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Autor Thema: Immer diese Angst  (Gelesen 1761 mal)
Rhini
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Beiträge: 833


« am: 20. April 2009, 10:34:44 »

Hi,
Seid vielen Jahren begleitet mich mein Angstgefühl, mal mehr und mal weniger. Ich denke, das hat auch etwas mit meiner Unsicherheit zu tun, die ich genauso im Umgang mit anderen Menschen wie auch im Umgang mit Situationen habe. Der Gedanke, dass ich doch OK bin und nichts zu fürchten brauche, hilft mir nicht weiter, weil immer zuerst dieses Gefühl vorhanden ist, bevor der Kopf beginnt zu arbeiten. Das Wissen, dass diese Angst unbegründet ist, hilft nicht wirklich; genausowenig der Gedanke, dass mir niemand etwas antun kann oder dass ich beim "Training" zwar die Angst hatte, sie mir aber nicht geschadet hat.
Ich habe immer viel von Akzeptanz meiner Krankheit, meines Wesens geschrieben, doch ich kann diese Gefühle mit ihren körperlichen Begleiterscheinungen oft nicht mehr ertragen.
Ich versuche gerade, mir ein "sicheres", ruhiges Umfeld zu schaffen, in dem ich Belastungen, vor allem die zu große, teuere und laute Wohnung, abzugeben oder zu entsorgen. Aber es macht mir Angst! Ich muss eine neue Bleibe anmieten, muss Umzug organisieren, muss hier kündigen... und alles in einer absehbaren Zeitspanne. Ich bin da zwar nicht alleine, doch die Grundlagen zu schaffen, fühle ich mich oft alleine gelassen. Da kommen auch mal von meinem Partner Wiedersprüche oder er hat die Haltung, dass sich alles schon irgendwie regeln lässt. Ich kann aber nur damit umgehen, wenn alles abgklärt ist... und das eigentlich bei Allem.
Manchmal (oder auch öfter) möchte ich alles hinschmeißen, mich verkriechen oder "einfach" garnichts mehr machen.
Natürlich kann ich selbst bestimmen, was ich wie mache, doch irgendetwas in mir lässt mich mehr tun, als nötig ist und mehr Verantwortung übernehmen, als gefordert wird. Ich schade mir selbst!
Rhini
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Weserblick
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Beiträge: 119


« Antworten #1 am: 20. April 2009, 15:18:15 »

Hallo Rhini,

vielleicht ist im Moment einfach auch alles etwas viel. So ein Umzug ist ja auch eine anstrengende Angelegenheit. Da gibt es viel zu bedenken und zu planen. Ich wünsche Dir, dass Du Dich dann in Deinem neuen Umfeld auch so richtig wohlfühlen wirst.

Zu Deiner Krankheit brauch ich gar nichts schreiben, denn da kennst Du Dich viel besser aus. Ich kann nur anmerken, dass es mir mit der Akzeptanz einer Krankheit ähnlich geht wie Dir. Aber da kommt es auch immer auf meine Tagesform an. Manchmal macht mir alles mehr aus; zum Glück gibt es aber auch Zeiten, in denen ich alles besser im Griff habe.

Mit Deinen Beiträgen gibst Du hier immer wieder so vielen Hoffnung, Kraft und Zuversicht. Ich wünsche Dir, dass diese Hoffnung, diese Kraft und diese Zuversicht nun zu Dir zurückkehren.

Auf das es Dir bald besser geht !
Viele liebe Grüße
Weserblick
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Rhini
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Beiträge: 833


« Antworten #2 am: 20. April 2009, 21:35:09 »

