qwertz
Beginner

Beiträge: 3
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« am: 17. März 2009, 10:27:06 » |
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Hallo, zufällig bin ich auf dieses Forum gestoßen, da mich im Moment meine schlechte Laune mal wieder vor den PC treibt, statt die ersten Sonnenstrahlen zu genießen. Schon seit längerem denke ich, ich sei vielleicht depressiv. Ich habe eine Packung Johanniskraut zuhause, aber die Einnahme erschien mir schnell sinnlos. Ich bin nicht sicher, ob ich hier richtig bin - ich habe eigentlich ein tolles Leben. Einen Freund, um den mich viele beneiden würden, einen allerliebsten Welpen, einen spektakulären Beruf und eine schöne Wohnung. Ich sollte mich nicht schlecht fühlen - und trotzdem wünschte ich manchmal ich wäre tot. Ich habe kein Bedürfnis mich umzubringen, aber ich wäre nicht traurig, wenn es ein dummer Zufall machen würde.
Ich fühle mich mit allem überfordert, weil ich den ganzen Tag nichts tue und dann plagt mich abends oder tagsüber das Wissen, was ich noch alles erledigen muss. Und weil ich das eh nicht alles schaffen kann, lass ich es einfach bleiben. Ich reagiere auf jede noch so kleine Andeutung, die evtl. eine Kritik sein könnte beleidigt, bin aber selbst ganz schnell dabei, wenn es darum geht an anderen Kritik zu üben (äußern würde ich die allerdigns nie, weil ich Angst vor den Konsequenzen habe). Ich weiß, dass ich zum Arzt sollte, aber ich glaube nicht, dass er mir helfen könnte und ihm zu sage "Ich glaube, ich habe eine Depression" käme mir bescheuert vor. Selbst die Tatsache, dass keiner merkt, dass ich offensichtlich Probleme habe reisst mich noch tiefer in meine kleine Welt in der ja alle so gemein zu mir sind...
Ich, ich, ich - es sollte mir nicht schlecht gehen! Ich habe ein gutes Leben, ein lebenswertes Leben und doch wünschte ich, ich wäre tot! Endlich meine Ruhe haben, keiner der was von mir will. Ich habe das Gefühl alle wollen immer was von mir. Na ja, das ist Teil meines Berufes, dass alle zu mir kommen, aber warum kommt keiner einfach mal zu mir, um kurz mit mir zu reden? Warum erzählen mir alle, wie lustig der Grillabend am Freitag war und warum war ich nicht eingeladen? Warum muss ständig an mir rumgemäkelt werden und warum sagt keiner einfach mal "Gute Arbeit". Wahrscheinlich weil meine Arbeit nicht mehr gut ist. Ich habe alles gegeben - ich war glücklich - und trotzdem musste ich mir unangebrachte Kritik anhören. Wie soll man da noch Spaß an der Arbeit haben? Ich habe ein neues Projekt gestartet und war mit vollem Eifer dabei und doch hat es nicht den gewünschten Erfolg gebracht - wie soll man da noch Lust haben an dem Projekt weiter zu basteln?
Bitte netschuldigt mein wirres Geschreibe, das sind die Gedanken, wie sie mir durch den Kopf schwirren. Gedanken, die ich nicht in meinem Kopf haben will und mit dem Niederschreiben in diesem Forum werden sie plötzlich greifbar. Ich dürfte nicht depressiv sein - ich habe ein wunderbares Leben und ich verstehe nicht, warum ich nicht glücklich bin. Andere würden dankbar sein, für ein Leben wie meins - ich darf nicht unglückich sein, dazu besteht kein Grund. Und doch bin ich es - wie kann das sein? Wie kann man mit einem wundervollen Leben so unglücklich sein? Wie kann man sich wünschen ein Leben zu verlieren, das einem mehr bietet, als den meisten Menschen dieser Welt? Ich bin dieses Leben nicht wert - und deshalb wünschte ich, ich wäre tot...
