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Autor Thema: es kommt immer nachts in den Morgenstunden  (Gelesen 3378 mal)
Raphaela
Gast
« am: 16. Juli 2009, 15:20:33 »

Hallo zusammen ich habe das bord eben grade erst gefunden , als ich nach Psychosen gegoogelt habe.

Mir gehts im Moment schrecklich .Was mich grade am meisten interessiert ...wie lange dauert so ein Angstschub ?

Bei mir fing diese Sache mit der Todesnagst vor ung einem Monat an.Ich wachte Nachts auf
( es ist immer so morgens um drei ) und hatte ein gaz schlimmes Schwindelgefühl ( auch im liegen ) Enge in der Brust - Atemnot - und auch sowas wie einen Druckschmerz in der Brust ( ähnlich nen Krampf ) .Dann Taubheitsgefühl in den Armen .Und nen ungeheuren Druck auf der Kehle so als würde da was zuschnüren .

Das schlimmste aber ist die Angst  jetzt ists soweit- jetzt stirbst Du .

Also ging ich zum Arzt .Ich habe einen hohen Blutdruck und ich nehme auch betablocker .
Der Arzt meinte ich hätte eine Psychose.Herzpsychose .

Er verschrieb mir ein Medi und das wars.

Das Medi konnte ich nicht nehmen ich habs versucht ,aber ich war sofort total HIGH und unfähig überhaupt noch etwas zu machen ! Ob wohl es ganz niedrig dosiert war.Also ich  konnte mich nur noch hinlegen.Und da ich arbeiten musste ging das halt GAR nicht .Denn eine Krankmeldung hatte ich nicht und mein Arzt konnte nicht nachvollziehn was diese Medis mit mir machten.Sie llegten mich echt total lahm


Ok es war dann auch so drei Wochen Ruhe und heute Nacht  drei Uhr ( wieso immer um drei ? )wieder dieses Schwindelgefühl, Kehle zugeschnürt - Taubheitsgefühl .Und ja, diese Panik .Raus aus dem bett aufs Sofa  ( Telefon daneben ) wieder auf - Wasser getrunken- schreckliche Angst vor dem Einschlafen.das Gefühl ohnmächtig zu werden.Krampfhaftes festhalten am Bewusstsein - Immer der Gedanke nicht einschlafen nicht ohnmächtig werden !
Ich  hab dann heute Morgen versucht alles normal anzugehn - duschen - Kaffe trinken .....dieses Gefühl zu ignorieren - Das Gefühl wenn ich jetzt was *normales* mache , kann ich nicht sterben *g*.-

Zwischenzeitlich war ich einkaufen ( ich fühle mich tatsächlich unter Menschen besser ) bin wieder heim und  immer noch kämpfe ich mit dieser Angst .

Wie lange dauert so ein Schub ?

Hilfe ! Wann hört das wieder auf ?

Ich versuche mich abzulenken so gut es geht .

Und immer das Gefühl ...was wenns wirklich so ist das du jetzt den Löffel abgibst ? Traust Du Dir nen Arzt rufen ? Wenns  nix ist ists besser man lässt das .....Wenn ich sterbe  verwese ich hier in der Wohnung ? Wirds jemand merken ?

meine Mutter starb ganz plötzlich sie fiel um und war tot- genauso ihre Schwester.Bei uns neigen alle Frauen dazu einfach mal umzufallen Bumm tot .
Löst das meine Angst aus ?


ich hoffe das war jetzt nicht zu konfus .
Im Moment kann ich nicht wirklich denken .

Rapha


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Richard
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« Antworten #1 am: 16. Juli 2009, 16:27:22 »

Hallo und Herzlich Willkommen.
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LG
Richard

Mir ist egal wer dein Vater ist! Wenn ich angle, läuft hier keiner ÜBERS Wasser!