Hallo Weserblick,
Danke dir erstmal für deinen Zuspruch! Ja, es ist irgendwie meine Natur, anderen helfen zu wollen (ich wünschte, es würde allen gut gehen!). Jahrelange Selbsterfahrungen, genauste Beobachtung meiner Person hat mir viele Erkenntnisse eingebracht, aber auch für mich ist deren Durchführung meistens sehr schwer. Irgendwie konnte ich immer meine Hoffnung behalten, habe nie vollständig aufgegeben (Nach meinen Erfahrungen mit diversen Suizidversuchen habe ich für mich erkannt, dass es keine Lösung sein kann). Mein Gedanke war immer, und sei es noch so schlimm, daraus das Positive, meist die Veränderung zum Besseren, zu sehen.
Aber diese Angst... dabei habe ich doch alle Möglichkeit, dem selbstbewußt entgegen zu sehen. Nach allen Seiten habe ich mich heute abgesichert und morgen wollen wir zu der Wohnungsgesellschaft und eine der von uns ausgesuchten Wohnungen eventuell schon reservieren lassen. Vielleicht bekommen wir sogar eine mit kleinem Garten... das wäre mein Traum!
Mein Herz pocht wie wild und das schon seit Stunden, immer wieder in den letzten Tagen. Ich habe Schmerzen im ganzen Körper und würde mich am liebsten "krank" melden. Allerdings mit dem Wissen, dass ich dadurch alles nur aufschiebe.
Glücklicher Weise habe ich morgen danach auch noch einen Termin bei meinem Therapeuten. Ich denke, er wird mit mir wieder neue/alte Vorgehensweisen besprechen. Aber für ein paar Tage hilft das auch immer. Es ist gut, dass er mich während dieser Zeit ein Stück begleiten und auch auffangen kann.
Trotzdem, es tut auch gut, immer wieder alles von der Seele schreiben zu können.
LG
Rhini
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maedel
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« Antworten #3 am: 21. April 2009, 08:06:10 »

Hallo Rhini,
Ich wünsche dir alles gute und liebe für Dich und dein neues umfeld und das der umzug dir in deiner zukunft besserheit bringt. Naja viel kann ich zu deiner krankheit oder deinen wohlbefinden nicht schreiben ,da ich mich sehr wenig aus kenne wie du weisst. aber du warst mir eine grosse hilfe ,und ich möchte einfach das es dir gut geht. also noch mal alles liebe ..
lg maedel
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Verliere nie dein lächeln denn das ist das wertvollste was du einem menschen schenken kannst !!
Weserblick
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« Antworten #4 am: 21. April 2009, 19:06:42 »

Hallo Rhini,

es ist bestimmt sehr schwer für Dich, an solchen Tagen immer Deine positive Grundeinstellung zu behalten. Ich denke, dass ich das ein wenig nachvollziehen kann, weil ich durch meine Krankheit an manchen Tagen überhaupt keine Energie habe und mir selbst die kleinsten Kleinigkeiten wie unüberwindbare Hürden vorkommen. Aber jeder Tag ist wieder neu und dann gelingt einem doch Vieles.

Deswegen hoffe ich auch für Dich, dass heute alles gut für Dich verlaufen ist. Ich wünsche Dir eine schöne neue Wohnung mit einem Garten, so wie Du es Dir vorstellst. Ein Garten kann ja sehr wohltuend sein. Einfach nur dazusitzen und den Insekten zuzuschauen, das ist sehr erholsam.

Alle guten Wünsche für Dich und ganz viel Kraft
Weserblick
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Rhini
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« Antworten #5 am: 21. April 2009, 20:55:05 »

Hallo,
Dank euch für den Zuspruch. Ich habe zuerst meinen Therapeutentermin genommen und dann sind wir zu der Wohnungsgesellschaft gefahren. Die von uns ausgesuchten Wohnungen sind noch frei, ob ich an die eine einen winzigen Garten nehmen kann, muss ich noch abklären. Inzwischen ist mir auch klar, dass nicht der Umstand, in eine andere Wohnung zu ziehen mein Prob ist, sondern, dass so viele Unterlagen anzubringen sind. Dazu kommt die Unsicherheit, dass alles klappt. Wenn erst einmal alles unter Dach und Fach ist, wird mich sicherlich auch meine Zuversicht mit neuer Energie antreiben. Im Moment haut mich meine Nervosität total runter und ich habe keine Energien mehr.

Was mich ein wenig aufgebaut hat, war das Gespräch mit meinem Therapeuten, wobei wir immer wieder die Gesprächssituation nachgestellt haben und ich schließlich sagen konnte, dass es nicht daran hapert, sondern daran, was eben an Ummeldung und allen die neue Addi zuschicken, vom Vermieter eine Bescheinigung einholen, dass man immer seine Miete bezahlt hat, Schufaauskunft, Unterlagen über das Einkommen und noch einiges mehr... Ich mache drei Kreuze, wenn wir das alles hinter uns haben und beginnen können, die ersten Kisten in die neue Wohnung zu bringen.

