|
|
Disso
Juniormember
 
Beiträge: 11
|
« am: 07. Dezember 2009, 21:57:36 » |
|
Ihr Lieben, ich bin sooo verzweifelt! Ich erhalte seit einem Jahr EM Rente bis Ende Februar 2010.Ich habe Anfang September Verlängerung beantragt, daraufhin wurde ein ärztliches Gutachten angefordert, das meine Ärztin Anfang Oktober zur DRV geschickt hat. Daraufhin habe ich nichts mehr gehört. Auch meine telefonischen Anfragen bei der DRV blieben ergbenislos. Heute nun rief ich wieder dort an und erfuhr, dass ich nochmals zum Gutachter muss. Es soll dieses Mal ein anderer sein als beim ersten Mal. Was sehr merkwürdig an diesem Telefonat war, war die Tatsache, dass die Sachbearbeiterin mir sofort sagte, ich könne gegen Fahrtkostenerstattung mit Begleitperson zum Gutachten gehen. Außerdem sollte ich keine Angst vor dem Gutachter haben. Es würde sicher nicht so schlimm wie beim ersten Mal. Ich habe panische Angst vor dem Termin. Andererseits kann ich die Aussagen der Sachbearbeiterin nicht deuten. Wenn jetzt schon klar ist, dass ich Begleitung brauche, warum soll ich dann überhaupt zum Gutachter. Ich werde im Januar 57 Jahre alt und habe umfangreiche verschiedene psychische Störungen. Ich war 3 Mal im Krankenhaus und bin seit 5 Jahren in Therapie. Zur Zeit 3 x pro Woche Analyse. Kann sich jemand einen Reim darauf machen. Danke für Eure Unterstützung! Liebe Grüße Disso
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
|
|
Fossy
|
« Antworten #1 am: 08. Dezember 2009, 11:25:59 » |
|
Hallo Disso,
vielleicht kann ich dich ein wenig beruhigen :-)
Der Weg ist, das die EU-Rente 3x verlängert wird. Um dann auf unbestimmte Dauer genehmigt zu werden. Bei mir war es jedenfalls so. Du *mußt* das ganze Prozedere über dich ergehen lassen. Die von der DRV haben halt ihre Vorschriften. Und schau, die Dame mit der du telefoniert hast, die war doch ganz nett. Du kannst eine Begleitperson mitbringen. Ich hatte meinerseits meinen Mann mitgenommen. Weil ich alleine auch nicht zum Gutachter konnte. Zeig' dem Gutachter wie es dir geht, gib dich so wie du bist, dann wird das schon klappen :-) Hast du einen Schwerbehinderten-Ausweis ? Mit dem hättest du deine Altersrente schon viel früher. Wenn du 57 bist kann es dann ja nicht mehr allzulange dauern.
Ich wünsche dir alles Gute, das wird schon :-)
Fossy
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
|
|
Rhini
|
« Antworten #2 am: 08. Dezember 2009, 12:31:26 » |
|
Hi, ... und immer wieder Verlängerungen. Das ist unter Umständen wirklich so, vor allem bei jüngeren Menschen, dass die Rente immer wieder zur Verlängerung beantragt werden muss. Ich hatte zuerst Berufsunfähigkeitsrente, die dann nach einigem Hin und Her zu einer Erwerbsunfähigkeitsrente erweitert wurde... und diese auf Dauer bis zum Regelrenteneintritt. So kann ich mir vorstellen, dass es auch bei dir, Disso, einen abschließenden Bericht geben soll und du vielleicht EU-Rente bis zur Regelrente bekommst; zumal du ja immernoch in Therapie bist. Wichtig ist nur, beim Gutachter die Fragen so kurz wie möglich zu halten und sich nicht besser darzustellen als man ist oder kann (den Fehler habe ich einmal gemacht, weil ich mir die Auswirkungen meiner Störungen nicht eingestehen wollte, was zur Folge hatte, dass ich diese Prozedur nochmal über mich ergehen lassen musste). Ich wünsche dir Gutes Rhini
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
|
Disso
Juniormember
 
Beiträge: 11
|
« Antworten #3 am: 08. Dezember 2009, 22:07:01 » |
|
Danke Ihr beiden!! Das tröstet mich ein wenig. Aber die panische Ansgt bleibt halt doch. Auch wenn mein Verstand mir sagt, dass ich doch nichts zu befürchten habe, weil es mir wirklich extrem schlecht geht. Aber ich habe genau deshalb Angst, weil ich mich aus Scham womöglich beim Gutachter zusammenreiße - wie Du Rhini es auch beschreibst - und er dann denkt, es geht mir gut. Bei meinem ersten Gutachter war das auch so. Ich habe versucht einen "ordentlichen" Eindruck zu machen. Aber dann hat der mich plötzlich so fies behandelt, dass ich nur noch geweint habe. Damit war für ihn der Fall klar, dass ich wirklich erwerbsunfähig bin. Für mich war es ein schreckliches Erlebnis. Über den Schwerbehindertenausweis liebe Fossy habe ich auch schon mal nachgedacht. Ich habe aber leider auch fürchterliche Angst vor Behörden und Schriftwechsel mit selbigen. Deshalb habe ich es bisher nicht geschafft, mich darum zu kümmern; obwohl mir der Ausweis sicherlich zustehen würde und mir bestimmt hilfreiche Vorteile entgehen - ich schaffe es einfach nicht. Es fällt mir unendlich schwer, vernünftig für mich selber zu sorgen. Danke nochmals für Eure Unterstützung. Ganz liebe Grüße Disso
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
|
|
Fossy
|
« Antworten #4 am: 09. Dezember 2009, 13:03:57 » |
|
Hallo Disso,
vernünftig für sich selber sorgen, oh man, das kenne ich auch zu gut. Ich brauche auch immer einen Tritt in den Allerwertesten, bis ich mal etwas für mich tue.
