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Autor Thema: Arzttermin nach Psychose.  (Gelesen 1887 mal)
wolfgang  
Gast
« am: 23. März 2004, 11:47:59 »

Hallo,
 folgendes ist mir heute wiederfahren.  Meine Nichte hatte eine Psychose und war einige Wochen in der Klinik und wird diese Woche wieder entlassen, weil es ihr ganz gut geht. Da ich sie im nächsten halben Jahr betreuen werde, wollte ich einen Termin bei einer mir bekannten Psychiaterin machen.
Es ging mir im wesentlichen darum, wenigstens die Medikamente verschrieben zu bekommen. Das Ergebnis nach einem langen Gespräch mit der Sprechstundenhilfe war dass ich am  14. Juni einen Termin für meine Nichte habe.

Also müssen wir jetzt erst mal zum Hausarzt.

Irgendwo habe ich dieser Tage gelesen, dass es zu viele Fachärzte gibt, darüber kann ich was die Psychiatrie und die Kinder-und Jugendspychiatrie angeht nur mit dem Kopf schütteln.

Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht?

Herzliche Grüße
Wolfgang Traurig  
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Annette
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Beiträge: 115


« Antworten #1 am: 23. März 2004, 12:01:04 »

Lieber Wolfgang!

Ich habe gestern etwas ähnliches erlebt.

Mein Sohn, ein ADHS Kind, 11 Jahre, ist seit 1 1/2 Jahren mal mehr, mal weniger in Behandlung.
Das Ritalin Rezept ist nicht das Problem, sondern Therapiestunden.

Er hatte dieses Jahr alle ein bis zwei Wochen Therapie. Bis gestern, da stand ein gemeinsames Gespräch an. Seine Thera, seine Psychiaterin, mein Sohn und ich.
Wir hatten keine neuen Therapiestunden und ich fragte nach weiteren, alle zwei Wochen. Die Psych.´s stimmten der Erfordnis zu. Seine Thera meinte, ab Ende Mai müssten es wieder Termine geben.

Danach waren wir bei der Sprechstundenhilfe wegen der Terminvergabe. Sie hatte nur zwei! Termine nachmittags bis zu unseren Sommerferien, die Ende Juli beginnen. Einen Ende April und einen Mitte Juli.
Das ist echt der Wahnsinn!

Er steht jetzt auf der Warteliste. Wenn ein Termin ausfällt, daß man uns kurzfristig Bescheid gibt.
Im Mai kann ich Termine ab September bekommen. Ich solle mich dann melden.

*grummel*

Lieben Gruß Annette
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kopfgesteuerter  
Gast
« Antworten #2 am: 23. März 2004, 12:02:10 »

moin wolfgang,

ich weiß ja jetzt net so genau wo du her kommst , aber hier im norden gibt es entweder zu viele ärtze für psychatrie oder die meisten glauben alle noch , daß sie keinen brauchen  Lächelnd ! ich brauchte letztens einen termin , weil die krankenkasse es so haben wollte und bin auch direkt da gewesen !

also mitte juni halte ich für nicht zumutbar ! gibt es nur einen bei euch ?

gruß stefan
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Annette
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Beiträge: 115


« Antworten #3 am: 23. März 2004, 12:14:55 »

Hi Stefan,

also ich wohne in Aachen, Einwohner ca 250 000.

Es gibt nur drei Kinder- und Jugendpsychiatriepraxen, wobei nur zwei reine solche Praxen sind.
Der Andere hat eine normale Kinderpraxis.

In der einen, wo wir sind, arbeiten zwei Psychiaterinnen und vier Therapeuten.

Das ist einfach viel zu wenig.

Gruß Annette


[Editiert am 23/3/2004 von Annette]
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wolfgang  
Gast
« Antworten #4 am: 23. März 2004, 13:53:46 »

Hallo Annette,
in Aachen kann ich Dir sogar noch einen Tipp geben, Ihr habt doch in der Uni-Klinik auch eine Kinder-und Jugendpsychiatrie. Dort ist eine Oberärztin die Dr. Hahn heißt. Ich meine, die hätte auch ambulant Sprechstunden. Frau Dr. Hahn wird im Dezember bei uns sein zu der Fachtagung Kinder-und Jugendpsychiatrie.