Aber eigentlich habe ich das heute ganz gut hinbekommen. Schritt für Schritt eben.
Ich denke auch, dass unsereins doch immer mal wieder viel stärker ist, als wir selbst es vermuten.
LG
Rhini
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Weserblick
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« Antworten #6 am: 28. April 2009, 11:37:14 »

Genau Rhini ... Schritt für Schritt .... so versuche ich es auch immer.

Manchmal wundert man sich doch immer wieder, was man trotz der Einschränkungen so alles schaffen kann. Aber es ist eben nicht einfach, wenn so viel Dinge auf einmal zu regeln sind. Das kann ich gut nachvollziehen. Du bist aber stark und Du wirst es schaffen  Smiley.

Leider hab ich es in den letzten Tagen nicht hinbekommen, hier zu schreiben, wünsche Dir aber auch weiterhin ganz viel Kraft. Ausserdem wünsche ich Dir, dass Du eine Wohnung finden wirst, in der Du Dich so richtig wohlfühlen kannst. Mit Garten ja vielleicht  Smiley

Alle guten Wünsche für Dich

Weserblick
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Rhini
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« Antworten #7 am: 28. April 2009, 21:47:22 »

Danke Weserblick,
Genau das mache ich und du hast recht, dass ich manchmal über mich selbst staune. Wenn noch ein bischen Papierkram erledigt ist, haben wir die Wohnung zum 1.6. Für den Garten muss ich mich eintragen lassen, aber das kommt dann irgendwann auch noch. Ich bin jetzt hoch motiviert, habe aber trotzdem die körperlichen Beschwerden, die mich immer ausbremsen. Die Aussicht, dort zur Ruhe (im wahrsten Sinne des Wortes) zu kommen ist aber sehr positiv. Ich hoffe nur, dass ich alles richtig mache und nicht doch noch etwas dazwischen kommt.
LG
Rhini
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Weserblick
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« Antworten #8 am: 03. Mai 2009, 11:02:02 »

Hallo Rhini

und herzlichen Glückwunsch zur neuen Wohnung. Schön, dass es geklappt hat und die Aussicht auf den Garten ist ja auch da  Smiley.

Ja, ich kenn das ... man plant soviel und möchte soviel machen und dann wird man vom Körper ausgebremst. Vieles hast Du aber ja nun schon geschafft und ich wünsche Dir nun ganz viel gute Tage, an denen Du viel Kraft hast. Die Aussicht auf Dein neues Umfeld soll Dir viel Energie geben.

Vertraue Dir auch weiterhin ... Du schaffst das.

Alle guten Wünsche

Weserblick
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Rhini
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« Antworten #9 am: 05. Mai 2009, 10:34:49 »

Hallo,
Weserblick, noch haben wir den Vertrag nicht in der Tasche, aber ich gehe nach deinem letzten Satz für mich. Seit einigen Tagen bin ich wieder hochgradig nervös, kann kaum schlafen und habe eine Migräne nach der Anderen. Am liebsten würde ich mich mal wieder verkriechen, doch das wäre wahrscheinlich verkehrt. Immer wieder schaue ich meine Unterlagen an und überprüfe meinen Status. Genausooft renne ich zum Fenster und "überwache" die Menschen da draußen; frage mich, ob jemand zu mir möchte, nicht auf Besuch sondern um mir "Knüppel" zwischen die Beine zu werfen.
Es ist keine Kopfsache, denn dort herrscht die Gewißheit, dass ich nichts fürchten muss und das ich alles im Griff habe. Es kommt aus meinem Inneren und ich bin Beobachter meiner selbst. Ich weiß, dass sich alles wieder auflösen wird, das mir nichts passiert... trotzdem...
Manchmal frage ich mich, warum gerade ich, die immer voller Optimismus und mit vielen Erkenntnissen ist, für mich selbst immernoch nicht besser klar komme.
Ich wünschte, ich wäre nicht immer körperlich so matt... dann könnte ich wenigstens etwas tun, was mich ablenkt von den ganzen "verrückten" Gedanken.
Rhini
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