Hallo,
hoffentlich kann mir hier jemand helfen!

Ich möchte mich erst einmal vorstellen.
Ich bin fast 18 Jahre alt und gehe noch knappe zwei Jahre zur Schule, bis ich dann mein Abi habe.
Anschließend möchte ich Medizin studieren. Ich bin mir da aber im Moment nicht mehr ganz so sicher, weil ich in den letzten Jahren von den Ärzten sehr enttäuscht wurde. Ich habe das Gefühl, dass viele Ärzte oft selbst keine Ahnung haben, wie sie ihren Patienten helfen sollen.
Nun erst einmal zu meinem Problem: Seit April/Mai 2007, also schon über zwei Jahren habe ich immer wieder starke Darmprobleme, d.h. häufig Durchfall, Blähungen und mal mehr mal weniger starke Bauchschmerzen. Zwischendrin kommen dazu immer mal wieder Magenprobleme (Übelkeit und Schmerzen). Auch vor 2007 hatte ich häufiger als andere mit Durchfällen zu kämpfen, zu der Zeit war es allerdings noch seltener.
Im Sommer 2007 wurden dann alle möglichen Zucker-Intoleranztests gemacht, die jedoch alle unauffällig waren. Im November 2007 hatte ich an einem Abend starke Kreislaufstörungen (Übelkeit, heftiger Schwindel, sog. "Sternchen vor den Augen", Schüttelfrost und Kaltschweißigkeit), den Rest der Nacht ungeheuer starke Bauchschmerzen. Am nächsten Morgen hatte ich blutigen Durchfall, woraufhin meine Mutter mit mir ins Krankenhaus gefahren ist. Dort wurde ich stationär aufgenommen und mein Stuhl (der ab dann komischerweise kein Blut mehr enthielt) auf Parasiten oder Infektionen untersucht. Dies brachte jedoch keine Ergebnisse, weshalb dann eine Darmspiegelung vorgenommen wurde. Dabei wurde eine Entzündung unklarer Ursache im Colon descendens (absteigender Darmtrakt) festgestellt, die Untersuchungen bezüglich Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa waren jedoch unauffällig. Daraufhin haben die Ärzte mir Sulfasalazin verschrieben, was ich ca. ein halbes Jahr genommen habe. Irgendwie hat mich meine Ärztin nie gefragt, ob es besser wird oder sonstiges. Sie hat mir immer wieder nur das Medikament verschrieben.
Nach einigen Monaten habe ich ihr dann gesagt, dass es besser geworden ist und ich durfte das Medikament langsam absetzen. Für ein Weilchen hatte ich Ruhe, doch die alten Symptome kamen wieder. Dazu kamen häufigere Magenbeschwerden, hauptsächlich Schmerzen. Weil die Magenschmerzen so schlimm wurden, wurde im April 2009 eine Magenspiegelung gemacht, welche nicht besonders auffällig war – es war eine Rötung zu erkennen, welche angeblich jedoch bei vielen Patienten zu sehen sei. Also bekam ich ein Magensäurehemmendes Mittel verschrieben, welches auch ganz gut half. Dies nahm ich einige Wochen, anschließend kamen die Schmerzen wieder.
Tolle Sache. :-( Und zusätzlich die Darmprobleme. Meine Ärztin habe ich gewechselt, weil sie mir immer nur Symptomreduzierende Medikamente gab, jedoch zur Ursachenaufklärung nicht beitrug. Weil ich zu Schulbeginn direkt nach den Sommerferien so starke Durchfalll und Bauchschmerzprobleme hatte, hat sie mir die Sulfasalazintabletten vor einigen Wochen wieder verschrieben, ich habe dann zu einem Facharzt für innere Medizin gewechselt, der auch als Hausarzt tätig ist, und auf seine Anweisung reduziere ich das Sulfasalazin nun wieder, und soll es dann in 1-2 Wochen auch absetzen. Geholfen hat es diesmal leider nicht. Für die weitere Vorgehensweise „müssen wir mal gucken.“ Erst mal abwarten, was sich dann tut, so mein Arzt. Das wäre ja alles schön und gut, wenn mein Leben durch diesen nervigen ständigen Durchfall und durch die Schmerzen nicht so verdammt eingeschränkt wäre! Ich gehe schließlich noch zur Schule, und so kurz vor dem Abi ist es nicht sonderlich förderlich, den Unterricht zu verpassen, was sich jedoch nicht vermeiden lässt, wenn man stundenlang auf dem Klo sitzt und einem speiübel ist. Ich bin mittlerweile viel zu Hause, weil ich vor vielen Unternehmungen schon fast Angst habe, da ich immer befürchten muss, unterwegs plötzlich Durchfall zu kriegen. Das schränkt mich total ein! Oft gebe ich mir einen Ruck und versuche, nicht darüber nachzudenken, was passieren könnte, wenn ich mal kein Klo zur Verfügung habe. Aber so einfach ist das leider nicht. Die Angst begleitet mich ständig. :’-(
Ich verpasse ständig den Unterricht, weil ich wegen Durchfall zu Hause bleiben muss. Das sind nicht so sonderlich tolle Aussichten fürs Abi.
Ich habe nicht dauerhaft Durchfall, sondern nur an manchen Tagen. Meine Ernährung ist in Ordnung, daran sollte es also normalerweise nicht liegen.
Zusätzlich bin ich anfällig für Infektionen. Dieses Jahr lag ich zwei Wochen lang mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber im Bett und noch zweimal jeweils eine weitere Woche wegen grippaler Infekte im Bett, ich habe in der Schule also schon einiges verpasst.
