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Autor Thema: Beziehungen führen ist so anstrengend  (Gelesen 1807 mal)
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Rubina22
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« am: 28. März 2011, 22:03:25 »

Hallo guten Abend ihr alle

Ich bin Borderliner. Und bin mal wieder ziemlich auf die Schnauze gefallen.
Ich frage mich wie machen das BL dass sie eine Beziehung auf Dauer halten können.
Da muss ja der Partner Überkräfte haben. natürlich haben wir auch total viel gute Seiten, aber ich bin immer so leicht irritiert wenn es darum geht, die WAhrheit zu erkennen.
Ich meine damit, dass ich so misstrauisch bin, und dann nicht auf mein Bauchgefühl höre
und mich trotzdem mit dem Mann einlasse, wo ich im vorhinein weiß dass er nicht zuverlässig ist und
mich belügt.
Und ich ertrage nix schlechter als die Unwahrheit.

Ich merke mir alle Ungereimtheiten und dann gehts Zack und ich raste aus. Schmeiß ihn raus, schick ihm eine SMS mit "es ist besser wir sehen uns nicht mehr" um mich dann wieder leidenschaftlich mit ihm zu versöhnen.

Vergesse all seine Untaten und es ist nur wichtig mit ihm zusammen zu sein, möglichst sexuell zusammen zu sein um dann irgendwann komplett ausgepowert mit aufgeschl.........Armen
im Krankenhaus zu landen
und vollkommen fertig und energielos zu sein.

Wie macht man das als BL eine Beziehung zu führen die auch ausdauernd ist???


Lg Rubi
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man sieht nur mit dem herzen gut, das wesentliche ist für die Augen unsichtbar
JEM
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« Antworten #1 am: 29. März 2011, 19:42:23 »

Hallo Rubina,

es gibt einige Literatur zur Borderline-Persönlichkeitsstörung, hier im i-net u.a. ein sehr umfangreicher (und allgemeinverständlicher) Artikel von Prof. Dr. med. Volker Faust:
http://www.psychosoziale-gesundheit.net/pdf/faust1_borderline.pdf
Dort steht ab S. 18 etwas zu den (schwierigen) Beziehungen der Borderline-Betroffenen.

Überspitzt formuliert könnte man sagen, die Partner, die man sich wirklich wünscht (sensibel, zugewandt, liebevoll), werden immer wieder durch das Borderline Verhalten erschreckt, bis sie sich verschreckt überfordert fühlen.
Es kommt dann erst gar nicht zu einer Beziehung...
Hier kann nur helfen, den Partner über Borderline aufzuklären, ihm immer wieder zu sagen, dass er nicht immer alles wörtlich nehmen darf, was Du sagst, was Du tust.
Dass Du ihn manchmal vor Dir warnst, wenn Du spürst, dass die Agressionen, die Ängste in Dir hochkommen.
Und dass Du glaubst, dass er Dich nicht verlässt.
Ich denke, das sind die Partner, die Du Dir eigentlich für Dich wünscht. Sie waren sicher in Deinem Leben vorhanden, aber sie sind von Dir "gegangen worden", sie hatten nicht die Kenntnis über Deine Krankheit. Sie konnten Dich also nur so "wahr"nehmen, wie Du sie behandelt hast, und kamen dann ohne Deine Aufklärung damit nicht zurecht, weil sie nichts von Deinen Ängsten wussten.

Übrig bleiben dann Menschen als "Partner", die eine stumpfe Persönlichkeit haben, die nur ihre Interessen verfolgen und Dich nicht groß wahrnehmen. Die spüren auch nicht Deine Verletzungen, die gehen an ihnen vorbei. Oft sind es sind dies Menschen, die Unterwerfung verlangen, und das ist ein Muster, das viele Borderliner von früher kennen, das für sie berechenbar ist und damit angstfreier ist, als die "freie" (unberechenbare) Liebe.

Ich kann Dir nur raten, bei Menschen, die Dir wichtig sind, offen zu sein. Wenn es Nieten sind, dann weißt Du es so am schnellsten.

Ich wünsche Dir Gutes und wenig Angst!

Liebe Grüße
Jürgen
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Rubina22
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« Antworten #2 am: 04. April 2011, 16:21:36 »

DAnke JEM

bzw. Jürgen


so gut habich mich selten verstanden gefühlt wie in deiner Antwort, deinem Beitrag.

Ich werde offen sein, aber im  Moment bin ich wieder alleine, und ich weiß dass die Beziehung zu mir die wichtigste ist, die es gibt.Und dass ich immer gut zu mir sein muss damit ich mich gut fühle und dann erstkann ich wieder eine Beziehung eingehen. Nicht aus Bedürftigkeit sondern aus Liebe.

Ich glaub auch dass BL immer Menschen anziehen die auch solche Defizite haben und das geht dann einfach nur schief. Bei mir war es zumindest so.

Lg Rubi
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JEM
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« Antworten #3 am: 04. April 2011, 22:30:39 »

Hallo Rubi,

ich denke, Borderliner ziehen keine andere Borderliner an, sondern sie fallen eher jemanden zum Opfer, der sie ausnützt und aus ihrem "Defizit" seinen Profit zieht.
Die sogenannten "Normalen" werden verschreckt, immer wieder verschreckt, wenn sie nichts "wissen".

Auf jeden Fall ist die Beziehung zu Dir selbst die wichtigste Beziehung, denn wenn es Dich nicht gibt, wenn Du Dich selbst nicht akzeptierst, was willst Du dann überhaupt in eine Beziehung einbringen?
Sei gut zu Dir, dann kannst Du es viel leichter auch zu anderen sein!
Klingt trivial, aber ist nicht einfach ...

Liebe Grüße
Jürgen
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annaalleinzuhaus
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« Antworten #4 am: 07. April 2011, 14:53:46 »

Ich weiß aus Erfahrung heraus, dass es extrem schwierig ist mit BL in einer ausbalancierten Beziehung zu leben. Ich war extrem abhängig von meinem damaligen Freund, was ihn ziemlich unter Druck gesetzt hat. Meine ständigen Launen waren für ihn bestimmt nicht einfach zu ertragen. Er hat mich oft aufgefangen wenn ich mal wieder vor einem riesigen Abgrund stand und ich kann ihm bis heute nicht übel nehmen, dass er irgendwann einfach nicht mehr konnte und einen Schlussstrich unter unsere Beziehung gezogen hat.
Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich damals erstaunlich gut mit der Situation umgehen konnte und mich einfach in viele Veränderung gestürzt habe.
Habe auch noch einen sehr interessanten Artikel zu dem Thema gefunden, vielleicht ein wenig überspitzt aber in einigen Punkten trifft es zu.
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