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Autor Thema: Angst vor "Freunden", Angst vor Nähe und Blickkontakt  (Gelesen 2283 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
lavoisier
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Beiträge: 3


« am: 10. April 2009, 16:56:18 »

Liebe Leser!
Habe seit vielen Jahren Angst vor "Freunden", also vor Leuten, die mich besuchen, oder die ich treffe, sobald es keinen offiziellen "Anlass"gibt, kein bestimmtes Thema vorgegeben ist .
Im letzteren Fall habe ich kaum Probleme, so führe ich Gespräche mit den Lehrern meiner Kinder, hab auch kein Thema beim Hundspaziergang fremde Hundebesitzer anzusprechen- überhaupt jemanden themenbezogen anzusprechen- könnte auch Vorträge halten... kein Probelm. ABER: Kommt jemand "nur" meinetwegen zu Besuch, habe ich ein derart unangenehmes Gefühl (sehr unerträglich dann, der Blickkontakt), welches sich schwer beschreiben lässt. Bin immens erleichtert, wenn der Besuch wieder geht. Habe meine alte, beste Freundin aus meiner Heimatstadt gar nicht mehr besucht, um diesem unangenehmen Gefühl auszuweichen.
So bin ich extrem isoliert- habe mich vom Partner, dem einzigen Menschen, dem ich, neben meinen Kindern, völlig angstfrei begegnen konnte,getrennt, weil dieser mich so oft enttäuschte, dass ich den dadurch entstandenen (und intensivst gefühlten ) Schmerz nicht mehr aushielt.
Bin weitaus lieber allein, als diesem elenden Gefühl ausgeliefert zu sein- andererseits bin ich ein Mensch wie andere... habe das Bedürfnis nach Gespräch (am liebsten tausche ich mich per Mail aus), nach Nähe, auch nach körperlicher...
Habt ihr eine Idee, was helfen könnte? Kennt jemand die von mir geschilderten Gefühle?
Vielen Dank im Voraus und nette Grüße!
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Reizi
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Beiträge: 8


« Antworten #1 am: 10. April 2009, 17:03:36 »

Hallöchen,

deine Gefühle und die Situtaionen kenne ich nur zugut ich liet darunter mehr als 2 Jahre :-( Ich bekamm auch immer voll die Pankik wenn mich jemand besuchen wollte.... bekam ein Beklemmungsgefühl Übelkeit etc wenn der Besuch dann da war wusste ich garnicht wie ich mich verhalten sollte, habe dann immer ausreden gesucht was ich angeblich nur erledigen muss, damit der Besuch geht... Aber nach fast 2Jahren wo ich dann völlg isoliert war von freunden und niemand wirklich mehr mit einem was zutun haben wollte kam die volle Einsamkeit.... dann find es an das ich anstatt was ich vorher liebte das alleine zu sein das man JEDEN tagg alleine war und das kann einem wenn es über einen längeren zeitraum geht voll an die nerven und psyche gehen.
Ich habe mich dann selbst überwunden habe Atemübungen gemacht und Yoga und halte es jetzt so das ich dem Besuch es offen gesagt habe was ich habe und habe immer vereinbart das sie z.b am anfang für 30minuten vorbei kommen und es nach und nach gesteigert habe mitlerweile bin ich bei 2 Std...


Liebe grüße Reizi
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Rhini
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Beiträge: 833


« Antworten #2 am: 12. April 2009, 11:08:42 »

