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Autor Thema: Bin ich hier eigentlich richtig?  (Gelesen 704 mal)
sciant
Beginner
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Beiträge: 1


« am: 23. Juli 2009, 01:56:52 »

Hey liebe Forenuser,

da das mein erster "Beitrag" zum Forum ist, will ich mich ganz kurz vorstellen. Ich bin "Sebastian", 22 Jahre alt und komme aus der Gegend von Basel.

Ich will mich einigermaßen kurzfassen, um niemanden zu langweilen, und suche im Prinzip Rat. Ich weiß nicht recht, ob ich hier überhaupt richtig bin mit meinen "Problemen", aber vielleicht kann ja der eine oder andere den goldenen Tipp geben ...

Die Geschichte fängt im Prinzip schon in grauer Vorzeit an. Ich war in der Pubertät relativ "frühentwickelt" und habe mit 13 meine erste Freundin gehabt, zwei Jahre lang in einer Art Fernbeziehung, in der man sich maximal einmal im Monat sehen konnte. Das fand ich nie richtig schlecht, aber gut, ich war auch wirklich noch ein Kind.

Darauf folgten vereinzelte Freundinnen mit 15, 17, 18. Mit 17 bin ich dazu übergegangen, aus völlig nichtigen Gründen Schluss zu machen. Ich hatte eigentlich immer nach einer Weile ein Gefühl, als würde ich bedrängt, wenn ich mit ihnen zu tun hatte - dabei war das rational betrachtet völlig unsinnig, keine von meinen Freundinnen hat so an mir "geklebt". Das ging meist auch mit psychosomatischen Symptomen einher, dass ich mich sehr unruhig fühlte, Beklemmtheitsgefühl im Bauch... darüber geredet habe ich freilich nie mit ihnen, da mir ein schnelles Beenden der Beziehung auch (und leichter) Erleichterung verschafft hat. Dadurch habe ich auch ein paar Mal Leuten wirklich ziemlich weh getan. Trotz einiger Schuldgefühle fühlte ich mich hinterher immer wie von riesiger Last befreit und viel besser.

Seit drei Jahren studiere ich nun und wohne allein. Anfangs habe ich mich erstmal sehr vergraben in meiner neugewonnenen Einsamkeit und zwei Monate mich fast völlig isoliert. Das nächste halbe Jahr war ich im Prinzip nur auf Parties und in Discotheken unterwegs, hatte unendlich viel Spaß und fühlte mich zum ersten Mal in meinem postpubertären Leben irgendwie "richtig" und selbstbewusst. Das war eine klasse Zeit! Und die Uni hat nicht einmal drunter gelitten, wie man nun erwarten würde.

Im Frühjahr 2007 hatte ich zu Anfang eine eher sex-orientierte Beziehung zu einem Mädchen (ich kann mich mit dem Wort "Frau" nicht anfreunden, obwohl wir dafür wohl alt genug sind...). Nach einigem Hin und Her wussten wir beide, dass sie einen Freund hat, der jedoch in der Weltgeschichte unterwegs ist, und ich wollte ja nur in Sachen Sex herumexperimentieren, sodass ich es akzeptierte, nach dem Motto, dass sie ja diejenige ist, die den Dreck am Stecken hat, und nicht ich.

Es kam natürlich so, wie es immer kommt, und wir haben uns verliebt und waren, ohne es jemals in Worte zu fassen, ein Paar geworden. Irgendwann ist das Ding natürlich explodiert, ihr Freund hatte meine Nummer herausbekommen und meldete sich bei mir (dass er sich als ziemlich arroganter Pfosten herausgestellt hat, hat auch nicht geholfen, dass ich mich weniger schuldig gefühlt hätte). Ich habe mich mit ihm dann einigermaßen weitgehend ausgesprochen und ich "durfte" dadurch erfahren, dass er mit ihr noch in Urlaub war, als ich bereits vier Monate mit ihr "zu tun" hatte und wir schon mehr verliebt als verknallt waren. Freundlich gesagt, war das ein echter Schlag in den Magen.

Ich bin dann zu ihr gefahren, habe sie damit konfrontiert und ihr (wohl aus dem Impuls, dass es für sie auch schon schlimm genug sein muss) sozusagen sofort verziehen.

Schon vor dieser Begebenheit stellten sich immer mal wieder körperliche Symptome bei mir ein, die immer immer wieder in der Vergangenheit die Vorboten einer solchen "Isolationsphase" waren, in der ich mich am liebsten von meinen jeweiligen Freundinnen völlig ferngehalten hätte, bzw. die Beziehung beendet hätte (und vorher immer auch habe). Dieses Mal war mir allerdings an dem Mädchen sehr viel gelegen, sodass ich dagegen "angekämpft" habe. Das klingt vielleicht albern, aber der eine oder andere wird das Gefühl sicher kennen, sich selbst zu zwingen, was man überhaupt nicht will - dabei wollte ich ja eigentlich schon, dass sie bei mir bleibt, aber andererseits ging es mir oft schlecht, fühlte ich mich unwohl oder diffus-ängstlich, wenn sie bei mir war.

