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Freitag, 10. Februar 2012
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Angstnetz Forum 10. Februar 2012, 10:41:49 *
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Autor Thema: Permanente Selbstentwertung  (Gelesen 4906 mal)
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Zeppelin
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« am: 05. April 2009, 09:53:08 »

Hallo alle miteinander!

Ich habe noch ein zweites Leiden und möchte wissen, wer das auch kennt.

Ich entwerte mich permantent selbst. Weil ich keinen inneren Selbstwert habe, benzute ich andere Menschen, um mir eine Werthaltigkeit zu vermitteln, indem ich funktioniere, übertrieben nett bin, jedem einen Gefallen tue, Everybody's Darling zu sein versuche und jedem das Gefühl gebe, dass ich ihn mag.

Das ist fürchterlich anstrengend und ich bin fast immer müde und erschöpft.

Ich empfinde das als Dilemma: Wie kann ich mir selbst ein Wertgefühl einreden, wenn ich das, was ich (mir selbst) sage, wegen meiner Selbstentwertung nicht annehmen kann?

Hat jemand Erfahrungen gemacht, wie es besser wird?

Viele liebe Grüße,
Zeppelin     
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Als ich glaubte,
dass es ohne micht nicht geht,
wurde ich krank.
Als ich sah, dass es ohne mich
ganz ausgezeichnet geht,
wurde ich erst richtig krank.
Rhini
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« Antworten #1 am: 05. April 2009, 10:34:06 »

Hi Zeppelin,
Da hast du mich beschrieben und ich habe leider auch kein Patentrezept. Inzwischen habe ich zwar das Selbstwertgefühl etwas stärken können (habe immer wieder hingesehen, wozu ich allein in der Lage bin), aber ich stecke immer noch in der Maschinerie, allen alles recht machen zu wollen. Die Unfähigkeit, nein zu sagen (mögen die Anderen mich dann wirklich nicht mehr oder sind sie dann wirklich auf mich böse?) und die Selbstdifinition durch die Reflektion der Anderen sind in Jahrzehnten aufgebaut. Allerdings mit dem Wissen, dass ich das nicht nötig habe und meinen Wunsch ein für mich angepasstes Leben zu führen hilft mir, mich verbal abzugrenzen (und letztlich bei Anforderungen durch Andere nicht mit Übelkeit und Schmerzen zu reagieren). Nur weil mann immer alles gemacht hat, soll das nicht der Garant für die Anderen sein, dass es ewig so weitergehen wird. Ich habe nichts mehr zu verschenken, am allerwenigsten mich selbst!
Für mich war auch wichtig, zu erkennen, wer ich selbst bin, was ich selbst möchte und was ich von mir selbst erwarte. Das ist sehr schwer, weil man ja vieles anerzogen bekommen hat oder durch die Gesellschaft vorgegeben bekommen hat, aber dadurch kann ich immer wieder sagen, dass ich gut so bin, wie ich bin. Wer da anderer Meinung ist, sollte vieleicht erstmal sich selbst betrachten (was nun wirklich die wenigsten Menschen ernsthaft tun). Die wahre Selbstwertigkeit erfahren wir nun mal nur durch uns selbst (da kann jeder einem Honig ums Maul schmieren, wenn wir es nicht glauben können, erreicht es uns auch nicht); ergo ist jeder nur so viel wert, wie er sich selbst zugesteht...
Aber nochmal, dass sind wie immer nur meine Gedanken, es kann bei dir alles ganz anders sein...
Rhini
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Sister Moonshine
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« Antworten #2 am: 06. April 2009, 18:59:15 »

Hallo Zeppelin,

"Everybody´s darling" ist das Stichwort.
Ja, auch ich versuche permanent, es anderen recht zu machen, obwohl ich um meiner selbst weiß.
Heute war ich auf der Arbeit, ging den Flur entlang und jemand lächelte mir zu: "Guten Morgen!"
Jaaaaaaa, das Klichée gleichermaßen! Jemand lächelt Dir zu, lächle zurück und "You made my day!!!"
Aber es war das Gefühl, ich bin jemand, dem man zulächelt. IRGEND ETWAS muss an mir sein, dass mein Gegenüber dazu bringt. Es hat meinen Tag nicht gerettet, aber es hat mir Gedanken implementiert, über mein Selbstwertgefühl, Erhebungen darüber, wie oft man mich freundlich grüßt und wer es überhaupt nötig hätte, mich zu grüßen. Und erfreulicherweise kam dabei heraus, dass es offensichtlich mehr freundliche Menschen gibt, als ich dachte ! Selbstwert beginnt damit, andere zu achten! Dann wirst auch Du Dich selbst achten und feststellen, dass Du anderen Gutes tun kannst und willst!
Eine Erkenntnis für den heutigen Tag, nicht für immer. Nur für heute. Also, nichts für ungut.
Lernen, Erziehung, Erfahrung killt das meiste in uns.
Mit dem gelernten, anerzogenen, erfahrenen arbeiten und es integrieren in das "Heute und so wie ich bin".
Wer das schafft, dem zolle ich meinen allergrößten Respekt!

Ganz liebe Grüße,
Sister Moonshine
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    ~ Please help me to keep my mind open to the public ~
Xanax
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« Antworten #3 am: 07. April 2009, 16:16:42 »

Hallo Zeppelin,

die Frage ist, woher könntest Du DIr Dein Selbstwertgefühl erarbeiten ? Durch Arbeitsleistung oder eifach durch Nachbarschaftshilfe. Manchmal hilft auch nur die Auskaunft einer Person auf der Strasse welche nach dem Weg fragt.

Ich weiß, daß ist leichter gesagt als getan. Ich selbst suche permanent nach mehr Selbstwertgefühl ( wer tut das nicht ).

Jedoch gibt es einen Unterschied. Es gibt Menschen die brauchen dieses Gefühl gebraucht zu werden. Diese Menschen sind meines Erachtens die schlimmsten, da diese auch über Leichen Gehen und anderen Menschen weh tun nur um selbst mehr Selbstwertgefühl zu bekommen. 

Dann gibt es die sehr objektiven Menschen welche schon fast paranoide sich selbst betrachten und sich nicht als richtiger vollwertiger Menschen fühlen ( introvertierte Menschen ). Denen geht es meist am schlimmste, da sich hieraus weitere psychische Krankheiten ergeben. Dies sind zwar meist sehr intelligente Personen, aber haben auch große Leiden.

ICh versuche es auch immer anderen LEuten REcht zu machen, damit ich mehr Selbstweertgefühl bekomme. Aber irgendwie ist das falsch. Man sollte mehr Selbstwertgefühl bekommen wenn man es sich selber recht macht und sein Leben so lebt wie man es gerne möchte. Der jemand wer dies schon aus der Hand gegeben hat, braucht HIlfe. Ich bin schon seit Jahrne in der Situation und versuche HIlfe zu beanspruchen, aber Therapeuten suchen meist in der Vergangenheit ( was nicht verkehrt ist ) , aber trotzdem zu keinem schnellen zufriedenstellendem Ergebniss führt. Vielmehr sollte in einer Kriesensituation näher auf den MEnschen eingegangen werden und PRoblemlösungen zu finden. Eine Verhaltenstherapie sehe sich als nciht verkehrt, aber auch langwierig ( also nicht als Kriesenintervention gedacht ).
Wenn es keine richtige Hilfe gibt, so versuche an Dir selber zu arbeiten. Gehe auf die MEnschen zu und und versuche auch anderen zu helfen. Glaube mir, es gibt sehr viele Menschen die die gleichen Probleme wie Du haben. Hobbys sind auch hilfreich für Erfolgserlebnisse. Da Du meist erschöpft ins Bett fällst nach der Arbeit bleibt keine Zeit mehr für Dein Hobby. Selbstwertgefühl erreicht man aber durch ERfolgserlebnisse. Daher ist es wichtig diese auch im orivaten Bereich zu erhalten, und sei es auch nur durch ein Hobby.

Ich würde she gerne weiter helfen, ber ichs tecke selbst in einer meiner größten Kriesen und weiß dereit nicht merh weiter. Aber das sind mene WEisheiten welche ichin den letzen Jahren gelernt habe und gerne weitergebe. Falls jemand anderer MEinung ist oder andere Ideen, so bitte ich um Rückmeldung.

Viele GRüße
X.