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Rhini
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« Antworten #1 am: 17. März 2009, 11:56:16 » |
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Hi, Ersteinmal begrüße ich dich herzlich in diesem Forum. Nun, alles zu haben bedeutet nicht, man müsse glücklich und zufrieden sein. Deine Schilderung deutet sehr auf eine Depression und um da wieder heraus zu kommen bedarf es Hilfe. Wie die aussieht, kann ein guter Psychiater oder Psychologe sagen. Oft deutet eine psychische Erkrankung darauf hin, dass wir in unserem Leben einen Mangel haben und so etwas verändern müssen. Nun kommt das Dilemmer, dass in einer Depression oft die Kraft und Energie fehlt. "Ich schaffe das alles nicht mehr" ist dann eine häufige Aussage. Sich aber dafür Hilfe zu holen... "ich bin doch nicht verrückt"... ist notwendig, um das eigene Leben aus einer anderen Perspektive zu sehen. Du suchst nach Anerkennung und Aufmerksamkeit, kannst sie dir selbst aber scheinbar nicht zukommen lassen; so in dem Gedanken: ich habe mein Bestes gegeben, es hat nicht funktioniert; aber ich habe noch andere Möglichkeiten. Wenn man sich selbst nicht positiv sehen kann, geben sich Andere umsonst Mühe, man kann es nicht annehmen. Den Grillabend... hast du dich mit ihnen gefreut und vielleicht einmal gesagt, dass du gerne dabei gewesen wärest? Oder waren deine Gedanken eher, die wollen mich nicht haben und mich mit den Erzählungen verletzen?
"Ich bin dieses Leben nicht wert; ich wünschte, ich wäre tot", ist eine Aussage, die mich betroffen macht. Jeder, der sich nichts zu Schulden kommen lassen hat, ist es wert, eine gute Existenz zu haben! Der Wunsch nach innerer Ruhe ist nachvollziehbar, doch wenn man tot ist kann man nicht nachprüfen, ob man diese Ruhe hat; genausowenig, ob man es nicht doch wert war. Ich selbst konnte und kann mein eigenes Gefühlschaos oft nicht aushalten (so denke ich in jenen Zeiten), dazu die heftigen körperlichen Auswüchse... da möchte ich sterben. Aber ich möchte unbedingt erfahren, ob es nicht doch noch besser wird und so habe ich schon viel ausgehalten und überwunden. Vielleicht magst du hier mehr über dich schreiben, zB auch, wie du auf den Hund gekommen bist (smile). Aber alles was du tust, soll zu deinem Wohle sein, denn wenn es einem innerlich gut geht, kann man sich auch äußerlich in der Gesellschaft besser fühlen. Zuletzt noch, du siehst hier im Forum die verschiedensten Schicksale, bist also wirklich nicht allein. Wer weiß schon, welche Probs der Nachbar oder der Kollege hat??? Ich selbst war jahrelang so ein Kandidat, der sich prima verstellen konnte und nach Außen immer wieder Neider hervorbrachte, bis sich meine Maske auflöste und alle ganz erstaunt waren, wie sensibel und empfindlich ich war. LG Rhini
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qwertz
Beginner

Beiträge: 3
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« Antworten #2 am: 17. März 2009, 12:59:35 » |
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Hallo Rhini, vielen Dank für deine freundlich Worte und deine Hilfestellung. Das Paradoxe ist, dass ich all diese Dinge weiß, nur sind Herz und Verstand nunmal 2 Paar Schuh...
Ich weiß, dass ich das nächste Mal nicht eingeladen werde, wenn ich statt interessiert zuzuhören und mitzulachen, bedrückt verschwinde und mich ärgere, dass ich nicht eingeladen wurde. Ich weiß, dass ich nette Sachen gesagt bekomme und dies aber sofort wieder vergesse. Ich weiß, dass ich ein toller Mensch bin - und dass ich es wert bin, ein schönes Leben zu haben. Und doch nutzt mir dieses Wissen nichts - ich kann nicht nach meinem Wissen handeln.