Mit der Zeit habe ich daraus eine regelrechte Dauer-Angst entwickelt. Bei mir schlagen diese oben benannten Symptome sehr schnell in Magenprobleme um, ich fühle mich dann andauernd so, als müsste ich gleich aufs Klo rennen, traue mich zeitweilig kaum mehr aus der Wohnung... mit der Zeit ist das auch auf andere Bereiche übergeschwappt; während es anfangs nur unregelmäßig und nur in Kombination mit ihr aufgetreten ist (z.B. bei abendlichen Treffen, gemeinsamen Besuchen auf Parties, Picknicken am Nachmittag...), bin ich mittlerweile manchmal wie paralysiert und fühle mich unfähig, auch nur aus der Wohnung zu gehen, aus Angst, dass mich gleich die Übelkeit überkommt (und der Witz ist natürlich: wenn man dauernd daran denkt, dann kommt sie natürlich mit Sicherheit erst recht).

Jetzt muss ich euch nochmal kurz mit einem Stück Beziehungshistorie quälen: ich habe dann im Herbst 2007 auch wieder Schluss gemacht, verfiel doch in mein "altes" Schema und habe mich darüber totgeärgert. In der Zwischenzeit haben sich meine allgemeinen Angstprobleme ein wenig reduziert, aber ganz verschwunden waren sie nicht. Die Trennung hielt nur 4 Monate, als ich dann noch ein einziges Mal engeren Kontakt mit ihr hatte und mit ihr sprach, hat es nicht viel gebraucht, dass wir noch einen Versuch unternommen haben, diesmal alles besser zu machen ... naja.

Jedenfalls: es hat sich inzwischen ein wenig gebessert, aber nicht so sehr, wie ich das gern hätte. Ich habe immernoch regelmäßig diese Ängste, die sich dann auch körperlich auswirken, und kann mir oft überhaupt nicht erklären, was der Blödsinn soll - es ist eben der übliche Teufelskreis: man fürchtet sich vor Übelkeit und Magenschmerzen und Aufs-Klo-Rennen-Müssen, und schon fühlt man sich so. Und wenn man hundertmal weiß, dass dieses Gefühl nur wegen der Angst auftritt, macht es das dennoch nicht besser, denn es geht davon auch nicht weg.

So, und jetzt habe ich euch lange genug mit den möglichen Gründen gequält. Ihr merkt schon, dass ich viel von meiner Beziehung erzählt habe; das ist kein Zufall, weil ich selbst glaube, dass da ein Schlüssel liegt, den ich aber selbst noch nicht wirklich erkannt habe. Ich habe mich auch schon gefragt, ob ich vielleicht einfach ein "ganz normales" medizinisches Problem habe, irgendwelche Störungen der Verdauung oder sonstwas, in die ich mich noch zusätzlich psychisch reingesteigert habe, aber: diese Beschwerden treten so gezielt bei Treffen mit ihr auf, ich kann mich da derart reinsteigern, dass ich mir schwerlich vorstellen kann, dass das nicht zumindest auch bedeutende psychosomatische Anteile sind.

Übrigens: meine Hausärztin hat mich vor einem guten anderthalben Jahr zuerst zu einem Allergiearzt (Milch-Inhaltsstoffe im Verdacht...), später dann zu einem Psychotherapeuten geschickt, nachdem ich mit ihr zweimal darüber gesprochen habe. Ich habe den Rat nicht umgesetzt, weil das in meinem Kopf einerseits "geisteskrank", andererseits "unselbstständig" bedeutet hätte und ich mir auf meine mentale Überlegenheit und Gesundheit sehr viel einbilde (ich hoffe, die Ironie wird deutlich; das soll nicht ernsthaft überheblich klingen!). Drum habe ich ihre Überweisung immernoch hier herumliegen (die natürlich längst "verfallen" ist). Ich bin immernoch unsicher, ob ich das mal wagen sollte. Oder wäre es nicht viel sinnvoller, zuerst einmal alle möglichen "körperlichen" Krankheiten durchchecken zu lassen? Aber mit "regelmäßige Magen- und Verdauungsbeschwerden" liefere ich natürlich ein herzlich präzises Symptombild, das auf eine zehnstellige Krankheitenzahl passen dürfte.

Ich freue mich auf und über eure Antworten.

Viele Grüße,
- "Sebastian"
Gespeichert
Fridolin
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Beiträge: 568



« Antworten #1 am: 23. Juli 2009, 06:51:35 »

Hi Sebastian
Erstmal herzlich willkommen!
Ich habe sehr viel Erfahrungen mit Angst, Depressionen und Burn Out. Ob deine Probleme mit sowas zu tun hat, kann ich nicht beantworten, da jeder Mensch individuell zu betrachten ist.
Ich weiß aus Erfahrung, daß Ängste, meist im Unterbewußtsein und gar nicht als solches erkannt, eine große Macht ist und viele körperliche Beschwerden auslösen kann. Viele Ängste stammen aus der Kindheit/Herkunftsfamilie,. Verlustängste, Beziehungsangst, Angst, nicht gut genug zu sein, Selbstwert, Angst, die Potenz reicht nicht aus, usw., können sehr quälend in die Gegenwart hineinspielen und man kann nicht verstehen, wo sie herkommen.
Wie weit du damit betroffen bist, weiß ich nicht, betrachte diese Sätze als Dankanstoß.
Viel Kraft und Energie
Gespeichert

Fridolin Steinpalme
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