Fridolin
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« Antworten #2 am: 17. Juli 2009, 07:26:43 »

Hi Raphaela
Erstmal herzlich willkommen.
Ich habe feststellen müssen, daß die Angst und ihre Auswirkungen viel mächtiger ist, als ich mir`s je vorstellen konnte. Meist spielt sogar Todesangst ein große Rolle und die Symptome, die du spürst, lassen gar keine andere Denkweise zu. Meine Hilfe steht auf 3 Säulen. Die erste: Medikamente, die mich unterstützen und verarbeiten meiner Angst mit Hilfe eines Therapeuten. 2. Änderung meiner Denkweise und meiner Lebensstruktur. 3. Selbshilfegruppen oder ähnliche Gemeinschaften, die unter gleichen/ähnlichen Problemen leiden und deshalb sofort deine Probleme verstehen. Von Heute auf Morgen wird nicht allzuviel passieren. Wielange man unter der Angst leiden muß, kann niemand voraussagen. Aber jeder, auch noch so lange Weg beginnt mit dem 1. Schritt.
Viel Kraft und Energie
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Fridolin Steinpalme
Raphaela
Gast
« Antworten #3 am: 17. Juli 2009, 13:21:06 »

Hallo Fridolin

Weisst Du ich möchte eigentlich keine Medis nehmen, weil ich eben sehe das ich dann rein gar nichts mehr machen kann Traurig

Ich bin  nur noch ein Zombie .Wie soll man da arbeiten ?

So eine Gesprächsteraphie hatte ich schon mal angefangen vor vier Jahren.
Damals hatte ich von jetzt auf gleich eine Treppenangst und war nicht mehr imstande eine Treppe runterzugehn .
Ich bin fast dran verzweifelt und U-Bahn fahren und alles was mit Treppen verbunden war , war der blanke Horror.Also gig ich zu dieser Tante.Was machte sie ? Sie wollte nur mein Sexualleben ausloten ...Huch Mit nen riesen fragebogen ...
 Ich war sehr verärgert drüber , denn erstens habe ich ein ganz normales Sexualleben und zweitens wusste ich das  das eine mit dem andern gar nichts zu tun hatte .
Also ging ich nicht mehr hin.

Meine Treppenangst bekam ich selbst in den Griff.Ich wohne jetzt auch im 4. Stock und  es gibt keine Probleme mehr .
Ich hab mir einfach selbst klargemacht was wäre das schlimmste was passieren kann ? Treppe runterfallen Genickbruch .Als ich gesehn hab das diese Angst letztendlich nichts war als die Angst vor nen Genickbruch und ich das so akzeptieren konnte war auch die Treppenangst weg .


Naja und jetzt kommt das .Ich habe gestern auch gelesen das solche Ängste von Atemaussetzern kommen kann - und vor allem bei Menschen die schnarchen.Ich schnarche *g*.
Aber diese vorletzte Nacht hatte ich noch nicht geschlafen .

Weisst Du ich habe  ( und tu es noch ehrenamtlich ) im Hospiz gearbeitet.Der Tod hat mich nie geschreckt.Und jetzt habe ich Nachts Todesangst ? Ich hab tatsächlich Angst vor dem sterben obwohl ich nie Angst vorm Tod hatte.Ich habe zu viele sterben sehn .
Also warum das jetzt ?

Ich kann einfach nicht glauben und möchte es auch nicht zulassen das so eine Sache mein Leben bestimmt.Das ist ja der Horror pur .Ich hatte gestern den ganzen Tag noch damit zu kämpfen .Mal mehr mal weniger .Und irgendwann war ich an den Punkt wo ich sagte : " ok dann sterb ich eben na und ? "
Von da an gings mir besser und ich konnte mich wieder auf normale Sachen konzentrieren .Ich habe heute Nacht auch gut geschlafen , obwohl ich im liegen wider diesen Schwindel hatte .Ich hatte einfach ein l m a A Gefühl und das half .