Hallo,
es geht mir oft genug genauso. Zwar kann ich Blickkontakt recht gut ertragen, aber ich weiß oft nicht, was ich mit den Anderen reden soll. Ich habe nur noch einige lose Bekannte, die ich höchst selten sehe. Da fehlt es auch schon an der Übung, sich mit Anderen auseinander zu setzen. Meistens traue ich mich nicht, einfach nur so los zu sprudeln aus Angst, ich könne etwas Blödes sagen oder für dumm gehalten werden. Aber im Kopf habe ich, dass ich mich mehr auf das Beisammensein konzentrieren muss, als darauf, irgendwie "Großartig" rüber zu kommen. Jeder Mensch, der zu mir kommt, bei mir verweilt, hat Interresse an mir; dem bin ich also irgendwie wichtig. Meine Gäste zu verwöhnen habe ich inzwischen auch weitestgehend abgelegt (nicht immer), denn im Grunde ist doch jeder mit einem Brot zufrieden, wenn die Stimmung stimmt.
Durch meine Erkrankung habe ich sehr wenig Kontakte zu Außenwelt und bin daher auch oft einsam, antriebslos und verunsichert. Aber ich lerne, immer mehr nach meinen Bedürfnissen zu agieren. Selbst Familientreffen sind zeitlich begrenzt.
Andererseits habe ich auch keine Erwartungen an meinem Gegenüber, denn wenn Schweigen entsteht, heißt es nicht, dass mich derjenige ablehnt, sondern, dass er in diesem Moment seinen Gedanken nachhängt.
Im Grunde genommen denken viele ja auch, sie wüssten, was die Anderen von einem erwarten (ich auch), doch es sind nur die eigenen Vorstellungen, die oftmals weit ab der Realität sind.
In diesem Sinne: Frohe Ostern
Rhini
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lavoisier
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« Antworten #3 am: 12. April 2009, 23:56:42 »

Hallo Rhini!
Es tut mir Leid, dass es dir ähnlich geht- dennoch freue ich mich auch, endlich mal von jemandem zu lesen, dem es ähnlich geht- der diese Gefühle (findest du sie auch so unbeschreiblich)- vielleicht ist es am ehesten eine Art von Beklemmung, kennt.
Verrückt ist bei mir, dass ich sehr mutig bin, solange es um oberflächliche Kontakte geht.
Kann belanglos (kurz) genauso gut mit der Bedienung im Restaurant, wie mit dem Kinokartenverkäufer reden...
Das Problem beginnt mit der "Themeneingrenzung" auf meine Person.
Was meinst du mit "Erkrankung"- habe zwar immer gedacht, dass ich anders sei als die meisten
(das Gefühl, wie vom "fremden Stern" zu sein begleitet mich seit Beginn meiner Erinnerung)?
Hast du eine Diagnose eingeholt und hilft dir diese weiter, bzw. was leitet sich als Konsequenz daraus ab?
Habe Psychotherapie probiert, aber wollte mich nicht auf eine Psychoanalyse einlassen, da mir bekannt ist, dass
diese kaum wirklich je jemandem geholfen hat.
Ich möchte alle ansprechen, die dies lesen und denen es ähnlich ergeht.
Was habt ihr an Hilfreichem erlebt?
Schönen zweiten Ostertag und danke für Eure "Mitsprache"! Smiley
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Rhini
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« Antworten #4 am: 13. April 2009, 08:46:17 »

Hi lavoisier,
Es kommt wohl auf die Art der Störung an, welche Therapie sinnvoll ist. In einer Verhaltenstherapie kann man erlernen, welche Strategien einem im Umgang mit Anderen helfen können. Ja, ich habe eine Diagnose: zum Einen eine Verhaltensstörung (histreonisch) und zum Anderen schwere Depressionen und generalisierte Angststörung. Wahrscheinlich hat Ersteres zum Letzteren geführt. Im Nachhinein kann ich jetzt vieles aus meinem Leben besser einsortieren und es hilft auch bei der Bewältigung des Alltags. Aber die Angst hat sich chronifiziert und ich weiß meistens garnicht, wovor ich angst habe. Ich bekomme seit einem halben Jahr EU-Rente, vorher Berufsunfähigkeitsrente. Ich habe nach vielen Fehlschlägen einen für mich passenden Therapeuten gefunden und gehe zur Zeit wieder einmal die Woche zu ihm. Mein Ansatz ist eine stabilisierung meiner Lebenssituation. Jeglicher Einfluß von Außen macht mich fertig (wenn zB Andere etwas von mir wollen). Solange ich alles selbst bestimmen kann (wann und wie lange ich jemanden besuche oder treffe) geht es einiger Maßen, allerdings bin ich trotzdem immer sehr erschöpft und oft überschätze ich meine Kräfte und habe dann (noch) massivere Probleme mit meinem Körper (somatische Beschwerden).
Kurze Gespräche mit Fremdkontakten fallen mir auch leicht, weil ich mich da auf nichts einlassen muss, was mich wieder in eine Ecke drängt. Aber schon der Arztbesuch, aufs Amt zu gehen oder auf die Bank (Bin froh, dass man so viel vom PC aus machen kann oder schriftlich) bringt mich nahe eines Nervenzusammenbruches. Dann muss mein Partner mich begleiten oder jemand anderes, dem ich einiger Maßen vertraue.
Kannst du dich auch für Andere stark machen, aber für dich selbst nicht?
"Anders" zu sein ist vollkommen in Ordnung, solange man nicht darunter leidet. Gerade die Vielseitigkeit unserer Wesen macht uns so interressant (dabei meine ich alle Menschen). Ich denke heute, wäre meine Andersartigkeit mehr zugelassen und akzeptiert worden, wäre ich vielleicht nicht so krank geworden. Immer wieder in ein gesellschaftliches Schema gepresst zu werden (das kannst du so nicht machen, so geht das nicht, das ist nicht in Ordnung...) hat meiner Persönlichkeit sehr geschadet. Manchmal frage ich mich, was aus mir hätte werden können, wenn mehr Verständnis und Akzeptanz vorhanden gewesen wäre.
Einen Teil möchte ich noch nachholen, aber mir fehlt die Kraft, mich konsequent dafür ein zu setzen. Ich hoffe, dass sich das noch ändert.
Ich schreibe immer, dass es wichtig ist, zu erkennen, was man möchte und sich, wenn es alleine nicht klappt, helfen lässt. Dabei ist es egal, ob man zB einem Psychologen alles erzählt, wenn man ehrlich zu sich selbst ist.
Dir auch noch einen schönen Tag... und viele. die nachkommen mögen
Rhini
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lavoisier
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Beiträge: 3