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Rhini
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« Antworten #4 am: 07. April 2009, 21:18:48 »

Hallo Xanax,
schön, dass du hierher gefunden hast. Durch  Beispiele vieler eigener Erfahrungen der einzelnen Betroffen ergibt sich ein weit gefächertes Spektrum, welches unter Umständen neue Wege aufzeigen kann, die wiederum dem Betroffenen helfen können.
Selbstwertgefühl kann man vor allem durch wohlwollendes Beobachten erlangen; auf der einen Seite, was ich wirklich kann und wie ich auf Andere zugehe, auf der anderen Seite jegliche positive Reflektion durch die Anderen. Das können sogar mal die Müllmänner sein, die einen freundlich anlächeln (ich bin eine Frau!).
Aber das ist alles sehr schwierig, weil uns die Krankheit "behindert". Ich möchte alles leicht haben und mache es mir selbst schwer...
Vielleicht ist aber auch der Gedanke an mangelndes Selbstwertgefüh etwas, was etwas ganz anderes überdeckt? Wonach suche ich? Bestätigung, Anerkennung, Liebe, Zuwendung usw? Woran scheint es mir zu mangeln? Oder habe ich durch zu viele falsche Zurechtweisungen verlernt, was mir gut tut? Erkenne ich die Bewunderung Anderer überhaupt noch, wenn sie mir begegnet?
Ich versuche, zu mir zurück zu kehren; mich erneut zu entdecken und meine Bedürfnisse für mich zu definieren. Ich werde nicht wieder so funktionieren, wie ich es mal tat, aber inzwischen will ich das auch garnicht mehr. Ich möchte ICH sein dürfen, denn so wie ich bin, bin ich für mich OK.

Leider hast du aber recht, dass die Gesellschaft für Menschen wie uns nicht "gemacht" ist, sonst würden wir nicht so leiden. Jeder Mensch hat seine Fähigkeiten, seine Ideen und seine Kraft; erwartet wird aber eine funktionierende Maschine... Auch in der medizinischen Betreuung wird all zu oft darauf hingearbeitet, dass man wieder funktioniert... passiert das nicht, "hat der Patient wohl nicht genügend Motivation mitgebracht"...

Nun gut, in einer schlimmen, wirklich schlimmen Krise würde ich heute in ein Krankenhaus gehen, egal welches. Alles ist besser, als dass ich mir etwas antuen würde, oder?
LG
Rhini
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Xanax
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« Antworten #5 am: 08. April 2009, 02:36:49 »

Hallo Rhini,

vielen Dank für Deine Worte. Dies sind gute Ratschläge die ich aber auch mit der Zeit schon befolge.
Möchte Dir nicht zu Nahe treten, aber als Frau im Leben hat man es schon etwas einfacher ein Lächeln oder Entgegenkommen vom Gegenüber zu bekommen ( ich bin männlich ).

Aber das mit dem Krankenhaus ist eine sehr gute Idee. Warum soll ich die Psychatrie aufsuchen wenn es auch Krankenhäuser für psychosomatische Erkrankungen gibt. Natürlich brauche ich eine neue Einweisung von meiner Ärztin. Dummerweise ist die gerade 2 Wochen in Urlaub :-(
 
Nur ob es in einem Krankenhaus Therapeuten gibt welche Zeit für einen haben ist fraglich. Vielleicht sin Selbsthilfegruppen doch besser als Krankenhäuser. Auf jeden Fall werde ich nächste Woche meinen Arbeitgeber um unbezahlten Urlaub bitten bis ich einen Termin für meine medizinische Reha erhalten habe. Ich hoffe er geht darauf ein. Ansonsten bleibt mir nur die Kündigung und das nach sehr langjähriger Tätigkeit.

Ich denke auch oft über die Kirche nach und ob die Kirchengemeinde und der Glaube nicht auch eine Hilfe sein kann im Leben. Ich war nie besonders religiös und bin sogar vor einiger Zeit aus der Kirche ausgetereten. Leider weiß ich nicht ob es heute überhaupt noch Gemeinden gibt und welche Menschen sich dort treffen. Trotzdem wäre es vielleicht auch eine Alternative um mit anderen Menschen seine Gedanken auszutauschen.

Aber eins ist sicher. Man bekommt keine Selbstsicherheit wenn man nur zu Hause bleibt. Es hilft schon sehr wenn man auch nur im Park spazieren oder durch die Läden geht. Wenn man dabei merkt, daß die Leute einen akzeptieren, dann gibt dies schon viel Sicherheit.

Viele Grüße
X.


 
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Rhini
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« Antworten #6 am: 08. April 2009, 10:30:27 »

Hallo Xanax,
Deinem letzten Absatz stimme ich voll zu!
Nun, wenn man so schlecht drauf ist, dass man sich unter Umständen selbst etwas antuen möchte, nimmt einen in der Regel wirklich jede Klinik auf, auch ohne Einweisung. Kliniken mit psychiatrischen oder psychologischen Abteilungen bieten meistens auch Gruppengespräche, aber auch Einzelgespräche an. Schließlich sind sie doch in der Pflicht, einem zu helfen. Bevor du kündigst oder unbezahlten Urlaub nimmst, rede mit deinem Arzt, dass er dich eventuell krank schreibt. Besser wäre auf alle Fälle, dass du dich kündigen lässt, auch wegen deiner finanziellen Absicherung.
Ob ich es als Frau leichter habe? Wenn man in der Mühle drinnen steckt, spielt das wohl keine Rolle mehr. Es war ein mühsamer Weg, sich auf positive Reize ein zu lassen. Es gab Zeiten, da fühlte ich mich eher ausgelacht als angelächelt. Überhaupt zu erkennen, wie die anderen Menschen auf mich reagieren konnte ich erst, als ich bereit war, hin zu schauen; und dann konnte das gute Gefühl schnell zerstört werden, wenn ich jemanden mit schlechter Laune begegnete. Negatives klingt nun mal länger nach als Positives.

Ein anderer Aspekt, um mehr Selbstbewußtsein und Selbstwertgefühl zu bekommen ist, dass ich auf meine Haltung achte, wenn ich draußen unterwegs bin. Kann ich kraftvoll und mit gestreckten Schultern laufen, fühle ich mich nicht so leicht angreifbar. Allerdings möchte ich aufgrund meiner Angst meistens lieber unsichtbar sein. Trotzdem gehe ich jeden Tag hinaus.

Warst du schon in einer Therapie? Obwohl ich inzwischen Rente bekomme gehe ich zur Zeit wieder zu meinem Therapeuten. Eigentlich sollte es auch eine Verhaltenstherapie sein, doch wir sind immernoch am reden. Dabei fließen  zwei Aspekte ineinander: Die heutige Situation und meine Lebensgeschichte. Dabei versucht er mich zu unterstützen, dass ich besser auf mich selbst achten und eingehen kann. Gerade weil alle nur mal stöhnen müssen, dass ich sofort da bin, egal, ob ich das in diesem Moment gerade  ableisten kann.
Nach vielen therapeutischen Mißerfolgen habe ich endlich den gefunden, der mit mir auf einer Wellenlänge liegt. Das war in meinem Fall besonders wichtig, weil ich mich wunderbar verstellen konnte... wer möchte auch gerne zugeben, dass man inzwischen vieles nicht mehr ableisten kann, gerade wenn man viel erreicht hat und sehr aktiv war?

Wenn man dazu in der Lage ist, dann halte ich es für sehr gut, sich einer Gemeinschaft an zu schließen. Das muss nicht die Kirche sein, auch Vereine sind gut. Auch wenn man dort nicht unbedingt über seine Probs reden kann, so ist man unter Gleichgesinnten und hat zusätzlich immer ein Ziel. Selbsthilfegruppen, die zusammen viel unternehmen halte ich ebenfalls für eine gute Sache. Möglicher Weise schaut man sich erst bei verschiedenen Gruppen um, ehe man sich für eine entscheidet.
Nun ja, vielleicht fällt uns noch mehr dazu ein...
LG
Rhini
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Xanax
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« Antworten #7 am: 09. April 2009, 00:08:30 »

Hallo Rhini,

sehr informativ und umfangreich Deine Beschreibungen. Ich merke daß Du auch bereits viel durchgemacht hast. Du kannst Du vorstellen, daß ich viel Respekt vor Dir habe, weil ich genau weiß wie groß die Leiden sein können.

Du schreibst von einer Rente. Ist dies eine Erwerbsunfähigkeitsrente oder eine erwerbsmindernde Rente ?
Ich möchte womöglich ebenfalls den Weg in die Rente gehen. Daher wird eine medizinische Reha mir womöglich nicht viel helfen. Die Klinik hat mich übrigens heute angerufen, daß ich nach Ostern in die Klinik kommen kann. Werde diesen Weg versuchen, obwohl ich nicht viel Hoffnung darin sehe.

