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Angstnetz Forum
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Autor Thema: Angst vor allem?!  (Gelesen 2403 mal)
eisfee
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« am: 31. Januar 2009, 20:51:43 »

Hallo, bin neu hier und habe mir mal eure Beiträge so angeschaut und mir is aufgefallen, das ihr soweit wie es geht euer Leben selbstständig führt. Mir geht es da leider anders. Lebe seit 5 Jahren mit meiner Angst und ohne meinen Partner wäre ich ziehmlich aufgeschmissen. Allein geht leider gar nichts mehr. Gibt es bei euch auch solche Erfahrungen? Wenn ja wäre toll was zu hören.
Schönen Abend an euch alle! 
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Rhini
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« Antworten #1 am: 31. Januar 2009, 23:36:18 »

Sei willkommen Eisfee,
Seit mehr als 5 Jahren bin ich zu Hause, vollkommen Arbeitsunfähig und inzwischen verrentet. Inzwischen hat sich bei mir eine chronische, generalisierte (allgemeine) Angststörung entwickelt, ergo kenne ich dein Problem ganz gut. Da ich zusätzlich auch eine schwere Depression habe und eine Verhaltensstörung ist mein Leben ziemlich kompliziert geworden. Allerdings hat mich die Abhängigkeit von meinem Partner (oder anderen vertrauten Personen) noch tiefer in Depressionen gestürzt, so dass ich allzeit immer wieder versuche, so viel wie möglich alleine zu machen. Seit fast drei Wochen ist mein Partner nun im KH und ich bin alleine zu Hause. Dabei geht es mir erstaunlich gut; ich komme klar mit Einkaufen und Selbstversorgung. Zum Glück muss ich nirgendwo hin, weder zum Arzt noch zu irgend ein Amt. Natürlich bin ich immer total erschöpft, wenn ich meine kleinen Aufgaben erledigt habe, aber ich bin auch stolz, dass es geht.
Auch wenn mein Körper verrückt spielt, so merke ich doch, dass er sich genauso erholen kann.
Ich wollte so oft aufgeben, weil ich mein Leben kaum mehr ertragen konnte und bin heute froh, es nicht getan zu haben. Ich habe Verständnis für deine Situation, aber ich denke auch, dass du für dich versuchen solltest, etwas zu ändern. Ob du schon psychologische Hilfe erhalten hast, weiß ich ja auch nicht.

Ich werde wahrscheinlich den Rest meines Lebens mit meinen psychologischen Probs leben müssen, doch ich bin noch zu jung, um auf zu geben. Es ist anstrengend, schmerzhaft und oft demoralisierend, aber ich habe immernoch mein Ziel vor Augen, wenigstens für mich und meinen Partner ein erfülltes Leben zu erreichen... was wohl gehen mag, wenn man immer daran arbeitet.
LG
Rhini
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eisfee
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« Antworten #2 am: 01. Februar 2009, 13:59:27 »

Hallo! Schön das es jemanden gibt dem es ähnlich geht. Ich weiss, das ich selbst was dagegen tun muss. Ich habe auch schon mal eine Therapie begonnen, leider war die völlig sinnlos, weil die Psychotante anscheinend nur an ihren Geldbeutel dachte und nicht wie sie mir helfen kann. Nach ca. 5 Sitzungen beschimpfte sie mich "als Kleinkind das nach seiner Mutti schreit". Sie hörte mir auch nicht richtig zu und verstand nur das was sie wollte! Alles was ich bisher erreicht habe, habe ich ganz allein geschafft. Jetzt nehme ich mir ständig vor einen neuen Psychologen zu suchen, weiss aber nicht wo ich anfangen soll!?   Vielleicht habt ihr einen Tip, wie man einen guten finden kann.


Ansonsten kämpfe ich auch jeden Tag aufs neue um den Stand den ich momentan habe zu halten.

Einen schönen Sonntag wünsch ich euch!

Grüsse von eisfee
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JEM
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« Antworten #3 am: 01. Februar 2009, 19:17:17 »

Hallo eisfee,
auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum!
Ich denke nicht jede(r) hier im Forum führt sein Leben wirklich alleine, das hat ja auch schon Rhini dargelegt.

Du hattest Probleme mit Deiner Therapeutin, Du schreibst von Angst, aber wer hat die Diagnose erstellt?
Du fühlst Deine Angst, aber hast Du schon einmal einem Psychiater davon erzählt?
Ich wünsche Dir Gutes!
Liebe Grüße
Jürgen
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eisfee
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« Antworten #4 am: 01. Februar 2009, 21:05:01 »

Hallo JEM! Vieles ist mir allein klar geworden, habe viel mit meinem Partner darüber gesprochen. Bis wir dann zu dem Schluss gekommen sind, das ich prof. Hilfe brauche. Natürlich gab es da einen Auslöser für der mich nach und nach immer weiter in diese scheiss Angst getrieben hat. Bis ich irgendwann weder Arbeiten noch einkaufen oder Freunde treffen konnte. Da hab ich halt diese Erfahrung mit dieser Psychotante gemacht, die dann auch diese Diagnose gestellt hat. Aber wie gesagt alles was ich heute wieder kann, habe ich selbst geschaft bzw. mein Partner hat mich dabei unterstützt. Jetzt kann ich so ziehmlich alles wieder tun, ebend bloss nicht allein. Das ist der Punkt an dem ich nicht weiterkomme. Ich will das auch noch schaffen aber dazu brauche ich wohl doch einen anständigen Psychologen, würde es gern mit Hypnose probieren aber wie gesagt ich weiss nicht wie ich einen guten Psychogen finden kann. Mein Problem dabei ist auch das ich selbstständig bin und privat Krankenversichert, und ich möchte meine Versicherung nicht überstrapazieren, sie soll ja noch bezahlbar bleiben. (soll heissen das ich nicht zig Psychologen ausprobieren will)

Wieso schreibst Du  eigentlich Psychiater? Gibt es denn da Unterschiede?


