrlich gesagt habe ich fast gar keine Ahnung rund um das Thema, mache mich aber kirre bis zum geht nicht mehr. Ich hoffe sehr das auch Du versuchen kannst die Sache in den Griff zu bekommen. Versuche auch Du Dich zu informieren und bringe die Kraft auf den Druck erstmal nicht mehr zu messen. Es bringt nichts, außer das man weiter in diese Spirale gedrängt wird.  Ich selbst konnte gerade erfahren, wie schnell ich auf einen solchen Umstand anspringe und mich in die Sache hineinsteigere. Es ist unglaublich, denn manchmal kommt mir alles so anders vor. Vor einigen Wochen habe ich niemals über hohen Blutdruck nachgedacht, denn wie auch bei Dir waren alle Werte, wenn sie denn mal beim Arzt gemessen wurden immer ok und das soll auch tunlichst wieder so werden.  Viele Grüße und bis bald....!! -Euer Minifant-
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
VitaminB
Beginner

Beiträge: 2
|
 |
« Antworten #6 am: 26. Januar 2009, 22:05:09 » |
|
Hallo Minifant, nun, auch ich versuche natürlich so wenig wie möglich zu messen, gelingt mir an manchen Tagen ganz gut, an manchen halt nicht so gut. Besser wäre es, das Blutdruckteil wegzuschmeißen, dann gehts bestimmt bald besser. Ich hoffe ich schaffe den Schritt bald! Wenn du besser verstehen willst, wie dein Körper so funktioniert, hilft Biofeedback-Therpie ganz gut! Da werden mehrere verschiedene Messgeräte an dir befästigt (Herzfrequenz, Temperatur, Atmung, Schweißdrüsenmessung, Nackenmuskel, auch Blutdruck ist möglich) und du kannst am Monitor sehen, wie sich alles binnen Sekunden ständig ändert und welche Atmung du hast (Brust oder Bauch) und wie oft du atmest usw... sehr interessant. Ziel ist es, mit Hilfe von z.B. Atem-Lernprogrammen die Atmung besser kontrollieren zu können und auch besser einsetzen zu können. Es gibt viele verschiedene Lernprogramme, das hängt von deiner Persönlichkeit ab, welches der Therapeut mit dir übt. Leider muss man diese Sache selbst bezahlen, aber mir war es das wert, zu sehen, wie ich so funktioniere. Hier nochmal zum Lesen: http://www.medizinfo.de/psychotherapie/entspannung/biofeedback.shtmlSchönen Abend dir.... Viele Grüße Vita
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
Rhini
|
 |
« Antworten #7 am: 27. Januar 2009, 00:58:05 » |
|
Hallo Minifant, In deinem vorigen Bericht habe ich gelesen, wie sehr du auf dich und deinen Körper achtest. Wenn ich es recht in Erinnerung habe, begann deine Odyssee nach einer Krankheit. Ohne mehr über dich zu wissen denke ich, dass gerade diese Hilflosigkeit dagegen dir so etwas wie einen inneren Schock versetzt hat. Vielleicht beunruhigt dich deshalb der eher kurzzeitige Bluthochdruck, der erst dann problematisch wird, wenn er ständig erhöht ist. Im Zuge meiner Routineuntersuchung sollte ich wegen meiner häufigen Herzschmerzen mehrere Wochen meinen Blutdruck messen und er lag immer sehr hoch (Ich war eigentlich mein Leben lang ein Mensch mit zu niedrigen Blutdruck). Nun waren die Werte im Durchschnitt bei 150/100. Trotzdem ist mein Herz kräftig und gesund. Ab und zu messe ich ihn noch, aber er steigt und sinkt je nach Tagesform. Eben noch keine beunruhigende Sache laut meines Arztes. Gegebenenfalls macht dich auch dein Hang zur Perfektion krank, denn das kann unter Umständen bedeuten, dass du auf alles achtest und somit unter ständiger innerer Anspannung stehst. Die Seele braucht aber auch verrückte Geschichten. Zum Einen, weil sie daraus lernt und zum Anderen, weil sie sich damit entspannt. Nichts spricht dagegen, mit den Freunden mal ein Bierchen zu trinken (natürlich nicht "saufen") oder auch mal einen fetten Hamburger zu essen. In so fern sollten wir alle mehr auf unseren gesunden Körperverstand hören, der sich holt, was er braucht. Gerade was Nahrung betrifft kann zu diszipliniertes Essen für den Körper der reinste Stress sein, weil er daraus seine Bedürfnisse abdecken muss und eventuell eben auch Mangel verarbeiten soll. So in der Richtung, dass man ein Auto hat, dass nur bei Superbenzin volle Leistung bringt aber immer nur Normal bekommt. Ernährung sollte ausgewogen sein und bei all den Reden vom "gesunden" Essen kann etwas einem gut tun und dem Anderen schaden. So etwas kann man mit einem Bluttest testen lassen, wenn zB die Mineralien und so (bin da leider Laie) überprüft werden. Noch ein Tipp: Wenn du dich bewegen möchtest, dann denke nicht soviel darüber nach sondern tu es einfach. Es gibt viele Menschen, die sich besonders gut fühlen, wenn sie sich ausgepowert haben. Allerdings habe ich es immer so gehalten, dass ich auf meinen Körper geachtet habe und wenn der meinte, es reicht, habe ich aufgehört, etwas zu tun. Es geht nicht darum, wie lange man etwas macht, sondern, dass man etwas macht. Um dich vielleicht zum Lächeln zu bekommen: Mein Therapeut hat zu mir mal gesagt, selbst wenn ich nur zwei Minuten aufs Rad steige habe ich mehr getan, als es garnicht zu tun. (Mit meiner psychischen Erkrankung ist meine Antriebskraft verloren gegangen und ich wollte und will sie wieder aufbauen).