Durch Gruppengespräche kann mann natürlich viel lernen wie man mit seiner Krankheit umgehen kann. Jedoch denke ich nicht, daß man hierdurch geheilt werden kann. Geradie die psychosomatischen Erkrankungen sind über Jahre hinweg entstanden und sind nicht von heute auf morgen verschwunden. Ich habe schon an Hypnose gedacht. Hast Du da schonmal mit Erfahrungen gehabt ? Immerhin könnte dies das Unterbewußtsein eher beeinflussen als der eigene Wille welcher durch Gefühle verleitet wird. Überhaupt sind psychosomatische Erkrankungen mehr Gefühlserkrankungen welche dementsprechend auch mehr Menschen mit weniger Selbstwertgefühl befallen.

Es ist gut, daß Du versuchst weiter zu kämpfen und Dich gerade hälst wenn Du raus gehst. Das erinnert mich an mich, denn ich versuche dies genauso wie Du. llerdings unterdrückst Du dadurch wieder Deine Gefühle und versuchst etwas vorzuspielen was auf andere Leute vielleicht auch gespielt wirkt. Selbst merkt man dies gar ncith so richtig. Leider kann ich Dir da auch nicht sagen, was das beste ist hierfür. Vielleicht jemand anderes aus dem Netz diese Antwort beantworten.

Ich werde die Reha nächste Woche antreten. Wenn ich die Reha ernst nehmen würde, so müßte ich dort mehrere Monate verbringen. Dies kann ich mir beruflich nicht leisten. Daher versuche ich einen Mittelweg zu finden.

Ach ja, kündigen kann ich meinen Job auch selber. Ich habe vom Arbeitsamt ( oder wie es heutzutage heißt ) ein Schreiben angefordert in dem mein Arzt nur bescheinigen muß, daß ich meine Arbeit nicht merh ausüben kann. Da mein Arzt mich bei der Aktion voll unterstützt und meine Problematik kennt, würde ich ALG erhalten trotz Kündigung.

Ich bin aber froh, hier ein Forum und eine Person gefunden zu haben mit dem man über diese Probleme sprechen kann. Kommst Du auch aus dem 40er oder 50er Postleitzahlenbereich ?

Viele Grüße
Xanax
 
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« Antworten #8 am: 09. April 2009, 10:31:11 »

Hallo Xanax,
Nein, ich komme aus Berlin. Seit Ende 07 bekomme ich Erwerbsunfähigkeitsrente; vorher teilweise EU, was auf Grund meiner Berufsunfähigkeit bewilligt wurde (bin "noch rechtzeitig" geboren, diese zu erhalten).
Das Geradehalten ist keine Schauspielerei, denn dadurch steigt auch die innere Haltung (Ich brauche mich nicht ducken!).
Lange Zeit habe ich gedacht, ich müsse mich auf Biegen und Brechen wieder herstellen lassen, habe mich unter unsagbaren Druck gesetzt, um letztlich fest zu stellen, dass ich garnicht mehr kann. Das Annehmen meiner Störung hat ziemlich lange gedauert. Inzwischen schaue ich mehr auf das, was mir gut tut und nicht auf das, was ICH denke, was von mir erwartet wird. Ich bin jetzt seit 5,5 Jahren zu Hause und komme jetzt erst so langsam auf meinen Weg. Dabei hilft mir mein Therapeut, dessen Ansätze jetzt auch mehr auf mein Wochengeschehen ausgerichtet sind. Vorher haben wir viel über meine Existenzangst sprechen müssen, denn der Bescheid meiner vollen EU-Rente kam erst vor ca einem halben Jahr.
Wenn du deine Reha nicht "ernst" nimmst, weil du denkst, dass sie dir nichts bringt, wird sie das vermutlich auch nicht tun. Was hältst du davon, wenn du versuchst, unbeeinflusst deiner eigenen Ablehnung, dir die Sache an zu sehen. Dann kannst du ungezwungener die Sachen heraussuchen, die dir gut tun und die dich weiter bringen.
Hypnose kann hilfreich sein, verborgene Geschehnisse hervor zu holen, die Ursächlich für die Erkrankung sind. Sie kann unterstützen, wird aber nicht heilen. Im Prinzip weiß ich nicht, ob "Heilen" überhaupt das richtige Wort ist, denn die meisten lernen, wie sie mit ihren Probs adäquater umgehen können, dass sie nicht mehr darunter leiden müssen. Vor allem, wenn eine PS vorliegt, kann man diese vielfach nicht ändern. Da spielt der Kopf eine wichtige Rolle, denn durch bewußtes ausprobieren kann man Reaktionen (der Umwelt) überprüfen und sehen, ob man damit besser klar kommt. Intuition und Gefühl (Psyche) sind die beherrschende Kraft unseres Lebens. Die meisten Menschen haben gelernt, damit "richtig" und schadlos (für sich selbst) umzugehen. "Schlägt man aus der Art" zB durch eine PS, nimmt man die Umwelt nicht mehr so war, wie die "Normalen" es können. Man eckt vielleicht an, bekommt mehr Wiederworte oder wird mehr ausgenutzt. Da unsereiner aber empfindlicher und empfänglicher ist, kommt man irgendwann nicht mehr damit klar. (Das war jetzt nur mein Beispiel, denn es gibt noch viele andere Ursachen) Spätestens wenn der Körper verrückt spielt hat man dann Probleme.
Ich finde es schade, dass unsere Gesellschaft so stur ist, sich nicht mehr auf den Einzelnen einlässt... was hätte so manch einer von uns bewegen können, wenn mehr Verständnis vorhanden wäre... und mehr Akzeptanz?
Wenn dein Arzt dich unterstützt, brauchst du wirklich nicht zu kündigen, dann kannst du dich krank schreiben lassen. In der Reha bist du sowieso "krank geschrieben". Solange gibt es Lohnfortzahlung, dann Krankengeld. Um so später du zur Arge musst, umso mehr Luft hast du dann finanziell. In der Reha wird ein Bericht geschrieben, der letztlich etwas über deine Arbeitsfähigkeit aussagt, was sehr wichtig ist, gerade wenn du garnichts mehr kannst. Meistens kommt  eine Empfehlung gerade auch hinsichtlich deines eventuellen Rentenbegehrens. Allerdings muss man heute weniger als drei Stunden irgendetwas machen können, um volle EU-Rente zu bekommen. Da fließt alles mit hinein, auch wenn man zB seinen Haushalt macht, stundenlang schoppen geht oder regelmäßig einem Hobby nachgeht (Verein). Außerdem, wenn keine medizinischen körperlichen Probs vorhanden sind, muss man auch austherapiert sein (oder vom Gutachter eine Bestätigung haben, dass nichts mehr zu machen ist). Nun, ich denke, soweit bist du noch nicht. Erst einmal ist es wichtig, heraus zu finden, was du wirklich willst. Und, solange du niemanden ins Unglück stürzt, darfst du alles!
LG
Rhini
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Xanax
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« Antworten #9 am: 10. April 2009, 01:57:00 »

Danke Rhini,

finde es gut und bin Dir dankbar, daß Du Deine Erfahrung hier weitergibst.

Habe selbst einen Freund der gerade EU-Rente bekommt. Er hat schon alles über sich ergehen lassen wie Du geschrieben hast. Aber ich wußte nicht, daß man unter 3 Stunden kommen muß um diese Rente zu erhalten.

Im Grunde geht es ja meist nicht um die mögliche Arbeitsleistung, sondern um die Belastung die der- bzw diejenige für die Arbeitszeit aushalten muß. Natürlich könnte mein Freund bestimmt habttags arbeiten, aber das nur mit einer sehr starken psychischen Belastung.

Ich werde nun am Dienstag nach Ostern in die Klinik fahren. Jedoch hat man mir gesagt, daß ich keine Krankmeldung benötige. Ich habe ein Schreiben von der Deutschen Rentenversicherung zur Vorlage meines Arbeitgebers, daß ich eine medizinische Reha bewilligt bekommen habe. In der Klinik habe ich auch heute nochmals gefragt wegen einer Krankmeldung. Die sagten, daß ich keine benötige.

Du bist in jedem Fall mir um einiges vorraus und ich muß das alles noch lernen, denn ich versuche immer noch meine Leistung zu bringen und laufe voll gegen eine Wand. Ich arbeite mit einer hohen psychischen Belastung und bin dadurch unkonzentriert und es entstehen Fehler. Das Selbstbewußtsein fällt von Tag zu Tag.

Ich denke aber immer noch, daß ich nur eine längere Auszeit benötige um wieder auf die Beine zu kommen. Aber womöglich unterschätze ich meine Erkrankung. Du hast Deine Erkrankung erkannt und bist den richtigen Weg gegangen. Aber wie erkenne ich den richtigen Weg und wann ist der richtige Zeitpunkt dafür ?