« Antworten #5 am: 16. April 2009, 11:34:57 »

Hallo Rhini!

Danke für die guten Wünsche!
Verglichen mit dir, scheint es mir noch recht gut zu gehen.
Angst habe ich wirklich "nur" bei, bzw. vor Menschenbegegnungen.
Habe inzwischen mit einer Freundin darüber gesprochen.
Hatte mit ihr bis jetzt kaum realen Kontakt. Nun traf ich sie zum 3. Mal und
sie machte mich darauf aufmerksam, dass sie irritiere, dass ich dem Blickkontakt ausweiche.
Ich erzählte von meinen Ängsten(kurz und selbstverständlich) und allein das erleichterte mich schon irgendwie.
Jedenfalls hatten wir einige Stunden zusammen und ich fühlte mich rundum wohl, dabei Smiley
Dennoch bin ich, nach wie vor, über Anregungen sehr dankbar und auch zu einer Therapie bereit,
wenn ich denn eine fände, von der ich den Eindruck hätte, dass sie mir wirklich etwas bringt.
Alles Gute für dich und alle, die sich hier, aus gutem Grunde, "eingefunden" haben.
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Rhini
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« Antworten #6 am: 16. April 2009, 19:59:20 »

Hi lavoisier,
Ob es mir schlechter geht oder schlimmer erwischt hat, will ich garnicht beurteilen. Das liegt doch immer an einem selbst, weil nur man selbst sagen kann, wie sehr einen etwas belastet. So kann doch einer eine schwere Erkrankung ganz gut wegstecken und ein anderer bekommt beim Schnupfen Panick. Denke, du verstehst, was ich meine? Aber ich habe auch oft genug gedacht, dass ich nicht so jammern darf, wenn ich sehe, dass es Menschen in meiner nahen Umgebung gibt, die ernsthaft (Krebs) erkrankt sind. Aber das ist falsch, denn wenn man einen Schnupfen verschleppt, kann es ganz schlimm werden. Wenn ich also nicht ehrlich zu mir sage, dass es mir scheiße geht, werde ich dagegen auch nichts unternehmen.
Zur Therapie: Ich habe auch oft das Gefühl gehabt, dass mir alles nichts gebracht hat, war auch teilweise so, aber ich musste auch erst selbst erkennen, was ich eigentlich möchte. Jetzt, wo ich von mir aus freiwillig hin gehe (es ist doch so, dass ich mich behandeln lassen MUSSte, ehe festgestellt wurde, dass eigentlich garnichts mehr geht) erkenne ich Fortschritte in meinen eigenen Gedanken deutlicher und die Hartneckigkeit meines Therapeuten bringt immer wieder Mißstände hervor, die mich indirekt im Unterbewußtsein noch belasten. Grundsatz bei jeder Therapie ist wohl, dass man sich für sich selbst genug Zeit nehmen sollte.
Ich weiß übrigens, dass es Patienten gibt, die Jahrelang zum Therapeuten gehen, nicht so oft, aber immer wieder, um nicht erneut in tiefe Kriesen zu gelangen. Ich denke auch, dass nicht nur die Art der Therapie ausschlaggebend ist, sondern vor allem, ob man sich gut aufgehoben fühlt und eine Vertrauensebene aufbauen kann...