Hallo Stefan, natürlich gebt es hier mehrere Psychiater, die nehmen zum Tei aber gar keine neuen Patienten. Hier in Rheinland-Pfalz ist es schlimm, weil hier soviel ländliches Gebiet ist (Kühe, Pferde, Wiesen und Wald) Lächelnd   Lächelnd   Lächelnd  

Mir ist es im vergangenen Jahr so gegangen, dass ich Mühe hatte einen Hausarzt zu finden, selbst die nehmen zum Teil keine neuen Patienten an.

Herzliche Grüße
Wolfgang :)  
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Alue
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Beiträge: 313



WWW
« Antworten #5 am: 23. März 2004, 18:22:35 »

Also in Oldenburg, könnten es auch mehr Fachärzte für Psychiatrie sein...
Bei mir war es bisher immer so, dass ich nach meinen Klinikaufenthalten jedesmal aufgefordert wurde, am Tag nach der Entlassung ohne Termin beim Arzt aufzuschlagen. Schon allein wegen weiterer Krankschreibung etc. Alles andere macht doch auch gar keinen Sinn.

Gruß
Alue
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Frodo: "Ich wünschte, all das wäre nie passiert."
Gandalf: "Das tun alle, die solche Zeiten erleben, aber es liegt nicht in ihrer Macht, das zu entscheiden. _Wir_ müssen nur entscheiden, was wir mit der Zeit anfangen wollen, die uns gegeben ist."
wolfgang  
Gast
« Antworten #6 am: 23. März 2004, 18:29:37 »

Hallo Alue,
da hättest Du hier aber Pech, wenn Du hier nicht als Notfall kommst, wirst Du nicht behandelt und die Krankschreibung kann auch der Hausarzt machen, der ja einen Kurzbericht aus der Klinik bekommt.

Ich habe jetzt einen Termin bei der Hausärztin für die Medikamente und sehe dann weiter. Vielleicht hat die Tante auch ein wenig Ahnung.

Herzliche Grüße
Wolfgang :)  
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Angelita
Juniormember
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Beiträge: 8


« Antworten #7 am: 23. März 2004, 19:31:19 »

Hallo zusammen

In der Schweiz ist es je nach Gegend auch sehr schwierig :mad:  Als ich vor ein paar Jahren zum letzten Mal in der Klinik war (die war nicht in der Nähe meines Wohnortes), sagten die mir einige Zeit vor der Entlassung: "Suchen sie sich einen Psychiater zur Nachsorge." Ich: Wen u. wo. "Das wissen wir auch nicht. Die Aerzte in ihrer Gegend sind uns nicht bekannt."

Mensch, das war schwierig, vorallem zu solchen mit gutem Ruf bin ich gar nicht zu einem Termin gekommen.

Heute bin ich gut betreut, aber das hat viele Vorgespräche gebraucht u. die Zeit will ich gar nicht zählen. Bei uns in CH reden alle von Aerzteschwemme. Ha Lächelnd  aber nur in den Städten wie Zürich, Basel, St. Gallen usw. Auf dem Land könnte man krepieren :mad2:  
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Herzlichst Angelita

Wir leben in der Welt, und die Welt lebt in uns. Albert Schweitzer
Annette
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Beiträge: 115


« Antworten #8 am: 26. März 2004, 09:06:23 »

Lieber Wolfgang!

Wart Ihr schon beim Hausarzt?

Danke für den Tipp. Vielleicht brauche ich ihn noch.
Aber wie gesagt, es gibt bei Therapien Terminprobleme.
Und Kindergruppentherapie wird gar nicht angeboten.

Lieben Gruß Annette
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wolfgang  
Gast
« Antworten #9 am: 26. März 2004, 09:17:31 »

Hallo Anette,
ja wir waren gestern gleich beim Hausarzt. Meine Nichte kommt mir ziemlich hilflos vor.
Gibt ein hartes Stück Arbeit. Ich mache für sie erst mal einige Monate so eine Art Betreuung.
Im Dezember haben wir hier in Neuwied eine Fachtagung   Kinder-und Jugendpsychiatrie   . Frau Dr. Hahn hat uns schon zugesagt. Sobald die Themen der Fachtagung feststehen werde ich sie hier veröffentlichen.