Ich stehe derzeit entweder vor einer langen Therapiezeit ( wonach ich dann aber nicht mehr an meinen alten Arbeitsplatz zurückkehren möchte ), oder vor einer kurzen Therapiezeit in der medizinischen Reha wonach ich wieder an meinen alten Arbeitspatz zurückkehre um womöglich wieder nach einiger Zeit in der selben schlechten Verfassung zu sein.

Natürlich kann ich mich krank schreiben lassen, solange mein Arbeitgeber dies zulässt und mir kündigt. Aber dann muß ich mit meinem Arbeitsplatz gedanklich abgeschlossen haben. Dies ist bei mir aber nach über 12 Jahren bei diesem Arbeitgeber nicht der Fall. Ich werde womöglich eher umfallen, als daß ich meine Grenzen sehe welche ich ohnehin schon weit überschritten habe.

Es ist noch  nicht mal ein finanzielles Problem, sondern dies kommt eher von mener Erziehung und der heutigen Gesellschaft. Wie heißt es dann immer so schön ? Wenn Du Deine Arbeit so vernachlässigst und gekündigt wirst, wer weiß ob Du jemals noch einen Job bekommst. Fü mich ist das ein großer Schritt, denn ich werde dann die Arbeitswelt womöglich wirklich verlassen. Ich bin zwar erst 42 Jahre alt, aber für die heutige Arbeitswelt schon zu alt für einen neuen Job. Vor allem, wenn ich nach einer langen Auszeit mich nochmals bewerben soll. Was soll ich da sagen warum ich solange arbeitslos gewesen bin.

Wie Du siehst habe ich Ängste welche in beide Richtungen gehen und weiß nicht für welche Richtung ich mich entscheiden soll. Dies artet bei mir in puren Aktionismus aus welches mich nciht mehr zur Ruhe kommen läßt.
Ich weiß also anscheinend genau was mit mir pasiert, aber bin nicht in der Lage etwas dagegen zu tun.

Werde aber erstmal die medizinische Reha beginnen und mich beraten lassen. Dann werde ich weiter entscheiden. Ich merke aber, daß jegliche Entscheidung für mich immer schwieriger wird.

Viele Grüße
Xanax



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Rhini
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« Antworten #10 am: 10. April 2009, 13:45:25 »

Hi Xanax,
Die Bescheinigung der RK meinte ich mit "krank geschrieben".
Ich denke, dass du in deiner Reha erstmal ein wenig Ruhe findn kannst, damit meine ich nicht unbedingt, nichts zu tun, sondern dass du dich mal nur auf dich selbst konzentrierst. Arbeit hin oder her sollte total egal sein, denn wenn du immer tiefer ins "Loch" fällst, wirst du tatsächlich nicht mehr arbeiten können. In diesem Zusammenhang: weniger als 3 h bei voller EU-Rente; weniger als 6 h  bei halber EU-Rente.
Ich habe auch gedacht, dass ich nur eine Auszeit bräuchte, denn meine psychischen Einbrüche hatte ich vorher immer nach längstens einem halben Jahr überwunden. Allerdings immer im Hinterkopf: Ich muss doch funktionieren! War diesmal einfach nicht mehr drin. Ich hatte auch vorher Therapien, die aber immer nur kurzfristig geholfen haben. Wenn ich jetzt mein Leben lang immer wieder zum Therapeuten muss, finde ich es heute in Ordnung, denn irgendwie möchte ich doch noch mehr, als nur immer auf Andere angewiesen zu sein oder meine vier Wände anstarren. Außerdem hoffe ich natürlich, dass meine psychosomatischen Beschwerden mal etwas weniger werden. Wenn du also eine Therapie machst (in der Regel einmal die Woche  für ca 1 h), könntest du trotzdem arbeiten gehen (wenn dein Herz am Job hängt). Ich denke auch, dass du durchaus noch Chancen haben wirdst, einen Job zu finden. Vielleicht auch etwas ganz anderes, als du heute machst? Aber, und ich wiederhole es gerne noch einmal, dass ist zur Zeit unwichtig; wichtig ist, dass es dir besser geht!!!
Noch etwas: Fehler machen wir alle, aber wir haben auch immer wieder die Chance, etwas (anderes) besser zu machen. Gehen wir doch etwas wohlwollender mit uns selbst um, dann können wir uns auch eingestehen, dass wir nicht perfekt sein müssen (auch wenn wir ganz nahe dran sind).
LG
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JEM
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« Antworten #11 am: 10. April 2009, 15:47:46 »

Hallo Xanax,
Deinem Arbeitgeber reicht die Bescheinigung der DRV, es gibt da keine "Krankschreibung", eine REHA-Massnahme ist sozialversicherungsmäßig etwas Eigenständiges, sie dient zur Wiederherstellung und Sicherung der Arbeitsfähigkeit.
Du hast Deine Therapiemöglichkeiten in der Form kurz/lang reflektiert, aber es wird die Form "kurz" wohl nicht geben, sondern die REHA stösst nur eine Therapie an, die dann ambulant fortgesetzt werden muss.
Wenn Du nach der REHA nicht arbeitsfähig bist, wäre eine Krankschreibung möglich, ich weiß jetzt nicht ob Du bei einem Psychiater in Behandlung bist, aber es kann auch durch einen praktischen Arzt erfolgen.
Ich persönlich halte es für schlecht selbst zu kündigen, es ist eine gewisse Selbstaufgabe. Besser ist der Weg mit Deinem Arbeitgeber zu reden, ihm etwas über Dich zu erzählen und dass es Dir wichtig ist weiter dort zu arbeiten.
Therapie ist keine Auszeit, sondern oft harte Arbeit, aber sie wird Dich Schritt für Schritt weiterführen! Ich wünsche Dir die Kraft dies alles anzugehen!
Liebe Grüße
Jürgen
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Die eigentliche Aufgabe eines Freundes ist es dir beizustehen, wenn du im Unrecht bist.
Jedermann ist auf deiner Seite, wenn du im Recht bist.
[Mark Twain]
Xanax
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« Antworten #12 am: 11. April 2009, 00:46:22 »

Vielen Dank Rhini,

für die klaren und deutlichen Worte. In Therapie war ich schon lange Zeit, welche ich dann beendet habe, da ich meiner Meinung nach die falsche Therapieform gewählt habe. Aber woher soll man als Patient schon wissen, welche Therapie für einem die richtige Therapie ist. Heute weiß ich mit Sicherheit, daß ich eine Verhaltenstherapie benötige. Leider ist es hier schwierig vernünftige Therapeuten zu finden welche auch noch auf kurzer Zeit freie Abendtermine haben.

Da Du ja anscheinend auch schon mehrfach gewechselt hast, scheinst Du auch nicht die richtige Therapie von Anfang an begonnen zu haben. Ist es nicht schlimm, wenn man nach Jahren erst die Erfahrung bekommt, daß einem eine andere Therapieform womöglich viel besser geholfen hätte ? Diese Info's sollten bei den Erststunden besprochen werden und nicht vom Therapeuten in Selbstregie einfach beschlossen werden.

Schließlich hat der Patient auch Erwartungen an die Behandlung und die Ziele. Aber irgendwie verhalten sich Therapeuten bei sowas sehr verschlossen in welche Richtung die Therapie geht. Es wäre doch auch praktischer, wenn der Patient mehr über die Ziele der Terapieform informiert wid, weil er dann besser mitarbeiten kann.

Ein Beispiel: Wenn der Patient nicht weiß, daß eine Therapie eigentlich hauptsächlich dazu gedacht ist um an sich selbst zu arbeiten, dann wird der Patient sich auch nicht ändern. Somit steht die ganze Therapie in Frage.
Viele Leute ( auch ich damals ) war der Meinung, daß ein Therapeut mich bei meinen Entscheidungen unterstützt und moralische Unterstützung gibt. Aber eigentlich ist das Gegenteil der Fall. Denn man soll ja selbstständiger in seiner Denkweise und Handeln werden. Wenn dies am Anfang der Therapie klar gestellt werden würde, so wären mir viele Stunden erspart gewesen.
 
Hallo Jürgen,

gut zu wissen, daß die Bescheinigung der DRV für den Arbeitgeber ausreicht. Obwohl in dieser Bescheinigung nur steht, daß ich eine medizinische Reha bewilligt bekommen habe. in der Bescheinigung steht aber nicht  der Zeitpunkt des Beginns der Reha. Bekommt der Arbeitgeber eigentlich mit in welcher Reha klinik ich mich befinden werde ? Hierraus können ja auch schon Rückschlüsse auf meine Erkrankung geschlossen werden.