Das Ding mit dem Schwerbehindertenausweis, da kann dir deine Ärztin helfen. Sage das du gerne einen Antrag stellen möchtest, sie hilft dir ganz bestimmt. Bei mir ist das Versorgungsamt zuständig. Einfach (ja ich weiß :-) nix ist einfach, einen Satz, das du Antrag auf einen Behindertenausweis stellst, und die Adresse deiner behandelten Ärztin. Und dann heißt es wieder warten. Die erkundigen sich dann bei deiner Ärztin was mit dir ist. Bestell schon mal Passbilder :-)) ....................
Ich wünsche dir, das du die Kraft findest diesen Antrag zu stellen. Es ist doch auch schön, wenn du etwas für dich getan hast. :-)
LG Fossy
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
|
|
Rhini
|
« Antworten #5 am: 10. Dezember 2009, 00:58:52 » |
|
Hallo Disso, Niemand, der nicht in annährend ähnlicher Situation war, kann nachvollziehen, wie es einem psyschich kranken oder gestörten Menschen wirklich geht... so sind auch oft die mit Torturen verbundenen Umstände unser Recht zu bekommen für niemanden nachvollziehbar. Wie oft ich mir anhören musste, dass ich es ja nur wollen müsste... Nee, so funktioniert das nun mal nicht oder nur, wenn es mit großem Leiden verbunden ist. Leider sind auch manche Gutachter ohne genügend Einfühlungsvermögen oder sogar Kenntnis... Ich dachte auch oft, dass mir keiner glauben würde, wie schlecht es mir geht, wie auch, wenn ich immernoch freundlich lächelnd überall aufgelaufen bin... natürlich nur unter großer Kraftanstrengung und meistens mit heftigsten körperlichen Probs verbunden... auch schon garnicht mehr alleine, also ohne Begleitung, irgendetwas erreichen konnte... Die Akzeptanz, die ich mir wünschte habe ich höchstens bei meiner Familie (allerdings auch da nur teilweise) und bei meinem Therapeuten, den 7. oder 8., weil auch dort natürlich nicht jeder für mich passend war und ich den "Richtigen" erst zum Schluss fand. Naja, dann habe ich also jetzt Rente, ein eingeschränktes Leben, weil da nicht mehr viel geht und eigentlich immernoch Angst, da würde mal wieder jemanden einfallen, dass ich es ja nur wollen müssen würde...
Ärgerlich finde ich nur, dass ich mir hätte vieles ersparen können, hätte ich bei Bekannt werden meiner Erkrankung/Störung mehr fachkundige Hilfe und Unterstützung erhalten, hätte man diese Anzeichen ernst genommen und so weiter... und sie waren heftig genug in meinem Fall!
Aber da liegt eigentlich der Hase im Pfeffer: wen interressiert das überhaupt noch?
Nee, da müssen wir schon selber sehen, dass wir irgendwie noch zurecht kommen, uns mühsam alles besammensuchen oder eben auf vieles verzichten, um überhaupt noch ein einigermaßen lebenswertes Leben zu haben.