Leben darf Spaß machen... LG Rhini
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
Minifant
Juniormember
 
Beiträge: 8
|
 |
« Antworten #8 am: 28. Januar 2009, 12:51:25 » |
|
Hallo Leute... vielen Dank für Eure Beiträge und Anregungen. Im Moment geht es wieder etwas bergauf und die innere Anspannung verspüre ich seltener. Ich versuche im Moment mit simpler Atemtechnik mich wieder zu beruhigen, wenn sich mal wieder ein "Unwohlsein" einstellt. Ich werde zudem in den kommenden Wochen mich mal wieder sammeln und versuchen mich zu entspannen, spazieren gehen etc. Ich hoffe sehr das es mir gelingt so langsam, aber sicher wieder mit meinem Sport (Laufen und Fitness) zu beginnen. Zudem werde ich auf Alkohol jetzt erstmal 5-6 Wochen verzichten. Seitdem ich den Betablocker nehme scheint sich alles ein wenig beruhigt zu haben. Auch die Diagnose aus dem Krankenhaus hat mir ein Stück Sciherheit gegeben und die Aussicht auf den Termin bei der Therapeutin tut mir auch gut. Trotzdem möchte ich den Blocker natürlich so schnell wie möglich los werden, denn vorher bin ich auch gut ohne diesen ausgekommen. Das wird aber mit Sicherheit noch etwas dauern, denn ich Moment wie gesagt kann ich ihn gut gebrauchen. Ich muss aber scheinbar wieder lernen Dinge zu tun, ohne groß nachzudenken. Sicherheit ja, aber übertriebene Gedankengänge sollten irgendwann wieder der Vergangenheit angehören. Meine Ziele sind klar und deutlich und ich danke Euch nochmals für Eure Anregungen, sowie Unterstützung.  Ich werde mich auch weiter im Board umsehen, denn hier gibt es wirklich sehr viel Interessantes zu diesen Themen. Viele Grüße und bis bald... -Euer Minifant-
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
Minifant
Juniormember
 
Beiträge: 8
|
 |
« Antworten #9 am: 04. Februar 2009, 11:51:37 » |
|
Hallo zusammen, die letzten Tage ging es mir richtig gut. Keine Panikanfälle mehr, kein hoher Blutdruck und ich steckte voller Energie. Ich war wieder trainieren und fühlte mich nachher richtig gut. Doch seit gestern Abend wieder dieser unsägliche Rückfall in alte Zeiten. Ich war nach dem Training auf dem Weg zum Italiener, weil ich dort mit Freunden verabredet war. Alles schien ok zu sein und auch zu bleiben. Dann bekam ich vor dem Essen wieder einen Schub "Unwohlsein", was sich in plötzlicher Kraftlosigkeit und ein wenig Schwindel, also ein flaues Gefühl äußerte. Ich dachte mir nichts dabei, aber es verschwand nicht und ich wurde immer unruhiger innerlich. Nervös kaute ich auf meinen Fingernägeln und fasste mir dauernd an die Augen und ins Gesicht. Meine Atemübungen verhinderten schlimmeres. Ich ging früh nach Hause und legte mich hin, machte meine Atemübungen und habe nochmals den Blutdruck gemessen. 119/74 war das Ergebnis. - also nichts schlimmes. Die Tabletten scheinen angeschlagen zu haben, aber ich fühle mich ehrlich gesagt nicht gut dabei, als 36-jähriger, sportlicher Typ ohne Blutdruckvorbelastung Betablocker einzunehmen.  Schlafen konnte ich aber wie immer in letzter Zeit gut und bin auch heute morgen wieder gut aus dem Bett gekommen. Blutdruck war auch wieder Ok. (117/77) Trotzdem habe ich seit einigen Stunden wieder dieses "unwirlkliche" Gefühl mit Sehstörungen, Druck auf dem Magen, Schwindel und kraftlosigkeit. Ich habe zwar keine direkte Angst, oder Panik, aber es nervt mich zusehens, denn ich muss ja arbeiten - aber wie ?? Meine Hoffnung ruht auf meinem ersten Termin am heutigen Abend bei der Therapeutin, denn ich habe im Moment so ein Gefühl das ich mich nur noch einweisen lassen möchte. Ich will einfach wieder normal leben können, mich auf Dinge freuen, so wie früher auch. Die Panikattacken hatte ich vorher ja auch, aber meist nach