Julchen
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« am: 29. Dezember 2009, 11:16:35 » |
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Hallo,
ich habe ja schon lange hier nicht mehr geschrieben aber die letzten Wochen hat mich die Angst voll im Griff. Es fing im Oktober mit Herzstolpern an. Arzt meinte es sei nicht schlimm. Ich bekomme es aber nicht aus dem Kopf. Wenn es stolpert werde ich panisch. Jetzt bekomme ich nächste Woche noch ein langzeit und ein Belastungs EKG. Vor dem Belastungs EKG habe ich Angst. Was wenn ich panisch werde ?
Meine Gedanken drehen sich nur noch um die Stolper. Ist so ein Flattern in der Brust. Ich habe das schon über 20 Jahre ab und zu. Ich weiß auch nicht warum mir das jetzt soviel Angst macht. Ich will das nicht haben. Wenn das doch was schlimmes ? Ich komme nicht dagegen an. Mach gerade eine EMDR Therapie.
Wie geht ihr mir dem Stolpern um ?
Danke schon mal fürs Lesen.
Julchen
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hieß hier früher Jule
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Laielle
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« Antworten #1 am: 29. Dezember 2009, 12:58:34 » |
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Hallo Julchen,
Ich bin erst mal froh dass ich solch ein Link gefunden habe, und voralllem dieses Forum. Hab immer gedacht : Mädel du spinnst, hast eine mit der Waffel. Hab seid meinem 19. Lebensjahr schon Herzstolpern gehabt, die mich aber ungefähr 20 Jahre jetzt in Ruhe gelassen haben. Seit Mai bin ich in Behandlung weil ich durch einen starke Wendung in meinem Leben Panickattacken habe. Dazu natürlich auch Herzstolpern, Rasen, Schwitzen, Stiche. Habe schon sämtliche Test hinter mir wie EKG, Dopler, Belastunstungstest .. puh da hab ich mitgehört als mein Herz einen Aussetzer hatte. Dachte : so jetzt stirbst du. Aber die Angst vor der Angst macht es nur noch schlimmer. Habe 2 Kardiologen gesehen um 2 verschiedene Meinungen zu bekommen. Die haben alle zwei bestätigt dass fast jeder Mensch diese Herzstolpern hat, nur manche wissens mal gar nicht. Und da du und ich es wissen, spühren wir diese umso mehr. Das ist ein Teufelskreis.
Die einzige Lösung ist versuchen, dein Stress abzubauen, denn Stress bedeutet Extrasystolen (Herzstolpern). Ich weiss, es ist gar nicht so einfach. Manchmal hab ich Angst dass es sich bei mir zu einer Cardiophobie entwickelt, aber ich mache Atmungsübungen, dann beruhigt sich meine Pumpe wieder und alles ist weg, als wäre nie was geschehen. Also nicht verzweiffeln.
MFG Laielle
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Julchen
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« Antworten #2 am: 29. Dezember 2009, 19:29:28 » |
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Danke für Deine rasche Antwort.
Hm den einzigen Streß den ich habe ich die An gst vor dem Stolpern. Teufelskreis also.
Ich krieg das einfach nicht in den Kopf, dass das nix schl immes ist. Manchmal denke ich es ist einfach nur der Brustmuskel fühlt sich nämlich zum Teil an wie Muskelzittern.
Viele Grüße
Jule
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hieß hier früher Jule
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Jule90
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« Antworten #3 am: 29. Dezember 2009, 19:47:39 » |
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ich kenne diese angst sehr gut. das problem liegt darin, das wir hochsensible menschen sind. wir nehmen uns selber und unsere umwelt ganz anders wahr, man könnte sogar sagen das ir unseren körper total gut kennen, besser wie die anderen ihren. wir merken jede kleinste veränderung. ich arbeite als krankenschwester und extrasystolen, dieser zusätzlicher herzshlag bzw deses stolpern, sind nicht schlimm. kommt bei vielen menschen auch vor wenn sie zu viel geraucht haben z.B  liebe grüße und viel erfolg mit deiner therapie!
