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Autor Thema: Hallo - neu hier und Frage zu Medikation bei Ängste nach einer Geburt  (Gelesen 1147 mal)
Lea73
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Beiträge: 2


« am: 30. April 2009, 09:55:23 »

Hallo,

ich bin neu hier und bitte um Hilfe.
Hat jemand Erfahrung mit Mediakmenten wie Cipralex, Seroquel und Lyrica?
Seit der Geburt meines Sohnes (die sehr dramatisch verlief) leide ich unter Ängsten.
Die erste Angstatacke hatte ich, als wir das Kind von der Intensivstation nach Hause nehmen durften. Zu Hause war 3 Wochen alles in Ordnung. Dann mussten wir erneut in die Klinik. Dort bekam ich mehrmals täglich Angstattacken. Zu Hause war ich noch einige Zeit nervös, dann war wieder alles in Ordnung.
Vor einem Untersuchungstermin in der Klinik bekam ich erneut eine Attacke.
Die Ängste wurden jedes Mal schlimmer und hielten länger an.
Dem Kind geht es übrigens prima, es gibt keinen ersichtlichen Grund für die Angst.
Ich beschloss, mich behandeln zu lassen.
Eine Allgemeinmedizinerin hat mir Cipralex (10 mg) verschrieben. Die Ängste wurden zunächst stärker, so dass ich meinte, ich müsse in die Psychiatrie. Ein Psychiater hat mir zusätzlich 50 mg Seroquel Prolong verschrieben.
Danach ging es mir zwei Wochen wirklich gut. Dann sollte ich Seroquel um die Hälfte reduzieren, weil das Cipralex nun schon wirken sollte.
Ich hatte daraufhin leider einen schrecklichen Rückfall und meine Ängste waren so schlimm wie zu Beginn mit Cipralex. Die Erhöhung von Seroquel auf wieder 50 mg nütze nichts mehr, es wurde weiter erhöht auf 100 mg, ich habe immer wieder Ängste.
Jetzt soll ich noch zusätzlich zu Seroquel Lyrica nehmen, Ziel ist, dass ich irgendwann mit Cipralex zurecht komme.

Meine Fragen sind:
Sollte Cipralex nach 4 Wochen nicht wirken?
Ist es sinnvoll, noch ein Medikament zusätzlich zu nehmen? Ich habe Sorge, bei jedem Versuch, auszuschleichen wieder einen Rüchfall zu erleiden.
Andererseits ist es vielleicht sinnvoll, wenn der Körper zur Ruhe kommt und wieder weiß, wie sich angstfrei anfühlt?

Ich würde mich sehr über Antworten freuen, wenn jemand Erfahrung mit Medikation hat.

Grüße,
Lea

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JEM
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« Antworten #1 am: 30. April 2009, 15:37:53 »

Hallo Lea,
erst einmal ein herzliches Willkommen hier im Forum, ich hoffe Du kannst hier immer wieder einige Anregungen mitnehmen!
Ich gehe davon aus, dass die Geburt Deines Kindes noch nicht lange zurück liegt. Wenn die Angststörung nach der Geburt zum erstenmal auftrat, warum wirst Du dann medikamentös auf generalisierte Angststörung behandelt? Dies würde auf länger bestehende Ängste hinweisen, z.B. Traumata aus Kindheit und Jugend.
Ich denke, dass hier der Psychiater gegenüber dem Allgemeinmediziner, der kompetentere Ansprechpartner ist.
Das Antidepressiva (SSRI) Cipralex hat meine Frau mehr als ein Jahr mit Erfolg eingenommen, nach vier Wochen sollte die Wirkung spürbar sein. Da dies bei Dir nicht der Fall ist, würde ich mit dem Psychiater über den Wechsel auf ein anderes SSRI reden. Es hat sich auch bei meiner Frau immer wieder gezeigt, das bestimmte SSRI gar nicht wirksam waren oder nach einer gewissen Zeit in der Wirkung nachgelassen haben.
Seroquel ist ein Neuroleptika, dieses sollte nur kurzfristig zur Unterstützung eingesetzt werden, Erfahrung damit habe ich keine, da meine Frau Neuroleptika i.d.R. nicht verträgt.
Also ich würde vorschlagen, dass Du Deinen Psychiater darauf ansprichst, es mit einem anderen SSRI zu versuchen. Parallel dazu würde ich ihn auf eine ambulante Gesprächstherapie ansprechen, auch eine REHA wäre denkbar, es gibt Kliniken die Mutter und Kleinkind aufnehmen.
Ich wünsche Dir und den Deinen Gutes!
Liebe Grüße
Jürgen
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Lea73
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Beiträge: 2