Gruss eisfee
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JEM
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« Antworten #5 am: 01. Februar 2009, 21:50:36 »

Hallo eisfee,
der Arzt der Diagnosen stellt ist ein Psychiater. Dieser (oder diese) denkt über Medikamente nach und auch über Therapien.
Dies ist ein ganz "normaler" Arzt, den jede Versicherung bezahlt.
Die Frage für Dich ist jetzt nur diese: Erst eine Diagnose und dann entsprechende Hilfe oder einfach einmal irgendwas versuchen?
Ich wünsche Dir Gutes!
Liebe Grüße
Jürgen
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« Antworten #6 am: 02. Februar 2009, 00:09:55 »

Hallo Eisfee,
Ja, der Psychiater macht die Diagnostik; manchmal auch einPsychologe, der den Dr-Titel inne hat; dies oftmals in Kliniken...
Ich habe das Glück, dass mein Psychiater mit meinem Therapeuten bekannt ist und dort ein Austausch stattgefunden hat. Auch als ich wegen der Rente zum Gutachter musste, war dieser mit meinem Psychiater bekannt. So ist ein umfassendes Gesamtbild meiner Erkrankung zustande gekommen und mein Therapeut kann gezielter auf mich eingehen... Aber ich schrieb schon, dass ich lange gesucht habe. Wobei meine Erkrankung mich auch über einen längeren Zeitraum daran hinderte, effektiv zu suchen. Beim Therapeuten gibt es eigentlich immer erst ein oder zwei Kennenlernstunden. Deiner Krankenkasse sollte eine gute Suche egal sein, weil, wenn du gesund bist, du ein viel besserer Kunde für sie bist.
Nochmal zu der Abhängigkeit zu deinem Partner: Bei mir lief vieles besser, wenn mein Partner dabei war, doch er ist selbst nicht gesund (Lungenkrank) und ich musste mich auch immer auf ihn einstellen, was gerade mir sehr schwer fiel, weil meine Tagesform sich ständig änderte. Hätte ich sofort noch einkaufen gehen können, ging es eine Stunde später nicht mehr. Er wiederum braucht oft ein bis zwei Stunden, um selbst bereit zu sein (Ist alles sehr anstrengend für ihn!). Bei Terminen brauche ich ihn aber immernoch, gerade wenn ich nicht weiß, was auf mich zu kommt.
Trotzdem, meine Unabhängigkeit ist mir sehr wichtig geworden und selbst wenn nicht immer alles klappt, so komme ich doch irgendwie zurecht. Mir gibt es auch mein Selbstbewußtsein zurück; schließlich bin ich schon fast erwachsen...
LG
Rhini
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« Antworten #7 am: 02. Februar 2009, 14:52:05 »

Hallo Ihr lieben! Wenn ich euch richtig verstehe sollte ich also einen "Psychater" suchen, keinen Psychologen. Das mit der Krankenkasse, damit habt Ihr schon recht, ist nur leider so wenn man zu teuer wird steigen auch die Beiträge und das kann ich mir gar nicht leisten. Wechseln ist auch nicht so einfach da es dann wieder teurer wird und man findet mit dieser Vorbelastung nicht so leicht eine Versicherung.

Zu Dir Rhini - es macht mir Mut wenn ich höhre das andere mit ähnlichen Problemen, durchaus den Weg in ein einigermaßen selbstständiges Leben zurückgefunden haben. Es macht mich manchmal echt fertig das ich für jeden"Futzel" meinen Partner losschicken muß. Er macht es wirklich gern aber ich würde es viel lieber alleine tun. Und ich kenne das auch - früh wir planen unseren Tag und Mittags hat mich meine Angst wieder voll im Griff. Das mit deinem Lebensgefährten tut mir leid, würde mein Partner noch krank werden wüste ich wahrscheinlich gar nicht mehr weiter. Zumal unsere Existenz daran hängt, ich müsste dann unseren Laden ganz allein schmeissen. Darum muss ich es jetz endlich schaffen.

Liebe Grüsse von eisfee
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JEM
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« Antworten #8 am: 02. Februar 2009, 19:05:50 »

Hallo eisfee,
für die Diagnose braucht es einen Facharzt für Psychiatrie (sie haben meist noch weitere Titel, die Psychiaterin meiner Frau ist z.B. auch noch Fachärztin für Neurologie und Psychotherapie).
Es geht zuerst um eine fundierte Diagnose, dann um einen Therapieplan, auch evtl. um Medikamente.
Auch während einer evtl. Psychotherapie wirst Du immer den Psychiater zur Begleitung an Deiner Seite haben.
Angststörungen "verwachsen" sich nicht einfach, sie sind ernst zu nehmen und bedürfen der Behandlung bevor sie sich generalisieren.
"Alleine schaffen" muss es letzlich jeder von uns Tag für Tag, aber warum soll man keine Unterstützung in Anspruch nehmen, wenn es eine solche gibt?
Ich wünsche Dir Gutes!
Liebe Grüße
Jürgen
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« Antworten #9 am: 02. Februar 2009, 20:07:56 »