übermäßigem Alkoholkonsum am Wochenende, weil ich dann ein schlewchtes Gewissen hatte, aber im Moment trinke ich Null Alkohol und das Rauchen habe ich auch schon vor langer Zeit drangegeben. Seitdem ich diesen Betablocker nehme geht es mir richtig gut, weil dieser auch innerlich das veg.Nervensystem beruhigt. Ich war schon so euphorisch das Ding nun langsam absetzen zu können - nun aber dieser Rückschlag. Ich hoffe aber sehr das die Therapie heute ein Anfang in die richtige Richtung ist und ich mich innerlich wieder normalisieren kann - stabil werden kann. Sport ist in dem Zusammenhang sehr wichtig für mich, aber wie soll ich auf's Laufband kommen, wenn dieser innere Druck mich nicht mal Treppen steigen lässt. Ich hoffe das geht gleich wieder vorbei und ich kann mich auf den Termin heute Abend konzentrieren. Ich werde mal weiter berichten, wie es sich entwickelt, denn evt. hat der eine, oder andere von Euch ja die selben Symptome und kann sich mit mir auf eine Art und Weise identifizieren. Viele Grüße und bis bald. Euer Minifant
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
Rhini
|
 |
« Antworten #10 am: 04. Februar 2009, 13:00:11 » |
|
Hallo Minifant, Es ist schön zu lesen, wenn es jemanden zwischenzeitlich besser geht, auch wenn du jetzt wieder Probs hast. Genauso ist es zu begrüßen, dass du "am Ball" bleibst und wirklich alles erstmal abklären willst. Ich habe auch Betablocker genommen, obwohl mein Kreislauf/Blutdruck recht in Ordnung war. Diese Teilchen hatten bei mir zur Folge, dass ich immer wieder unsicher auf den Beinen war. Den Grund, weshalb ich sie nehmen sollte (chronischer Kopfschmerz und Migräne), änderten sie nicht. Du kennst deinen Lebenslauf am besten und somit weißt du auch, ob du früher selbst Sachen gemacht hast oder dir angetan wurden, die dir geschadet haben könnten. Musst du hier nicht beantworten! Aber das für meine Verhältnisse (ich denke, ich lebe auch gesund) übertriebene Beachten deiner Gesundheit hat vielleicht eine Ursache, die inzwischen dazu führt, dass du dir keinerlei "Exzesse" mehr erlauben möchtest. (In der Richtung: ich habe getrunken und meinem Körper damit geschadet.) Aber ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass auch innere nicht konkretisierbare Ängste eine Ursache haben. Mir hilft dabei auch, dass ich meine "Missetaten" als Vergangenheit ansehe und jeden Tag als Neuanfang annehme. Genauso habe ich denen vergeben, die mir einst nicht wohlgesonnen waren (wurde zB in meiner kurzen Ehe genötigt und geschlagen). Die Vergangenheit habe ich nun mal und kann sie nicht ändern; wichtig ist, was ich aus meiner Zukunft mache. Jedenfalls wünsche ich dir erst einmal viel Erfolg bei deinem Termin. Rhini
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
Minifant
Juniormember
 
Beiträge: 8
|
 |
« Antworten #11 am: 05. Februar 2009, 14:20:31 » |
|
Hi Rhini... ich hatte ja gestern meinen ersten Termin bei einer Therapeutin. Der Termin war, so meine ich, für beide Seiten recht aufschlussreich und die gegenseitige Sympathie, welche unabdingbar ist, ist auch vorhanden. Pünktlich zum ersten Termin hatte ich natürlich einen absoluten Tiefpunkt bekommen, welchen ich heute schon scheinbar wieder überwunden habe. Heute geht es mir in jeglicher Hinsicht besser und ich fühle mich vollkommen gut und energiegeladen. Werde das natürlich auch direkt ausnutzen und heute Abend zu Sport gehen.  **Freu** Ich glaube das ich meinen Zustand mit Hilfe dieser Therapie wieder in den Griff bekommen kann, denn ich bin gewillt alles dafür zu tun. Mein Problem scheint aber wohl auch die "Schnelligkeit" zu sein, denn scheinbar wollte ich mein Problem gestern schon lösen und wurde da erstmal auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.  (Hatte ich gar nicht gemerkt) Im Moment werde ich versuchen mal ein bischen ruhiger zu werden, ein gutes Buch zu lesen und ein wenig Meditationsmusik zu hören. Autogen.Training habe ich ebenfalls vor. Die Tabletten nehme ich aber ersteinmal weiterhin, damit ich eine Art "Krücke" im Alltag scheinbar noch gut brauchen kann. Zudem werde ich versuchen nicht mehr so genau auf alles zu achten...(zu sehr gesund zu essen etc.) Das kann auch Stress verursachen. Deinen Rat, jeden Tag als einen Neuanfang zu sehen werde ich beherzigen und ich finde es schön, dass Du Dich nach Deiner "Geschichte" dazu durchringen konntest. Die Vergangenheit können wir in der Tat nicht ändern, nicht mal den vergangenen Tag, aber die Zukunft können wir beeinflussen und daran sollten wir uns halten. In diesem Sinne wünsche ich Dir ein schönes Wochenende und wenn's was neues gibt, werde ich's hier reinschreiben. Viele Grüße und bis bald. -Euer Minifant- 
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
Rhini
|
 |
« Antworten #12 am: 05. Februar 2009, 19:33:55 » |
|
Hallo Minifant, Ich freue mich für dich und deine positiven Ansätze. Auch darüber, dass du zu deiner Therapeutin einen Draht gefunden hast, was ja das A und O einer erfolgreichen Therapie ist. Ich denke auch, dass du die richtige Einstellung gefunden hast oder im finden bist: alles braucht seine Zeit, gehen wir es an! Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und lass mal wieder von dir lesen! LG Rhini
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
body0311
Juniormember
 
Beiträge: 8
|
 |
« Antworten #13 am: 15. März 2009, 11:52:13 » |
|
Hallo zusammen,
bin heute zum erstem mal aktiv im Forum. Bin beruhigt zu wissen, dass es Leidensgenossen gibt. Finde die Parallelen der einzelnen Beiträge besonders interessant.
Bin auch ein sehr sportbegeisterter Mensch(Joggen, Volleyball, Gewichtetraining), und habe immer viel persönliche Zufriedenheit und auch Anerkennung daraus gezogen - bis zum Dezember 2008, als ich mir beim Schlittschuhlaufen einen Trümmerbruch der linken Hand zuzog. Ich wurde operiert und habe seit dem eine Platte im Arm. Das was ich immer sehr gefürchtet habe ist eingetreten - Sport ade für einen langen Zeitraum. Im Januar fand der Umzug in eine größere Wohnung statt, 3 Tage später erwischte mich ein Virusinfekt mit 39,5 Grad Fieber. Das hohe Fieber ging mit Antibiotika runter, seit ca. 20.01.2009 habe ich bis heute täglich erhöhte Temperatur (nach Belastung 38 Grad, tagsüber ca. 37,6 Grad)
Bei mir hat sich der Zwang entwickelt, laufend Fieber zu messen. Sind die Werte unter 37,5 Grad bin ich halbwegs zufrieden. Insgesamt ist durch diesen Umstand eine alte (behandelte) Angststörung/Panikattacken nach einer Tinnituserkrankung (2005) wieder ausgebrochen. Eine körperliche Ursache für die erhöhte Temperatur wurde bisher nicht festgestellt (untersucht wurden Schilddrüse, Lunge, Herz, Blut, es steht noch ein CT Abdomen, Bauchraum aus) Ein "Fremd-Internist" hat ein verdicktes anteriores Mitralsegel beim Ultraschall festgestellt (evtl bakterienbefall - Endokarditis), mein "Haus- und Hofinternist" hat 1 Tag später nichts Auffälliges gefunden. Jetzt beobachte ich mein Herz laufend, zumal seit einigen Tagen Herstolpern, verstärktes Herzklopfen und Panikattacken auf dem Plan stehen. Ich glaube, dass mir meine Angststörung z.zt. mehr zu schaffen macht als die erhöhte Temperatur.
Seit 2 Monaten nehme ich täglich 30 mg Citalopram. Hat jemand von Euch Erfahrungen mit einer erhöhten Temperatur als eine mögliche Nebenwirkung dieses Antidepressivums? Wer weiss etwas über das Phänomen "erhöhte temperatur ohne bekannte Ursache".
