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Autor Thema: Angstzustände bei körperlichen Beschwerden  (Gelesen 1552 mal)
Agorafinchen
Beginner
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Beiträge: 5



« am: 15. April 2009, 15:10:30 »


Hallo,

ich habe da ein Problem, mit dem ich alleine nicht mehr klar komme! Verlegen

Leide bzw. litt viele Jahre an Agoraphobie mit Panikattacken.
Nach einer Verhaltenstherapie und einigen Veränderungen in meinem privaten Umfeld, gingen die PA's so nach und nach weg.
habe auch viel dafür getan - mich immer wieder angstauslösenden Situationen ausgesetzt und die Angst ausgehalten.
War nicht immer einfach, aber es war den Preis allemal wert. Ich konnte mir endlich meinen Lebenstraum erfüllen und noch einmal das Meer sehen!

Nach fast 2 Jahren Angstfreiheit, bekam ich immer wieder Probleme mit meinem Magen.
Nach einen Jahr stand endlich die Diagnose fest: Nahrungsmittelunverträglichkeiten und eine chronische Gastritis und eine chr. Speiseröhrenentzündung, ebenso Befall von Helicobacter Bakterien.
Eine nötige Antibiotikatherapie musste ich zwei mal abbrechen, weil ich allergisch auf die Tabeltten regaiert habe.
Also, muss ich mit den "süssen" Untermietern in meinem Bauch leben, daher auch immer wieder Magenbeschwerden.
Ansich keine schlimmen Krankheiten, aber dadurch, dass ich mich fast immer kränklich fühlte kam die Angst zurück.

Nun, nach 3 Jahren bin ich wieder eine Gefangene meiner Selbst.
So bald ich nur spüre, daß mein Magen sich meldet, oder ich Sodbrennen bekommen, steigt mein Angstpegel.
Ich vermeide wieder, habe alle Außenkontakte mehr oder weniger abgebrochen.
Habe Angst irgendwo hin zu gehen, weil mich dort ja wieder meine Magenprobleme einholen könnten.
Nun ist es so, dass ich fast täglich Sodbrennen und Magenschmerzen in Verbindung mit Kopfweh habe ( Medikamente lösen bei mir Nebenwirkungen aus, die wiederrum Angst machen) und ich mich zu Hause verkrieche und am liebsten meinen Kampf gegen meine Ängste aufgeben möchte.

Meine Therapeutin sagt einfach immer nur zu mir, dass ich mir im Kopf klar machen soll, dass es eben nur Bauchbeschwerden wären. Im Grunde weiss ich das doch selber, aber ich komme einfach nicht dagegen an.
An Medis nehme ich 50 mg Insidon, die aber nicht wirklich helfen.
Andere Antidepressivas lösen bei mir heftige Nebenwirkungen aus, da ich wegen einer Allgerie viele Stoffe nicht vertragen kann.

Vielleicht findet sich ja jemand in meinem Text wieder, oder hat eine (r) hier einen Rat für mich?

Ich würde mich sehr darüber freuen!

Euer Agorafinchen
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Agorafinchen
Beginner
*
Beiträge: 5



« Antworten #1 am: 16. April 2009, 21:58:56 »


mhmhmh....47 x gelesen und keine Antwort!? Hä
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Rhini
Stammposter
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Beiträge: 833


« Antworten #2 am: 16. April 2009, 23:01:25 »