Hallo Eisfee,
genau das ist es: was wäre wenn? Nun bin ich ja schon nen Ticken älter und mein Partner nochmal zehn Jahre mehr, da ist es nicht verwunderlich, dass ich für uns, für mich, eine gewisse Sicherheit haben möchte. So lange ich noch nicht die Rente hatte, musste ich zusätzlich um unsere Existenz bangen. Irgendwann auf der Straße sitzen... so habe ich mir mein Leben wahrlich nicht vorgestellt... Deshalb sehe ich diese Wichtigkeit der Selbständigkeit und Unabhängigkeit gerade für mich ...
Klar, schrieb ich schon, dass es mir ziemlich oft ziemlich bescheiden geht; ich im Boden versinken möchte, wenn ich im Laden nicht den Fisch bestellen kann, den ich gerne hätte und doch wieder zu den fertig ab gepackten Sachen greifen muss; oder wenn mir jemand mit dem Einkaufswagen in die Haxen fährt und auch noch frech wird... ich würde dann so gerne ... und kann es nicht.
Zusätzlich habe ich diese körperlichen Beschwerden bis hin zu plötzlichen Zusammenbruch zB auf der Straße... das macht mürbe. Trotzdem, heute habe ich mir ganz alleine ein neues Sofa gekauft. Hatte Glück, dass die Verkäuferin sehr verständnisvoll reagierte, als ich stammelnd mit dem Zettelchen vor ihr stand. Jetzt bin ich zwar fix und alle, doch auch irgendwie zufrieden. Das habe ich meinem Thera zu verdanken, der immer sagte, dass ich alles darf (außer kriminell werden)...
Jem hat ja nochmal gut beschrieben, was ein Psychiater macht und der Therapeut arbeitet dann mit der Substanz, was natürlich besser klappt, wenn er Hinweise zur Zusammensetzung hat (Bildlich gesprochen).
Ich kann mir vorstellen, dass du Sorge um die Kosten hast, aber das kannst du doch im Vorfeld mit deiner KK abklären, oder?
Ich hatte früher auch immer gedacht, gerade, wenn es mir wieder besser ging, dass ich keine Therapie brauche. Heute habe ich den Salat, eben generalisierte Angsterkrankung die nicht mehr zu behandeln ist (also weg zu bekommen)... Naja, ich lerne jeden Tag, damit um zu gehen. Das bedeutet allerdings auch, dass ich trotz allem ziemlich eingeschränkt lebe. Ich habe keine Freundschaften mehr, weil ich zu ihnen keinen Kontakt mehr aufnehmen konnte. Ich bin selten auf Veranstaltungen oder auf Ausflügen, weil ich immer jemanden brauche und ich kann nichts spontan unternehmen.
Aber am traurigsten bin ich darüber, dass ich oft nicht genug Kraft für meine Enkelkinder habe...
Also schiebe Bedenken bei Seite und "erfinde" keine Ausreden; es geht doch um dich und um dein Leben mit deinem Partner, welches erfüllt sein sollte von vielen schönen Erlebnissen, oder?
LG
Rhini
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eisfee
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« Antworten #10 am: 02. Februar 2009, 20:36:27 »

Hallo Rhini!  ich kann Dir gar nicht sagen wie sehr Du mir aus dem Herzen sprichst. Vieles von dem was Du sagtst kommt mir so bekannt vor. Generalisierte Angst - was heisst das - Angst vor allem und jedem? Ich möchte natürlich eine Therapie machen, denn ich habe ja noch so viele Träume und Ziele die ich erreichen möchte. Als erstes wäre da die Hochzeit mit meinen Partner (ist für 10.10.2010 geplant) dafür möchte ich fit sein. Als nächstes wäre da noch der Nachwuchs, der auch nicht mehr so lange warten kann da mein Partner ebenfalls 10 Jahre älter ist wie ich, dafür muss ich noch viel fitter sein.
Wie gesagt es macht mir ungeheuer viel Mut von euch zu lesen, ich werde einfach mal ein paar Phsychiater anrufen und mal sehen was rauskommt.
Wie gesagt würde gerne Hypnose ausprobieren, habe einige Berichte darüber gesehen und bin echt offen dafür. Autogenes Training habe ich schon probiert, ging gar nicht. 
Das mit der Krankenkasse läuft glaube so, das ich ca. 10 Therapiestunden pro Jahr habe, aber da muss ich noch mal nachhacken.

V.G.eisfee
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« Antworten #11 am: 03. Februar 2009, 07:24:59 »

Hallo eisfee,
unter generalisierter Angststörung versteht man den Vorgang, dass bei länger vorliegenden Angststörungen eine immer geringer werdende Fähigkeit, Angst überhaupt tolerieren und ertragen zu können, vorliegt.  Das führt dann zur "Angst vor der Angst", wodurch sehr bald ein Teufelskreis entsteht, der sich selbst in ständiger Bewegung hält und zu einer sicheren Steigerung der Angst führt. Aus diesem Zustand der "Angst vor der Angst" ist ohne fachkundige Hilfe nur schwer ein Entkommen möglich.
Durch belastende Erlebnisse können, zusätzlich zu der Angst, dann auch noch Panikattacken auftreten.
Entspannungsübungen sind sicher immer hilfreich, autogenes Training wird wohl schwierig sein, eher Tiefmuskelentspannung nach Jacobsen.
Hypnose wird eher bei der Traumabehandlung angewandt, ich weiß jetzt nicht, ob ein Trauma bei Dir als Ursache vorliegt.
Aber ich kann Dir nur noch einmal raten nicht einfach etwas "auszuprobieren", sondern Dir erst eine Diagnose zu verschaffen und dann erst gemeinsam mit dem Arzt über mögliche Behandlungen zu sprechen.
Liebe Grüße
Jürgen
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« Antworten #12 am: 03. Februar 2009, 11:36:45 »