Viele Grüße
Xanax
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Rhini
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« Antworten #13 am: 12. April 2009, 11:52:29 »

Hi Xanax,
Hast du denn keine schriftliche Therminbestätigung bekommen?
Es ist auch ein Problem für jeden Therapeuten, eine Arbeitsweise zu finden, wenn der Patient keine eigenen Ziele hat. Oft wird hinterfragt, was man gerne machen möchte, wie man sich sein Leben vorstellt, aber gerade unsereins will eigentlich nur, dass "es" aufhört. Ich selbst bin zum Anfang hingegangen mit der Aufforderung: Helfen sie mir doch irgendwie. Da ist so ziemlich jeder Therapeut überfordert. Dazu kommt, dass ich auch nicht ganz offen und ehrlich sprechen konnte, dann hätte ich meine Hilflosigkeit mir selbst gegenüber aber auch besonders der Außenwelt gegenüber eingestehen müssen. Es geht auch nicht unbedingt darum, sich selbst zu ändern, sondern Abläufe vielleicht auch aus anderer Sicht betrachten zu können und dann besser entscheiden zu können. Natürlich kann daraus auch eine Änderung des Verhaltens entstehen, aber man ist trotzdem immer noch man selbst.
Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass meine Persöhnlichkeitsstörung früher erkannt worden wäre und ich passende psychologische Betreuung erfahren hätte, aber das bringt mir heute leider nichts mehr. Nun ist es aber auch so, dass damals, also vor 40/50 Jahren  eine psychische Erkrankung doch noch mit "verrückt" gleichgesetzt wurde. Welche Eltern wollten denn schon, dass ihr Kind "nicht normal" ist?
Ich denke auch, dass unsere Gesellschaft ziemlich unflexiebel geworden ist. Eine Eingliederung der vielfältigen Persönlichkeitsstrukturen ist kaum mehr möglich, vielleicht gibt es deshalb so viele psychisch Kranke, aber auch so viele Arbeitslose...
Dummer Weise haben viele psychisch Erkrankte kaum die Möglichkeit, sich durch zu setzen und zB auf einen angepassten Arbeitsplatz zu bestehen. Das beginnt schon bei flexiblen Arbeitszeiten, genügend Pausen und so weiter. Entweder man funktioniert, oder man hat keine Chance.
Also, versuche alles für dich nötige zu bekommen und dabei immer ehrlich mit dir selbst zu sein. Ein Therapeut muss zB auch mal verkraften können, wenn man ihm sagt, dass man alles Scheiße findet oder dass man das Gefühl hat, dass einem dieser Weg nichts bringt. Diese Leute sind geschult und werden dafür bezahlt.
LG Rhini
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« Antworten #14 am: 12. April 2009, 16:44:13 »

Hallo Rhini,

also die Terminbestätigung bekommt man von der Reha Klinik, nicht von der DRV. Da ich nicht unbedingt möchte´, daß der Arbeitgeber weiß daß es sich um eine psychosomatische Klinik handelt möchte ich dieses Schreiben auch nicht dem AG zusenden. Dies wäre u.U. mit Nachteilen verbunden wenn der AG der Meniung ist, daß eine psychosomatische Erkrankung länger bestehen wird und ich meiner Arbeit nicht mehr nachgehen kann. Daher möchte ich so wenig wie möglich an Informationen an den AG weiterleiten.

Die Frage ist nur, ob das Schreiben der DRV ausreicht. Aber das kläre ich einfach am Dienstag beim Erstgespräch ab.

"Verrückt" ist man wirklich nicht. Meine Hausärztin sagte mir mal, daß es jedem passieren kann, daß sein Leben mal aus den Fugen gerät. Nur jeder geht damit anders um und einige können dies auch schlecht verarbeiten und leiden sehr darunter. Deswegen ist man aber nicht verrückt. Ich sehe dies aber auch wie Du als ein gesellschftliches Problem an da der gröte Teil unserer "heutigen" Gesellschaft es nicht akzeptiert, daß es unterschiedliche Persönlichkeitsstrukturen in Verhaltensweisen und Gedanken gibt. Es wird eine Norm-Struktur geschaffen was als normal gilt. Wer davon abweicht wird gesellschaftlich ausgegrenzt. Wenn man sich dies mal genauer betrachtet ist diese Verhaltensweise eigentlich krank.

Es ist aber auch eine Definitionssache. Wenn psyhische Erkrankungen als normale Krankheiten wie Grippe oder von mir aus auch Rheuma eingestuft werden würden, so würden viele Menschen ( z.B. die Argeitgeber oder Kollegen und Freunde )  auch anders denken darüber. Es findet immer noch eine große gesellschaftliche Ausgrenzung bzw Ablehnung dieses Krankheitszweiges statt.

Mit der Offenheit werde ich erneut auch Probleme haben, wenn ich nächste Woche mich erneut neuen Menschen anvertrauen muß. Ich kann meine Probleme nicht sofort jemandem mitteilen. Daher versuche ich zwar so nahe wie möglich mein Krankheitsbild zu beschreiben, aber nur soweit wie ich denke der Person mich anvertrauen zu können. Ich weiß, daß es nicht der Behandlung hilft, wenn ich nicht sofort mein Krankheitsbild klar darzustelle. Aber die Hemmschwelle jedewsmal zu überwinden ist nicht einfach. Gerade wegen dem oben angesprochenen gesellschaftlichen Problem.

Sicherlich ist ein Teil dieser Menschen ein Bestandteil der Arbeitslosen. Aber dies würde ich nicht verallgemeinern. Das würde dann ja heißen, daß viele Arbeitslose auf Grund eines psychischen Probems arbeitslos sind. Sicherlich gibt es viele Arbeitnehmer, welche sich aus Scham oder niedrieger Hemmschwelle vorher aus der Gesellschaft und dem Arbeitsleben zurückziehen als andere. Das würde ich auch niemandem übel nehmen. Vielmehr sehe ich die Gefahr in der zu hohen Hemmschwelle wie es bei mir der Fall ist. Ich lasse viel zu viel mit mir machen und es geht mir dabei immer schlechter. Die Gefahr bestand dann, daß irgendwann mein Körper nicht mehr mitspielt oder womöglich richtig ausraste. Ich bin en friedlicher Mensch, habe Zivildienst geleistet und verachte jegliche Art von Gewalt. Aber was heutzutage an psychischer Gewalt wie Mobbing usw. sich auf der Arbeit abspielt, da hilft auch kein Gleichstellungsgesetz mehr welches sowas ja eigentlich unterbinden soll. Diese Art von psychischer Gewalt ist sehr oft Auslöser von Leuten die eigentlich freidlicher Natur sind aber sich dann so ungerecht behandelt fühlen, daß sie dann zu physischer Gewalt greifen weil sie sich nicht mehr anders wehren können. Die letzten Fälle von Amo*läufern wird immer die Schuld an den Tätern gegeben welche physische Gewalt angewendet haben früher nie durch ähnliches Verhalten aufgefallen sind. Ich denke die wahren Täter bei solchen Fällen sind meist andere, welche diesen Menschen psychische Gewalt angetan haben. Irgendwann rastet selbst der friedlichste Mensch aus. Wenn ich in den Medien die Veruteilung eines solchen Menschen mitbekomme, frage ich mich immer ob die wirklich wissen wer hier der eigentlich Täter gewesen ist. Aber das geht jetzt mitlerweile zu weit. Ich denke, daß ich mich bisher gut im Griff habe und mich niemals auf diese Art wehren muß. Meine Angst besteht eher darin, daß mein Körper eher sagt, nun gehts nicht mehr weiter, hier ist stop. Aber dann ist es womöglich schon zu spät. Dieser Gedanke ist Bestandteil meines Krankheitsbildes, dem bin ich mir bewußt. Menschen die sich weniger Sorgen machen über ihre derzeitige Lage oder die Zukunft haben ein besseres Leben. Die Objektivität spielt hier eine Große Rolle denke ich. Jeder versucht so objektiv wie möglich seine Ansichtsweise und Leben auszurichten. Wenn dies aber z.B. durch zu hoher Selbstkritik zu sehr ausgeprägt ist, dann entstehen psychische Krankheitsbilder. Das passiert häufig bei zu hohen gesellschaftlichen Ansprüchen welchen man nicht mehr gewachsen ist.

Ich hoffe Du kannst das alles nachvollziehen was ich meine. Aber dies ist auch nur meine Meinung. Vielleicht sind da sicherlich auch noch viele andere Faktoren welche heir eine Rolle spielen. Aber meiner Meinung nach spielen in heutiger Sicht die Therorien von Freud keine sehr große Rolle mehr. Ich zum Beispiel hatte eine sehr gute Kindheit mener Meinung nach. Es sollten neue Erkenntnisse auf die heutigen Verhältnisse in der Psychosomatik angepasst werden. Gerne würde ich darüber mit jemanden mehr diskutieren, aber nicht jeder ist dazu in der Lage sich in sowas hinein-zu-versetzen und die Zusammenhänge zu sehen. Daher setze ich auch in den heutigen Behandlungsmethoden keine großen Hoffnungen. Da hier eine gesellschaftlche Veränderung stattfinden muß und nicht die eines einelnen Individuums. Was aber nicht heißen soll, daß immer die anderen Schuld sind. Hoffe das wird hier nicht falsch verstanden. Ich denke nur, daß mehr soziales Denken die heutige Gesellschaft weiter bringen kann. Leider sind wir aber derzeit in der falschen Richtung unterwegs.

