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Autor Thema: Ständige Angst einhergehend mit Schwindel, Kopfschmerz etc.  (Gelesen 2020 mal)
CPU
Juniormember
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Beiträge: 9


« am: 25. Juni 2009, 10:55:09 »

Hallo!

Ich bin 16 Jahre alt und momentan Schüler einer Realschule (Abschlussklasse)

Vorgeschichte:
Mein Vater starb, als ich 5 Jahre alt war an einem Kammerflimmern, meine Mutter hatte
ca. 1 1/2 Monate bevor meine Probleme anfingen auch ein Kammerflimmern, ich war dabei
und verständigte den Notarzt.

Momentane Situation:
Ich bin seit nun ca. 3 Monaten in sehr schlechter körperlicher und seelischer Verfassung.
Es fing alles eines Abends an, als wir (ich mit meiner Mutter und einem Freund von uns)
bei einem Eishockeyspiel waren. Mir wurde plötzlich Schwindelig und ich fühlte mich, als
ob ich jeden Moment umkippen könnte. Wir fuhren dann nach Hause (auf dem Weg zum
Auto war mir extrem ,,komisch" ich fühlte mich, als würde ich den Boden unter den Füßen
verlieren und wurde beim Laufen auch immer wieder nach Links ,,gezogen"). Als ich dann
auch noch Schüttelfrost und Kopfschmerzen bekam, riefen wir einen Arzt, der stellte bei mir
einen Rückfall der Mandelentzündung, die ich ca. 2 Wochen vorher hatte, fest. Die Mandelentzündung
ist mittlerweile natürlich weg (einen geröteten Rachen habe ich aber immernoch), aber diese
Schwindelgefühle (hauptsächlich Schwankschwindel, verstärkt sich bei Bewegung) hörten nicht
auf. In den 3 Monaten ging es mir mal besser und mal schlechter aber nie gut.

Die körperlichen Symptome verschlechtern sich anfallsartig (mit Hyperventilation und dem Gefühl jederzeit umkippen zu können) und nach der langen Zeit haben sich jetzt auch noch Depressionen und
Symptome der ,,Abspaltung"  dazugesellt, die auch mal stärker und mal schwächer (von Stunde zu Stunde verschieden) sind, außerdem bin ich auch den ganzen Tag über völlig müde und fertig, habe auch schwere Schlafstörungen (Schlafe nicht gut ein, und wenn, dann wache ich nach den ersten 4-5 Stunden ständig auf und schlafe kaum noch ein). Manchmal habe ich auch Angst davor, einzuschlafen weil ich befürchte, dann nicht mehr aufzuwachen (habe total das gefühl für meinen Körper verloren, oft kommt es mir vor, als müsste ich ganz bewusst Atmen, weil ich es sonst einfach ,,vergesse", da ich in dieser Zeit auch kaum Sport gemacht habe und nichtmal mehr aus der Wohnung wollte, habe ich natürlich mittlerweile auch Konditionsprobleme, der Sport und der Umgang mit meinen Freunden fehlt mir auch sehr, was wohl auch ein Grund für meine Depressionen ist, aber ich traue mich mit diesem Schwindel einfach nicht aus dem Haus, habe viel zu große Angst dann umkippen zu können (Auch Angst vor der Angst).

 Ich habe auch oft einfach Angst davor, verrückt zu werden bzw. das doch etwas körperliches hinter meinen Symptomen steckt und ich deswegen umkippen oder sogar sterben könnte. Ich habe auch nach dieser langen Zeit einfach kaum noch Hoffnung auf Besserung, ich weiß, dass das nicht gut ist aber ich habe einfach keine Kraft mehr und muss auch oft weinen.

Mittlerweile war ich schon bei vielen Fachärzten (Neurologen, Internisten) und sogar im Krankenhaus,
es hat aber niemand etwas herausgefunden.

Mir wurde im Krankenhaus eine Kur und zur Überbrückung eine ambulante Therapie beim Psychologen
empfohlen. Die Kur (im Haus Vogt in Neustadt, falls es jemandem was sagt) beginnt in ca. 4 Wochen.