Diese Anfälligkeit für Infektionen habe ich aber erst seit September 2003, als mir der entzündete Blinddarm herausoperiert wurde. Vor dieser Operation war ich fast nie krank, danach jedoch ständig. Kann das zusammenhängen?
Da die Ärzte anscheinend auch alle nicht wissen, was ich habe, fange ich nun an, darüber nachzudenken, ob das alles vielleicht eine psychosomatische Sache ist. Das wäre gut denkbar.
Denn ich habe schon ein recht stressiges Leben. Nicht stressig im negativen Sinne, sondern bin allgemein einfach ziemlich viel beschäftigt.
Wie schon gesagt, ist da die Schule, von der ich immer erst um ca. 15.30h nach Hause komme, dazu kommen dann noch Hausaufgaben, das Vorbereiten von Referaten und Lernen für Klausuren. Zusätzlich habe ich im April eine Ausbildung zur Einsatzsanitäterin gemacht, und strebe nun eine „nebenberufliche Ausbildung“ zur Rettungssanitäterin an. Daher mache ich an den Wochenenden immer wieder Praktika auf dem Rettungswagen einer Rettungswache hier in der Nähe. Diese Arbeit gefällt mir total gut, es macht Spaß und ich freue mich immer wieder darauf. Andererseits bin ich deswegen auch immer sehr angespannt, denn diese Arbeit hat durchaus auch unangenehme und belastende Seiten. Als Vorbereitung auf mein Medizinstudium ist es außerdem gut, schon Erfahrungen zu sammeln. Schon seit ich denken kann will ich Medizin studieren. Aber momentan bin ich mir nicht so ganz sicher.
Dann hatte ich bis zum Juli 2009 vier Jahre lang ein eigenes Pferd. Habe also mit 13 mein erstes eigenes Pferd gekauft, was ich mir durch Zeitungen austragen, Nachhilfe und Babysitten größtenteils selbst finanziert habe (auch die monatlichen Kosten). Meine Eltern haben mich immer ein wenig unterstützt, den größeren Teil habe ich aber selbst gezahlt.
Das war für mich schon eine sehr große Belastung, denn so ein Tier ist ja auch mal krank und man macht sich Sorgen und kommt in Geldnöte.
In diesem Sommer hatte ich jedoch irgendwie die Schnauze voll. Dann hat meine Mutter das Pferd übernommen, denn sie hatte sich in den letzten Jahren auch viel darum gekümmert. Und ich war von einer riesigen Last befreit. Andererseits hat mir das Reiten sehr gefehlt, sodass ich meiner Mutter nun monatlich von meinem weiterhin selbst erarbeiteten Geld einen Betrag zahle, und dafür zweimal in der Woche weiterhin reiten darf.
Ich habe auch seit einem knappen Jahr wieder einen Freund, der jedoch ca. 50km entfernt wohnt, das heißt ich kann ihn vor allem nur an den Wochenenden und manchmal auch an einem Abend unter der Woche sehen. Das ist auch schon blöd, da er mir den Rest der Woche sehr fehlt. Belastend ist auch, dass mein Vater nicht mit ihm klar kommt (was allerdings nicht an meinem Freund, sondern an meinem Vater liegt, denn der kommt mit kaum jemandem zurecht). Und dann ist es auch so, dass ich innerlich immer wieder zerrissen bin, weil ich das Wochenende gerne mit ihm verbringen würde, gleichzeitig aber auch gerne Rettungswagen fahren will (denn das geht auch nur an den Wochenenden). Da habe ich dann immer wieder innere Konflikte. Auch die Ausbildung für den Rettungssanitäter, wie soll ich die neben der Schule eigentlich schaffen? Die Umfasst 160 Stunden Theorie, 160 Stunden Praktikum im Krankenhaus, 160 Stunden auf der Rettungswache und 40 Stunden Abschlusslehrgang.
Wenn ich daran denke, könnte mir schon wieder schlecht werden. Aber ich will es doch so gerne machen!
Ach ja, dann spiele ich auch noch Klavier, da habe ich einmal in der Woche eine halbe Stunde Unterricht. Aber das ist noch nicht alles: Damit mein Lehrer zufrieden ist, muss ich eigentlich jeden Tag noch eine halbe Stunde dafür üben! Aber wie soll ich das denn noch anstellen? Dafür habe ich einfach keine Zeit! Ich komme so schon erst sehr spät ins Bett und bin dauerhaft übermüdet. Ich finde keine Motivation, morgens aufzustehen. Nur am Wochenende stehe ich morgens gerne auf, denn nur dann habe ich wirklich Spaß am Leben, wenn mein Freund hier ist, oder ich dort bin.
Die ganze Woche über quäle ich mich rum, nur fürs Wochenende. Und da bin ich meistens so kaputt, dass man mit mir nicht mehr viel anfangen kann.
Ich weiß, ich habe hier verdammt viel geschrieben, und das ist noch lange nicht alles.
Auch heute Morgen hatte ich wieder Durchfall und mir war total schlecht. Daher bin ich zu Hause geblieben. Dabei war mein Wochenende so wunderschön mit meinem Schatz. Es war seit Monaten das erste Wochenende, an dem ich überhaupt keine Bauchschmerzen oder Durchfall hatte. Und heute Morgen ging alles wieder von vorne los. :’-(
Ich weiß einfach nicht weiter. Meine Darmprobleme werden anstatt besser immer nur schlimmer, und alles andere ist irgendwie auch nicht gerade optimal. Wer kann mir helfen?
Liebe Grüße
Blubbermausi