LG body
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
JEM
|
 |
« Antworten #14 am: 15. März 2009, 18:12:27 » |
|
Hallo body0311, erst einmal herzlich willkommen hier im Forum! Zu beiden Themenkreisen kann ich aus eigener Erfahrung etwas beitragen: Erhöhte Temperatur: Hat meine Frau solange ich sie kenne (und das sind mittlerweile 38 Jahre), meist so zwischen 37,5 und 38°C. Auch sie muss das unbedingt laufend messen ... Kein Arzt konnte in der ganzen Zeit eine Diagnose dazu stellen, meine Theorie ist, dass es eine Art von Allergiereaktion ist (hoffentlich nicht auf mich  ) Und: Das Symptom war schon da bevor sie AD's genommen hat, also besteht da bei ihr kein Zusammenhang (es war z.B. auch da, als sie keinerlei Medikamente genommen hat). Mitralsegel: Ich bin 1993 daran operiert worden (Mitralklappenrekonstruktion wegen Prolaps), nach einem Zufallsbefund. Ich habe auch Sport betrieben und mein Herz hatte den Schaden kompensiert, indem es sich verdickte und vergrößerte (sog. Sportlerherz), deswegen hatte ich es selbst nie bemerkt. Heute betreibe ich nur noch Ausdauersport, um meine Herzgröße zu veringern, das geht aber nicht mehr perfekt, die Vorkammer wird immer groß bleiben. Ich würde an Deiner Stelle mir die Diagnose eines Kardiologen einholen (die Internisten besitzen nicht die Geräte dafür). Wenn Du hier ohne Befund bleibst, wäre der Besuch eines Psychiaters angesagt, der sich mit Deiner Angststörung befassen kann (wer hat eigentlich das Citalopram verschrieben?). Ich wünsche Dir Gutes! Liebe Grüße Jürgen
|
|
|
|
« Letzte Änderung: 15. März 2009, 18:14:03 von JEM »
|
Gespeichert
|
Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden. Verstanden ist nicht einverstanden. Einverstanden ist noch lange nicht angewendet. Angewendet ist noch lange nicht beibehalten. [Konrad Lorenz]
|
|
|
body0311
Juniormember
 
Beiträge: 8
|
 |
« Antworten #15 am: 15. März 2009, 18:52:18 » |
|
Hallo Jürgen,
danke für Deine schnelle Antwort. Bei meinem verdickten anteriosen Mitralsegel ging es um eine mögliche Endokarditis, d.h. die Ärztin hat hat vermutet dass die "Verdickung" eine Bakterienansammlung sein kann. Da die Entzündungswerte im Blut aber im Referenzbereich lagen, wurde diese Vermutung verworfen. Du hast mir einen Kardiologen empfohlen, hat der andere Ultraschallgeräte??
Das AD hat mir ein Psychiater verschrieben, es sei sein LieblingsAD und hilft bei Angststörungen?! Hat aber auch ein Haufen Nebenwirkungen.
Werde das CT Abdomen abwarten, dort sollen z.B. auch mögliche Magengeschwüre bildlich dargestellt werden.
Liebe Grüße Dirk
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
JEM
|
 |
« Antworten #16 am: 15. März 2009, 19:15:50 » |
|
Hallo Dirk, ein Kardiologe hat ein sog. Farb-Doppler-Ultraschallgerät (und auch mehr Erfahrung, Fachwissen). Mit diesem Gerät sieht er, wie das Blut in Deinem Herzen fließt, kann die Strömungsgeschwindigkeit messen und evtl. Rückstaus entdecken. Wenn auf Deinem Mitralsegel Streptokokken sitzen würden, müsste das eigentlich im Blut nachweisbar sein, eine Endokarditis geht nicht unbemerkt vorüber, sie ist körperlich sehr schwächend. Lieblings-AD: Nimmt es Dein Psychiater selbst ;-)? Im Ernst, jeder Patient braucht sein eigenes passendes AD (meine Frau hat in 15 Jahren schon über 10 verschiedene AD's bekommen - auch Citalopram - aber sie mussten immer wieder gewechselt werden, entweder wegen (zu) massiven Nebenwirkungen oder wegen Unwirksamkeit), es gibt eben nicht "das" AD! Mit dem CT Abdomen bekommst Du zwar keine Auskunft über Dein Herz, aber es ist sicher sinnvoll Magengeschwüre ausschließen zu können. Liebe Grüße Jürgen
|
|
|
|
« Letzte Änderung: 15. März 2009, 19:18:41 von JEM »
|
Gespeichert
|
Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden. Verstanden ist nicht einverstanden. Einverstanden ist noch lange nicht angewendet. Angewendet ist noch lange nicht beibehalten. [Konrad Lorenz]
|
|
|
body0311
Juniormember
 
Beiträge: 8
|
 |
« Antworten #17 am: 16. März 2009, 10:32:48 » |
|
