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Autor Thema: Hallöchen, wieder eine Neue hier;-)  (Gelesen 1509 mal)
Kylie1980
Juniormember
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Beiträge: 6


« am: 27. Februar 2009, 18:02:03 »


Hallöchen,
hier ist mal wieder eine neue Mitrednerin angekommen und das bin ich Zwinkernd
Ich möchte gerne bei Euch hier Erfahrungen austauschen, daher will ich auch
kurz was zu meiner Person sagen.
Ich bin noch 28 Jahre alt, war vor Kurzem 4 Monate in stationärer Therapie, weil
ich für mich dies als das einzig Richtige angesehen habe. Ich hatte mehr und mehr
Probleme mit meinem Alltag, denn alles drehte sich nur ums Essen bzw. wie ich es
schaffe, nicht nur zu essen. Ich leide unter dem Symptom der Binge Eating Disorder,
oder wie ich es neuerdings scherzhaft als mal nenne, der Alzheimer-Bulimie...essen
und vergessen die Übermenge wieder rauszubrechen. Naja, ich hatte noch Glück, ich
bin nicht überwiegend fett geworden, aber ich war für meinen Geschmack doch zu dick
und somit war der Teufelskreis wieder geschlossen...alles drehte sich nur ums Essen
und die Figur.
Schlussendlich bin ich nach dem stationären Aufenthalt soweit gekommen, dass es sich bei
mir um eine Kontakt- und Beziehungsstörung handeln dürfte und ich auch immer noch
die Eltern suche, die mich so nehmen, wie ich bin und mich nicht an meinen Leistungen messen.

So, dies mal in Kürze zu mir, ich würde mich freuen, wenn wir hier in ein reges Gespräch
miteinander kommen würden;-)
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Fridolin
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Beiträge: 568



« Antworten #1 am: 28. Februar 2009, 06:42:20 »

Hi Kylie1980
Willkommen in unserem Forum
Bei Eßstörungen habe ich wenig Erfahrung. Meine Erfahrungen sind Depression und Angst. Aber Angst spielt bei jedem Problem eine Rolle.
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Fridolin Steinpalme
Kylie1980
Juniormember
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Beiträge: 6


« Antworten #2 am: 28. Februar 2009, 08:12:54 »

Hey Fridolin,

danke für Deinen Willkommensgruß. Auch wenn hier nicht jeder an einer Essstörung leidet bzw. jeder etwas anders
gelagerte Symptome hat, ich habe in meiner stationären Therapie die Erfahrung machen können, dass viele verschiedene Symptome doch auf gleiche oder ähnliche Ursachen hindeuten. Von daher denke ich, dass es zwar schön ist, sich mit jemandem auszutauschen, der die gleichen Symptome hat und somit man sich gegenseitig doch nochmal detaillierter verstehen kann...aber ansonsten hilft es immer, auch mit den Anderen intensiv zu diskutieren, denn schlussendlich haben wir vielfach ähnliche Ursachen...so z.B. ein mangelndes Selbstwertgefühl, übertriebener Perfektionismus und dadurch vielleicht die Angst zu versagen oder Depressionen, weil man seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden kann etc..
Ich habe übrigens festgestellt, dass ich mit mir viel härter ins Gericht gehe und viel mehr verlange denn von meinen Mitmenschen...kennst Du oder kennt ihr das auch?!?

Schönen Samstag schon mal;-)
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JEM
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Beiträge: 809


« Antworten #3 am: 28. Februar 2009, 13:53:15 »

Hallo Kylie,
auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum!
Du schreibst mit einer gewissen Selbstironie über Deine Krankheit, das bedeutet Du kannst Dich im gewissen Umfang von außen betrachten, das ist auf jeden Fall schon einmal hilfreich für Dich.
Du sprichst auch von einer Kontakt-/Beziehungsstörung, sind das Deine Erkenntnisse oder eine Diagnose?
Die Anerkennung durch die Eltern ist für jeden von uns wichtig, ob "gesund" oder krank. Wie sieht es mit der Anerkennung durch Dich selbst aus, mit Deinem Selbstwertgefühl? Kannst Du das, was von Du von Deinen Eltern wünscht, selbst, nämlich Dich annehmen?
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!
Liebe Grüße
Jürgen

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Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden. Verstanden ist nicht einverstanden. Einverstanden ist noch lange nicht angewendet. Angewendet ist noch lange nicht beibehalten.
[Konrad Lorenz]
Fridolin
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Beiträge: 568



« Antworten #4 am: 01. März 2009, 06:56:06 »

Hi Kylie
Die Grundstörungen bei fast allen psychischen Problemen zu geringes Selbstbewußtsein. Der niedrige Selbstwert verlangt Perfektion und verursacht Versagensangst.
Doch kein Mensch auf unserer Erde ist perfekt. Es hilft, wenn man sich mit seinen guten und weniger guten Eigenschaften annehmen kann. Die negative Denkstruktur wird meist in der Kindheit festgelegt, wo die Beziehungen bewertet werden. Somit hat man gegenüber andere Menschen Nachsicht und Verständnis, zu sich ist selber ist man so streng.
Viel Kraft und Energie und einen schönen Sonntag
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Fridolin Steinpalme
Kylie1980
Juniormember
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Beiträge: 6


« Antworten #5 am: 01. März 2009, 10:49:12 »