Hallo Eisfee,
Ja, generalisierte Angst heißt so viel wie Angst vor allem. Ob ich Angst vor meiner Angst (?) habe, kann ich dir garnicht beantworten, weil meine Angst durch mein Unterbewußtsein gesteuert wird und konkret (in bestimmten Situationen) nicht so oft auftritt (Vermeidungsverhalten). Meine Angst macht, dass ich den ganzen Tag und sogar im Schlaf eine angespannte Haltung habe... da ist die Muskelentspannung nach Jacobsen natürlich vollkommen richtig. Aber auch autogenes Training oder Meditation können hilfreich sein. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass beim autogenen Training belastende Situationen von Früher massiv hoch kamen.
In meiner Therapie ist der Haupttenor darauf ausgerichtet, mit meiner Angst vernünftig um zu gehen zu lernen. So habe ich mir angewöhnt, wenn ich merke, dass sie schlimmer wird, mit ihr zu reden; sie zu fragen, was an der Situation zB so schlimm ist.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass deine Kasse in einer Therapie nur zehn Stunden im Jahr bewilligen würde; das würde ja bedeuten, dass dir zB auch nur der halbe Blinddarm entnommen würde... Ich war eigentlich bei jeder Therapie einmal die Woche dort und dann etwa 20-25 Einheiten (Stunden). Die Maßnahmen müsste doch eigentlich auch der Arzt festlegen, oder?
Noch etwas: ich habe immer angst, egal wo, mich durch zu setzen. Gerade bei Ämtern oder Ärzten. Weil ich körperlich gesund bin habe ich heute noch oft das Gefühl, dass mir Leistungen nicht zustehen würden. Andererseits sehe ich an meinem Leistungsniveau, dass ich Hilfe brauche. So habe ich mir angewöhnt, so viel wie möglich schriftlich zu erledigen. Mein Vertrauen zu meinen Mitmenschen (Fremden) ist weitestgehend gebrochen und wenn ein Termin ansteht, nehme ich jemanden mit; vor allem als Zeugen.
Andererseits kann ich mir vorstellen, dass deine Angst mit Hilfe von Fachkräften geringer wird, so dass du wieder normal leben kannst.
Ich habe seit frühester Jugend eine Persönlichkeitsstörung, die wahrscheinlich ursächlich für Angst und Depression ist. Diese ließ mich Vorgänge mit anderen Menschen nicht richtig einordnen, woraufhin es zu falschen Reaktionen und dann zu vielen Missverständnissen kam. Irgendwann hatte ich das Gefühl, alles falsch zu machen und nichts wert zu sein... Später kam die Angst, dass alle mir nur Böses wollen hinzu.
Mein komplexes Krankheitsbild und viele mit falscher Therapie verschenkte Jahre haben letztlich zu meiner extremen Situation geführt. Aber ich schrieb ja schon, dass ich erstaunlich gut zurecht komme (voriges Jahr war mein Lieber auch im KH und ich spielte Kastenteufel in meiner Wohnung).

Hast du eigentlich auch körperliche Symptome wie , Herzrasen, Schweißausbrüche, diffusen Schmerzen, massive Erschöpfung und/oder andere?
Noch etwas, es ist oft sinnig eine Art Angsttagebuch zu schreiben. Auch in der Therapie kann man dann besser erkennen, in welchen Situationen die Angst besonders stark auftritt. Gegebenenfalls schreibst du dann auch noch deine Lösung des Problems hinzu. Ich selbst habe es zwar nicht gemacht, doch ich bin schon einige Zeit hier im Forum und habe durch mein eigenes Schreiben mehr Erkenntnisse über mich erlangt (natürlich auch durch die Antworten der Anderen).
Nun erst einmal liebe Grüße
Rhini
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eisfee
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« Antworten #13 am: 03. Februar 2009, 14:27:41 »

Hallo Jem! ich sagte ja bereits das ich schon mal bei einer Psychologin war, die dann auch eine Diagnose gestellt hat, und zwar schrieb sie in ihrem Bericht "episodisch paroxysmale Angst, Agoraphobie mit Panikstörung".Wegen der Hypnose: ich würde sie ausbrobieren, wenn ein Arzt der Meinung wäre, es könne zu einem Erfolg führen, ich meinte damit nicht das ich mal ebend irgendwas ausprobieren möchte. Bei mir ist es so, das mein Körper unterbewusst irgentwelche Symptome steuert die mich dann fertig machen. Hier mal ein Beispiel: Mein Partner musste sich am Rücken so ein Eiterding wegschneiden lassen, nix grosses, ohne Narkose, ambulant eben. Am Abend zuvor gingen wir ganz normal zu Bett, plötzlich wurde ich wach und mir war spay übel. Ich wusste nicht was los war, ich beann zu zittern und rannte zum Klo da bekam ich dann sone Art Kreislaufkollabs. Als ich nach einer halben Stunde etwa, so einigermassen wieder klar denken konnte fragte ich mich was das jetzt war. Am nächsten Morgen ging es mir immernoch sau schlecht, ich spielte es natürlich runter weil ich nicht wollte das mein Partner sich noch Sorgen um mich machen muss. Ich hatte bewusst keine Angst vor diesem Eingriff, weil ich ja wusste das es nix grosse is. So ging es mir schon öffter, und deshalb denke ich das so eine Hypnose vielleicht helfen kann.
Vielleicht verstehst Du das jetzt besser.

 
Hallo Rhini! Auf Deine Frage wegen der Symptome, wie ich gerade schon schrieb, war es früher meist Übelkeit. Es sind sone Art Attacken die sich langsam aufbauen bis zum "Supergau"(in ca. 5 min), das ist aber eher seltener geworden. Jetzt sind es oft Schwindelgefühle, Herzklopfen und ein bisschen Übelkeit. Aber richtig fertig macht es mich im Moment das mein Magen-, Darmbereich z.Z. verrückt spielt. Ich kann nicht Essen bekomme Durchfall. Hinzu kommt das ich auch noch sone Premenstruelle Störung habe, aber da habe ich bald einen Thermin, von dem ich mir erhoffe das mir meine Gynäkologin helfen kann. Das mit dem Tagebuch musste ich in meiner ersten Therapie auch führen. War aber für mich eher sinnlos, weil ich ja ganz genau weiss in welchen Situationen mein Körper verrückt spielt. Helfen tut mir Übung, d. h. alles was ich ständig tun muss z.B. den Einkauf im Grossmarkt, schaffe ich auch relativ locker. Sachen die ich lang nicht mehr getan habe oder nur selten tue fallen mir unglaublich schwer.
Angst mich durchzusetzten habe ich eher nicht. Dabei hat mir unglaublich geholfen, das ich mich in meiner Situation selbständig gemacht habe. Dazu hat mich dahmals mein Partner überredet. Ich habe es nicht bereut, es hat mich unglaublich stark gemacht. Ich muss ja da auch mit Lieferanten verhandeln und mein Personal führen. Wenn die manchmal wüssten wen sie da vor sich haben, würden sie mich wahrscheinlich nicht mehr für voll nehmen.   
Ich habe meine Angst übrigens auch Geist in meinem Körper genannt. Wenn es dann mal wieder losgeht, versuche ich ihn innerlich anzuschreien und sage ihm dann er soll mich in Ruhe lassen. Das klappt nur meist nicht so recht.
Wegen Deiner Rente die Du beziehst, solltest Du Dir keinen Sorgen machen. Ich denke das es schon korrekt ist das Du sie bekommst. Ich kann mir gut vorstellen das es Menschen gibt die es noch schwerer haben wie ich. Mich würde noch interessieren was einmal Dein Beruf war.