Hallo Jürgen, danke für Deine Zeilen, die mich hinsichtlich der Endokarditis beruhigen. Bis auf das verdickte Mitralsegel war ja auch alles ok, einschl. Blutwerte. Heute früh rief ich meinen Psy*** an. Sie fühlte sich fast auf den Schlips getreten  als ich mich nach Alternativen zum Citalopram erkundigt habe. Jetzt soll ich die Dosis um die Hälfte reduzieren und am Do anrufen. Mal sehen, was passiert. Ich werde berichten. So jetzt gehe ich schaffen, wenn auch auf wackligen Beinen. Der Job lenkt mich aber etwas ab. Dir eine schöne Woche! LG Dirk
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
JEM
|
 |
« Antworten #18 am: 16. März 2009, 12:40:51 » |
|
Hallo Dirk, bei Endokarditis ist der Erregernachweis durch wiederholte Blutkulturen der entscheidende diagnostische Nachweis, ich denke, das wurde bei Dir gemacht? Den Kardiologen würde ich an Deiner Stelle auf jeden Fall aufsuchen, um über das verdickte Mitralsegel mehr Klarheit zu bekommen. Auch ich wünsche Dir eine schöne Woche und Kraft für den Job! Liebe Grüße Jürgen
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden. Verstanden ist nicht einverstanden. Einverstanden ist noch lange nicht angewendet. Angewendet ist noch lange nicht beibehalten. [Konrad Lorenz]
|
|
|
body0311
Juniormember
 
Beiträge: 8
|
 |
« Antworten #19 am: 16. März 2009, 20:36:02 » |
|
Hallo Jürgen,
habe heute meine Blutwerte CRP und BSG, die noch einmal genommen wurden, erfahren: alles im grünen Bereich. Habe meine Hämatologin auf die Blutkulturen angesprochen, sie meinte, dass das nur Sinn macht bei hohen Körpertemperaturen. Wenn der CRP Wert im Referenzbereich liegt kann ich keine Endokarditis haben!!!???. Sie ist mit ihrem Latein am Ende. Das mit dem verdickten Mitralsegel lasse ich noch einmal beleuchten. Zu einem "Schluckecho" habe ich ehrlich keine Lust. Also bleibt auch wieder nur ein Ultraschall?? Bin momentan absolut ratlos, was ich noch machen kann. Eine Woche in eine Uniklinik???
Wünsche Dir einen schönen Abend!
LG Dirk
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
Minifant
Juniormember
 
Beiträge: 8
|
 |
« Antworten #20 am: 18. März 2009, 11:49:06 » |
|
Hallo Leute... ich war nun lange nicht da und freue mich das mein Thread immer noch Thema hier ist.  Mir geht es seit einiger Zeit schon wesentlich besser. Ich bin zwar nicht zu 100% wieder "der Alte", aber ich bin, so glaube ich, auf einem guten Weg. Heute habe ich meinen 5.Termin bei meiner Therapeutin. Die Verhaltenstherapie wird nun sehr bald beginnen, aber auch die ganzen Vorgespräche haben mir schon ein wenig Sicherheit geben können. Das Einzige was mir immer noch zu schaffen macht ist meine Blutdruckgeschichte. Ich bin, nach einigen guten Wochen, wieder zum "Mess-Junkie" geworden. Bis vor einer Woche habe ich noch täglich den BB MetoHexal 47,5 eingenommen, welcher ja auch so wunderbar angslösend wirkt. Leider hat das Teil die für mich schreckliche Nebenwirkung, dass ich nach ca. 30 Minuten Ausdauersport Kreislaufprobleme bekomme und abbrechen muss. Das ist in sofern schlimm für mich, weil mir ohne Sport irgendetwas fehlt und ich in den letzteb 6 Monaten absoluten Bewegungsmangel habe. Die Tage , an denen ich in diesem Jahr Sport getrieben habe, kann man an einer Hand abzählen. Ich habe 4 Kilo abgenommen und fühle mich auch sonst total müde und abgespannt. Aus diesem Grund habe ich nun beschlossen den BB zu halbieren und nehme seit gut einer Woche nur noch die Hälfte, von dem eh schon sehr, sehr niedrig dosierten Medikament. Ich will es unbedingt ganz absetzen und meinen selbst erzeugten etwas erhöhten Blutdruck mit Sport wieder in geregelte Bahnen lenken. Es ist aber ein schwieriger Weg, denn seitdem ich den Blocker reduziert habe, geht es wieder mal so und mal so. Das führt zu regelrechten "Blutdruckmessparty" bei mir in der Wohnung.  