Hey Jem , Hey Fridolin,

wie ich so lesen kann, habt ihr euch auch schon intensiver mit diesen Themen beschäftigt. Das finde ich gut. In meinem Umfeld mache ich seit meiner stationären Therapie nämlich die Erfahrung, dass viele Menschen das Thema einfach ausgrenzen, weil es Angst macht bzw. weil man sich sonst zu tief auf sich einlassen müsste und sich auch eingestehen müsste, dass eben nicht alles im Leben bisher so geprägt wurde, wie es "gut" wäre...tja, schon wieder eine Bewertung...das ist was, was ich wohl von der Gesellschaft gut übernommen habe - alles und jeden zu bewerten und mich am meisten.
So, und da kommen dann auch die Antworten zu euren Fragen:
Das mit der Kontakt- und Beziehungsstörung wurde durch meinen Therapeuten so angesprochen und ich kann ihm da zustimmen, seitdem ich weiss, wie das so "definiert" ist von ihm und was so meine Dinge sind. Und dabei habe ich eben auch festgestellt, dass ich ein mächtiges Bewertungssystem intus habe, das vor allen Dingen auch immer wieder auf`s Neue mich an meinen selbst gesetzten hohen Standards des "Wie sollte ich für die Gesellschaft sein" misst...klar, dass ich da nicht unbedingt gut wegkomme und dadurch mich selbst auch öfters mal nichts so akzeptieren kann wie ich bin, sondern wie ich mir in den Kopf gesetzt habe, dass meine Mitmenschen mich haben wollen. Seit ich aber mit ein paar Leuten doch intensiver mal reden kann und mich daher auch mal traue, das anzusprechen und auch nachzufragen, wie sie denn das z.B. sehen würden, habe ich immer wieder feststellen dürfen/ müssen, dass ich mir da ganz schön was Verschrobenes eingetrichtert hab. Das gilt es jetzt wieder umzuprägen...ich hoffe, in ein paar Jährchen kann ich sagen, dass mir das gut gelungen ist...

Und wie geht es euch eigentlich jetzt gerade so, hängt ihr stark in euren Symptomen drin oder ist gerade wieder ein Hoch statt ein Tief da?

Schönen Sonntag, die Sonne beschert ihn uns ja;-)
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Fridolin
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Beiträge: 568



« Antworten #6 am: 01. März 2009, 11:11:06 »

Hi Kylie1080
Seit ich das Wissen über Selbstwert, Perfektion oder Versagenangst habe, sind die Symptome nicht mehr so groß.
Ohne diese Denkstruktur wird`s wohl nicht mehr gehen, aber ich kann viel besser damit umgehen, bzw. dagegensteuern.
Viele Menschen verdrängen ihr eigenen inneren Ängste und Gefühle, es könnte ja noch Schlimmeres zum Vorschein kommen. (Alles Unbekannte erzeugt Angst) Wer sich damit einläßt, ist in meinen Augen ein sehr mutiger Mensch, vor dem ich Achtung und Respekt habe und mit dieser Person sind Gespräche mit "Tiefgang" möglich.
Noch einen goldenen Gedanken für diesen Sonntag:
Verurteile keinen Menschen, bevor du nicht mindestens einen halben Mond seine Mokassins getragen hast.
Eine alte Indianerweisheit.
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Fridolin Steinpalme
Kylie1980
Juniormember
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Beiträge: 6


« Antworten #7 am: 01. März 2009, 11:45:19 »

Hey Fridolin,

da hast Du genau die Gedanken aufgegriffen, die ich jetzt auch lernen durfte...es bedarf einigen Mutes, sich mit sich selbst, seinen Gedanken, Gefühlen, Ängsten, Sorgen und Freuden etc. auseinanderzusetzen und dies ehrlich zu tun, auch in dem Wissen, dass es nicht immer angenehm wird. Aber wie Du auch schon selbst sagst, dann sind Gespräche mit Tiefgang möglich und dann macht dies auch Spass, wenn das Gegenüber genauso drauf ist.
Dies ist wohl auch der Grund, weshalb es im stationären Aufenthalt immer hieß: Wenn Du aus dem Krankenhaus gehst, wird sich auch nochmal Dein Umfeld ändern. Manche wirst Du aus Deinem Zug des Lebens stossen, weil Du merkst, dass es einfach nicht mehr passt, manche werden von selbst aussteigen, vielleicht auch, weil sie Angst haben, wenn sie sehen, wie Du Tiefgang anstrebst und manche werden im Zug bleiben, wie lange auch immer. Und die Letztgenannten sind die Freunde und Menschen, die Dich auf Deinem Weg unterstützen können und mit denen das Leben einen schönen und neuen Sinn erfahren kann.
Das ist meine Weisheit - nicht nur für den heutigen Sonntag;-)
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JEM
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Beiträge: 809


« Antworten #8 am: 01. März 2009, 14:25:29 »

Hallo Kylie1980,
ich bin "nur ein Angehöriger", was aber nicht bedeutet, dass ich nie depressive Phasen habe...
Über meine liebe Frau muss ich immer wieder leidvoll erfahren, was diese Krankheit bedeutet, welche Einschränkungen sie dem Betroffenen auferlegt, daher meine Beschäftigung damit.
Der Aufbau des Selbstwertgefühls ist der Angelpunkt jeder Therapie, Du musst in die Lage versetzt werden ein liebevolles Interesse an Dir selbst zu haben, an Dir selbst mit allen Deinen intellektuellen, emotionalen und sinnlichen Möglichkeiten. Das hat absolut nichts mit Selbstsucht zu tun, sondern ist das Gegenteil davon, es ist eben Selbstliebe.
Wenn diese Liebesfähigkeit da ist, kannst Du auch andere annehmen, lieben - Beziehungsfähigkeit haben.
Eigentlich steht alles schon in der Bibel: Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst!
Liebe Grüße
Jürgen

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