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wilde_kerle
Beginner

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« am: 09. Januar 2010, 12:46:04 » |
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Hallo,
ich bin neu hier und hoffe auf ein Paar Tipps, wie ich meinen nächtlichen Teufelskreis durchbrechen kann. Vor 2 Monaten habe ich eine Panikattacke bekommen, weil ich starke Herzschmerzen bekam und mich mein Freund in die Notaufnahme fahren musste. Nach dem EKG dort, wurde mir gesagt, dass nichts auffälliges zu sehen sei. Meine Probleme gingen allerdings weiter. Ich konnte nicht mehr schlafen, hatte keinen Appetit mehr und wahnsinnige Verspannungen im Rücken- und Schulterbereich. Meine damalige Hausärztin meinte über einen Monat und bei unzähligen Arzbesuchen ohne wirkliche Untersuchung, ich würde mir das alles nur einbilden.
Vor einem Monat habe ich den Hausarzt gewechselt und verschiedenste Untersuchungen haben ergeben, dass mir körperlich nichts fehlt. Seitdem habe ich eine Gesprächstherapie angefangen. Tagsüber komme ich meine Beklemmungen im Brustbereich und den daraus resultierenden Ängsten ganz gut in den Griff. Ich kann auch abends recht gut einschlafen, weil ich hundemüde bin. Allerdings wache ich nach 2-3 Stunden wieder auf, meistens habe ich dann stark geschwitzt, und ich fühle mich total verkrampft. Ich habe das Gefühl, dann meine Ängste nicht mehr in den Griff zu kriegen, total angespannt zu sein und einfach nicht mehr körperlich und gedanklich loslassen zu können, um wieder einzuschlafen. Das zieht sich meistens über 2 Stunden hin, sodass ich erst in den frühen Morgenstunden wieder unruhig ein wenig Schlaf bekomme. Eine Zeit lang hat mir das verschriebene Trimipramin recht gut geholfen. Mittlerweile ist es aber fast egal, ob ich etwas genommen habe oder nicht. Mittlerweile gehe ich schon mit unguten Gefühlen und Angst ins Bett, es könnte wieder so eine unerholsame Nacht folgen und ich am nächsten Morgen total gerädert sein.
Vielleicht kennt jemand anders auch diese Situation und hat ein paar Ratschläge für mich.
Viele Grüße, UW
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JEM
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« Antworten #1 am: 09. Januar 2010, 17:10:36 » |
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Hallo UW, herzlich willkommen hier im Forum! Zu Deiner Medikation: Nimmst Du das Trimipramin tagsüber? Dann macht es mit Sicherheit hundemüde... Besser wäre es nur abends zu nehmen, dann wirkt es schlaf- und durchschlaffördernd. Für den Tag gibt es geeignetere Mittel. Rede einmal mit Deinem Therapeuten / Deiner Therapeutin darüber, sie/er kann Dich fachlich beraten, wenn sie/er auch Psychiater und Neurologe ist. Viele Grüße Jürgen
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Die eigentliche Aufgabe eines Freundes ist es dir beizustehen, wenn du im Unrecht bist. Jedermann ist auf deiner Seite, wenn du im Recht bist. [Mark Twain]
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wilde_kerle
Beginner

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« Antworten #2 am: 09. Januar 2010, 18:11:29 » |
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Hallo Jürgen,
ich nehme das Trimipramin nur abends vorm zu Bett gehen und bis vor 10 Tagen hat es auch so halbwegs gewirkt. Das heisst ich bin zwar aufgewacht, aber auch ohne Probleme sehr schnell wieder eingeschlafen. Ich hab dabei auch geträumt. Nun ist es ob mit oder ohne Trimipramin als wenn ich mein Hirn nicht mehr abschalten kann, obwohl ich hundemüde bin. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich in den kurzen Schlafphasen irgendetwas träume.
Ich hab keine Ahnung, ob das irgendwas bedeutet. Aber auf jeden Fall vielen Dank schon mal für Deine Antwort.
Viele Grüße, UW
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Fossy
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« Antworten #3 am: 09. Januar 2010, 19:46:43 » |
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Hallo wilde_kerle,
vielleicht brauchst du eine höhere Dosis, frag' doch den Arzt der dir das Trimipramin verschrieben hat. Oder probiere ein anderes Medi.
LG Fossy
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Fridolin
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« Antworten #4 am: 10. Januar 2010, 07:07:58 » |
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Hi Wilde Kerle Erstmal Willkommen! Ich denke, daß verschiedene Ängste deine Schlaflosigkeit auslösen. Einmal eine Angst-oder Panikattacke erleben zu müssen, spurt sie sich für immer in deine Denkstruktur ein. Angst vor Krankheit, Existenzangst, Angst nicht gut genug zu sein und schließlich Angst vor der Angst. Angst verbraucht sehr viel Energie und kann nicht einfach ausgeschaltet werden. Mir helfen Atem-und Enspannungsübungen. Ob du dich auch für Atem-bzw. Entspannungsübungen einlassen kannst, wirst du selber am Besten wissen. Es werden verschiedene Übungen angeboten, ob und welche Übung für dich in Frage kommt, wirst du durch ausprobieren feststellen müssen. Durch Atem-und Entspannung kann die Angst nicht ausgeschaltet werden, aber durch das Überwinden wird sie viel kleiner.
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Fridolin Steinpalme
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wilde_kerle
Beginner

