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Autor Thema: Heute Langzeit EKG und total nervös  (Gelesen 2002 mal)
Julchen
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Beiträge: 88


« am: 04. Januar 2010, 11:17:20 »

Hallo,

habe heute mein Langzeit EKG fühle mich total nervös und zittrig auf den Beinen. Puls ist natürlich auch erhöht. Mache mir jetzt Gedanken, dass dadurch eine falsche Auswertung zustande kommt.  Schockiert. Bis morgen früh kommt mir das eine Ewigkeit vor. Wie soll ich den dem Arzt erklären, dass mich so eine harmlose Untersuchung so aufregt ? Das glaubt mit doch kein Mensch. Es ist einfach paradox je mehr ich mich beruhigen und entspannen will, je nervöser fühle ich mich. Versuche mich duruch ruhiges Atmes zu beruhigen. Das Herstolpergefühl hatte ich allerdings noch nicht. Das Ergebnis dauert 14 Tage bis man es hat. Ich hätte es gerne vor dem Urlaub nächste Woche gehabt. Wäre dann beruhtiger gewesen.

Hm werde dem Arzt wohl eine schriftliche Erklärung beilegen.

Viele Grüße von einer hyernervösen Jule

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hieß hier früher Jule
JEM
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« Antworten #1 am: 04. Januar 2010, 15:59:36 »

Hallo Jule,
bitte setze Dich jetzt aufrecht hin und atme durch die Nase bewusst siebenmal ganz tief in Deinen Bauch, atme dann jeweils ganz langsam durch den fast geschlossenen Mund aus.
Das ist eine Übung die Nervosität mildert...
14 Tage bis zur Auswertung ist sehr lange, ich hatte meine immer nach 3 Tagen. Auch musste ich immer ein Logbuch mit abliefern - was ich getan habe, körperliche Anstrengung usw.
Schreibe das doch ganz einfach für Deinen Arzt, z.B.: 11:00 - Versuch der Entspannung, aber trotzdem nervös und zittrig.
Du solltest auch angeben, wann Du gelegen hast und wann Du "unterwegs" warst, das lässt eine bessere Einordnung zu.
Jeder Arzt wird Dich verstehen, dass Dich diese Untersuchung aufregt. Mehr als andere vielleicht, aber was ist daran falsch?
Du musst es nur sagen (schreiben), dann wird er es wissen (verstehen wird er es sowieso)!
Ich wünsche Dir Ruhe in Dir selbst!
Liebe Grüße
Jürgen
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Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden. Verstanden ist nicht einverstanden. Einverstanden ist noch lange nicht angewendet. Angewendet ist noch lange nicht beibehalten.
[Konrad Lorenz]
Julchen
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Beiträge: 88


« Antworten #2 am: 04. Januar 2010, 18:22:27 »

Hallo Jem,

danke für deine beruhigenden Worte. Habe mich inzwischen doch entspannen können auch über das atmen.

Ein Logbuch lege ich sowieso dazu.

Richtig gestolpert hat es allerdings noch nicht Smiley.

Viele Grüße
Jule
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hieß hier früher Jule
Fridolin
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Beiträge: 568



« Antworten #3 am: 05. Januar 2010, 05:55:23 »

Hi Julchen
Ich denke, daß du deinem Arzt jederzeit von deiner Nervosität erzählen kannst, bzw. sogar sollst.
Jeder gute Arzt wird Verständnis zeigen und dich wird es beruhigen. Angst, Unruhe usw. kann nicht mit dem Willen zum Verschwinden gebracht werden. (Ähnlich einem Lichtschalter, ein oder ausgeknipst werden) Ich denke auch, daß jeder Mensch dich verstehen wird. Jeder Mensch, daß sind andere und du selber natürlich auch.
Zum Schluß fällt mir folgender Spruch ein:
"Von den vielen Sorgen und Ängsten, die ich mir gemacht habe, sind die wenigsten eingetroffen.
"Viel Kraft und Energie, innere Ruhe und viel Geduld.
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Fridolin Steinpalme
Julchen
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Beiträge: 88


« Antworten #4 am: 05. Januar 2010, 19:12:21 »

Hallo Fridolin,

vielen Dank für Deine netten Worte.

ich habe dem Arzt ein Briefchen beigelegt, in dem alles über den Tag drinsteht.