« Antworten #2 am: 01. Mai 2009, 08:39:44 »

Hallo JEM,
danke für Deine Antwort. Ich werde mit den Medikamenten behandelt, weil meine Ängste sehr massiv sind, Beratungsgespräche waren nicht erfolgreich, eine Therapie beginne ich im Mai, habe aber auch vor der Therapie Angst. Am Anfang konnte ich noch sagen "Ich habe Angst vor...", jetzt ist einfach nur noch Angst da, vor allem Angst, wie man mit dieser Angst überhaupt die Zukunft bewältigen kann.
Hatte Deine Frau die Ängste auch nach der Geburt und kommt sie jetzt ohne Medikamente aus?
Gruß.
Lea
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JEM
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Beiträge: 809


« Antworten #3 am: 01. Mai 2009, 10:46:24 »

Hallo Lea,
die Diagnose "Depression" wurde bei meiner Frau zum erstenmal mehr als 20 Jahre nach der Geburt unserer Tochter gestellt. Bevor diese Diagnose gestellt wurde und eine entsprechende Therapie beginnen konnte, blieb die Depression lange unerkannt, da bei meiner Frau sehr stark körperliche (somatische) Symptome da waren.
Ein Triggerereignis für das "Offenlegen" könnte damals meine OP am offenen Herzen gewesen sein. Obwohl diese erfolgreich verlaufen ist, war die nervliche Belastung wohl zuviel für meine Frau. Durch die lange "Nicht-" Behandlung kamen dann Angststörungen zusätzlich dazu.
Das Triggerereignis (bei Dir die Sorge um Dein Kind) bringt eine Depression nach oben, die eigentlichen Gründe dafür liegen aber in der Vergangenheit, meist in der Kindheit.
Meine Frau kommt nicht ohne Medikamente aus, sie hat es einmal versucht, es ging zwei Monate gut und dann kam ein totaler Absturz. Es hat ihr dann ein Höllenjahr beschert, sie war in diesem Jahr über sechs Monate in vier verschiedenen Kliniken.
Sie hat jetzt eine sehr gute Psychiaterin, die ihre Medikation überwacht und sie nimmt lieber die Nachteile der Medikamente (wie z.B. Müdigkeit) in Kauf, als nochmals diese Ängste und Panikattacken von damals durchstehen zu müssen.
So wie Du das schilderst hast Du bereits "Angst vor der Angst", also schon eine Generalisierung. Ich kann Dir nur empfehlen, an der Therapie dranzubleiben, denn da "verwächst" sich nichts, sondern es wird unbehandelt immer schlimmer. Auch einen Klinikaufenthalt (REHA) würde ich für geeignet halten, es erleichtert den Einstieg in die ambulante Therapie.
Ich hoffe, Du hast jemanden, mit dem Du offen über Deine Ängste sprechen kannst und der Verständnis dafür hat und Dich ernst nimmt. Das ist eine ganz wichtige Unterstützung im Alltag!
Mit einer für Dich geeigneten Therapie werden die Ängste wieder auf den Stellenwert verwiesen, der ihnen zusteht, sie werden Dich nicht mehr niederdrücken können.
Ich wünsche Dir Gutes, für jetzt und für die Zukunft!
Liebe Grüße
Jürgen

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ManfredSB
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« Antworten #4 am: 01. Mai 2009, 19:43:59 »

Hallo Lea

Diese sogenannten Seratonin-Hemmer wie Ciprales oder S-Citalopram wirken normalerweise sehr gut nach 4-6 Wochen.

Allerdings ist es oftmals schwierig dies selbst festzustellen. Dein Umfeld merkt dies eher.

Gruß Manfred

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