Herzliche Grüße
Wolfgang
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Dilein  
Gast
« Antworten #10 am: 26. März 2004, 09:25:00 »

Lieber Wolfgang,

lese erst verspätet diesen Thread und kann nur mit dem Kopf schütteln.
Nach meinen Erfahrungen (ist ja immer alles nur rein subjektiv) muss man sich mit den Sprechstundenhilfen fast besser stellen als mit den Ärzten dahinter. Ich habe da mittlerweile so meine Tricks und die fallen mir nicht mal schwer, weil ich zu 99% an nette Mitarbeiter gerate.

Das bringt mich auf die Idee, mal etwas in einem Extra-Thread darüber zu schreiben.

Ich wünsche Deiner Nichte jedenfalls alles Gute, es ist schön, dass sie so einen Onkel hat, der ihr beisteht und das alles auch noch wirklich nachvollziehen kann. Ersetzt ja schon fast einen Arzt, weil das Vertrauen da ist.

Wie ist es denn nun weitergegangen?

Liebe Morgengrüße
vom  Dilein im Schnee

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Dilein  
Gast
« Antworten #11 am: 26. März 2004, 09:25:58 »

sorry, hat sich überschnitten, ich tippselte noch. Danke.
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wolfgang  
Gast
« Antworten #12 am: 26. März 2004, 09:37:39 »

Liebe Dilein,
das war erst gestern mit der Entlassung. Die Psychiaterin ist sogar Mitglied in unserem Verein. Die Hausärztin mach auf mich aber auch einen kompetenten Eindruck.
Für meine Nichte ist im Moment am wichtigsten eine Tagesstruktur und das Gefühl Menschen um sich zu haben, die für sie da sind. Das schlimme ist, dass sie in Scheidung lebt und das dieser ganze Mist auch noch auf ihr lastet.

Ich habe das Gefühl, dass mit der Gesundheitsreform die Karten neu gemischt wurden. Die Sprechstundenhilfe hat durch die Blume gesagt, dass es bei Privatpatienten weniger Wartezeiten für einen Termin gäbe.

Herzliche Grüße
Wolfgang

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Dilein  
Gast
« Antworten #13 am: 26. März 2004, 10:13:03 »

Lieber Wolfgang,

bei dem Wort "Scheidung" bin ich richtig zusammengezuckt. Da hat Deine Nichte noch einiges vor sich. Das knabbert am Selbstwertgefühl, am Sinn des Lebens, es ist eine unglaubliche Umstellung, ich habe früher immer gesagt, wie ein kleiner lebendiger Tod. Ja, es ist ganz wichtig, dass Sie einen Tagesplan hat und vor allem EUCH und deshalb bin ich da auch guten Mutes.

Die Reform...ja Wolfgang, darüber könnten wir lange reden...die kürzeren Wartezeiten bei Privatpatienten gab es schon immer, wenn die Ärzte so eingestellt waren/sind. Ich habe es nie so erlebt. Kenne allerdings meine Ärzte allesamt schon ewig und habe ein fast freundschaftliches Verhältnis zu ihnen. Sie haben also an mir als Menschen Interesse und ich habe mich nie als Nr. gefühlt. Aber ich weiss, dass das selten ist und ich bin dafür auch sehr dankbar.

Nun wünsche ich Euch allen viel Kraft und Zuversicht. Das Wichtigste sind immer die verständnisvollen Menschen im nähesten Umfeld und da ist Deine Nichte bestens aufgehoben.

Es gibt ein wunderbares Buch über Trennung/Scheidung von Doris Wolf, vielleicht sollte das Deine Nichte mal lesen, mir hat es sehr gut getan und ich habe es artig durchgearbeitet. Schau doch mal diesen Link an:

http://www.doriswolf.de/

Alles Gute!
Lieben Gruß
Dilein
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wolfgang  
Gast
« Antworten #14 am: 26. März 2004, 10:42:19 »

Liebe Dilein,
danke für den Tipp. Habe bei Doris Wolf schon angefragt wegen Direktbezug von Büchern. Die Titel passen prima in unser Sortiment.

Herzliche Grüße
Wolfgang
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