In der Spitze erreiche ich Werte von 145/93, was aber die absolute Ausnahme bedeutet. Im allgemeinen pendelt sich der Druck zwischen 125-135 und zwischen 77-89 ein.Soweit so gut, aber trotzdem bin ich anscheinend wieder etwas anfälliger geworden, denn meine Gedanken kreisen doch sehr, sehr häufig um den eigenen Gemütszustand. Ich bin aber zuversichtlich, dass ich das Ding durchziehe. Ich verstecke mich nicht, auch wenn es mir wieder schlechter geht. Ich gehe z.B. bewusst an Orte, mit denen ich schlechte Erfahrungen verbinde. Ich mache all die Dinge, die ich früher auch gemacht habe, auch wenn ich mich zu diesem Zeitpunkt wieder ein wenig "irreal" fühle. Das geht zwar dann nicht mehr weg, oder nur sehr schwierigm, aber ich habe wenigstens das Gefühl das ich nicht vor den Problemen weglaufe. Was die beiträge des Mitglieds body0311 angeht, begrüße ich die Anmeldung hier im Forum, denn mir hat dieses Forum schon sehr viel geholfen und ich konnte eine Menge informationen sammeln. So wird es Dir, lieber Jürgen bestimmt auch gehen. In meinem Fall hatte ich auch über einen längeren Zeitraum immer etwas erhöhte Temp. und wurde somit auch zum "Fiebermess-Junkie" Man hat dann anhand meiner Blutwerte eine in den Anfängen sich befindenden "atypische Lungenentzündung" diag. können. Das heisst nicht das dies bei Dir auch der Fall sein muss. Es wurden erhöhte Antikörperwerte im Blut festgestellt und dies wurde dann mit einem Antibiotikum behandelt. Irgendwann habe ich dann mal "extern" Fieber gemessen und hatte auf einmal keine erhöhte Temp. mehr, sondern eine ganz normale. Zu Hause hatte ich mit meinem Messgerät wieder Werte um die 37,5 bekommen. Danach habe ich mein Messgerät in die Tonne gehauen und mich gefragt was ich eigentlich die ganzen Wochen über gemacht habe...?? Nämlich mich total bekloppt gemacht mit einem sehr wahrscheinlich defekten, oder besser gesagt etwas ungenauen Messgerät.  So schnell kann eben alles kommen....!! In jedem Fall wünsche ich Euch alles Gute und ich werde sicherlich auch weiterhin mich hier informieren und den einen, oder anderen Text schreiben. Wenn ich in den letzten Monaten eins gelent habe, ist es das man die eigene Psyche nicht unterschätzen sollte. Zu viele Gedanken sind zumindest in meinem Fall absolutes Gift, aber sich selbst davon zu befreien ist unglaublich schwer und man muss sehr viel Kraft aufwenden um da wieder rauszukommen. Ich bin mir aber sicher das ich das schaffen kann und ich wünsche Euch allen auch die Kraft Eure Ängste besiegen zu können.
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
body0311
Juniormember
 
Beiträge: 8
|
 |
« Antworten #21 am: 19. März 2009, 16:40:58 » |
|
Hallo Minifant,
Deinen Beitrag finde ich richtig gut - weil er viel Positives vermittelt. Die Psyche ist sehr, sehr stark und nicht zu unterschätzen.
Hallo Leute, habt Ihr schon einmal etwas von einer Titanallergie gehört? Suche verzweifelt nach Ursachen für meine erhöhte Temperatur.
Habe eine Titanplatte nach einer Radiusfraktur in den Arm bekommen. Vielleicht vertrage ich das Zeug nicht!
Freue mich auf Euere Antwort!
Bis dahin, Dirk
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
Rhini
|
 |
« Antworten #22 am: 19. März 2009, 19:54:54 » |
|
Hallo Dirk, Ich glaube heutzutage kann man auf so ziemlich alles allergisch reagieren, weil unsere normale Abwehr durch verschiedene Ursachen geschwächt sein kann. Allerdings denke ich, dass Titan, welches unter hygienischen Bedingungen in den Körper eingesetzt wird, so ziemlich alle Test hinsichtlich Körperverträglichkeit bestanden hat. Entzündungen in diesem Bereich, die mit einer allergischen Reaktion einher gehen, wären auch im Blutbild sichtbar geworden. Anders sieht es beim Chirurgenstahl aus, der bekanntlich auch bei Piercings verwendet wird. Diese Bereiche sollten extrem sauber gehalten werden, weil kleinste Schmutzpartikel Wunden und somit Entzündungen hervorrufen können. Ich selbst habe seit Jahren eher Untertemperatur und für mich bedeutet 37 Grad schon Fieber. Da sich mit dem Alter der Stoffwechsel auch immer wieder ändern kann, wird sich unter Umständen auch die Körpertemperatur ändern. Frage ist allerdings, ob du dich auch entsprechend krank fühlst oder ob du glaubst, krank sein zu müssen, weil du diese Werte hast, die medizinisch gesehen durchaus noch im normalen Bereich liegen können?
