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Autor Thema: Trotz Angststörung sein Leben Meistern  (Gelesen 1847 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
catrin345
Juniormember
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Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 13


« am: 26. April 2009, 13:26:24 »

Hallo alle zusammen,
bin schon lange hier angemeldet und schreibe hier heute zum ersten Mal.
Ich leide seit nunmehr 17 Jahren an einer Chronischen Angststörung und kann darüber einiges berichten. Seit nunmehr 10 Jahren habe ich mein Haus nicht verlassen (außer auf meinem Grundstück) und es geht mit sehr gut, weil mein Tag ausgefüllt ist. Ich versuche mich immer zu Beschäftigen, damit ich in keine depressive Phase Falle.
Ich habe gelernt damit umzugehen und es hat sehr lange gedauert bis ich so weit war.
Ja, man braucht auch sehr viel Kraft und es wird immer wieder Rückschläge geben, aber man kann es lernen.
Nachdem ich insgesamt 54 Wochen stationäre und 3 Jahre ambulante Therapie hinter mir hatte und nicht viel passierte (sowohl bei mir und auch bei der Behandlung) habe ich aufgehört darüber nachzudenken was der auslöser (Trauma) meiner Krankheit ist.
Ich hatte eine sehr sehr schlechte Kindheit, aber ich kann nicht Jahrelang bei Therapeuten, Neurologen, Psychiatern immer wieder das selbe erzählen, da es mir nichts gebracht hat.
Im Moment bin ich dabei ein Buch darüber zu schreiben, was alles mit mir angestellt wurde und das mein Vertrauen gegenüber Therapeuten WEG ist. Um Gottes willen, ich will hier niemanden den Mut nehmen, aber ich habe eben die Erfahrung gemacht.
Ich weiß das dieses Angstthema für aussenstehende Menschen immernoch nicht zu begreifen ist. Meistens läuft es daraus hinaus das die meisten Menschen denken; "Oh, die hat in Knall", "Die hat nicht alle Tassen im Schrank", "Die ist geistisch nicht Rege" usw. Habe ich alles hinter mir.
Selbst mein Mann versteht diese Krankheit bis heute nicht, aber er hat mich immer unterstützt und mir beigestanden. Natürlich gibt es auch Situationen in meiner Ehe wo es zu auseinandersetzungen kam, aber wir haben uns wieder zusammengerauft.
Ich könnte hier so viel schreiben, das der Tag nicht reichen würde.
Wer fragen hat, kann mir schreiben und ich bin gern bereit alle zu beantworten.
Falls es jemanden Interessiert:

 http://catrin-zahn.blogspot.com/2009/03/my-name-is-catrin-and-i-am-from-germany.html

Klickt einfach auf die Photos.

Catrin
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Rubina22
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Beiträge: 78


« Antworten #1 am: 18. Mai 2009, 23:52:51 »

Hallo Catrin

danke für deinen Beitrag, danke, danke, danke.
Dein Beitrag entmutigt nicht, also zumindest mich nicht, sondern er zeigt mir genau das was ich schon lange vermute.
Dass diese Krankheit, das Haus nicht zu verlassen und sich zurück zu ziehen in seine Welt, öfter vorkommt als man glaubt.
Ich denke dass das eine Alternative ist für sensible, traumatisierte Menschen, oder auch nicht traumatisierte, nein zu sagen zu der Gesellschaft in der wir leben. Wenn nur der Leidensdruck nicht wäre, diese Schuldgefühle gegenüber Menschen die man sozusagen im STich lässt.
Ich schreib da jetzt von mir. Da ich Arbeitsplatz verloren, Arbeitskollegen vor den Kopf gestoßen, Patienten verloren, Kinder verunsichert, entmutigt, Freunde verloren und enttäuscht habe, und jetzt seit 2004 eigentlich mehr oder weniger hier in meiner Wg vor mich hindümple..
 Unentschlossen

ich nenn mich selber "die Eingeschlossene" und überleg auch schon des längeren ein Buch zu schreiben.

Ich finde es toll dass du deinen Tag strukturierst und Dinge machst, das kann ich zur Zeit gar nicht. Ich füttere zwar meine Tiere, räum ein bissl auf um nicht im Müll zu ersticken, dusche mich und bade hin und wieder. Geh am Mittwoch am Nachmittag raus, weil ich da bei einem Arzt arbeite, /zwei Patienten sind mir treu geblieben/ trotzdem ich sie oft versetzt habe, kommen aber immer wieder
und sie sind mir so lieb und teuer geworden dass ich mich halt ab und zu aufraffen kann in die Ordi zu fahren.