Wünsche Dir trotzdem noch ein frohe restliche Ostertage

Lieben Gruß
Xanax





 


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« Antworten #15 am: 12. April 2009, 18:11:28 »

"Bekommt der Arbeitgeber eigentlich mit in welcher Reha klinik ich mich befinden werde "

Hallo Xanax,
nehme die Terminbestätigung der REHA-Klinik, schwärze den Namen und die Anschrift der Klinik und gebe diese Kopie an Deinen Arbeitgeber, er muss es aus Datenschutzgründen so akzeptieren!
Meine persönliche Erfahrung ist diese, dass heute viele Menschen mehr mit dem Begriff Psychosomatik anfangen können, als noch vor zehr Jahren.
Die Gesellschaft wird sich nur verändern, wenn wir uns verändern, denn wir sind die "Gesellschaft", wer sonst?
Liebe Grüße
Jürgen
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« Antworten #16 am: 12. April 2009, 19:48:03 »

Hi Xanax,
gute Idee von Jem!
Natürlich sind wir die Gesellschaft (zumindest ein Teil davon), aber wenn man sich gerade gegen den herschenden psyschischen Druck nicht mehr wehren kann, wenn man aufgrund der Ignoranz und des Unverständnisses erkrankt... frage ich mich, was kann ich tun ohne mir selbst dadurch noch mehr Schaden zu zu fügen?

Ich dachte übrigens nicht, dass die Arbeitslosen psyschich krank sind, sondern aufgrund des Systems arbeitslos geworden sind. Viele haben keine Perspektiven mehr, weil das, was sie können viel zu schlecht bezahlt wird oder es dafür keine Stellen gibt.

Ehrlichkeit ist wichtig, aber vor allem sich selbst gegenüber! Man muss niemanden gleich alles sagen können, sondern eher sich an eine Vertrauensperson herantasten. Ich war selbst immer recht vertrauensselig und wurde oft genug in die Pfanne gehauen. Aber ich habe gleichzeitig nie zugeben können, wie schlimm alles für mich ist (meine Fassade war mein Schutz). Mein Psychiater hat mich durchschaut und schon in seinem ersten Bericht geschrieben, dass mein Gehabe aufgesetzt ist... danach eine Auflistung von Sympthomen, die ihm aufgefallen sind, ohne dass wir darüber gesprochen haben. Mein Therapeut hat meine aufgesetzte Fröhlichkeit hinterfragt, war sehr einfühlsam und verständnisvoll, so dass ich nach einigen Stunden zum ersten Mal sagen konnte, wie es wirklich in mir aussah. Das war allerdings dann auch nur möglich, weil ich ehrlicher mit mir selbst wurde. Dann hieß es nicht mehr, "ich würde ja gerne" sondern "ich will das nicht mehr".
Psychische Erkrankungen sind oftmals nicht so leicht zu erkennen wie eine Grippe oder ein gebrochenes Bein. Da gab es auch schon genug Leute die wegen einem erhofften Vorteil auf "Psyche" gemacht haben oder die zB bei kurzzeitigem Liebeskummer meinten, sie hätten eine tiefe Depression. Meistens kann man auch miteiner psychischen Störung (gerade was PS angeht) voll im Leben stehen, arbeiten, Kinder groß ziehen
und so weiter. Krank ist man dann, wenn das Leben dadurch eingeschränkt ist. Dieser Zeitpunkt ist bei jedem unterschiedlich, denn wir sind nun mal alle verschieden (zum Glück, wäre sonst langweilig, oder?).

Das diese Erkrankung in der Gesellschaft nicht so anerkannt ist, scheint auch ein Selbstschutz zu sein. Das würde doch bedeuten, dass alle (wieder) mehr Rücksicht aufeinander nehmen müssten. Freunde und Eltern/Familie hat vielleicht keine Veränderung gemerkt und fällt aus allen Wolken, wenn man plötzlich nicht mehr so funktioniert. Meine Mutter knabbert noch heute daran, obwohl ich seit 03 zu Hause bin. Der andere Aspekt ist, dass Freunde und Famile einen nichts Böses wollen, sondern in der Regel, dass es einem gut geht. Aber bei psychischen Erkrankungen helfen keine gutgemeinten Ratschläge oder zB das freundschaftlich "aus der Depression" reißen. Ich bitte immer mal wieder, mich so zu akzeptieren, mich so zu nehmen, wie ich bin. Inzwischen zeige ich auch mehr oder weniger: Mehr bekommt ihr nicht von mir!
Weist du eigentlich, für welchen Zeitraum die Reha angesetzt ist? Es wäre auf alle Fälle schön, wenn du dich danach nochmal melden würdest.
Denke daran, es ist alles für dich und du bestimmst den Weg!
LG
Rhini
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« Antworten #17 am: 13. April 2009, 13:03:31 »

Hallo Jürgen,

vielen Dank für die Idee. Aber sagtest Du nicht, daß der Bescheid der DRV ausreichen würde ?

Meine Ansicht über psychosomitische Erkrankungen sind schon richtig. Mit Gesellschaft meine ich den größeren Teil der Gesellschaft welche diese Art von Erkrankungen nicht akzeptieren.

Ich denke aber, daß Du schon wußtest wie dies von mir gmeint war.

Viele Grüße
X.
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« Antworten #18 am: 13. April 2009, 13:41:24 »

Hallo Xanax,
ich ging davon aus, dass das Schreiben der DRV den Termin beinhaltet hat!
Meine persönlichen Erfahrungen sind diese, dass psychosomatische Erkrankungen heute von einem größeren Teil der Bevölkerung "begriffen" werden, als noch vor zehn Jahren oder gar 20 Jahren.
Eine Erkrankung zu akzeptieren ist immer schwer, gleichgültig ob sie organisch oder psychisch ist. Aber das ist zunächst einmal die Aufgabe des Betroffenen. Die Gesellschaft kann eine Person akzeptieren (oder nicht) und dazu gehört nun eben einmal die ganze Person, auch eventuelle Krankheiten.
Aber ich habe schon verstanden, wie Du es gemeint hast!
Liebe Grüße
Jürgen

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« Antworten #19 am: 13. April 2009, 13:44:57 »

Hallo Rhini,

die medizinische Reha ist erstmal für 4 Wochen angesetzt (mit Option auf Verlängerung bis zu 16 Wochen ). Letzte Nacht habe ich richtige Panikzustände bekommen, weil sich meine Situation und mein Befinden, durch die für mich große Belastung meine vertraute Umgebung zu verlassen, sehr verschlechtert hat.

Ich hatte schon überlegt ins nächste Krankenhaus zu fahren. Die würden mich womöglich nicht aufnehmen, ohne eine Einweisung. Daher versuche ich es auf mich zukommen zu lassen. Ich habe bis jetzt noch nicht mal meine Sachen gepackt. Ich bin mit der Situation einfach überfordert.

Die Idee von Jürgen ist nicht schlecht, aber wenn ich den Namen der Klinik durchstreiche, dann kann sich der Arbeitgeber schon denken warum dies getan wurde. Außerdem sagte er doch vorher, daß die Bescehinigung der DRV ausreichen würde. Wenn ich eine AU brauche, dann rufe ich bei meiner Ärztin an und frage ob sie eine ausstellt und an meinen AG sendet. Wenn dies möglich ist, wäre das die beste Lösung.

Werde mich sehr gerne weiter hier melden. Ich habe das Gefühl verstanden zu werden und es tut mir gut darüber zu schreiben. Nehme den Laptop mit und berichte weiter. Hierfür wäre es vielleicht besser ein neues Thema zu öffnen. Der Thread war ja ürsprünglich von Zeppelin eröffnet worden ( sorry an Dich ).

Jetzt muß ich erstmal sehen wie ich meine Angst überwinden kann um meine Gedanken fürs Sachen packen zu ordnen. Es kann also durchaus noch passieren, daß ich diese Nacht im Krankenhaus lande, was ich nicht hoffe. Habe richtige Panik. Meine Freunde können mir leider dabei auch nicht helfen, obwohl sie ihr bestes versuchen. Ich möchte auch nicht zur Last fallen, obwohl ich weiß daß sie mir das schon mitteilen würden.