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Beiträge: 5
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« Antworten #5 am: 10. Januar 2010, 16:11:17 » |
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Hallo Fridolin,
danke für den Hinweis mit den Atem- und Entspannungsübungen. Ich glaube, ich werde mir ein paar von den CDs auf meinen mp3-Player packen und vielleicht auch mal für nachts griffbereit haben.
Viele Grüße, UW
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JEM
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« Antworten #6 am: 10. Januar 2010, 17:03:16 » |
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Hallo UW, Du hast nichts über die Diagnose geschrieben, für die Du Trimipramin bekommen hast. Die Medikation eines trizyklischen Antidepressiva's als einziges Medikament nur abends ist allerdings ungewöhnlich. Wurde es Dir etwa "nur" als Schlafmittel verschrieben? Wie schon von Fossy erwähnt, wäre die Dosierung zu überdenken, zudem gibt es noch trizyklische Antidepressiva mit anderem Wirkstoff. Bei meiner Frau war es oft so, dass ein zunächst wirksames AD nach Monaten seine Wirkung langsam verloren hat. Ich denke Du solltest das einmal mit Deinem Psychiater besprechen. Liebe Grüße Jürgen
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wilde_kerle
Beginner

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Beiträge: 5
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« Antworten #7 am: 11. Januar 2010, 12:39:09 » |
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Hallo Jürgen,
tja, das mit der Diagnose ist schwierig. Ich habe schon lange Zeit über mein Limit gearbeitet und ein emotional recht aufwühlendes Ereignis kam dazu, wonach ich Herzschmerzen, innere Unruhe, starke Verspannungen im Rücken bekommen habe. Meine damalige Hausärztin hat das als Einbildung abgetan. Somit habe ich jede nach mit Ängsten wach gelegen, meine körperlichen Symptome genauestes verfolgt und hatte dann auch schon Angst vor der nächsten Nacht. Die Ängste gingen mehr in die Richtung, dass ich ernsthaft krank bin und es keiner mitbekommt, weil ich ja noch nicht einmal von meiner Hausärztin untersucht werde. Oder aber ich fange wirklich an verrückt zu werden, da die Ärztin ja auch immer sagte, ich solle mich entspannen, das wäre nur eingebildet. Tagsüber konnte ich vor lauter Müdigkeit kaum mehr meine Arbeit machen, und ich hatte Angst, dass ich bei diesen Leistungen die bevorstehende Festanstellung auch nicht schaffe. Ich hatte schlicht gar kein Vertrauen mehr in mich und meinen Körper.
Nach ca. 6 Wochen habe ich den Hausarzt gewechselt, bin untersucht worden und habe offensichtlich nichts Organisches. Der neue Hausarzt denkt, dass mein Problem nun die Angst ist, die sich bei mir immer in der Herzgegend bemerkbar macht und hat mich an eine Psychiaterin weiter verwiesen. Da hatte ich bisher 3 Termine, die mir schon mal geholfen haben. Tagsüber ist es für mich kein allzu großes Problem mit dem Brustkorbdruck umzugehen, über immer längere Zeiten schaffe ich es auch, dass ich mich gut fühle. Allerdings kann ich nicht unbefangen ins Bett gehen und schlafen, ich habe immer Angst, dass wieder so eine Horrornacht kommt. Da ich tagsüber also ganz gut zurecht komme, habe ich das Trimipramin "nur" als Schlafmittel bekommen. Bein nächsten Termin mit meiner Therapeutin werde ich das Thema aber mal ansprechen.
Liebe Grüße, UW
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JEM
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« Antworten #8 am: 11. Januar 2010, 13:44:31 » |
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Hallo UW, ja, bitte spreche mit Deiner Therapeutin darüber, da sie wohl auch gleichzeitig Psychiaterin ist, kann sie Deine Medikation dann ggf. neu regeln. Erzähle ihr von Deiner beruflichen Anspannung, der Unsicherheit der Festanstellung, erzähle auch vor allem von dem emotionalen Ereignis. Du selbst kannst psychosomatische Schmerzen, Beschwerden, nicht von rein somatisch bedingten unterscheiden, sie schmerzen beide genau gleich, sie sind beide gleich schlimm. Erst wenn organische Symptome ausgeschlossen werden können, weißt Du, dass es psychosomatisch bedingt ist und auch von dieser Seite her behandelt werden muss. Bitte sei also offen zu Deiner Thera, je offener Du bist, desto schneller kann sie Dir helfen! Aber bleibe dran, da heilt nichts von alleine, sondern Du musst jetzt Hilfe von außen annehmen. Ich wünsche Dir Mut, liebe Menschen, die Dich begleiten und einige ruhige Gedanken! Liebe Grüße Jürgen
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