WEnn eine Fee kommen würde, ich würde mir Zuverlässigkeit und seelische Gesundheit wünschen.
Ehrlich ich hätte lieber Krebs als dieses Geschwür der Verweigerung, nicht wegen mir, sondenr wegen den anderen.

Ich hoffe ich habe nicht zu verwirrt geschrieben
da ich das erste Mal wieder was von mir gebe
und sich mein Kopf ziemlich überdrüber anfühlt..
Rubina
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man sieht nur mit dem herzen gut, das wesentliche ist für die Augen unsichtbar
Fridolin
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Beiträge: 568



« Antworten #2 am: 19. Mai 2009, 09:48:51 »

Hi Catrin
Ich schreib dir sehr gern und vor allem möchte ich dir meine Achtung und Respekt ausdrücken.
Mit deiner Angststörung hast du 10 Jahre dein Haus und Grundstück nicht mehr verlassen. Du hast deine Situation angenommen, das Beste daraus gemacht und trotzdem konntest du wegen dieser Situation positive Zeiten erleben. Eine Therapie hilft Probleme und Lösungen zu erkennen. Die Lösungsvorschläge in die Realität umzusetzen ist eine harte Arbeit, mit Zweifel und Rückschlägen. Bei mir hat es sehr lange gedauert, bis ich den folgenden Satz verstanden und umgesetzt habe:
Ich habe die Hoffnung auf eine bessere Vergangenheit aufgegeben.
Die Vergangenheit ist vorbei und nicht mehr änderbar. egal ob sie glücklich oder weniger glücklich war. Die Gegenwart und die Zukunft kann ich selber gestalten, auch wenn mich die Vergangenheit stark geprägt hat. Außerdem bin ich überzeugt, daß Menschen mit Angstkrankheiten sehr starke Menschen sind, allerdings nicht für unsere Leistungsgesellschaft. Sie müssen viel aushalten und trotz viel Gegenwind vom Umfeld ihr Leben meistern. Ich wünsche dir viel Kraft, Energie und Erfolg.
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Fridolin Steinpalme
Rubina22
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Beiträge: 78


« Antworten #3 am: 20. Mai 2009, 02:14:57 »

Hi Fridolin

das hast du sehr schön gesagt!
Die Gegenwart kannst du selber gestalten!!

das gibt Mut.

ußerdem bin ich überzeugt, daß Menschen mit Angstkrankheiten sehr starke Menschen sind, allerdings nicht für unsere Leistungsgesellschaft. Sie müssen viel aushalten und trotz viel Gegenwind vom Umfeld ihr Leben meistern.

meinst du nicht auch dass es ein großes NO an unsere Gesellschaft ist wenn wir unser Haus nimmer verlassen?? Ihnen den Rücken zudrehen und unser eigenes Leben mit eigenen Regeln und Gesetzen, wenn die auch komplett anarchisch sind, führen??

Ich denke bei den Indianern würden wir "sitting Bull" oder "die mit den Gedanken lebt" genannt werden und dennoch Bestand der Sippe sein, angenommen und akzeptiert. (nicht nur bei den Indianern  gun auch bei den Aborigines, oder anderen archaischen Völkern)
In Ö oder D gibt es sicher sehr sehr viele Menschen die auf die eine und andere Weise aussteigen. Das Aussteigen wie Catrin und ich und viele andere es tun, wird allerdings wenn mal was nach draußen sickert als "plemplem" abgetan..

Und dadurch entsteht auch Leidensdruck. Weil Isolation und an den RAnd gedrängt werden.

So Gedanken die mir durch den Kopf geistern um zwei Uhr in der Früh

Liebe Grüße auf alle Fälle Fridolin
und Catrin

Eure Rubina
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man sieht nur mit dem herzen gut, das wesentliche ist für die Augen unsichtbar
sitta
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Beiträge: 21


« Antworten #4 am: 12. Juni 2009, 15:44:07 »

 Fridolin:Ich habe die Hoffnung auf eine bessere Vergangenheit aufgegeben.
Die Vergangenheit ist vorbei und nicht mehr änderbar. egal ob sie glücklich oder weniger glücklich war. Die Gegenwart und die Zukunft kann ich selber gestalten, auch wenn mich die Vergangenheit stark geprägt hat. Außerdem bin ich überzeugt, daß Menschen mit Angstkrankheiten sehr starke Menschen sind, allerdings nicht für unsere Leistungsgesellschaft. Sie müssen viel aushalten und trotz viel Gegenwind vom Umfeld ihr Leben meistern.



Hi Fridolin,

deine Ansicht gefällt mir gut und sie ist so wahr Smiley

lieben Gruus

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