Seltsamer Weise schaffen viele von uns es trotzdem, immer wieder auf zu stehen und wenigstens das Nötigste für uns zusammen zu klauben, damit wir nicht ganz unter gehen, aller Angst, aller Depression zum Trotz, aber vor allem, aller Bürokratie zum Trotz! Also, lass dich nicht unterkrigen, Disso, vielleicht schaffen wir es ja noch mal, dass wir ein wenig Frieden und Ruhe haben, und uns an einem Stück Torte an einem sonnigen Tag nahe eines kleinen Sees erfreuen können! Ich wünsche es dir und uns allen! Rhini
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
|
Disso
Juniormember
 
Beiträge: 11
|
« Antworten #6 am: 13. Dezember 2009, 20:03:51 » |
|
Danke! Eure Antworten sind so lieb und tröstend und dennoch bin ich völlig fertig. Ich weiß jetzt den Namen der Gutachterin, zu der ich muss. Gott sei Dank ist es dieses Mal kein Mann. Aber auch Frauen können fies sein! Im Internet habe ich herausgefunden, dass sie Ärztin für Psychiatrie ist und für den MDK arbeitet. Sie wurde direkt von der DRV Berlin beauftragt und nicht - wie der vorige Gutachter - von der Zweigstelle hier in Hamburg. Aus dem Internet weiß ich, dass sie sich viel mit Suchterkrankungen befasst (ich habe keine Suchterkrankung). Außerdem hat sie umfangreiche Beiträge geleistet in der Frage, ob Fallpauschalen im Klinikbereich bei psychisch Kranken sinnvoll sind. Sie kommt zu einem negativen Ergebnis, was sie irgendwie ein wenig sympathisch macht. Aber letztendlich kann ich nicht wirklich ekennen, was diese Ärztin mit meiner Erkrankung zu tun hat - außer dass sie Ärztin für Psychiatrie ist...... ich stehe jetzt schon völlig neben mir, obwohl sie mir noch gar keinen Termin mitgeteilt hat... Vielen Dank nochmals für Eure Unterstützung! Disso
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
|
|
Rhini
|
« Antworten #7 am: 15. Dezember 2009, 09:37:37 » |
|
Hallo Disso, Manchmal kann zu viel zu wissen auch hinderlich sein. Doch was ist falsch daran, wenn eine Ärztin auch Spezialgebiete hat. Wichtig ist doch, dass sie ihr Metier kennt. Natürlich kommt es auf die Ärztin an, aber es gibt einen Fragenkatalog, der mehr oder weniger abgefragt wird, den sogar der Klemptner ausfüllen kann. Außerdem nehme ich an, dass du psyschich erkrankt bist und da ist eine Ärztin für Psychiatrie doch richtig für deine Erkrankung.
Es scheint die Sorge zu sein, die dich derzeit quält und alles in Frage stellen lässt. Die Sorge, die Ärztin würde nicht erkennen, wie es dir geht oder dich nicht ernst nehmen. Aber du wirst nirgendwo darauf Antworten finden und es heißt, Augen zu und durch!
Was uns im Allgemeinen fehlt ist die Zuversicht, dass wir alles irgendwie geregelt bekommen. Trotzdem, das meiste funktioniert ja doch noch irgendwie und letztlich kann es doch wirklich so sein, dass die DRV noch einen unabhängigen Bericht haben möchte um dir eventuell EU-Rente bis zum Regelrenteneintritt zu gewähren.
Dass du noch nicht einmal einen Termin hast, ist nicht so schlimm. Den wirst du wahrscheinlich zum Januar bekommen. Natürlich haben wir oft die Angst, dass alles nicht rechtzeitig fertig ist, aber bei mir hat das bislang immer ganz gut funktioniert, meistens leider auf den letzten Drücker. Wird schon! Liebe Grüße Rhini
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
|
Disso
Juniormember
 
Beiträge: 11
|
« Antworten #8 am: 15. Dezember 2009, 17:37:53 » |
|
Liebe Rhini, du scheinst dich ja genau mit meinen Seelennöten auszukennen! Mit deinen Ausführungen triffst du genau in Schwarze. Es ist genauso wie du es sagst. Ich habe fürchterliche Angst, sie könnte mich völlig falsch beurteilen und nicht erkennen, wie schlecht es mir geht.
Der Gutachter, bei dem ich letztes Mal war, hat den Eindruck vermittelt, als ob er alles anzweifeln würde, fand alle Behandlungen (3 x psychosomatische Klinik, tiefenpsychologische Gesprächstherapie und Psychoanalyse) die ich bisher hatte schlecht bzw. unpassend und hat mir ständig das Wort abgeschnitten. Als ich dann schließlich heulend und zitternd vor ihm saß, meinte er, es wäre ja nicht meine Schuld, dass ich von meinem Hausarzt in o.g. Kliniken eingewiesen und zu den Therapeuten überwiesen wurde. ER hätte mich ganz anders therapiert nämlich mit Medikamenten "richtig" eingestellt und mir dann im Rahmen einer Verhaltenstherapie zu einer Verbesserung meines Gesundheitszustandes verholfen. Psychoanalyse sei völlig antiquiert. Genau das wollte er auch in sein Gutachten für die DRV schreiben. Nun meine Riesenangst, (ich gehe immer noch zur Psychoanalyse, nehme Venlafaxin) dass die neue Gutachterin sagen könnte: Sie haben nicht den Rat des vorigen Gutachters befolgt, also sind Sie selber Schuld, wenn es Ihnen schlecht geht. Ich habe Angst, mich rechtfertigen zu müssen. Danke für deine Unterstützung. Disso
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|