Ansonsten freue ich mich natürlich, dass du mit dieser Bekannten so gut zusammen sein konntest. Weiter so!
LG
Rhini
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Gousar
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« Antworten #7 am: 19. April 2009, 09:02:16 »

hallo lavoisier,

ich bin wirklich froh dass du hier deine probleme geschildert hast, denn ich habe genau die gleichen probleme und um jemanden  zu finden dem es ähnlich geht habe ich mich hier angemeldet. ich bin jetzt 24 und mitlerweile seid 9 jahren psyschisch angeknackst. auf jeden fall hat sich mein zustand nun so entwickelt und manifestiert dass ich nach gesprächen mit psyschologen und fachtexten von wikipedia mit sicherheit sagen kann das ich unter einer schizoiden PS leide. es ist halt so dass ich oberflächlich sehr scharmant und selbstsicher auftreten kann aber sobald es an der tür klingelt bekomme ich nen halben herzinfakt weil es ja jemand sein könnte der sich einfach in mein zimmer setzt nur meinedwegen. ich komm dann garnicht mehr klar, fühle mich genötigt zu reden über dinge die mich nicht interessieren und blickkontakt kann ich dann auch nicht länger als 5 sekunden halten. oft schaffe ich es nicht  richtig zu zu hören da ich versuche so zu tun als wäre ich interessiert. die meisten leute mit sochen störungen gehen nicht zur therapie oder denken einfach das ist halt so und finden sich damit ab. nur ich bin damit total unglücklich da ich mitlerweile ziemlich vereinsamt bin und nur wenige leute einmal die woche treffe das mir auch immer schwerer fällt. von natur aus bin ich ein total aufgeschlossener netter kerl. ich war immer sehr beliebt und konnte immer die leute zum lachen bringen und hatte viele freunde. das war zum großteil mein lebensinhalt. die menschen um mich rum haben mich glücklich gemacht und genau das glück fehlt mir jetzt. ich kann das für mich nicht so akzeptieren und ich weiß das ich nur dann wieder glücklicher werde wenn ich meine mitmenschen wieder als positiv warnehme. aber ich kann mir einfach nicht vorstellen wie sich zb. jemand mit einer netten frau in einem restourant trifft und ihr mehrere stunden gegenüber sitzt und dann auch noch als angenehm zu empfinden. das macht mich sehr depressiv wogegen ich auch medis bekomme. wenn mir manchmal klar wird wieviel lebensqulität  ich dadurch einbüse fühle ich mich immer sehr hilflos und nieder geschlagen. schließlich fehlt mir quasi das salz in der suppe. ich werde wohl auch bald für mehrere wochen in eine klinik gehen da ich weiß das ich mit diesen krankhaften eigenschaften nicht klar komme und da sie auch immer schlimmer werden. owai, jetzt habe ich aber eine menge geschrieben......guck mal bei wikipedia nach. mich würde mal interessieren wie du im einzelnen mit verschiedenen situationen umgehst und in wiefern du dich in dem wiki-text wieder erkennst. ich bin auf deine antwort gespannt.  lg Gousar
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« Antworten #8 am: 18. Mai 2009, 23:42:55 »

Hi ihr

Lavoisier, Rhini und Reizi und Gousar

also mir geht es ähnlich wie euch.
Ich schrieb schon in dem Text vor 3 Jahren (Shit, und es hat sich gar nix geändert!!..ist noch ärger geworden warum schreib ich euch gleich!) wie sich diese Sozialphobie bei mir bemerkbar macht.

