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Autor Thema: Starke, körperliche Schmerzen: Hilferuf der Seele?  (Gelesen 1796 mal)
Dornroeschen
Gast
« am: 02. Januar 2010, 23:32:43 »

Hallo,

ich habe ein heimliches Verhältnis mit einem verheirateten Mann. Anfangs war es nur der Sex, der uns zusammen geführt hat, aber nach einer Weile haben wir gemerkt, dass zwischen uns tiefere Gefühle heranwachsen. Nun sind wir 3 Jahre zusammen und auf beiden Seiten ist Liebe daraus geworden. Die Ehefrau meines Freundes ist seit ca. 16 Jahren chronisch schmerzkrank. Alle Versuche, sie zu heilen, sind fehlgeschlagen, so dass sie mittlerweile nur noch mit dem Auto und dem Rollstuhl mobil ist. Seitdem sind auch noch andere Erkrankungen bei ihr hinzu gekommen. In all der Zeit hat sich mein Freund um seine Frau gekümmert, obwohl die Ehe der beiden von Anfang an nicht glücklich war. Arbeit, Haushalt und alles, was so anfällt, ist sein Part. Ich habe ihn mal gefragt, ob er nicht der Meinung ist, dass alles ist ein bisschen viel für ihn. Seine Antwort war: Ich bin nicht der Mensch, der einfach davon läuft und den kranken Partner in Stich lässt. Dazu muss ich noch erwähnen, dass ich von Anfang an über alles Bescheid wusste und auch keinen Anspruch auf ihn erhebe. So, wie bis jetzt bei uns war, genügt mir. Ich möchte meine Selbständigkeit nicht aufgeben und habe ergo auch nie von ihm verlangt, er soll seine Frau verlassen. Mit anderen Worten: Von meiner Seite gab es keinen Druck.

Vor ca. 2 Wochen bekam mein Freund starke Hüftschmerzen und ist seit dem sehr angeschlagen. Zwar weist sein Hüftgelenk leichte arthritische Veränderungen auf, aber der Befund rechtfertigt eigentlich nicht diese starken Schmerzen. Ein Besuch beim Rheumatologen ergab, dass keine akute Entzündung vorliegt. Also wurden Schmerzmittel verschrieben und eine physikalische Therapie verordnet. Trotz Schmerzmitteln bestehen diese höllischen Schmerzen weiterhin und es ist noch zu früh, um beurteilen zu können, ob die Physioterapie hilft. Er sagt mir, er steht im Moment total neben sich und ist nicht mehr er selbst. Er hat große Zukunftsängste. Seine aktuelle gesundheitliche Situation erzeugt bei ihm die Angst, dass er in Zukunft nicht mehr seiner Arbeit so nachgehen kann, wie es erforderlich wäre. Er macht sich Sorgen über die Zukunft zu Hause. Er wird dort als Haushaltsmanager und Pflegekraft gebraucht. Ohne ihn geht es dort nicht weiter. Und dann ist da natürlich noch unsere Beziehung, für die er mobil bleiben muss. Uns trennen 100 km voneinander.

All das macht ihn im Moment fertig und er weiß nicht, wie es mit seinem Leben weiter gehen soll. Erst heute sagte er zu mir: Er fühlt sich psychisch krank.

Nun meine Frage:

Ich würde gern wissen, ob es möglich ist, dass die Psyche dermaßen auf das Skelettsystem zugreifen kann und solche Schmerzen verursachen kann? Kann es sein, dass die Lebenssituation meines Freundes für das alles verantwortlich ist?

Jetzt schon herzlichen Dank für Euer Interesse und Eure Antworten.

Liebe Grüße

Dornroeschen




« Letzte Änderung: 02. Januar 2010, 23:34:37 von Dornroeschen » Gespeichert
Fridolin
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Beiträge: 568



« Antworten #1 am: 03. Januar 2010, 06:34:47 »

Hi Dornröschen
Erstmal willkommen
Ich bin überzeugt, daß die menschliche Psyche eine sehr große Macht ist. Dazu löst sie Angst aus
und die Angst verbraucht sehr viel Energie, die im täglichem Leben abgeht. So kann ich mir gut vorstellen, daß die Schmerzen deines Freundes psychosomatisch sind. Vorausgesetzt, alle Knochen und Gelenke sind auf Verschleiß oder ähnliches, medizinisch abgeklärt.
Außerdem bin ich davon überzeugt, daß ca. 80 % aller organischen Krankheiten, psychisch bedingt sind. Es dauert oft Jahre, bin man feststellt, daß hinter diesen Krankheiten Angst steckt.
Angst nicht gut genug zu sein, Zukunftsangst, Existenzangst, Angst, einen lieben Menschen zu verlieren, Angst vor Veränderungen und schließlich Angst vor der Angst. Dein Freund ist in einer Zwickmühle, auf einer Seite möchte er ein zufriedenens, ausgefülltes  Leben haben. Auf der anderen Seite möchte er aber seiner Frau helfen, pflegen. Bestimmt wird er von Schuldgefühlen geplagt.
Eine schwierige Situation!
Viel Kraft und Energie und eine befriedigte Lösung
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Fridolin Steinpalme
JEM
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Beiträge: 809


« Antworten #2 am: 04. Januar 2010, 17:13:01 »

Hallo Dornroeschen,
auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum!
Die Psyche kann vieles an Schmerzen fühlen lassen, aber vorher sollte die somatische Seite völlig abgeklärt sein.
Hat Dein Freund auch einen Orthopäden aufgesucht, wurde die Wirbelsäule genau untersucht (Röntgen, MRT)?
Diese Schmerzen könnten aus diesem Bereich stammen und damit also rein somatisch sein.
Psychosomatische bedingte Schmerzen bauen sich in der Regel langsam auf, sie künden sich immer wieder an.
Ich wünsche Euch allen dreien Gutes!
Jürgen
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Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden. Verstanden ist nicht einverstanden. Einverstanden ist noch lange nicht angewendet. Angewendet ist noch lange nicht beibehalten.
[Konrad Lorenz]
Sister Moonshine
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WWW
« Antworten #3 am: 06. April 2010, 17:09:11 »

Willkommen, armes geplagtes Dornröschen,

wie JEM schon sagte gibt es sicherlich auch rein körperliche Ursachen. Das lässt sich ja abklären (Ausschlussdiagnose).
Ansonsten ein klares JA! Die Psychosomatik ist ein weites, unberechenbares Feld. Wenn organisch alles abgeklärt ist, könnte sich auf diesem Sektor theoretisch eine Lösung finden...
Wie geht es Euch jetzt gerade? Hast länger nicht mehr geschrieben.

Alles Liebe,
Sister Moonshine
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Per Somnium
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« Antworten #4 am: 25. Juni 2010, 21:23:54 »

Nun meine Frage:

Ich würde gern wissen, ob es möglich ist, dass die Psyche dermaßen auf das Skelettsystem zugreifen kann und solche Schmerzen verursachen kann? Kann es sein, dass die Lebenssituation meines Freundes für das alles verantwortlich ist?









Hallo Dornroeschen, meine Antwort eindeutig JA es kann, meine Befunde für Rücken und Hüftschmerzen haben fast alle den Befund das ich Abnutzungen habe, aber das diese nicht meine oft schlimmen lähmenden Schmerzen verursachen dürften.
Auch ist es ein Zeichen in diese Richtung wenn Schmerzmittel nicht anschlagen ... oder die Schmerzmittel positiv bzw negativ auf die Psyche wirken.
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Per Somnium
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