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Fridolin
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« Antworten #4 am: 30. Dezember 2009, 06:39:04 » |
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Hallo Julchen Erstens denke ich, daß viele Menschen unter Herzstopern leiden. Extrasystolen begleiten, wenn organisch alles abgeklärt ist, fast alle Menschen ein ganzes Leben lang. So ist das Herz-Stolpern weniger schlimm als die Angst davor. Durch die Extrasystolen und die Angst davor laufen sofort "Katastrophenfilme"in der Vorstellung ab, was alles passieren kann und wird. Schließlich entsteht schon Angst vor der Angst. Die Angst oder Panik läßt auch nicht ausschalten, ähnlich einem Lichtschalter. (Das hätten wir gerne!) Atemübungen oder Spontan-Entspannungen sind hilfreich, Therapeutische Hilfe, Fachliteratur. So kannst du, wenn die Angst wieder hochkriecht, sie mit Vorstellungsübungen, Affirmationen und Atemübungen überwinden. Alles leichter geschrieben als getan. Viel Kraft und Energie
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Fridolin Steinpalme
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Julchen
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« Antworten #5 am: 30. Dezember 2009, 11:54:47 » |
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Danke für Eure Antworten. Beruhigt mich etwas, ich habe jetzt vor allem eine Scheißangst, dass bei dem Langzeit EKG doch was schlimmes raus kommt. Ich habe ke ine Ah nung wie ich das mit dem Belastungs EKG überhaupt indiesem nervösen bis panischen Zustand überhaupt schaffen soll. Ich bin beim Arzt immer so aufgeregt, dass mein Blutdurck und der Puls ziemlich stark ansteigen. Mein Arzt ist zwar der Meinung das macht nichs, aber ich habe ja schon ein Belastungs EKG sozusagen im Leerlauf. Ach manno meine Gedanken laufen regelrecht Amok. Muss sie dauernd wieder einfangen. Mit fallen auch dauernd irgendwelche Herztode ein  Viele Grüßen Jule
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JEM
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« Antworten #6 am: 30. Dezember 2009, 16:18:08 » |
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Hallo Jule, da ich mit beiden Arten von EKG viel Erfahrung gewinnen musste, kann ich Dir versichern, Angst ist davor absolut nicht angebracht. Langzeit-EKG ist nur unbequem beim Schlafen, das Belastungs-EKG wird sofort abgebrochen, wenn es Dir dabei schlecht geht. Also einfach einmal dem Kardiologen vertrauen... Nun zu meinen Erfahrungen mit EKG's und Extrasystolen (ES): Bei mir wurde im März 1993 ein Mitralklappenprolaps gefunden, ein Zufallsbefund, er wurde nur über das Herzgeräusch gefunden. Ich war immer (amateurhaft) sportlich aktiv (Schwimmen, Radfahren), mein Herz hatte sich vergrößert und dadurch den Prolaps kompensiert. Ich hatte also nie etwas davon bemerkt, auch Extrasystolen (oder andere Rhythmusstörungen) hatte ich nie bemerkt. Ich wurde im Juli 1993 dann an der Mitralklappe operiert, ich hatte das Glück, dass die Klappe nicht ersetzt, sondern "repariert" werden konnte. Zwei Monate später habe ich eine sog. Schwimmfähigkeitsprüfung abgelegt (Schwimmen mit Übertragung der EKG-Werte auf einen Monitor), ich habe sie bestanden, aber als ich aus dem Wasser kam, hatte ich eine Tachykardie (Puls über 230). Ich habe sie nicht bemerkt, der Arzt sagte, normalerweise hätte ich dabei ohnmächtig werden müssen. Es begann eine längere Odysee durch verschiedene Kliniken mit verschiedenen Meinungen dazu, ich habe Betablocker eingenommen und unzählige Langzeit- und Belastungs-EKG abnehmen lassen. Es wurde eine Verödung an den Herzreizleitungssystemen diskutiert u.v.m. Die Langzeit-EKG's lagen bei mir immer in der Einteilung "Lown 4a" (Höchstwert auf dieser Skala ist 