Ich denke jetzt es hängt mit der fehlenden Spiegelung in der Kindheit zusammen und dann im weiteren Lebensweg.
Für unser Verhalten bekommen wir Einsamkeit pur, doch die Spiegelung durch andere, durch Mitmenschen geht uns einfach ab, so verkümmert unsere Persönlichkeit und wir übersehen die Wirklichkeit. Ich glaub raus kommt man da echt nur mit Therapieo der einem Menschen der es wirklich gut mit einem meint und einem auch sagt wie er das pausenlose Versetztwerden empfindet.
Am besten auch in einer Klinik (kennt ihr das Buch "von mir aus nennt es Wahnsinn" wo eine Frau beschreibt dass sie alles alles wie ein Kind nochmal lernen muss wie mit den anderen umgehen und wie sie selber auf andere wirkt...) wo viele Menschen sind und man nicht ausweichen kann

weil man sich dort nicht die ganze Zeit ins Bett zurück ziehen kann. (die Krankenschwester schmeißen einen dann schon raus!)

Wo man einen Vertrag unterschreibt an den Therapieprogrammen teilzunehmen und das auch tun muss.

Für mich gibt es kein Muss. Ich muss gar nix.
z.B. hatte ich die Idee mich selbstständig zu machen, tat ich auch.
Als Masseurin.
Was kommt heraus?? Ich versetzte pausenlos Patienten, mache die Türe nicht auf wenn icheinen Termin habe und gelte wahrscheinlich schon als enfant terrible der Massageszene.
Sagen tut es mir niemand, leider, aber die Patienten bleiben weg, weil ich unzuverlässig bin, und ich nage am Hungertuch.

Ganz zu schweigen davon dass ich mir immer wieder Vorwürfe mache, dass die armen Kunden herkommen und vor verschlossener Tür stehen.

Per Mail geht es ja leicht einen Termin zu vereinbaren, aber die Realität...
wenn es dann läutet und die Wg ist nicht aufgeräumt und ich im Bett mit der Decke überm Kopf, dann mach ich einfach nicht auf!! Eine Egalität macht sich breit..

ich weiß in diesem Moment nicht wozu ich mich aufraffen sollte..für wen??
Es ist eh alles egal. Lebensverweigerung pur.

 Huch Huch Huch

Es bleiben drei große Fragezeichen, die ich theoretisch beantworten kann, aber praktisch funktioniert oft gar nix mehr. Eine Woche ist gut, und dann drei Wochen shit.
Und immer noch sinds die fünf Wesen die mich vor dem letzten Schritt abhalten.
Immer noch und immer wieder.

Alles LIebe und euch allen eine virtuelle Umarmung
anders kann ich es leider nicht
Rubi
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« Antworten #9 am: 19. Mai 2009, 23:10:13 »

hallo rubina, freut mich das du geschrieben hast. ich würde nur mal gerne wissen ob du eine soziale phobie hast oder schiziode PS. eine sozialphobie habe ich mit sicherheit nicht. ich kann ohne prbleme einkaufen ins kino gehen oder sonst was machen. mir fällt es nur mit einer bezugsperson sehr schwer. weißte wie ich das mein?  und wie ist das bei dir ? am schlimmsten für mich ist diese leere ohne meine mitmenschen. ich brauch einfach eine beziehung oder einfach einen der nach mir fragt oder für den ich da sein kann. das ist das schlimmste für mich.

lg Gousar
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« Antworten #10 am: 20. Mai 2009, 02:05:32 »

LIeber Gousar

also das weiß ich auch nicht, ein Arzt, also ein Allgemeinmediziner, schrieb mal "Vermeidungsverhalten" andere Psychiater meinten Depression, Borderlinesyndrom.
Also die Seele ist ja wirklich ein weites Land.
Und Psychiater tappen auch oft im Dunkeln.
Seeeeehr sehr oft.
Außerdem ist es mir wurscht was ich für Diagnose habe, in welche Schublade ich gehöre, oder gehörte, ich bin ein Mensch der sein Leben mehr professorisch lebt als irgendwas anderes.

Ich verstehe dich so gut wenn du schreibst dass dir eine Bezugsperson abgeht. Auch das ist so bei mir. Einkaufen kann ich gehen, wenn ich knapp am Verhungern bin. Ins Kino wenns mir besser geht.
Meistens mach ich auch auf den ersten Eindruck einen sympathischen.
Aber wenns ernster wird. Wenn es näher wird, wird es schwierig.
Meine Beziehungen sind nicht von Dauer.
Kurz heftig, eng und dann kraaaaawumm isses vorbei.