Rhini, wenn ich meinen Weg selbst bestimmen könnte, dann würde ich meine derzeitige Arbeitsstelle kündigen und mich für ein paar Montate krank schreiben lassen. Nur durch eine längere Auszeit ohne Druck und Verpflichtungen in vertrauter Umgebung würde ich wieder stabiler werden. Ich habe dies alles schonmal vor ca 15 Jahren durchgemacht und war in einer medizinischen Reha. Diese hatte ich nach ca 2 Wochen abgebrochen, weil es mir täglich zusehend schlechter ging. Erst nach einer langen Auszeit von ca 5-6 Monaten ohne Verpflichtungen war ich langsam wieder bereit ein neues Leben zu beginnen.

Natürlich war ich danach nicht geheilt, aber ich hatte hatte gelernt mit meiner Krankheit immerhin 15 Jahre zu leben. In dieser Zeit habe ich natürlich langjährige Therapien durchgeführt welche aber wie schon erwähnt nicht zu dem richtigen Ziel geführt haben. Ich habe mich schon versucht auf die Therapie einzulassen und vom Therapeuten lenken zu lassen, aber Entscheidungen gegen meine Überzeugung zu treffen kann ich einfach nicht. Wenn man mir nur sagt, was richtig oder falsch ist, so hinterfrage ich auch den Grund. Wenn mir dieser nicht erklärt wird, so stelle ich die Aussage meist in Frage weil ich nur noch sehr schlecht Vertrauen schließen kann.

Erstmal vielen Dank. Ich melde mich wie es mir ergehen wird. Wünsche euch noch einen schonen Ostermontag.

Gruß
X.

 
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« Antworten #20 am: 13. April 2009, 14:11:21 »

Hallo Jürgen,

da hast Du durchaus Recht, daß solchartige Erkrankungen mehr Anerkennung finden. Aber meist nur von den Arzten, Psychotherapeuten, Krankenkassen und selbst betroffenenen Personen.

Personen welche sowas noch nciht erlebt haben, können es sehr schlecht nachvollziehen was so eine Krankheit bedeuten kann.

Früher war der Leistungsdruck in der Gesellschaft auch nicht so hoch wie heute. So einen direkten Vergleich würde ich daher nicht stellen. Auch der Umgang untereinaner in der Gesellschaft hat sich stark verändert als wie noch vor 10 bis 20 Jahren. Ein Beispiel im beruflichen Umfeld wäre das Mobbing. Es wird nun zwar versucht etwas dagegen zu unternehmen, aber nur deswegen weil es stark zugenommen hat und dadurch die Produktivität des einzelnen Arbeitnehmers stark beeinflußt.

Gruß
X.


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« Antworten #21 am: 13. April 2009, 19:32:56 »

Hallo Xanax,
Ich habe viel Verständnis für deine Panick, würde es mir doch genauso gehen. Vielleicht erscheint alles im Moment als Sinnlos oder Beängstigend, aber ich wünschte, du würdest jetzt wirklich mal an dich denken. Es ist nicht einfach, das habe ich schon öfter geschrieben. Manchmal braucht man Jahre, um wieder Stabilität zu bekommen.
Ich kenne das, dass man nach einiger Zeit wieder "hergestellt" war... bis zum nächten Mal. So habe ich die letzten dreißig Jahre verbracht. Aber es wurde jedes Mal schlimmer und der Kraftakt, da wieder heraus zu kommen wurde größer. Natürlich braucht das bei dir nicht so zu sein, aber was tust du, wenn ein halbes Jahr Auszeit nicht reicht? Oder ein Jahr?
Zudem bin ich der Meinung, dass du wirklich nicht kündigen solltest. Wenn du das sowieso vor hast, kann dir doch egal sein, was dort abläuft, oder? Mein Vertrag wurde irgendwann aufgehoben bzw als Ruhend eingestuft, weil ich ja in meinem Job garnicht mehr zurück konnte. Allerdings war ich unkündbar und wenn ich jetzt zB wieder dort arbeiten könnte, müssten sie mir etwas anbieten. Ist mir aber egal, auch der Weg bis zur Aufhebung war mir egal. Ich habe brav meine Krankschreibe geschickt, bis dies nicht mehr nötig war. Ansonsten musste ich allerdings zweimal zur Amtsärztin (die schon damals angeraten hat, auf EU-Rente zu gehen). Da kann man  trotz der Schweigepflicht ziemlich sicher sein, dass mein AG Bescheid wusste.
Ist mir, wie gesagt, total egal gewesen.

Natürlich kannst du auch kündigen, wenn es dich sonst zu sehr belastet, aber bedenke genau alle Möglichkeiten. Vielleicht ist es sinniger einen Aufhebevertrag zu machen??? Überstürze nichts, bevor du nicht genau Bescheid weist.

Da du ja morgen sowieso in die Klinik zur Reha gehst, drücke ich dir die Daumen, dass du bis dahin durch hälst. Jetzt noch in ein KH zu gehen würde doch nur mehr Stress bedeuten.

Du schreibst immer von einer medizinischen Reha, auf der anderen Seite von einer psychosomatischen Klinik... bin ich dumm, oder ist nicht eine medizinische Reha nach einem KH-Aufenthalt oder Unfall oder OP???

Nun gut, ich denke, wenn du dein Laptop mitnehmen  und daran einen Internetstick (oder Händy) anschließen kannst, hast du ja die Möglichkeit, dich auch hier zu melden. Natürlich kannst du deinen eigenen Text aufmachen, wir "finden" dich schon! Ich drücke dir ganz feste die Daumen, dass du erstmal gut hin kommst. Und denke daran, alles was du tust, tust du für dich! Und umso besser man sich selbst fühlt, umso mehr haben auch Andere etwas von einem.
Liebe Grüße
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« Antworten #22 am: 14. April 2009, 02:53:16 »

Hallo Rhini,

Du kannst Dir gar nicht vorstellen wie gut es ist mit jemandem darüber schreiben zu können. Auch wenn Du ca 500 KM entfernt von mir bist.

Es ist eine medizinische Reha, da es anscheinend auch medizinische Psychosomatik gibt wie z.B. bei Hautausschlägen die durch Stress verursacht werden. Die Klinik ist auch auf sowas spezialisiert.

Natürlich liegt mein Problem ganz woanders wie Du ja bereits weißt. Meine Panik wird immer größer und ich weiß nciht in welcher Verfassung ich dort morgen überhaupt hinkomme. Eigentlich sollte ich ein Taxi nehmen oder einen Freund fragen wer mich dorthin fährt.

Das mit dem Krankenhaus ist als äußerster Notfall. Ich versuche immer noch meine Sachen zusammen zu packen. Aber ich denke es reicht erstmal nur das Wichtigste mitzunehmen für 4 Tage. Am Wochenende darf man nach Hause wie ich das im Internet gelesen habe.

Mein allergrößtes Problem ist, daß ich wieder voll auf dem Aktionismus Trip bin. Ich versuche es Freunden, meinem Chef und auch neuen Bekanntschaften ( welche im Moment wirklich fehl am Platz sind ) recht zu machen. Ich setze mich viel zu viel unter Druck. Ich würde genre lernen wie man dies besser in den Griff bekommt. Einfach abschalten, daß kann ich seit Jahren nicht mehr. Was ist das noch für ein Leben.

Wo ist die Freude am Leben geblieben welche ich früher mal hatte als ich noch Zeit für alles hatte ? Wenn ich es mir richtig überlege ist diese genau mit meiner Krankheit verschwunden.

Womöglich hast Du recht, daß ich immer länger brauchen werde um wieder auf die Beine zu kommen. Aber wie gesagt, kann ich mir nur helfen lassen, wenn ich in einer besseren Verfassung bin und die Therapeuten auch mehr an mich ran lasse. Im Moment bin ich in einer so schlechten Verfassung, daß ich niemadem meine Probleme schildern werde.

WEnn ich nicht von mir aus kündige wird mein Arbeitgeber mich vorerst nicht kündigen. Das hat er mir gesagt, obwohl er mir damit keinen Gefallen tut. Im Gegenteil, er setzt mich unter Druck, daß ich versuche so schnell wie möglich wieder gesund zu werden. Das geht schief, was ich gerade schmerzhaft erlebe. Mir geht es wesentlcih schlechter als wie zu dem Zeitpunkt als ich noch gearbeitet habe vor einer Woche.

Ich hatte unbezahlten Urlaub vorgeschlagen. Das finanzielle würde ich hinbekommen, da ich eine günstige Wóhnung habe und auch für NOtfälle etwas angespart habe. Das wäre der richtige Zeitpunkt für sowas. Aber für diesen Weg ist es nun zu spät. Wenn ich die Reha in ein paar Stunden nicht antrete, so nimmt mich keiner mehr ernst.

