darkangel77
Juniormember
 
Beiträge: 6
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« am: 11. Januar 2010, 13:27:40 » |
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hallo, ich brauche mal euren rat. ich leide seit jahren unter depressionen und panikattecken und momentan geht es mir gar nicht gut. meine beziehung ist in die brüche gegangen, ich war lange zeit krank wegen einer knie-op und konnte nur mit krücken gehen und auch nicht autofahren (ca. 6 monate) und weihnachten ist dann auch noch meine oma gestorben. ich habe irgendwie total an selbstvertrauen verloren und bin immer so durcheinander und unsicher oder besser gesagt ich fühle mich so. heute z.b. war ich seit langem mal wieder unterwegs bin selbst zu meinem arzt gefahren, weil ich einen termin hatte. es hat eigentlich ganz gut geklappt aber ich hatte so eine angst überhaupt vor die tür zu gehen, auto zu fahren, im wartezimmer zu sitzen. es war irgendwie der totale horror. die ganze zeit stand ich irgendwie neben mir und hatte immer das gefühl, ich weiß gleich nicht mehr wo ich bin und gleich ist alles vorbei. es war nicht so, mir hat man es auch nicht angemerkt, wie es mir geht aber ich hatte ständig dieses gefühl gleich bekomm ich einen totalen blackout. kennt ihr das auch? als ich beim arzt war hab ich dann mitten im gespräch den faden verloren und wusste nicht mehr, was ich eigentlich sagen wollte, das war mich so peinlich. ich hab angst das ich mal die kontrolle über mich verliere, nicht mehr weiß wo ich bin und verrückt werden könnte. ich grüble ständig über negative dinge nach, das passiert ganz automatisch und ich muß mich immer richtig anstrengen mich abzulenken. mir ist das jetzt auch total unangenehm aber ich weiß nicht mehr weiter...ich will doch einfach wieder normal sein und mein leben bestreiten können. ich würde mich sehr über eure antworten freuen.
lieben gruß
sandra
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JEM
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« Antworten #1 am: 11. Januar 2010, 14:02:31 » |
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Hallo Sandra, meine herzliche Anteilnahme zu dem Verlust Deiner Oma, es hat Dich sicher, zusätzlich zu allem vorhergegangen, noch mehr "heruntergezogen". Alles was Du hier schilderst sind die typischen Symptome einer Depression verbunden mit Angststörungen. Du schreibst nun nicht, ob Du auch psychiatrisch betreut wirst, ich würde Dir das auf jeden Fall empfehlen. Du bist nicht "verrückt", Du bist nur sehr sensibel, antriebslos und grüblerisch durch die Depression und Du benötigst jetzt Hilfe von außen, auch wenn Dir das als "unangenehm" erscheinen mag. Du fällst damit aber niemand zur Last, wenn Du Hilfe holst, sondern Du zeigst, dass Du aktiv mitarbeiten willst, aber weißt, dass es aus Dir alleine heraus nicht machbar ist. Ich wünsche Dir gute Gedanken! Liebe Grüße Jürgen
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Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden. Verstanden ist nicht einverstanden. Einverstanden ist noch lange nicht angewendet. Angewendet ist noch lange nicht beibehalten. [Konrad Lorenz]
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Fridolin
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« Antworten #2 am: 12. Januar 2010, 06:45:00 » |
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Hi Sandra Erstmal willkommen! Wenn ein Mensch in einem depressiven Loch sitzt, empfindet er das ganze Leben als Belastung. Selbstvertrauen, Hoffnung, Freude und die ganze Persönlichkeit sind einfach wie weggeblasen. Die Depression und/oder die Angst läßt alles grau in grau erscheinen. Es ist gottseidank nicht die Realität, sondern eine verzerrte Sichtweise. Wie eine Brille läßt die Depression nur das negative durch, während alles positive rausgefiltert wird. Ein total grausamer Zustand, den betroffene sehr gut nachfühlen können. So löst die Depression noch zusätzliche Ängste aus, schließlich fühlt man noch Angst vor der Angst und eine Erwartungsangst stellt sich ein. Man erwartet die negativen Gefühle und wenn sie sich einstellen, ist der Beweis dafür geliefert. Die Angst verbraucht sehr viel Energie, die einem fürs "normale" Leben abgeht, der Teufelskreis hat begonnen. Durch grübeln versucht man eine Lösung zu finden und glaubt verückt zu sein oder verrückt zu werden. Aus diesem Loch ohne Medikamente zu kommen, kann ich mir nicht vorstellen. Entspannung, Atemübungen und Affirmationen unterstützen den Vorgang. Außerdem möchte ich dir als Trost schreiben, daß du mit dieser Denkstruktur nicht allein bist. Ratschläge helfen überhaupt nicht, denn jeder Mensch denkt individuell und braucht auch eine individuelle Lösung. Viel Kraft und Energie.
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Fridolin Steinpalme
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Sharina
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« Antworten #3 am: 12. Januar 2010, 20:04:07 » |
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Herzlich Willkommen hier Darkangel77, sagt Sharina. Kenne ich auch alles, genauso wie Du schreibst, aber wenn man dann wieder zu Hause ist, klar fühlt man sich dann sehr wohl, aber ich stelle dann auch immer fest, Wow, ich habe es ja geschafft, z. B. zum Arzt zu gehen, oder mal wieder Auto zu fahren, oder einkaufen zu gehen. Es ist schon schlimm, aber auf jeden Fall immer probieren aus dem Haus zu gehen, sonst geht es irgendwann glaube ich, garnicht mehr. Liebe Grüße von mir und hole Dir unbedingt Hilfe, Psychiater und dann vielleicht auch eine Psychotherapie.
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