Gestolpert hat es nicht. Hm.

Am Donnerstag muss ich jetzt noch zum Belastungs EKG. Mal sehen wie das klappt, wenn ich schon so nervös in die Praxis komme, praktisch im Leerlauf schon volle Leistung habe. Seufz.

Viele Grüße

Julchen
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hieß hier früher Jule
Laielle
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Beiträge: 5


« Antworten #5 am: 06. Januar 2010, 07:14:04 »

Hallo Julchen,

Nah, hast du's endlich hinter dir ?  Zwinkernd
Ich hoffe dass alles gut gelaufen ist, bin mir davon überzeugt.
Deine Nervosität ist zu verstehen.
Jeder Mensch hat schon fast schwitzende Hände wenn er zum Zahnarzt muss, stell dir mal vor wie die sich wohl fühlen würden wenn diese ein Termin beim Kardiologue hätten.
Ich hab ein neues Termin am 13. Januar, zur Kontrolle.
Ich weiss jetzt schon dass ich hyperventilieren werde, atemnot und das ganze Zeug.
Das Schlimmste ist genau dass : alle Tests die ich gemacht habe : EKG, 24 St. Herzholter und 24. St. Blutdruckholter, Belastungstest ... haben nix ergeben, nur dass mein Herz manchmal einen Aussetzer macht, und das ist bei den ganzen Test nur EINMAL geschehen. Verdammt.
Zuhause oder egal wo, da bin ich jederzeit damit konfrontiert, Herzrasen oder Herzstolpern. Dabei leide ich noch unter Panickattacken. Alles ist ein Teufelskreis.
Obwohl ich mir bewusst bin dass meine Seele oder mein Körper das ganze Jahr 2009 sehr gelitten hat, dadurch auch all meine Beschwerden angefangen haben und ich an sich kerngesund bin ... bleibt diese permanente Angst vor der Angst, oder Angst vor dem Herzstolpern ... egal was auch immer, da die Panikattacken viele Symptomen mit sich bringen, nimmt dies kein Ende.

Im nachhinein sagt man sich : wann werde ich unterscheiden ob es mir jetzt schecht geht weil ich ein Angstanfall oder Panickattacke habe - oder ob ich nun was ernstes habe  Hä
Meine Herzstolpern haben sich momentan beruhigt. Ich denke es hat auch viel damit zu tu weil ich diese Seite gefunden habe und ich mich nicht mehr so allein fühle.


Achje, es kann nur noch besser werden Julchen  Blinzeln


Ach ja, das mit der Atmungsübung klappt wierklich. Habe es auch schon vor wenigen monaten ausprobiert.

Kopf hoch, wir sind alle für einander da  gun

Laielle
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Rhini
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Beiträge: 833


« Antworten #6 am: 06. Januar 2010, 10:04:24 »

 Hi,
Laielle, die Frage, ob es psychosomatische Beschwerden sind oder etwas Anderes (man sollte immer alles ernst nehmen) kann man nur klären, indem man sich untersuchen lässt. Gerade wenn man Angst hat, es könne doch etwas "Schlimmeres" sein, ist ein Befund sehr wichtig.
Dass gerade für Leute mit generalisierter Angststörungen der Gang zum Arzt besonders aufregend ist, ist normal, weil es dem Krankenbild entspricht.
Mir selbst war es viele Jahre peinlich, wenn ich mit diesem oder jenem zum Arzt gerannt bin und der immer nur sagte, dass alles in Ordnung ist. Ich habe befürchtet, der würde mich für einen Hypochonder halten und nicht ernst nehmen. Heute gehe ich reglmäßig zum Check-up und halte das für selbstverständlich, weil ich sonst aufgrund meiner vielen somatischen Beschwerden doch mal etwas übersehen könnte. Wenn noch alles gut funktioniert, bin ich beruhigt.
Am Wichtigsten ist, dass man sich selbst immer ernst nimmt, denn nur man selbst ist in der Lage, Beschwerden zu erkennen (man hat sie ja schließlich). Auch wenn die Beschwerden psychischer Natur sind, beeinträchtigen sie unser Leben und wir haben ein Recht auf Behandlung!