Wie gesagt, wenn ich an mich denken würde, so würde ich alles liegen lassen und mich um nichts mehr kümmern sondern nur noch um mich. Das wäre das einzigst Vernünftige. Was nützt mir Geld auf dem Konto wenn ich ein psychisches Wrack bin.

Ich hoffe, daß ich gleich en Erstgespräch bekomme und dies genauso schildern kann wie ich es hier getan habe. Du scheinst mich sehr gut zu verstehen. Zumindest habe ich das Gefühl. Wenn das der Therapeut doch morgen auch tun würde. Ich denke aber, daß sie mir immer dazu raten werden da zu bleiben, nur damit das der Reah Paltz belegt wird ( also aus finanziellen Hintergrundgedanken ). An den PAtient wird aber dabei nicht gedacht. Und da ist es wieder , mein Mißtrauen. Aber ganz erhlich, ist dies hier nicht angebracht ?

Jedenfalls bin ich froh, daß es Menschen wie Du es bist gibt, welche nicht nur Erfahrungen austauschen sondern auch noch Ratschläge geben. ICh würde das auch gerne tun, wenn es mir wieder bessre geht. ICh denke, daß ich im sozialen Sektor eine neue Aufgabe finden könnte auch wenn die Umstände eines solche Jobs eher mis sind. Aber ich weiß, daß ich die Welt vielleicht ein Stück verbessern könnte und einer Person sehr helfen kann.

Hast Du nicht mal an sowas gedacht ? Man gewinnt dadurch schließlich auch selbst mehr Selbstvertrauen. Dumm ist nur, wenn man gute Ratschläge weitergibt, und diese selber nicht befolgt. Da hätte ich schon Gewissensbisse.

ICh versuche nun mich noch etwas hinzulegen, obwohl ich wirklich die Wände hochgehen könnte. Aber es hilft nicht. Sehe erstmal weiteren Leiden in nächster Zeit in die Augen.

Bis später dann mal, hoffentlcih...
Gruß X.
 
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« Antworten #23 am: 14. April 2009, 09:34:46 »

Hallo Xanax,
Eigentlich hoffe ich, dass du das hier erst einmal nicht liest, dich auf dem Wege in die Klinik befindest oder schon da bist. Eigentlich möchte ich keine Ratschläge geben sondern eher Denkanstösse und meine Gedanken sind, dass du dir selbst die Chance geben solltest, etwas für dich zu tun. Lass alles auf dich zukommen und sehe, was du für dich daraus herausholen kannst. (Tja, irgendwie klingt das doch nach Ratschlag???!!! Smile)
Ich schaue hier fast täglich herrein, habe also ein offenes Auge und helfe gerne, soweit ich es kann (Das kostet mich nicht die Kraft, die ich im Zusammensein mit den Menschen hier aufbringen muss).
Alles Liebe
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« Antworten #24 am: 15. April 2009, 19:26:05 »

Hallo Rhini,

danke Dir. Aber der gute Ratschlag kommt leider zu spät. Ich bin schon nach dem zweiten Tag wieder nach Hause. Die haben meine eigenen Medikamente einkassiert und mir schwächere Mittel gegeben und noch andere. In der ersten Nacht hatte ich solche Ängste und Panik, daß ich fast nur noch beim Nachtnotdienst gesessen habe. Aber wie soll sowas auch funktionieren. Ich meine ein Mensch mit sozialen Phobien - das Wetter ist schön draußen - und man sieht aus dem ca 8 qm großen Zimmer raus auf die anderen Patienten welche sich in der Sonne amüsieren. Mir ging es dadurch nur schlechter. Erstens weil ich meine Ängste nicht überwinden konnte und mitzuspielen und zweitens den ganzen sonnigen Tag in dem stickigen Zimmer aufgehalten habe und meine Ängste mich nicht in Ruhe ließen. Mein Therapeut meinte daß ich kurz vor einer Psychose stehen würde. Habe noch nicht gegoogelt danach, aber ich werde es noch gleich tun.

Ich bestand aber darauf daß ich den Aufnahmezettel nicht am ersten Tag unterschreiben brauch. Dadurch habe ich die Reha nicht abgebrochen, sondern habe noch keine Reha in Anspruch genommen. Der Therapeut meinte zwar, daß ich bei Ihnen richtig wäre und daß sie mir dafür Medikamente geben können. Aber da müßten sie mich vollpumpen, daß ich nichst mehr mitbekomme. Das habe ich leider mal erleben müssen an mir in einer anderen Klinik vor 15 Jahren. Ich weilß nicht mehr welche Medis das war aber Haldol war glaub ich auch dabei.  Ich konnte nicht mehr geradeaus gehen, so schlimm war es.

Der Therapeut meinte er kann mich nicht festhalten, aber er meint, daß ich eigentlich bei ihnen richtig wäre. Aber er hat mir keine Alternative benben dem Scheintod durch vollpumpem durch Psychophamraka. Benozdeazipine sind mir nicht neu und nehme diese auch selber( Abhängikeitsrisiko bewußt) , aber bitte keine Babiturate welche glaube ich auch mitlerweise verboten wurden.

Werde mich wohl die nächsten Wochen krank schreiben lassen. Die Firma denkt ja immer noch, daß ich in Kur bin. Also werde ich an mir weiter versuchen zu arbeiten und einen passenden ambulanten Therapeuten zu finden. Meine Ängest habe ich übrigens nur, wenn ich weiß daß ich mich bald wieder in die Öffentlichkeit begeben muß. Daher kann ich mich nur entspannen, wenn ich zu nichts verpflichtet bin zu tun.

Achja, die von der Klinik meinten, daß sie mir nochmal einen Termin in ein paar Monaten zusenden wollen. Ich habe ja die Reha nicht abgebrochen. Ich sagte, daß ich es gut finde unter der Vorraussetzung daß ich in einer besseren Verfasugn bin als derzeit. Wie gesagt, ich konnt emich nicht erholen - sondern es waren die stärksten Panikattacken welche ich jemals hatte. Wer sowas noch nciht hatte, kann sich auch nicht vorstellen wie schlimm sowas ist.

Ich versuche nun erstmal zur Ruhe zu kommen und erkundige mich über die Psychose. Womöglich wird auch wieder mal etwas in mich hineininterpretiert, oder es könnte wirklich auf mich zutreffen. 
Der Therapeut sagte noch, daß er vermutet, daß ich alleine nicht mehr auf die Beine komme. Ich dagte ihm, daß ich es immer wieder im letten Jahr nach ein paar Wochen mit eigener Kraft wieder geschafft habe, aber er meinte das wird schlimmer mit der Zeit. Ich hoffe nicht, dann bleibt mir nur noch die Kündigung únd Erwerbsrente zu beantragen.

Trotzdem Danke für Dein offenes Auge ;-) Du bist sicherlich nicht stolz auf mich, aber das bin ich auch nicht auf mich. Mir wäre es auch lieber gewesen daß ich mich dort eingelebt hätte. Solche Ängest habe ich nichtmal früher als Kind gehabt. Ich weiß nicht wodurch diese Ängste überhaupt entstanden sind.  Früher waren sie definitiv nicht existent. Das läßt doch zu denken, daß es was mit den eigenen Lebenserkenntnissen über die Gesellschaft zu tun hat.

Werde nun versucehn meine Ängste wieder in den Griff zu bekommen. Obwohl ich zu Hause bin, muß ich morgen wieder zu meiner Ärztin und alles erklären. Sie wird mir sagen, daß es der falsche Weg war. Was aber wenn ich dort auf Grund meines schlechte Zustands eine Suizidversuch unternommen hätte ? Dann würde ich nun auf einer geschlossenen Station in der Psychatrie liegen. Ob das soviel besser gewesen wäre ?

Therapeuten kennen sich zwar mit den Krankheitsbilder besser aus, aber sie sind nicht in der Lage den Menschen ganz genau zu erkennen ( wie hoch sein Leidensdruck ist ), oder was für andere Krankheiten noch dahinter stecken könnten. Daher hoffe ich mal, daß er mir nur Angst machen wollte mit seiner Aussage, daß es nur noch schlimmer wird. Ich werde alles versuchen damit es mir besser geht.

Hoffe ich muß mir das nicht auch noch von Dir sagen lassen. Aber mir ist eine ehrliche Antwort lieber.

Wichtg ist mir aber ( und das git mir das gute Gefühl ), ich habe endlich mal an mich gedacht. Mir ist meine Arbeitsstelle mittlerweile egal. Im Bericht der Klink steht, das Erwerbsfähigkeit erheblich gefährdet ist
Ich beschränke mich nur noch auf meine Gesundheit und versuche den Druck abzuwehren.

Liebe Grüße
Xanax

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