Mir ist auch aufgefallen das Menschen in diesen Situationen Wasser trinken.Ist das nur mir aufgefallen ? In fast jeden Bericht lese ich  das den Menschen nach Wasser verlangt ( bei mir ist das auch ) Warum Huch?? Hat das noch keiner hinterfragt ?


liebe Grüsse Raphaela


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Fridolin
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« Antworten #4 am: 23. Juli 2009, 07:28:33 »

Hi Raphaele
Als erstes möchte ich dir sagen, daß ich deine Einstellungen respektiere. Du möchtest ohne Medis deine Probs in den Griff bekommen, daß kann ich gut verstehen und akzeptiere dies. Einen Therapeuten zu finden, bei dem die Chemie stimmt und man das Gefühl hat, hier bin ich richtig, hier werde ich verstanden, gelingt meist nicht ohne mehrmaligen Wechsel.
Die Treppenangst zu überwinden, zeigt daß du eine Kämpferin bist und mit einem starken Willen.
Mit dem Wasser trinken, dies  ist mir neu und möchte es bei Gelegenheit ausprobieren!
Ansonsten wünsche ich dir viel Kraft und Energie und vor allem , das, das du dir selber am Meisten wünscht.
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Fridolin Steinpalme
Raphaela
Gast
« Antworten #5 am: 23. Juli 2009, 11:26:41 »

hi Fridolin

Na sagen wir mal ich versuchs in den Griff zu kriegen und ich denke ich schaff das .Das schlimmste denke ich ist die Angst VOR der Angst .
Letzendlich  gehn alle Ängste doch auf die Angst vor dem Tod zurück .Wenn mans genau bedenkt.Ich hab da viel drüber nachgedacht .Und ich kam zu den Schluss jede einzelne Angst mündet in der Angst zu sterben .
Und ich glaube wenn man das verinnerlicht - dann kann man auch die Angst er-lösen.Oder zumindest damit leben ...? Einen Versuch ists wert Zwinkernd

Bei mir gabs die letzten Wochen viel Veränderung- viel loslassen.Kann sein das hat es ausgelöst .

So, wegen dem Wasser.
Ja, das ist mir aufgefallen und gleich ins Auge gesprungen .Und ich habe recherchiert - und tatsächlich in 80 % dieser Fälle  verlangen die Menschen nach Wasser .Und mir halfs und andern auch .
Auf Station verlangten auch Menschen mit Herzproblemen nach Wasser .
Warum das auch bei Panikatacken ist - das hinterfrage ich grade .Und wenn ich weiss warum und wieso dann sag ich es Dir .Bis dahin versuchs einfach mal .Trink kaltes Wasser .

liebe Grüsse

Raphaela


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Fridolin
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« Antworten #6 am: 24. Juli 2009, 07:32:02 »

Hi Raphaela
Wer einmal die Angst spüren und aushalten muß, der wird für immer die Angst vor der Angst haben.
Ich kenne diese Angst recht gut. Da ich sie schon zig-mal überwunden habe, ist sie nicht mehr so stark.
Ich bin nicht mehr macht- und hilflos. Ich habe Strategien entwickelt, diese Angst zu überwinden. Trotzdem ist sie sehr unangenehm. Die Angst vor dem Tod ist unausweichlich. Ich habe vor 12 Jahren meinen ältesten Sohn mit 17 durch einen Verkehrsunfall verloren. In dieser Zeit mit großem Schmerz
und warum und wieso, habe ich mich viel mit den Erkenntnissen der Sterbeforscherin Kübler-Ross befaßt.
Diese Erkenntnisse, die von Menschen aller Rassen, aller Religionen, Männern und Frauen jeden Alters, gleich und schön beschrieben wurde, habe ich großen Trost empfunden. Ich bin überzeugt, es gibt ein Leben nach dem Tod,  es macht den Lebenden Angst, weil es unbekannt ist. Ich habe auch selber mit Lebenden gesprochen, die Nahtod-Erlebnisse hatten und sie konnten mir die gleichen Erfahrung bestätigen. Es ist und bleibt eine Glaubenssache, wissenschaftlich mit Zweifel belegt. Das sind meine Einstellungen, was die Angst vor dem Sterben betrifft und ich lebe damit.
Das Wassertrinken habe ich nicht vergessen und werde es ausprobieren.
Ich bin in einer Selbsthilfegruppe, und ich kann nur positives berichten. Ich habe das Gefühl, hier werde ich verstanden, alles Gesehene und Gesprochene bleibt im Raum, jedesmal eine Atmosphäre voller Vertrauen und Liebe.
Diese Stimmung haben wir uns hart erarbeitet, denn Vertrauen bildet sich langsam,
wie eine Pflänzchen langsam wächst und wird sehr schnell durch törichtes Reden oder Handeln, zerstört.
Viel Kraft und Energie
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Fridolin Steinpalme
Raphaela
Gast
« Antworten #7 am: 24. Juli 2009, 09:01:39 »