Noch etwas: mir ging es oft so, dass ich gehofft habe, man würde etwas finden, weil man das dann mit Medis behandeln könnte und es mir besser gehen würde. Heute weiß ich, dass ich an meinem Lebensstil drehen- vielfach auch meine Einstellung ändern muss, bis es mir besser geht und dabei hilft mir mein Therapeut, den ich allerdings passend für mich erst nach vielen Fehlschlägen fand.   

Ich wünsche allen ein besseres Jahr 2010!
Rhini
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Laielle
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Beiträge: 5


« Antworten #7 am: 06. Januar 2010, 10:49:59 »

Hallo Rhini,

Vielen Dank für dein Schreiben.
Ich möchte mich im voraus entschuldigen fals ich zuviele Fehler schreiben sollte. Bin in Belgien geboren lebe aber seit 39 Jahren in Luxemburg.
Wie auch immer.

Meine Beschwerden sind momentan nur psychisch bedingt. Bin in Therapie bei einem Neuro-Psychiater seit Mai 2009. Nehme Morgens 20 mg Lysanxia, Mittags 50 mg Serlain und Abends wieder 20 mg Lysanxia.
Mit 19 Jahren hab ich das erste mal Angstanfälle gehabt. Meine Eltern sind damals geschieden worden und meiner Mutter ging es sehr schlecht. Hab meine Schule hingeschmissen damit ich sie finanziel unterstützen konnte, und vorallem ihre Moral.
Von Heute auf Morgen sind diese Angstzustände gekommen, und mit 19 Jahren hat man keine Ahnung was mit einem los ist. Du kannst keinem es erklären, der denkt du wärst beklopt.
Damals hat mich mein Hausarzt gut informiert und nach langer Behandlung ging es mir endlich besser.
Was mich aber bis heute noch sehr zu schaffen macht, ist, das dein Umfeld dich nicht versteht.
Letztes Jahr wahr ein sehr schwieriges Jahr für mich, habe 4 Monate chronische Gelenkentzündungen gemacht und musste eine schwere Entscheidung treffen, nähmlich mich von meinem Freund zu trennen mit dem ich 4 Jahre zusammen war. 4 Jahre lang ohne Sex weil er ein Problem hatte und sich nicht getraut hat bei einem Fachartz zu gehen. Ich habe ihm geholfen so gut ich konnte, hab mich als Frau fallen gelassen, aber alles hat nichts genützt.
Im Mai hab ich dann Angstanfälle bekommen. Da ich Bescheid wusste dass es an sich keine "Krankheit" ist, hab ich von mir aus versucht diese allein im Griff zu bekommen. Aber leider, mit dem Druck noch mit meinem Freund zusammen zu leben und er auch miterleben musste wie es mir immer schlechter wurde, sind Paniattacken entstanden. Das ganze Programm.
Um sicher zu gehn dass sich nicht schlimmeres noch dahinter versteckte, hab ich dann auch ein ganzen check-up gemacht.
Meine Blutanalysen waren noch nie so gut.
Schilddüse ok, alles ok.
Durch die Therapie ist herausgekommen dass ich mich mein ganzes Leben lang (zumindest bis jetzt) für jeden eingesetz ud geopfert habe. Dabei bin ich auf der Strecke geblieben.
Mein Therapeut hat mir es so erklärt : mein Gehirn ist wie ein Harddisk wo momentan kein Speicherplatz mehr ist.
Ich konnte es nicht mehr ertragen wenn ich Musik hörte, wenn man mit mir redete. Es ging für 10 Minuten dann war Schluss. Habe im
Dabei arbeite ich in der Verwaltung von einer grossen Firma. Krankgemeld hab ich mich nur eine Woche, weil ich nich andere Phobienentwicklen wollte. Ich spührte dass ich Angst im Auto bekamm, im Geschäft, also musste ich mich dadurch kämpfen.

Heute geht es mir besser. Die Panikattacken sin so gut wie weg. Manchmal will sich ein Angstanfall bemerkbar machen, aber dann mach ich Atmungstherapie.