Sorry für den langen Text, aber ich wollte einfach mal alles loswerden
(habe ich aber übrigens trotzdem nicht geschafft)

Wäre schön, wenn ihr mir von euren Erfahrungen berichten oder mir
Tipps geben könntet, wie das alles weitergehen soll, bin ziemlich verzweifelt.

Gruß,
     Michael
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Weserblick
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Beiträge: 119


« Antworten #1 am: 26. Juni 2009, 17:42:15 »

Hallo Michael

und willkommen hier im Forum  Smiley.

Dein Bericht hat mich sehr berührt und es tut mir sehr leid, dass Du in Deinem Leben schon so schwere Zeiten durchstehen musstest.

Die Vorgeschichte hast du ja ziemlich kurz gehalten, aber mir erscheint sie doch sehr wichtig. Nachdem Du schon Deinen Vater so früh verlieren musstest, war die Erkrankung Deiner Mutter bestimmt ein sehr großer Schock für Dich. Kurz danach ging es ja auch los mit Deinen Beschwerden.

Ich habe meine Mutter verloren als ich 6 Jahre alt war, habe aber erst sehr viel später, als ich schon fast 50 Jahre alt war, erkannt, wie sehr sich dieses Ereignis auf mein ganzes weiteres Leben und auch auf meine Verhaltensweisen ausgewirkt hat. Daher glaube ich, dass solche Schicksalsschläge, die man schon als Kind erlebt hat, sehr gut aufgearbeitet werden müssen.

Du schreibst ja, dass Du eine ambulante Therapie machen willst, bevor Du dann zur Kur fährst. Ich wünsche Dir gute Therapeuten, die Dir auch weiterhelfen können. Wahrscheinlich wirst Du ja auch nach der Kur noch weiter eine solche Betreuung brauchen. Suche Dir dann einen Therapeuten mit dem Du gut zurechtkommst und zu dem Du Vertrauen hast. Dann wird es Dir bestimmt auch bald wieder besser gehen.

So richtig gute Tipps habe ich leider nicht nur für Dich. Mir sind nur folgende Gedanken zu Deiner Situation gekommen:

 - Um Deine Kondition wieder etwas zu verbesssern, könntest Du ja auch schon zu Hause ein paar Übungen machen.

 - Weil es Dir ja zur Zeit schwerfällt, das Haus zu verlassen, könnten doch Deine Freunde vielleicht häufiger mal zu Dir kommen.

Das Haus Vogt in Neustadt kenne ich leider nicht. Ich wünsche Dir aber, dass Du dort eine schöne Zeit verleben wirst und das es Dir bald wieder besser geht.

Viele Grüße und alles Gute für Dich
Weserblick
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CPU
Juniormember
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Beiträge: 9


« Antworten #2 am: 26. Juni 2009, 18:01:32 »

Ich danke dir für deine Anregungen!

Ja, es sieht für mich wirklich so aus, als hätte ich schon sehr viel
durchgemacht mir wird das auch immer wieder von verschiedenen
Leuten gesagt, ich habe es nur bis jetzt noch nicht so richtig realisiert.

Die Sache mit meiner Mutter war komisch, als es passiert ist hatte ich keine
Angst, ich habe wohl einfach nur ,,funktioniert" und auch in den nächsten Tagen
hatte ich nie Zeit die Sache zu verarbeiten, musste mich schließlich um die Wohnung
und auch die Schule kümmern. Ich hatte auch allerdings nie bewusst das Gefühl, dass
mich die Sache so schwer getroffen hat, es ging mir auch bis zu dem besagten Abend
sehr gut und ich hatte nie Beschwerden, nichtmal in der Zeit in der wir noch nicht wussten,
ob meine Mutter bleibende Schäden davontragen wird.

Aber mein Bruder hat mir erst letztens gesagt, dass es ihm in der Zeit nach dem Tod
von meinem Vater ganz ähnlich ging, er sagte auch er hätte es irgendwie selbst geschafft
da wieder raus zu kommen aber, dass ich bloß nicht auch den Fehler machen soll, eine Therapie
als nutzlos anzusehen. Ich denke er war und ist in solchen Sachen auch einfach stärker als ich, ich
denke nicht das ich es ohne die Hilfe des Therapeuten schaffen würde und hoffe einfach, dass es demnächst mit Therapie und Kur wieder bergauf geht.