5), d.h. es gab in 24 Stunden Hunderte von ventrikulären Extrasystolen (VES), es gab viele Couplets, es gab Bigemimus. Nach einem Jahr habe ich in Übereinkunft mit meinem Kardiologen den Betablocker abgesetzt - und siehe da - die Langzeit-EKG's ware unverändert (Belastungss-EKG's waren schon vorher ok, ich habe damals mit Ausdauersport begonnen). Seither nehme ich keinen Betablocker mehr und die Langzeit-EKG's blieben unverändert. Ich bin persönlich in der komfortablen Lage, dass ich meine ES selten spüre. Aber auch die Tatsache, dass ich es schon so lange "überlebt" habe, gibt mir Gelassenheit. Vielleicht hast Du jemanden, der Dich zum Belastungs-EKG begleiten kann? Vielleicht gibt Dir das Sicherheit, wenn jemand Vertrautes bei Dir ist? Du schreibst, Du machst gerade eine EMDR-Therapie, also geht es bei Dir um eine Traumata-Behandlung. Hast Du mit dem Therapeuten schon einmal über Deine Herzangst gesprochen? Nimmst Du Medikamente als Unterstützung? Fazit: ES sind zunächst einmal nichts lebensbedrohliches, der Kardiologe kann dies abklären. Die Angst davor engt aber Dein Leben ein, es geht also darum ein "normales Verhältnis zu den ES zu bekommen. Ich wünsche Dir gute und ruhige Gedanken! Liebe Grüße Jürgen
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« Letzte Änderung: 30. Dezember 2009, 16:20:20 von JEM »
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Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden. Verstanden ist nicht einverstanden. Einverstanden ist noch lange nicht angewendet. Angewendet ist noch lange nicht beibehalten. [Konrad Lorenz]
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Julchen
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« Antworten #7 am: 30. Dezember 2009, 17:53:02 » |
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Hallo Jem.
warum wurdest du operiert, wenn du dadurch keine Beschwerden hattest ?
Ich denke dass mit der Mitrallklappe sei doch eher hermlos, jedenfalls meistens ?
Bei dem Belastungs EKG habe ich jetzt keine direkt Angst vor der Belastung an sich. Nur habe ich sowieso schon eine Weisskittelphobie, also ich komme dadurch schon panisch auf das Fahrrad und Puls und Blutdruck sind schon erhöht, obwohl ich nichts körperlich geleistet habe. Also ich starte dann da wo andere dann vielleicht aufhören oder in der Mitte der Leistung sind. Hm weiss halt nicht so recht, wie das gehen soll.
Viele Grüße Jule
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JEM
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« Antworten #8 am: 30. Dezember 2009, 19:56:49 » |
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Hallo Jule, die Mitralklappe muss dicht schließen, wenn der Herzmuskel das Blut in das Arteriensystem preßt. Bei mir hat sie das nicht mehr getan, weil ein Teil davon schlaff war. (Die Mitralklappe ist die wichtigere Klappe, Schäden daran sind nicht harmlos, Du hast wohl die Aortenklappe gemeint) Ich hatte keine Beschwerden bemerkt, weil mein Herzmuskel immer dicker wurde, um das Defizit auszugleichen, aber das geht nicht beliebig lange. Dann wird das Herz so groß, das es erschlafft und nur noch eine Transplantation hilft. Auch nach der OP schließt meine Mitralklappe nicht mehr so perfekt wie möglich, auch eine Herzvergrößerung blieb zurück. Ich mache deswegen Ausdauersport (meist Radfahren) und bin auch in einer Herzsportgruppe. Du hast (wie viele andere auch) eine Weißkittelphobie. Der Weißkittel stellt aber auch beim Belastungs-EKG zu Beginn fest, wo Deine Puls- und Blutdruckwerte sind, er kann das einordnen. Und wenn Du ihm helfen willst, dann rede offen mit ihm. Es wird gehen Jule, da bin ich mir sicher! Ich wünsche Dir Gutes und Zuversicht! Liebe Grüße Jürgen
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