Es ist ein Minenfeld in das ich mich bewege, doch für mich ist Depression etwas Schlimmes. Es ist eine Krankheit - ja, doch mit welchem Recht geht es mir schlecht, wo ich genug zu essen habe, sauberes Wasser, ein Dach über dem Kopf, Sozialkontakt. Es gibt so viel Elend in der Welt und ich fühle mich schlecht, weil ich nicht jeden Tag gesagt bekomme das ich die Allertollste bin? Weil sich nicht alle Leute darum prügeln in meiner Nähe zu sein? Weil nicht jedes Wort von mir wie Gottes Offenbarung ernst genommen wird? Wie egoistisch muss ich sein, mich selbst so wichtig zu nehmen?
Mein Hund - sie ist toll! Sie macht mir große Freude, na ja, meistens. Wenn ich ehrlich bin, ist sie wohl mein neustes "Projekt". All meine Energie stürzen sich auf sie. Ich lese ein buch nach dem anderen, stöbere in Foren und bin den ganzen Tag um sie herum. Ich hatte früher schon einen Hund und ich konnte nie an Tieren vorbei gehen ohne sie anzufassen. Seit kurzem arbeite ich von zuhause und somit kam endlich die Gelegenheit einen Hund zu holen. Sie ist jetzt 1/2 Jahr alt. Und doch merke ich, wie mein Interesse an ihr schon wieder langsam nachlässt, wie mir die Aufgabe über den Kopf zu wachsen scheint. Ich wollte aus ihr einen "perfekten Hund" machen, der auf mich hört wenn ich ihn rufe, der im Hundesport Erfolg hat, der liebevoll zu allen Menschen und Tieren ist. Tja, jeder Hundebesitzer weiß, dass das eine schwierige, zeitraubende und anstrengende Aufgabe ist und dass der Hund nicht immer so will, wie man selbst. Noch gebe ich nicht auf, noch sehe ich auch die Fortschritte, die wir machen und doch bin ich jedes Mal enttäuscht, wenn in der Hundeschule ein Kommando nicht sitzt, wenn sie ihre Aufmerksamkeit lieber einem Pferdeapfel als mir schenkt. Sie ist 1/2 Jahr und ich WEIß, dass das normal ist, das bald die Pubertät beginnt und es noch schlimmer wird mit dem Gehorsam - ich WEIß das - und doch verletzt es mich. Ich lasse von einem Hund meine Gefühle verletzten - es ist ein HUND.
Wahrscheinlich hoffe ich, mir durch den "perfekten Hund" das zu erfüllen, was ich selbst nicht schaffe. Von allen gemocht zu werden
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qwertz
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Beiträge: 3
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« Antworten #3 am: 17. März 2009, 13:05:57 » |
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"Ich bin dieses Leben nicht wert; ich wünschte, ich wäre tot", ist eine Aussage, die mich betroffen macht. Jeder, der sich nichts zu Schulden kommen lassen hat, ist es wert, eine gute Existenz zu haben! Wer entscheidet über diese Schuld? Ist Undankbarkeit nicht ein Vergehen am Leben selbst?
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Rhini
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« Antworten #4 am: 17. März 2009, 20:14:49 » |
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Hi, Wer entscheidet über Schuld? Nun, ich denke, jeder, der einem anderen auf welche Art auch immer schadet, trägt Schuld an dessen Leid. Dabei meine ich nicht, dass jemand traurig ist, wenn er zB vom geliebten Partner verlassen wird, auch nicht, wenn man sich mal mit jemanden heftig streitet. Das gehört zum Leben und vor allem zum Aueinandersetzen mit anderen Individien dazu. Aber wenn jemand betrunken Auto fährt, jemanden deshalb verletzt... da fängt für mich Schuld an! Sicher, vielen Menschen geht es schlechter als uns, aber wir sind nun einmal krank und wir können nur nach Außen agieren, wenn es uns entsprechend gut geht. Wir haben das Recht, dass wir uns um uns kümmern und auch dass sich um uns gekümmert wird. Abgesehen von der Erwartungshaltung der Gesellschaft an uns haben wir auch das Recht und sind es wert, dass es uns gut geht. Ich glaube, ich wiederhole mich gerade... Das Wissen über Zusammenhänge reicht oft nicht aus, weil es, wie du selbst schreibst, nicht in unser Herz, in unsere Seele gelangt. Aber Akzeptanz ist der Beginn! OK, ich bin krank, führe mich gegenüber der Gesellschaft manchmal seltsam auf, bekomme Heulkrämpfe oder körperliche Schmerzen, die keiner versteht, weil medizinisch alles in Ordnung ist... und ich tue manchmal genau das Gegenteil von dem, was ich eigentlich möchte... So könnte ich ewig schreiben... Nun muss ich lernen, damit so umzugehen, dass ich mir selbst nicht schade. Das ist ganz schön anstrengend und leider oft auch nicht erfolgreich. Trotzdem, ich habe noch etwas mit mir vor und gebe deshalb nicht auf...