Gruß,
     Michael
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CPU
Juniormember
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Beiträge: 9


« Antworten #3 am: 29. Juni 2009, 12:32:24 »

Nachtrag:

Jetzt zur Zeit ist es bei uns extrem drückend und heiß
und mir geht es etwas schlechter, bin noch schneller Müde
Erschöpft und habe öfter Kopfschmerzen.

Ich habe öfters das Gefühl, dass der Kreislauf am Zusammenbrechen
ist, aber wenn ich dann den Blutdruck messe ist der eher zu hoch als
zu niedrig!?

Kommt das daher, dass ich das gefühl habe ,,Jetzt müsste es mir schlechter
gehen" und dann passiert das auch, oder habe ich vielleicht doch was am Kreislauf?

Ich weiss, dass ich mir darüber eigentlich nicht so viele Gedanken machen
sollte aber das passiert ganz unwillkürlich, ich habe auch immernoch oft Zweifel,
ob wirklich alles nur psychisch ist.
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Weserblick
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Beiträge: 119


« Antworten #4 am: 29. Juni 2009, 17:51:20 »

Hallo Michael,

es tut mir leid, dass es Dir nicht so gut geht. Ich denke schon, dass dieses drückende Wetter dabei eine Rolle spielen kann. Gerade wenn man körperlich oder psychisch sowieso schon angeschlagen ist, ist man da vielleicht ja auch empfindlicher. Das geht mir auch so. Ich vertrage auch diese ständigen Wetterwechsel nicht so gut.

Du hattest ja geschrieben, dass eigentlich soweit alles bereits von Fachärzten abgeklärt wurde. Warst Du auch schon bei einem Kardiologen? Was meint denn Dein Hausarzt? Damit Du beruhigter sein kannst, könnte man doch auch noch eine zusätzliche Meinung eines Facharztes einholen. Falls das vor Deiner Kur nicht mehr klappen sollte, kannst Du bestimmt auch die Ärzte in Neustadt darauf ansprechen.

Ich habe mir inzwischen übrigens mal die Internetseiten vom Haus Vogt angesehen. Soweit ich das beurteilen kann, hast Du mit dieser Klinik eine gute Wahl getroffen. Ausserdem denke ich, dass es auch sehr gut ist, dass Du bereit bist, so eine Kur zu machen und mit einer positiven Einstellung dorthin fährst. Ich drück Dir jedenfalls fest die Daumen, damit Dir die Zeit dort ganz viel bringt und es Dir bald viel besser gehen wird.

Etwas wollte ich noch schreiben zu dem "Funktionieren". Meiner Meinung nach hast Du das sehr gut beschrieben. Ich habe eine chronische Erkrankung und bei mir war es auch oft so, wie Du es erlebt hast. In der Zeit, in der ich gebraucht wurde, war ich dann stark und kam gar nicht groß zum Nachdenken. Erst später, wenn sich alles wieder beruhigt hatte ging es mir schlecht. Dann bekam ich die Quittung.

Gut finde ich, dass Dein Bruder Dir zu der Therapie rät. Das er die schweren Zeiten auch ohne Therapie überstanden hat, ist aber meiner Meinung nach nicht unbedingt ein Zeichen von Stärke. Jeder Mensch hat seine Schwachstellen, sag ich mal. Dein Bruder hatte eben eine andere Art, mit allem umzugehen.

Du bist doch erst 16 Jahre alt. Musstest schon soviel durchstehen und hast mit soviel Beschwerden zu kämpfen. Trotzdem setzt Du Dich mit der ganzen Problematik auseinander und lässt Dich nicht unterkriegen. Das finde ich sehr stark. Also - Kopf hoch - lass Dich auch weiterhin nicht unterkriegen.

Alle guten Wünsche für Dich und viele Grüße
Weserblick
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CPU
Juniormember
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Beiträge: 9


« Antworten #5 am: 30. Juni 2009, 09:05:55 »

Danke für deine Worte.