Liebe Grüsse von eisfee
 
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« Antworten #14 am: 03. Februar 2009, 19:59:10 »

Hallo eisfee,
die Diagnose lautet also auf deutsch, anfallsweise wiederkehrende Anst, Platzangst mit Panikstörung...
Zu was hat Dir die "Psychologin" damals geraten: Verhaltenstherapie, REHA oder zu Medikamenten?
Wie auch immer, da Du kein Vertrauen in sie hast, würde ich an Deiner Stelle mir eine weitere Meinung einholen (s.o.)
Das, was Du schilderst, ist für eine Angststörung völlig typisch, ich kenne jedes der Symptome auch von meiner Frau, sie würde genauso leiden und es versuchen zu verbergen, wie Du es getan hast. Aber das genau ist das, was zermürbt!
Auch für meine Frau ist alles was nicht "Standard" ist, immer wieder auf's Neue bedrückend, angsteinflössend.
Mein Verständnisproblem für Dein Problem ist da also wohl eher gering...
In Deiner Diagnose steht schon der Hinweis auf "wiederkehrend", wenn sie so stimmt, wäre eine Verhaltenstherapie auf jeden Fall sinnvoller, als eine Hypnosebehandlung.
Liebe Grüße
Jürgen


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« Antworten #15 am: 03. Februar 2009, 20:33:02 »

Hallo Jem! Das Du kein Verständnis hast  meinte ich auch nicht, ich hatte nur das Gefühl das Du das was ich schrieb nicht so richtig verstanden hast. Die Psychologin schlug dahmals eine Verhaltenstherapie und autogenes Training vor. Aber wie gesagt diese war ein Witz. Die Sitzungen bestanden daraus, das wir die vergangenen 2 Wochen analysierten und sie mich fragte wie ich mir meine weiteren Vortschritte vorstellte. Dahmals musste ich eine wichtige 4 stündige IHK-Schulung machen und ich hatte keine Ahnung ie ich das machen sollte, ihr Vorschlag war, das ich mich zu Haus hinsetzten soll und die Situation üben soll. Ich fragte sie was mir das bringen soll und bekam zur Antwort das ich mich so haben soll wenn ich ihr schon keine anderen Vorschläge machen könne. Letztendlich habe ich mich mit Hilfe meines Partners da durchekämpft. Was ich mich seither frage ist wie läuft so eine Therapie wirklich ab?! Ist es so wie im Fernsehn, wenn die Psychologen mit ihren Patienten ins Einkaufszentrum gehen usw.? Oder so wie ich es erlebt habe, das ich ihr sagen muss wie ich es machen will? Das mit dem autogenen Training hat deshalb nicht funktioniert, weil ich nicht abschalten kann, wenn ich damit beginne bin ich ganz schnell mit meinen Gedanken wo anders, Geräusche lenken mich dann auch sofort ab, machte für mich also keinen Sinn.
Ich bin natürlich grundsätzlich bereit mich auf einen neue Therapie einzulassen es sollte dann aber nicht wieder verschenkte Zeit sein.
Auf jeden Fall hilft es mir z.Z. ungemein das ich mal mit anderen Leuten über diese Sachen reden kann, vorallem Leute die ganz genau wissen was gemeint ist.

Liebe Grüsse von eisfee   
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« Antworten #16 am: 03. Februar 2009, 20:51:39 »

Hallo eisfee,
wirkliche Verhaltenstherapie sieht anders aus (auch das Fernsehen bietet da nicht unbedingt einen Maßstab), sie wird auf Deinen individuellen Fall angepasst.
Autogenes Training ist für einen Menschen mit Angststörung sehr schwer durchzuführen, es geht zu sehr in die mentale Ebene (also dort wo die Ängste auch entstehen), also war das damals sicher nicht hilfreich.
Ich würde im jeden Fall die Diagnose noch einmal überprüfen lassen und dann neu entscheiden, mich mit dem Arzt beraten.
Liebe Grüße
Jürgen
« Letzte Änderung: 03. Februar 2009, 20:53:24 von JEM » Gespeichert

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« Antworten #17 am: 03. Februar 2009, 23:34:26 »

Hallo Eisfee,
Nein, eigentlich mache ich mir keine Sorgen mehr um meine Rente, weil mich ja tatsächlich die Einschränkungen und körperlichen Beschwerden daran hindern, am allgemeinen Leben teil zu nehmen. Was ich meinte war eher, wenn ich wegen irgendwelchen (körperlichen) Probs zum Arzt gehen muss, um sie abklären zu lassen und dann immer wieder höre, dass alles von der Psyche kommt. Da nehme ich also anderen Patienten die Zeit weg... aber mir ist auch bewusst, dass es mir zusteht... sch. Angst!
Ich war von Beruf Erzieherin. Mit den Kindern kam ich immer gut zurecht, doch da gab es ja die Kollegen und die Eltern... Habe immer versucht, meinen Job zu machen und ansonsten unsichtbar zu sein... Nachdem ich 2001 längere Zeit (zwei OPs) krank war, wurde mir indirekt nahe gelegt, den Arbeitsplatz zu wechseln (Wir glauben, dass sie mit größeren Kindern besser klar kommen???). Ich blieb und landete bei den Kleinsten im Haus. Es liefen einige Schikanen ab, die ich psychisch kaum noch auffangen konnte. Trotz Arbeitszeitreduzierung habe ich es irgendwann nicht mehr geschafft und bin zusammen gebrochen.
Anfangs glaubte ich noch, dass es sich auf diese Arbeit beziehen würde und überlegte viel, was ich anderes machen könnte. Doch es lief nichts mehr...
Trotzdem, heute denke ich immernoch, ob es nicht irgendetwas für mich gibt, aber dann springt mein Körper herftigst drauf an, dass jeglicher Gedanke unsinnig erscheint. Nun wurstel ich mich so durchs Leben, freue mich über jeden kleinen Erfolg und über jede Leistung; gerade weil es mir dann doch wieder zeigt, dass ich noch mit mir rechnen kann... und die Anderen auch!