Du fragst, warum es dich getroffen hat? Diese Frage habe ich mir auch schon oft gestellt; aber warum bekam mein geliebter Vater Krebs oder mein Partner COPD??? Warum hat meine Enkeltochter eine Stoffwechselerkrankung??? Oder warum meldet sich mein Sohn seit Jahren nicht mehr bei mir??? Genauso, wie wir schöne Dinge erleben, kann uns auch weniger Gutes wiederfahren. Ich nenne es Schicksal und die Frage ist nicht warum es mich (und jeden Anderen) trifft, sondern wie ich damit umgehen kann oder wo ich jemanden finde, der mich in schweren Zeiten ein Stück des Weges begleitet.
Weist du, ich wollte auch immer einen Hund haben. Hatte wegen meiner Berufstätigkeit immer viele Katzen und nun lange Zeit den Gedanken an einen Hund. Ich wollte ihn nicht perfekt dressiert haben, sondern als Begleiter, als tierischen Kumpel. Bedenke, dass jedes Tier ein eigenes Wesen hat und man als Mensch die Verantwortung übernimmt, dass es dem Tier gut geht. Bringe ihr bei, was sie wissen muss, damit euer Zusammensein euch Beiden Freude bringt und nicht als Wesen, welches lediglich zu deiner eigenen Beweihräucherung dient. Nicht die Mühe, die du für sie aufbrinst, ist wichtig, sondern euer gemeinsames Zusammensein und die Freude daran. So denke ich jedenfalls.
Stell dir mal vor, du wärest eine Königin, eine Herrscherin über ein kleines Volk. Da bist du wichtig, jeder hört dir zu und dein Wort ist Gesetz. Aber wenn du dein Volk nich genauso ernst und wichtig nimmst wie dich selbst, wird es Intrigen schmieden, verhungern oder davonlaufen. Damit möchte ich sagen, dass du alles abverlangen kannst, wenn du bereit bist, genausoviel zu geben. Für mich habe ich festgestellt, dass es auch in Ordnung ist, wenn ich mal etwas nicht weiß oder schwach bin oder sogar beim Familientreffen irgendwie nicht richtig wahr genommen werde. Ich beobachte dann und beim nächsten Mal stehe ich vielleicht sogar im Mittelpunkt.
Nun ja, ich habe zu viel Energie darauf verwand, nach Außen so zu erscheinen, wie die Gesellschaft mich gerne haben wollte und dabei ganz vergessen, was ich selbst möchte und wer ich bin. Heute weiß ich, dass ich mit all meinen Facetten total oK gewesen wäre...
LG Rhini
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chrisredfield
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Beiträge: 1
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« Antworten #5 am: 30. Dezember 2011, 18:48:58 » |
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ich kenne das. bei mir ist das genauso. Ich habe geld,nen cooles auto.nen guten job. und trotzdem wünschte ich ich wäre tot. leide allerdings unter deprissionen,minderwertigkeitskomplexen (darum fahre ich einen großen jeep) und bin schwul. das alles zusammen ist der grund warum ich gerne tot wäre und der einzige weg ist nun mal selbstmord.....ach ja und alkoholiker bin ich auch
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