Ist das bei dir auch so??

Wohnst du denn alleine?
Arbeitest du?
Gibt es in deiner Ortschaft oder Stadt eine SElbsthilfegruppe?
Stell dir mal diese Fragen in Ruhe und überlege was eine Option für dich sein könnte...

Umarmung ich denk an dich
Rubi
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« Antworten #11 am: 25. Mai 2009, 00:26:47 »

Hallo rubina, also erstmal....arbeiten tuhe ich seid 1 1/2 jahren nicht mehr. in meinem ort gibt es keine selbsthilfegruppen und ich lebe noch mit 24 bei meinen eltern. ich habe einen antrag auf reha gestellt der wohl bald durch ist dann bin ich für mehrere monate in einer klinik in bad grönenbach. also wenn du nicht gut unter leute kannst hast du wohl eine sozialphobie die kann aber auch als folgeerkrankung anderer störungen auftreten.aber da ich dich nicht besser kenne will ich mal lieber nicht spekulieren bei mir ist es in den beziehungen auch oft so. am anfang läuft es ganz gut aber nur ein paar mal wenn ich die person treffe dann kommen meine krankhaften abneigungsgefühle hoch und machen die beziehung kaputt. das kann auch zu situationen kommen wo ich mich mit jemandem streite und ich plötzlich einen anspannungszustand erreiche was weit davon entfernt ist was man als emotional geordneter mensch zu fühlen im stande ist. dann ist von beziehung keine rede mehr ich muss einfach in die isolation flüchten. manche situationen erscheinen mir unüberwindbar wie zum beispiel sich mit einer einzelnen person zu treffen und sich mit ihr in ein kaffee zu setzen oder so.  woran ich auch immer mehr leide ist die unfähigkeit eine enge beziehung zum andern geschlecht aufzubauen oder auch einfach nur für eine nacht. wenn ich mal unterwegs bin werde ich voll oft von sehr hübschen frauen angesprochen doch ich stehe mir immer selbst im weg. das bringt mich total um den verstand. wie geht es dir so mit beziehungen? würde au gerne mal wissen warum es dir schwer fällt einkaufen zu gehen. solange ich es aleine mache geht das  bei mir voll locker.

lg Gousar
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« Antworten #12 am: 28. Mai 2009, 16:33:19 »

Hi Gousar

danke für die Antwort! Es ist logisch dass du wenn du keinen Job hast bei den Eltern lebst, ich hoffe du verstehst dich einigermaßen mit ihnen...ist ja manchmal ganz schön stressig wenn zwei Generationen unter einem Dach leben  Augen rollen
Bad Grönebach sagt mir was, die soll eine richtig gute psychosomat. Klinik sein oder? Wo nicht nur Medis verteilt werden sondern wo man wirklich Werkzeug für ein lebenswerteres Leben in die Hand bekommt...
ich wünsch dir viel Erfolg und Glück bei diesem Aufenthalt.
also die letzte Woche war ich wieder unter Leuten, aber ich komme mir immer wieder wie ein Außerirdischer dabei vor. Wie ein Geschöpf vom Planeten "kennmichnichtaus"..
Es hängt sehr von meiner körperlichen Verfassung ab, ob ich energetisch gut drauf bin oder nicht, ob ich raus gehe oder nicht. Oder ob ich wirklich einen Grund habe raus zu gehen..Rausgehen zu müssen.
Denn ich kann ja nicht von Luft alleine leben, also muss ich mir was einkaufen gehen usw. Manchmal geht es gut, manchmal geht das schlecht, nahe an einer Panikattacke dran.