Verhaltenstherapie kann, wie Jem schon schrieb, sehr unterschiedlich sein. Leider muss man ausprobieren, was für einen passend ist. Manchmal (bei mir) sind es vor allem Gespräche über aktuelle Situationen; andere gehen halt auch hinaus um bestimmte Dinge aus zu probieren (Ich denke, wenn man konkrete Ängste zB vor Fahrstühlen hat, ist es wenig hilfreich, alles nur im Gespräch ab zu klären, weil es dort ja einleuchtend besprochen werden kann... und wenn dann die Fahrstuhltüren aufgehen, hat man wieder die alte Angst).
Leider gibt es eben noch keine generelle Therapie und so müssen wir Kranken teilweise länger suchen, bis uns etwas hilft. Wir müssen ziemlich stark sein und viel Geduld entwickeln; aber ich bin immernoch der Meinung, dass es sich lohnt!
LG
Rhini
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eisfee
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« Antworten #18 am: 04. Februar 2009, 20:55:24 »

Hallo Rhini! Ich glaube auch das Du das Recht hast zum Arzt zu gehen, könnte ja wirklich mal was sein und wie Du schon schreibst, gibt es Dir ja auch ein Gefühl der Sicherheit. Leider traue ich mich so gar nicht zum Arzt, nicht weil ich Angst vor einer Diagnose habe sondern weil ich viele Untersuchungen nicht ertragen würde. Ich bekomme schon Panik wenn sie mir Blut abnehmen wollen, ganz zu schweigen von Magen-, oder Darmspiegelungen (letzteres müsste ich eigentlich machen lassen). So muss ich halt mit der Ungewissheit leben (vorerst zumindest).

Deinen Beruf finde ich toll. Wollte ich auch mal machen. Hatte dahmals auch 2 Praktikas bei den kleinsten gemacht, aber habe mich dann anders entschieden.
Ist bestimmt nicht einfach ohne die Kids. Schade das Dein berufliches Umfeld so negativ reagiert hat.
Aber wenn ich so Deine Beiträge (auch die Du bei anderen schreibst), kann ich mir gar nicht vorstellen das Du Dich so schwer durchsetzten kannst. Grade auch in Deinem Alter (bitte nicht falsch verstehen)! Ich habe viel mit älteren Menschen (auch in meiner Familie) zu tun und die sind lang nicht so" fit" in ihren Äusserungen wie das was ich hier so lese. Viele sind so oberflächlich und denken nie nach über das was sie sagen. Oft erlebe ich das auch bei meiner Mutter, sie akzeptiert nur ihre eigene Meinung und lässt sich auch keine Tipps geben. So nach dem Motto, wird schon richtig sein, was ich tue.
Das mit der Therapie ist richtig, ich muss halt ein bisschen Geduld haben und suchen. Und das habe ich mir jetzt auch fest vorgenommen.

Liebe Grüsse von eisfee
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« Antworten #19 am: 05. Februar 2009, 00:43:05 »

Hallo, Eisfee,
Ich wollte damals lieber einen anderen Beruf machen, wurde aber von meiner Ma und dem Berufsberater aufgrund meiner Fähigkeiten überredet. Dabei hätte ich am liebsten technische Zeichnerin oder noch besser bei einem Architekten gearbeitet. Nö, die Kinder fehlen mir nicht, weil ich den Lärm und das Gewusel nicht mehr ertragen konnte. Inzwischen habe ich auch zwei Enkel (3 und 1). Die kann ich immer sehen, wann mir danach ist.
Schriftlich, so denke ich, kann ich mich schon recht gut ausdrücken und ich glaube auch zu wissen, wie es bei und mit mir laufen sollte... Problem ist halt die Umsetzung. Wenn früher jemand kam und meinte, dass das, was ich tue nicht gut wäre, fing ich an zu grübeln anstatt nach zu harken, was konkret gemeint wäre. Ganz früher, als Teeny, habe ich alles hinterfragt und mir kaum etwas sagen lassen, so bin ich auch oft ins "offene Messer" gelaufen. Naja, die Zusammenhänge der Entwicklung meiner Krankheit ist einfach zu komplex, um alles auf zu schreiben.
Vor einigen Jahren wurde bei mir eine Magenspiegelung gemacht. Voller Panik bin ich erst einmal dorthin gegangen; natürlich mit meiner Begleitung. Zuerst wurde ein kurzes Gespräch gemacht und dabei erzählte ich von meiner Angst. Daraufhin bekam ich eine kurze Narkose. Als ich wieder aufwachte, war alles vorbei und als ich nach einer halben Stunde später sicher auf meinen Beinen stand, konnten wir nach Hause gehen. Dass zum Glück alles in Ordnung war, erfuhr ich auch sofort. Diese Möglichkeit gibt es auch für eine Darmspiegelung...
Blut abnehmen... Nadeln und so... verstehe ich gut. Ich wäge immer ab, was schlimmer wäre, eine unangenehme Untersuchung oder eine versteckte und letztlich verschleppte Krankheit. Ca 1990 sollte ich nach einer Routineuntersuchung zu meinem damaligen Frauenarzt (war ein Neuer für mich, weil mein alter seine Praxis zu weit weg verlegt hatte)weil er wohl etwas gefunden hatte, was nicht so sein sollte. Dieser Doktor war mir zu unsympathisch, schusselig (meinte doch glatt, ich hätte schon zwei Abtreibungen gehabt; Patienten vertauscht!)also ging ich nicht mehr zu ihm hin. 2001 erfuhr ich dann, dass ich ein Karzinom habe. Nach zwei OPs war dann meine Gebärmutter weg. Psychologische Betreuung gleich Null... Hat mich auch hinterher keiner richtig aufgeklärt, nur, dass ich eben ein ziemlich verwachsenes und viel zu großes Teilchen gehabt hätte??? Mehr zu fragen getraute ich mich nicht. Heute gelte ich als geheilt, aber zwei Jahre danach hat mein neuer Frauenarzt gesagt, dass ich doch Glück gehabt habe... was immer er meinte!
Nachdem mein Vater vor zwei Jahren an Krebs verstarb, bin ich einfach vorsichtig geworden.
Ich denke immer, dass ich lernen kann, mit dem "verrückten" Teil in mir zu leben, aber an etwas unentdecktem irgendwann zu siechen, wenn ich es hätte verhindern können... wer will das schon?
Trotzdem bin ich gesundheitlich nicht panisch, weil der Körper ja Signale aussendet. Wenn sich dann etwas mal länger hält, ist es für mich ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt. Und einmal im Jahr den kompletten Check ist in meinem Alter sogar angemessen.
Meine Ma scheint deiner sehr zu ähneln, weil sie lange nicht akzeptieren konnte, was mit mir los ist, obwohl die Frau meines Bruders auch psychische Probleme hat und sie selbst oft an Depressionen leidet. Ich denke, Mütter wollen nicht gerne hören, dass es ihren "Kindern" schlecht geht (Ich als Mutter übrigens auch nicht, obwohl ich meine Tochter doch sehr wohl ernst nehme). Außerdem kann eigentlich nur jemand nachvollziehen, wie es einem geht, wenn er ähnliches durchmachen musste oder muss.
Versuche mal jemandem "Normalen" zu erklären, wie sich deine Angst an fühlt...
Aber ich denke, du bist auf dem richtigen Weg; lass dir auch die Zeit, die du brauchst... für alles. Wer außer du selbst kann denn bestimmen, wie du dein Leben leben sollst?
Gute Nacht
Rhini