Hi Agorafinchen,
Ein wenig Geduld bitte, die meisten hier haben ja auch Probs, teilweise ähnlich wie du, aber nicht alle sind jeden Tag im Forum. Dass ein Text gelesen wird, sogar häufig, hat kaum etwas zu sagen, denn man muss sich nicht registrieren, um den Text zu lesen, wohl aber, um zu antworten.
Du befindest dich in Therapie, was ja schon mal gut ist. Ich selbst habe die verrücktesten somatischen Beschwerden (gehabt), vom plötzlichen Umkippen (ohne Ohnmacht) bis hin zum Lungenkrampf. Außerdem habe ich seit einem halben Jahr regelmäßig Herzschmerzen. Diverse Ausschläge, vor allem im Gesicht, hatte und habe ich auch immer wieder. Vor vielen Jahren bekam ich eine Gesichtsrose, die heute noch bei Streß schmerzt. Ich kann nichts dagegen tun, außer mich entsprechend zu schonen. Zur Sicherheit lasse ich mich einmal im Jahr untersuchen mit allem drum und dran.
Über diese Bakterien weis ich nichts, aber ich weis, dass eine verletzte Psyche Krankheiten verschlimmern kann und Heilung verhindern kann.
Ich habe mich fast mein ganzes Leben lang irgendwie immer wieder krank gefühlt, jetzt ständig seit 2003, hatte auch ein paar unschöne Geschichten, die aber alle gut verlaufen sind. Heute weis ich, dass meine Kraftlosigkeit durch meine Depressionen verschlimmer (hervorgerufen) wird. Habe ich etwas gefunden, was mich zu begeistern vermag, kann ich fast Bäume ausreißen (mit dem kleinen Finger). Allerdings hält dieser Zustand immer nur sehr kurz an, weil ich, ich gebe es zu, durch meine Untätigkeit körperlich auch kaum noch Energien habe.
Vielleicht fragst du dich auch mal, was dich an deiner Krankheit so beunruhigt oder, verzeih die Offenheit, ob sie zB einen geheimen Wunsch nach Umsorgt werden verdeckt. Nur wenn ich weis, was ich wirklich will kann ich adäquat auf mich eingehen.

Obwohl ich schon einige Jahre ziemlich isoliert lebe und es zeitweise sogar so haben wollte, fehlen mir meine Bekannten doch schon recht oft. Inzwischen kenne ich eines meiner Probs recht gut, dass ich weis, dass ich mich auf nichts einlassen muss, wo ich mich nicht mehr wohl fühle; also auch keine stundenlangen Großaufgebote mehr, sondern lieber mal für kürzere Zeit im kleinsten Kreise, davon habe/hätte ich etwas. Nun muss ich mich nur noch trauen, Kontakt zu den Leuten auf zu nehmen...
Ist schon seltsam, ich habe vor "Gott und die Welt" Angst, aber dass ich schwer erkranken könnte beunruhigt mich kaum.

Noch einmal, die eigene Haltung gegenüber einer Krankheit beeinflusst ganz oft auch das Gesund werden.
Erstmal Liebe Güße und ein wenig mehr Gelassenheit
Rhini
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eisfee
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Beiträge: 47


« Antworten #3 am: 17. April 2009, 20:48:33 »

Hallo Agorafinchen!

Kann Dich sehr gut verstehen, leide auch unter Panikattacken, Angst und Emetophobie. Ich muss auch jeden Tag aufs neue üben. Früher äusserte sich das bei mir immer mit Übelkeit und Schwindelgefühl. Jetzt spielt auch noch mein Darm oft verrückt. Soll heissen, das ich jetzt auch noch ständig Angst haben muss Durchfall zu bekommen. Und wenn ich mich dann in diese Angst reinsteigere, passiert es dann auch. Ob ich gesundheitlich in Ordnung bin weiss ich nicht so genau, weil ich mich auf Grund dieser Angst nicht untersuchen lasse.

Aber ich habe mit der Zeit gelernt damit umzugehen. Das heisst, das ich versuche vieles so zu nehmen wie es ist. Ich versuche mich nicht fertig zu machen und sage mir dann, wenn ich umfalle fall ich halt um ( ist noch nie passiert) und was den Durchfall betrifft, da überlege ich mir vorher wo ich im Notfall auf die Toilette gehen kann ( ist mir unterwegs auch noch nie passiert, wenn dann bin ich dann doch zu Haus geblieben).
In manchen Situationen klappt diese Beruhigungstechtik ganz gut aber halt nicht immer.
Ich hatte auch schon mal eine Thearpie begonnen aber aus mangelnem Vertrauen und Verständnis zur Therapeutin wieder abgebrochen. Jetzt suche ich eine neue.