hi Fridolin

Ja, Kübler Ross habe ich auch gelesen .Und auch  bei sterbenden ( im Hospiz) kams oft so rüber als würden sie *abgeholt*.Also ich kann auch nicht glauben das  mit dem letzen Atemzug alles aus sein soll.Nein, ganz sicher nicht .In allen Kulturen glaubt man an Köprer- Seele-Geist.Und selbst in der Bibel gabs mal Stellen über die Re-Inkarnation.
Darum sage ich ja, ich hatte nie Angst vor dem sterben .
Nun ist aber unser Körper mit einer Funktion ausgestattet- den Überlebensdrang.Wir wollen essen wir wollen trinken- wir wollen leben Zwinkernd
Das ist es was uns kämpfen lässt und am Leben festhalten.

Menschen zu verlieren die einem nahe sind ist schrecklich .Ich hab einen Sohn verloren , der kurz nach der Geburt starb.Man könnte sagen das ist nicht so schlimm denn er hatte ja nicht so lange gelebt.Trotzdem ists schlimm.
Ich kanns Dir nachfühlen wie schrecklich das ist Traurig

Strategien  hmmmm ich glaube die entwickelt jeder oder ?

Weiist Du, eine Freundin war monatelang in stationärer Behandlung weil sie von einem Tag auf den andern nicht mehr vor die Haustüre konnte.Eine andere will nur noch schlafen.
Ich habe so langsam das Gefühl diese Krankheit weitet sich aus .

Da fragt man sich doch langsam WS macht uns krank Huch Die Umwelt ? Die ständigen Lebenskämpfe ?

Grüssle
Raphaela

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Fridolin
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« Antworten #8 am: 20. Oktober 2009, 07:32:46 »

Hi Raphaela
Ich denke, daß der Auslöser für die vielen psychischen Krankheit, unsere materialistische Leistungsgesellschaft ist. Ein Gesellschaft ohne Leistung ist natürlich nicht erstrebenswert, doch zur Zeit haben wir eine Gemeinschaft mit sehr wenig sozialem Umfeld. Der Mensch braucht aber den Anderen, um über Gott und die Welt zu reden. Es gibt ihm das Gefühl, nicht allein zu sein und daß seine persönlichen Aktivitäten ausreichend sind.(Beruflich genauso wie privat. Außerdem erkennt er, daß jeder nur mit Wasser kocht und er selber gut genug ist. Doch viele Menschen sind überfordert und können nicht aussteigen, denn ihre Existenz hängt ja dran. Ich arbeite im Außendienst und habe viel Kontak mit Menschen jeder Art. Jeder leidet unter diesen Druck und fühlt sich überfordert.
So reichen die täglichen 24 Stunden nicht mehr, um Beruf, Familie und für sich selber genug Zeit zu widmen. Durch den Lebenskampf  bleibt keine Zeit mehr für sich und dem Nächsten. Änderungen sind aus meiner Sicht nicht möglich, wohl aber ein Gedankenaustausch. Dadurch entsteht neue Energie und tröstliche Gedanken.
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Fridolin Steinpalme
sunny_02
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« Antworten #9 am: 22. Dezember 2009, 21:07:06 »

ich habe so ähnliche probleme und mir stellt sich jetzt die frage "welche therapie hilft da bzw welche therapeutische ausrichtung?" tiefenpsychologisch fundierte psychotherapie, psychoanalyse oder verhaltenstherapie?
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sunny_02
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« Antworten #10 am: 06. Januar 2010, 12:09:37 »

danke für eure antworten Hä
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