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« Antworten #20 am: 05. Februar 2009, 14:34:20 »

Hallo Rhini! Langsam wirst Du mir unheimlich, so viele Gemeinsamkeiten, aber das liegt wahrscheinlich an unserer Krankheit.
Das mit den Untersuchungen ist so; ich habe panische Angst davor, mich übergeben zu müssen, darum würde ich auch keine Narkose zulassen. Das letzte Mal ist es mit 9 Jahren passiert. Ich meide alle was mich in diese Richtung führen könnte, d.h. ich schmeisse lieber ein LM weg und verzichte darauf, bevor es mir schlecht gehen könnte. Wenn es mal wieser heisst es grassiert eine M-D-Grippe werde ich fast verrückt. Ich denke der Auslöser dafür liegt in meiner Kindheit. Mein Mutter hat sich nie so um mich gekümmert, wenn ich krank war, wie es eine Mutter hätte tun müssen. (hat nie Tee gekocht, Wärmflasche gemacht, vorgelesen und so) Im Gegenteil, ich musste dann auch noch mit einkaufen gehn und so, obwohl es mir schlecht ging.
Eigentlich hat sie sich nur für meine Schwester interessiert, sie ist 5 Jahre jünger, das ist auch heute noch so. Ich dachte immer ich bilde mir das nur ein, aber als ich meinen jetztigen Partner kennenlernte (vor 9 Jahren), bestätigte er mir nach und nach diesen Eindruck. Manchmal bin ich sogar richtig neidisch auf seine Mutter, sie ist ganz anders, will alles wissen, interessiert sich für unser Leben.
Das mit dem verstehen ist so eine Sache. Ausser meinem Partner weiss niemand von meinen Problemen. Und erstaunlicher Weise hat er recht schnell verstanden was mit mir los ist. Aber wir sind mittlerweile wie eineiige Zwillinge, was aber komischer Weise unserer Beziehung nicht geschadet hat.
Mit einer OP hatte ich auch so eine ähnliche Erfahrung. Mir haben sie mit 18 den Blinddarm und einen Eileiter entfernt. Erst wusste niemand was es ist, sie haben mich aufgeschnitten, und mir das Resultat zwei Tage später an den Kopf geschmissen. Keiner hat mich über Konsequenzen aufgeklärt. Nach 5 Tagen habe ich mich dann selbst aus dem KH entlassen.
Wahrscheinlich sind das so kleine Auslöserpunkte für meine Probleme.
Mich ordentlich durchzusetzen hat mein Partner mir beigebracht, und die Tatsache das ich mich selbstständig gemacht habe. (aber das schrieb ich ja schon)
Danke für Deinen Zuspruch, der baut echt auf!

Liebe Grüsse von eisfee
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« Antworten #21 am: 05. Februar 2009, 19:59:33 »

Hallo Eisfee,
Diese "Götter" in Weiß... inzwischen habe ich erkannt, dass es sehr wohl auch nur Menschen sind. Reaktionen als gegeben hinzunehmen (zu kotzen) auch wenn es unangenehm und oft genug peinlich ist, habe ich inzwischen akzeptiert; was soll ich auch machen, mich etwa für meine Krankheit schämen? Wenn ich auf der Straße zusammenklappe (ganz plötzlich und ohne vorhergehende Anzeichen) habe ich mir schon alles mögliche anhören müssen; sogar, dass ich wohl besoffen wäre... dann denke ich mir nur, dass die Leute froh sein können, nicht meine Probs zu haben. Habe aber auch schon Hilfen erlebt, wenn ich es garnicht erwartet habe...
Habe gerade mal nach deinem Alter geschaut, genauso jung ist meine Tochter. Ich habe bei ihr, auch krankheitsbedingt, so manches falsch gemacht, aber wir haben ein sehr liebevolles Verhältnis. Gerade weil ich die mangelnde Akzeptanz meiner eigenen Mutter immer noch nicht so einfach bei Seite schieben kann, versuche ich es wenigstens, es anders zu machen. Trotzdem habe ich sicherlich auch Verhaltensweisen meiner Mutter übernommen, was ja normal ist. Übrigens weiß ich, dass meine Mutter von ihrer auch nie richtig akzeptiert wurde... also gibt es Hinweise für Ursachen.
Auf der anderen Seite fühle ich mich irgendwie alterlos und schaue in den Spiegel und frage mich, ob ich noch so rumlaufen kann, ohne lächerlich zu wirken (lange Kleider und Röcke, teilweise Gruftimäßig)... aber das bin halt ich! Somit wundert es nicht, dass ich auch vor meiner Erkrankung mit deutlich jüngeren herumhängen habe, ohne meine Achtung vor und zu ihnen zu verlieren. Ich verhalte mich in der Regel aufgeschlossen und mache mich nicht zum Horst (naja, fehlen halt die Eier in der Hose). Nur mal so, dass es nicht wundert, wenn du dich von mir verstanden fühlst.
Ich kann dir nur nochmals sagen, denke zuerst an dich und gebe dann das positive von dir weiter. Inzwischen lebst du mit einem liebevollen Partner und kann sicherlich auch irgendwann großmütig zu deiner Mutter sein; wer weiß, was sie erlebt hat. Heute braucht sie dich nicht mehr beschützen und hegen und pflegen, heute kann sie deine Freundin sein oder deine Mutter oder einfach nur jemand, mit dem du nahe verwandt bist... du entscheidest!
In diesem Sinne
LG
Rhini
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« Antworten #22 am: 05. Februar 2009, 21:42:45 »