Abneigungsgefühle...wie machen sich die bemerkbar? dass du den anderen entwertest? das kenn ich auch, das ist ein Teil meiner BL Persönlichkeit und es gelingt mir schon etwas diese Gefühle von außen wahrzunehmen, also mir zu sagen, dass die Person nicht schlecht und miserabel ist weil sie etwas gesagt oder getan hat was mir nicht in den Kram passt sondern dass es mehr mit mir zu tun hat, wenn ich sie jetzt plötzlich gar nimmer toll finden..

diese Anspannungszustände kenn ich auch, ist wie aus der Haut fahren, wo man echt Angst hat dass man gleich ein Verbrechen begeht weil man so voller Hass und Wut und Aggression ist. Auch damit hab ich gelernt umzugehen dass ich eine Weile Abstand suche, mich verabschiede und nicht wieder alles kaputt mache..was einem ja später Leid tut. aber ich
bin ja schon 45 und könnte deine Mutter sein
das ist das gute am Alter dass man sich eher kennt und dadurch im Griff hat, aber
das blöde ist, dass eine Therapie in meinem Alter also analytisch orientiert, kaum mehr was bringt
und du bist noch sehr jung
du kannst dein Denken, dein Fühlen, Handeln noch gut mit Therapie beeinflussen
nicht um zu funktionieren sondern um ein lebenswerteres Leben zu führen.!!

Also das allein sein hast du quasi für dich gefunden um diesen Anspannungen aus dem Weg zu gehen leidest aber andererseits unter der Isolation...willst eine Beziehung hast aber auch Angst davor..

ich bin derzeit Single hab zwei Kinder, die schon groß sind, fast so "groß" wie du  Grinsend
und meine Beziehungen zu Männern waren total intensiv, symbiotisch und dann wieder zerstörerisch. Deshalb hab ich mich gut im Singleleben eingerichtet und mir geht eigentlich nix ab, Erotik spr. Sex ist vorhanden wenn ich es will, gibt immer noch Menschen die mich begehren und mit denen ich schöne Stunden verbringen kann, aber ich lass mich nicht mehr auf eine Liebesbeziehung ein.
Verliebtsein tut mir nicht gut. Es kippt schnell ins zerstörerische... Kotzen

..selbstzerstörerisch und beziehungszerstörerisch. Beides!!

Das sind die Borderlineranteile die ich (wahrscheinlich) nie loswerde und so kann ich nur schaun dass ich Schadensbegrenzung begehe und dem ausweiche was gefährlich werden könnte.

Wobei stehst DU dir eigentlich im Weg wenn dich ein Mädel anspricht?? Ein One Night Stand ..ist dir das auch schon zu nahe? (ich halte von ONS nicht soviel, weil Sex immer besser wird, je vertrauert man miteinander ist)
oder hast du Angst dass von dir was gefordert wird, das du noch nicht bereit bist zu geben..

(ich denke so in Richtung sexuelle Leistung..da stellen sich Männer öfter selber unter Druck weil sie glauben sie müssten funktionieren dabei ist Sex gar keine Leistung sondern das wunderschönste Spiel auf der Welt..)

Namaste Rubina
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Gousar
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« Antworten #13 am: 28. Mai 2009, 23:13:59 »

Hallo Rubina,

es ist halt einfach so das ich ich irgend einen starren zustand gerate wenn es zu kontakt kommt. ich will oder kann der person nicht in die augen schauen oder fühle mich total erdrückt von der situation. das ist wohl ein symtom was BL weniger haben. das ist aber auch das einzigste worum ich euch beneide wenn man so liest was bei euch so abgeht. kannst ja mal bei wikipedia nachschauen. man könnte sagen das ich die impulse die BL ausleben ständig unterdrücke. nur da man nicht nur ein teil von sich unterdrücken kann sondern nur sich als ganzes treibt es mich in die isolation das ist wohl der wesendliche unterschied. aber ich lese sowieso zu viel psyschosomatische texte Zunge   hoffentlich hast du recht und ich kann mein verhalten noch nachhaltig verändern. was ich nich verstehe ist das du manchmal panikattaken bekommst wenn du einkaufen gehen willst aber andererseits in der lage bist sexuelle kontakte aufzubauen. ist das auch situationsbedingt wie du es beschrieben hast?  achja, ich kann dir bestimmt keine tipps mehr geben mit deinen 44 aber falls du noch körperlich in der lage bist hilft ausdauersport sehr gut gegen anspannungen. immer wenn ich vom laufen komm (ca.40 minuten) geht es mir die erste halbe stunde supergeil und kann teilweise voll locker sein. das flacht dann immer weiter und ist dann nach 2 stunden ganz weg aber missen will ich es nicht. probier ma aus. das macht einem mindestens eine stunde am tag angenehmer.  wünsch dir alles gute  Gousar
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