Vor 2 Monaten habe ich noch extre viele Extrasystolen gemacht, aber ich denke es war auch meine neue Wandlung im Leben. Habe im September Schluss mit meinem Freund gemacht und Ende Oktober hatte ich meine eigene Wohnung.

Aber meine Therapie hat an sich hier angefangen, in diesem Forum, weil ich mich nicht mehr alleine fühle, weil man das Leiden versteht.

Mein gröstes Problem war immer, dass keine Person meines Umfeldes oder meiner Familie mich verstehen konnte. Sag einem dass du ohne Grund Panikattacken hast, únd dann siehst de sofort bei denen ein riesiges Fragezeichen über den Kopf (Hääää Huch).

Es ist nunmal so, dass nur die Personen die davon getroffen sind, sich auch gegenseitig helfen und unterstützen, ganz einfach ... weil man sich versteht.

Ich kann Euch allen nur Danke sagen, weil Ihr meine schönste und grösste Therapie seid.

Mit freundlichen Grüssen

Murielle
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Rhini
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Beiträge: 833


« Antworten #8 am: 11. Januar 2010, 12:15:28 »

Hallo Muriel,
Ja, es ist richtig, nur Menschen, die ähnliches duchmachen oder gemacht haben sind in der Lage, soetwas nach zu vollziehen. Das ist bei Allem so, nicht nur bei unseren Krankenbildern. Gerade in der Familie und bei Freunden ist das manchmal besonders schwer weil sie einen ja anders -, ggf auch die Geschichte kennen. Therapeuten, Psychologen und Psychiater müssen einem auch mehr zugewand sein als zB der normale Hausarzt, sonst fühlen wir uns oft auch von diesen Menschen nicht verstanden... da muss die Chemie stimmen und das ist leider oft nicht der Fall.
Irgendwann in meiner Odyssee habe ich begriffen, dass ich für meine Umwelt Verständnis aufbringen muss um nicht immer das Gefühl zu haben, dass alle gegen mich sind oder mich ablehnen.

In einigen Bereichen sage ich inzwischen, dass sie mir zB im Bus nicht so dicht auf die Pelle rücken sollen oder bei neuen Ärzten und auf Ämtern, dass ich unter einer Angststörung leide. Ich fordere mir Rücksicht ein, wo es für mich notwendig ist. Gerade aber bei meiner Mutter ist es sehr schwer, weil sie natürlich möchte, dass es mir gut geht und sie sich eben keine Sorgen machen muss. Dazu kommt, dass sie sehr viel miterlebt hat in früheren Jahren. Das kann sie in dieser Form einfach nicht ertragen.

Vielleicht geben wir oft mehr, weil wir uns selbst als Beispiel nehmen und denken, es könnte dem Anderen genauso schlecht gehen. Um mich nicht mehr selbst so zu "zerfleischen" habe ich angefangen, den Anderen zu vermitteln, dass sie sagen sollen, wenn sie Hilfe benötigen. Früher war es so, dass ich mich gemeldet habe und angefragt habe, ob dieses oder jenes nicht gemacht werden müsse. Es fällt mir zwar oft noch schwer, auch wenn sie kommen mal nein zu sagen, aber die Anstrengung für mich selbst ist bedeutend weniger geworden.

Sich für einen Partner aufzuopfern ohne dass dieser auch für die Beziehung etwas tut, ist so, als wenn man sich selbst verläugnet. Zum Glück hast du entlich den Absprung geschafft.
Natürlich hätte auch bei einer Untersuchung herauskommen können, dass "ES" eben nicht mehr geht, auch mit Viagra nicht, aber dann hättest du wenigstens gesehen, dass er etwas tut. Gibt ja auch noch andere Wege, Sexualität zu leben, aber bei dir scheint das alles ausgeschlossen worden zu sein. Dazu kommt, dass man selbst ja irgendwann aufhört, den Partner zu begehren und somit zu lieben.

Ich wünsche dir, dass du noch mal jemanden kennen lernst, der dich mehr wahr nimmt.

Liebe Grüße
Rhini
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