P.S: Ja, ich war schon bei einigen
Fachärzten (Neurologe, Kardiologe, Internist, Orthopäde)
da waren zum Teil auch kleine Unregelmäßigkeiten dabei
(Grenzwertig hoher Blutdruck, erhöhte Leberwerte, etc.),
aber nichts, was meine Beschwerden erklären würde.
« Letzte Änderung: 30. Juni 2009, 09:09:09 von CPU » Gespeichert
Jule90
Beginner
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Beiträge: 4


« Antworten #6 am: 27. Dezember 2009, 23:35:30 »

hallo
mit deiner geschichte kann ich mich sehr gut identifizieren.
die angst vor der angst kenne ich gut,
die isolation noch mehr.

weißt du, stell dir das mal so vor:
du nimmst dir vor wegzugehen, bekommst angst ...beim weggehen diese angst wiederzubekommen.
was löst angst aus? stell dir vor du machst etwas, was für einen normalen menschen wirklich angsteinflössend ist, z.B eine richtig steile achterbahn zu fahren. der blutdruck steigt, der puls steigt, von mensch zu mensch natürlich das alles verschieden, dem anderen wird schwindlig, dem anderen schlecht.....das ist wie ein teufelskreis.
ich selber leide sehr darunter, habe vier psychologische diagnosen.
das alleine zu schaffen obwohl man die gründe weiß ist sehr schwer!

du bist noch sehr jung, genauso wie ich und ich denke, den richtigen psychologen zu finden ist sehr schwer, ich selber bin noch am suchen und wenn du weißt, physiologisch bei dir ist alles ok, dann such solang es geht nach einem psychologen, die angst ist mittlerweile neben der depression die häufigste erkrankung der menschheit, und man kann sich sehr gut helfen lassen :-)

liebe grüße und viel erholung wünsch ich dir!
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Laielle
Beginner
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Beiträge: 5


« Antworten #7 am: 29. Dezember 2009, 19:47:32 »

Hallo an Alle,

Ich denke dieses kann man Angstzustände bis hin zu Panickattacken nennen.
Ich selbst habe es das erste mal mit 19 erlebt.
Von einer Sekunde zur anderen gings mir .. unbeschreiblich schlecht. Hatte panische Angst, wusste aber nicht von was, und dachte ... jetzt stirbst du.
Mir war schwindlig, schwitzte, mein Herz raste und ich hatte das Gefühl, neben mir zu stehe.
Wäre am liebsten weg gelaufen, damit diese Angst endlich verschwindet.
Damals hat meine Mutter die in Trennung lebte und bei der ich noch wohnte, den Arzt gerufen und der hat mir eine Beruhigungsspritze gemacht.
Aber es ging immer weiter und es wurde immer schlimmer.
Aber das Allerschlimste für mich war, das niemand mich verstand.
Man kommt sich gar nicht blöd vor wenn man einem sagt : mir gehts beschissen, habe ständig panische Angstgefühle aber weiss nicht warum.
Ich hatte keine Ahnung dass dies eine Form von Depression war.
Mein Hausarzt hat mir damals das Leben gerettet. Er hat mir alles gut erklärt, war jeder Zeit erreischbar, das hat mir sehr geholfen.
20 Jahre war ich ruhig.
Dieses Jahr hab ich richtige Panickattacken hinter mir. Sowas wünsche ich meinem grössten Feind nicht. Habe ein schweres Jahr hinter mir mit grosser Krankheit, viele Belastung und Trennung vom Freund. All dieses hat irgendwann meine Seele nicht mehr verkraftet und aus Angstzustände enwickelten sich Panickattacken : Herzstolpern, Hyperventilation, Schwitzen, kalte Hände, Durchfall, Impression das ich in einer anderen Dimension bin, panische Angst. Seit Mai bin ich in Behandlung bei einem Facharzt in Neuro-psychiatrie. So langsam gehts mir besser, jedoch die Angst vor der Angst ist noch mein grösstes Problem.
Ich habe mich entschieden jetzt Yoga und Aikido zu machen, um mein Stress abzubauen.
Es ist ein verdammtes Teufelskreis und selten kriegt man den im Griff ohne Behandlung.

Ich wünsche dir viel Glück und weiterhin viel Mut.
Alles wird wieder gut.

MFG

Laielle
Gespeichert
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