Hallo eisfee,
Angst vor dem Übergeben hat einen "medizinischen" Namen, es heißt Emetophobie, dazu gibt es hier im Forum einen eigenen Bereich unter "Weitere psychosomatische Erkrankungen" (und natürlich bei google noch viel mehr...)
Du schreibst eine Darmspiegelung wäre bei Dir eigentlich nötig, also bestehen wohl genetische Gründe dafür. Ich habe das (als Vorsorgeuntersuchung aus Altersgründen) vor zwei Jahren machen lassen.
Das für mich einzig Unangenehme war die intensive Darmreinigung am Tag davor, aber das lief ohne Übelkeit ab, der Ausgang war ja auch ein anderer ;-)!
Die Spiegelung selbst war völlig schmerzfrei und problemlos.
Was nicht zu umgehen ist - der Arzt setzt einen intravenösen Zugang, für den Fall, dass es doch als schmerzhaft empfunden würde. Für mich war das einer von vielen Zugängen, die ich schon früher aufgrund meiner OP's hatte, aber ich kann es nachvollziehen, dass es für andere ein Horror ist (unsere eigene Tochter gehört dazu, für sie ist jedes Pieksen ein absolutes no go ...)
Es könnte sein, dass Du einen Arzt findest, der in Deiner Situation vom Legen eines iv-Zugangs absieht, es wäre eine Frage des Vorgesprächs, das bei einer Darmspiegelung immer vorausgeht.
Und noch nebenbei bemerkt: Als meine Frau Deine Zeilen zu Deiner Mutter gelesen hat, hat sie dazu gesagt: Genau wie bei mir, der einzige Unterschied ist, meine Schwester ist sechs Jahre jünger..
Liebe Grüße
Jürgen




 


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« Antworten #23 am: 06. Februar 2009, 15:32:47 »

Hallo Ihr Zwei! Wie schon gesagt, so langsam wird es unheimlich! Ich glaube wir sind uns alle ähnlicher wie uns bewusst ist. Das meine Mutter so ist wie sie ist, liegt daran, das sie als einzige von 9 Geschwistern allein bei ihrer Tante aufgewachsen ist, weil ihre Mutter starb als sie 2 oder 3 war. Ihre Tante ist genau wie meine Mutter ein herzensguter Mensch, aber Liebe können sie beide nicht weitergeben. Mir hat es an nix gefehlt, nur an Liebe, Zuneigung und Verständnis. Ich hätte gern auf einige Spielzeuge oder Klamotten verzichtet, wenn sie mich nur einmal richtig in den Arm genommen hätte und mir zugehört hätte. Was mich jetzt stört ist, das sie nur für meine Schwester da ist. Sie telefonieren mehrmals die Woche (mit mir gerade mal alle 2 Wochen), wenn sie Urlaub hat verbringt sie fast die ganze Zeit bei ihr, sie gehen bummeln, essen, ins Kino usw.! Meine Schwester nutzt das natürlich unglaublich aus, wo mir meine Mutter dann wieder leid tut, weil sie auch sehr hart für ihr Geld arbeiten muss. Trotzdem frage ich mich woher dieses Desinteresse? Habe hin und wieder Versuche gestartet sie darauf anzusprechen, aber das verlief immer im Sande, sie versteht es einfach nicht. Deshalb habe ich aufgegeben und akzeptiere alles so wie es ist. Ich habe meine kleine Familie und die meines Partners.
Wegen der Darmspiegelung; das Problem ist nicht die Untersuchung, vor der habe ich zwar auch ein wenig Muffensausen, aber das eigendliche Problem ist diese "DARMREINIGUNG"!!! Meine Angstprobleme fingen damals mit Abführmitteln an und ich kann mir im Leben nicht vorstellen auch nur ein Tropfen davon zu nehmen.
Meine Hoffnung ist eine Therapie die mich wieder in die richtigen Bahnen längt, vielleicht schaffe ich dann auch irgendwann diese Untersuchung.
Auf jedenfall danke ich auch für Euren guten Zuspruch, das hilft sehr,

Liebe Grüsse von eisfee
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« Antworten #24 am: 08. Februar 2009, 16:25:47 »

"Mir hat es an nix gefehlt, nur an Liebe, Zuneigung und Verständnis."
Hallo eisfee,
wenn es einem Kind daran fehlt, fehlt es an vielem, denn nur daraus baut ein Kind Vertrauen auf und Selbstwertgefühl.
Es kann sogar sein, dass Deine Mutter die Schuldgefühle Dir gegenüber über Deine Schwester kompensiert, bei meiner Frau ist es so (obwohl ihre Mutter - sie ist jetzt 85 Jahre alt - in den letzten Jahre meiner Frau gegenüber offener geworden ist, aber ihre jüngere Schwester ist immer noch das Mass aller Dinge).
Zur Darmreinigung: Hat absolut nichts mit normalen Abführmitteln zu tun, Du musst nur innerhalb einiger Stunden 3 Liter Flüssigkeit (mit Orangenaroma) trinken können, das ist die Herausforderung...
Ich wünsche Dir gute Gedanken!
Liebe Grüße
Jürgen

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