Allgemein suchen wohl die meisten Menschen verzweifelt nach Ursachen, die ihr Wohlbefinden beeinträchtigen. Aber wenn medizinisch alles in Ordnung ist, sollte man vielleicht lieber danach streben, es sich besser gehen zu lassen. Natürlich muss man schlechte Erfahrungen verarbeiten, aber man kann sie nicht ungeschehen machen. Vielmehr ist es Aufgabe, sich ein Umfeld zu schaffen, in dem man solche Erfahrungen nicht mehr machen muss oder in dem man solche Erfahrungen besser wegstecken kann. LG Rhini
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
body0311
Juniormember
 
Beiträge: 8
|
 |
« Antworten #23 am: 20. März 2009, 20:03:35 » |
|
Hallo Rhini, danke für Deine Zeilen, die mir weiter geholfen haben! Ich fühle mich tatsächlich krank, d.h. habe so eine Art Schüttelfrost. Da ich Angstpatient bin seit meinem Tinnitus (2005), können diese Symptome durchaus auch psychischer Natur sein. Hatte nach 4 Jahren Pause auch wieder Panikattacken  . Denke ständig irgendeine schlimme Krankheit zu haben (die hinter der erhöhten Temperatur steckt) Mache kommenden Dienstag noch eine Magenspiegelung mit und werde dann versuchen zur Ruhe zu kommen und es mir gut gehen lassen. Dass die erhöhte Temperatur nicht psychischer Natur ist, habe ich heute nach Einnahme einer Ibuprofen festgestellt: die Temperatur sank von 37,5 auf 36,6! Wünsche Dir und allen im Forum ein stressfreies WE VG Dirk
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
Rhini
|
 |
« Antworten #24 am: 21. März 2009, 09:50:34 » |
|
Hallo Dirk, Schmerzmittel haben allgemein die Wirkung, die Körpertemperatur ab zu senken. Da ich chronisch generalisierte Angst habe, bekomme ich oft Schweißausbrüche oder Schwindelatacken (Manchmal ist es schwer, die Sympthome zu zu ordnen). Zudem steigt meine Temperatur dann oft um ca 1 Grad an, was sich jedoch nach einiger Zeit wieder reguliert. Immer wieder habe ich mir gewünscht, man würde eine Erkrankung körperlicher Natur bei mir feststellen; diese könnte man dann wenigstens gezielt behandeln. Aber bislang gab es keinerlei Ergebnisse und mir bleibt nichts anderes übrig, als mit mir so schonend wie möglich um zu gehen. Dabei falle ich oft in meinen alten Trott: Das werde ich wohl schon noch ableisten können. Die Quittung bekomme ich meistens postwendend oder ich bin mehrere Tage so schlapp, dass ich garnichts mehr auf die Reihe bekomme. Wenn du also abschließend die Magenuntersuchung hinter dir hast, körperlich wirklich alles ok ist, dann schaue dich in deinem Leben um, ob dort etwas zu finden ist, was du in dieser Form nicht gebrauchen kannst. Zur Ruhe kommen, das wünsche ich mir auch und die körperliche Ruhe kann ich mir schon nehmen, aber im Kopf kreist es weiter... Bei vielen Dingen habe ich mir eine andere, für mich besser passende Denkweise angeeignet, aber das Leben ist so vielfältig, dass ich mich immer wieder gefordert sehe. Die stete Überprüfung meiner Lebenssituation kann mich inzwischen auch teilweise beruhigen. Oft denke ich, dass Menschen, die Angst vor einer Krankheit haben unter Umständen etwas anderes dahinter verstecken; sich vielleicht auch indirekt in eine Krankheit flüchten, um sich nicht unangenemeren aussetzen zu müssen. Das ist aber nur ein Gedanke von mir und muss nicht zutreffen. Allerdings sollte jeder Mensch ehrlich zu sich selbst sein; seine eigenen Bedürfnisse überprüfen und nicht nur in einer bestimmten Form handeln, weil er denkt, er müsse es tun. Jedenfalls wünsche ich dir, dass du dich in die Lage bringen kannst, es dir gutgehen zu lassen. LG Rhini
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|