Einen wirklichen Rat habe ich zwar nicht für Dich aber ich frage mich warum Du nicht an Deine früheren Erfolge anknüpfst? Bei mir ist es so das mich schon kleine Erfolge stärken und die Situation beim nächsten Mal einfacher ist. Ich glaube Deine Therapeutin hat recht, wenn sie sagt das Du Dir immer vor Augen halten sollst das nur Dein Magen Probleme macht. Ich kann mir aber gut vorstellen, das das bei Deinen ganzen Unverträglichkeiten recht schwer ist.
Hast Du eigentlich einen Partner der Dich unterstützt?

Ich wünsch Dir viel Kraft und alles Gute!

LG von eisfee
 
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Weserblick
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Beiträge: 119


« Antworten #4 am: 18. April 2009, 11:47:26 »

Hallo Agorafinchen  Smiley

Deine Therapeutin sagt, dass Du Dir klar machen sollst, dass Du "nur" Bauchbeschwerden hast. Hm .. ja sicher, es ist ja beruhigend, wenn Du weisst, dass nichts Ernsthaftes dahinter steckt. Trotzdem denke ich mir, dass es sehr belastend für Dich ist, wenn Du jeden Tag diese Magenprobleme und dazu dann auch noch Sodbrennen und Kopfweh hast.

Wenn all die harten Medikamente, wie z.B. das Antibiotika, bei Dir mehr Schaden als sonst was anrichten, wie sieht es dann aus mit "alternativen" Dingen. Ich denke da an ganz banale Sachen, wie z.B. Haferflocken gegen die Magenschmerzen oder Milch gegen das Sodbrennen. Das hilft bei mir oft sehr und ich weiß auch von vielen anderen, die Magenprobleme haben, bei denen gerade Haferflocken oft gut geholfen haben. Bestimmt gibt es da auch noch viele andere Sachen. Eventuell könnte Dir ja auch ein Ernährungsberater gute Tipps geben.

Ich finde so klasse, dass Du es schon einmal geschafft hast, Dich von den Panikattacken zu befreien. Das sagt mir, dass Du sehr stark bist und ich wünsche Dir, dass Du es wieder schaffst. Dann kannst Du Dir Deinen Lebenstraum noch einmal erfüllen. Das Meer wartet schon auf Dich  Smiley.

Rhini hat Dir ja schon geschrieben, dass Du manchmal ein wenig Geduld haben musst, bis hier die Antworten kommen. Bei mir ist es auch so. An manchen Tagen habe ich einfach keine Energie um hier zu schreiben und es fallen mir auch nicht immer die richtigen Worte ein.

Also, lass Dich nicht entmutigen. Es gibt bestimmt einen Weg, damit Du die Schmerzen in den Griff bekommst und Dein Leben wieder mehr genießen kannst.

Alle guten Wünsche für Dich
Weserblick
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CPU
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Beiträge: 9


« Antworten #5 am: 29. Juni 2009, 13:03:52 »

Hallo Agorafinchen,

bei mir wurde auch eine Agoraphobie festgestellt (Auslöser war wohl eine Panikattacke,
nachdem meine Mutter mit Kammerflimmern kollabiert ist). Bei mir äußert sich die Störung
durch ständigen Schwindel, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit etc. ...

Das geht nun schon seit ca. 3 Monaten so und auch ich weiss mir oft nicht zu helfen. Aber seit
dem ich ihn therapeutischer Behandlung bin geht es mir zumindest ein klein wenig besser. Ich
habe weniger Panikattacken und wenn, dann sind sie schwächer und brechen oft garnicht erst
richtig durch. Dafür habe ich jetzt eher ein Gefühl ständiger Unruhe und Angst.

Aber genug von mir, was ich damit sagen möchte ist, dass immer mehr Menschen solche Probleme
haben und zwar breit gestreut in allen Altersgruppen (Ich bin erst 16 Jahre alt) und Ständen. Ich weiss,
dass das vielleicht nicht gerade viel hilft, aber es ist doch wichtig (finde ich), das immer mal wieder gesagt zu bekommen. Hatte bevor ich zum Psychologen ging auch öfter das Gefühl, mit meinen Problemen völlig alleine zu sein, aber ich weiss inzwischen, dass das absolut nicht so ist.
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