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Freitag, 10. Februar 2012
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Angstnetz Forum 10. Februar 2012, 10:36:49 *
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Autor Thema: Weiß nicht, ob es das ist, aber ich kann nichtmehr, muss dieses Problem lösen..  (Gelesen 998 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Lina17
Beginner
*
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 1


« am: 24. Januar 2010, 21:51:26 »

Hey,
ich weiß gar nicht, ob damit richtig bin, aber alle Symptome treffen auf mich zu, denke ich.
Also seit ich denken kann, bin ich ziemlich schüchtern, ich kann Menschen kaum von mir aus ansprechen.
Seit einigen Jahren geht es aber ins Extreme. In der Schule zum Beispiel habe ich totale Angst, im Unterricht drangenommen zu werden, wenn ich nichts weiß, weil ich mich dann richtig blamiere. Ich bekomme auch schon die totale Angst, wenn jemand, der neben mir sitzt, drangenommen wird, weil der Lehrer die Person dann ja anschaut und ich sozusagen auch im Blickfeld sitze. In dem Moment wird mir total heiß, ich achte daraif, wie ich sitze. und hoffe dann immer, dass mein Sitznachbar nicht allzu viel zu sagen hat.
Seit drei Wochen gehe ich nichtmehr zum Sportunterricht- unentschuldigt. Ich habe totale Angst mich zu blamieren und fühle mich dauernd beobachtet. Ich habe Angst, dass ich negativ auffallen könnte und dass dann schlecht von mir geredet und gedacht wird. Allerdings wird das jetzt zum Problem, weil meine Lehrerin schon mehrmals nach mir gefragt hat, aber was soll ich tun..?
Außerdem habe ich in der Schule Angst bei Gruppenarbeiten, in keine Gruppe zu kommen und in den Pausen alleine darzustehen und somit wieder "komisch" aufzufallen.
Ich kann auch kaum noch auf die Straße gehen, weil ich dauernd darüber nachdenken muss, was andere von mir denken könnten, die mich sehen und ob ich mich richtig bewege und ob ich auch gerade nicht zu hässlich und zu fett bin. Auf der Straße fühle ich mich immer den Blicken der anderen Menschen ausgesetzt. Auch wenn ich in einem Geschäft bin und an einer langen Kasse stehe, wird mir total heiß, ich fang an zu schwitzen und bekomm total die Panik. Auch da fühle ich mich beobachtet und befürchte, dass nur Negatives über mich gedacht wird und ich auffallen könnte.
Ich weiß einfach nichtmehr, was ich machen soll, ich verbau mir dadurch meine Zukunft, habe kaum noch Freunde, keine Hobbys mehr und möchte nichtmehr. Alles ist so anstrengend und lustlos geworden..

Liebe Grüße,
Lina
Gespeichert
Fridolin
Stammposter
****
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 568



« Antworten #1 am: 25. Januar 2010, 08:24:17 »

Hi Lina 17
Erstmal willkommen
Den 1. Schritt hast du bereits gemacht, du hast dich geöffnet und von deinen Sorgen berichtet.
In unserem Forum ist dieser Schritt relativ leicht, denn hier sind Personen, die dich verstehen, dich nehmen, so wie du bist. In Schule und im Beruf schaut`s ganz anders aus. Hier herrscht eine Art Wettbewerb, dauernd wir gemessen, wer doch der schlauere und bessere ist. Durch die Benotung
wird die Leistung des Einzelnen bewertet und es hängt auch Job und Existenz dran. Menschen, die durch Depression, Angst oder Burn Out einen Durchhänger haben, werden nicht unterstützt, sondern eher ausgelacht oder verspottet. Der Teufelskreis ist eröffnet. Wenn du die Möglichkeit hast, daß du einer Vertrauensperson deine Probleme erzählen kannst, die dich versteht und dich auch unterstützt, das könnte ich mir als großen Vorteil vorstellen. Dadurch würde auch der größte Druck abfallen und Lösungen könnten erarbeitet werden. Wenn der Druck verschwindet, kommen die Talente wieder zum Vorschein und das Leben ist wieder lebenswert.
Viel Kraft und Energie und eine Person deines Vertrauen in deiner Nähe.
Gespeichert

Fridolin Steinpalme
juma
Juniormember
**
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 16


« Antworten #2 am: 31. Mai 2010, 09:16:59 »

hey du,
wie fridulin schon sagt,der erte schritt ist gemacht.ich hab erst durch angstnetz erfahren das ich sozailphobiker bin,aber jetzt hat man endlich einen namen für das monster in seinem inneren.wenn du keine vertrauensperson hast,kannst du ja auch einen arzt oder seelsorger aufsuchen.wie bei mir noch vor einigen wochen, ist dein alltag außerhalb deiner vier wände ja schon ziemlich eingeschränkt,vielleicht ist es da hilfreich medikamente zu nehmen bis du z.b. ne psychotherapie machst oder kur.
die ständig kreisenden gedanken was andere leute denken könnten machen dich sonst vielleicht noch so mürbe das du morgens nicht mal mehr aufstehen kannst (war bei mir so.und dann hab ich mir "mit letzter kraft" nen ar..tritt verpasst und bin zu ner neurologin gegangen)
ich nehm mirtazapin,das hilft eigentlich ganz gut (nur die fressattacken sind nervig)
(die folgenden sätze haben mir sehr gehofen,wenn du sie dir in ruhigen minuten oder auch wenn du sehr aufgeregt bist,in gedanken dir selbst sagst,entspannst du ja vielleicht auch.bracht aber gewisse zeit bis zum richtigen wirken)
du bist etwas wert!du bist liebenswert!du bist toll!du bist wundervoll!
Gespeichert
jaja
Beginner
*
Geschlecht: Männlich
Beiträge: 1


« Antworten #3 am: 03. Juni 2010, 21:46:00 »

Grüße Euch!

Reden ist ein sehr guter Anfang. Medikamente in diesem Fall lehne ich ab. Jeder Erfolg wird sonst den Medikamenten zugeschrieben.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur eines sagen. Bei einer Sozialphobie hilft nur Konfrontation mit der Furcht. Und zwar wirst Du nicht mit 1 Handlung die gesamte Phobie beseitigen. Am Ende musst Du jede Teilangst von allen Seiten bearbeiten. Die Konfrontation genügt nicht nur einmal, wahrscheinlich nicht nur 100 mal. Und sie wird, wenn es sich langsam legt, wieder auftauchen, sobald Du ihr Raum gibst. Die Regel lautet: Lebenslang Mut zeigen. Der Angst ins Auge sehen. Jedes Einknicken und Nachgeben wird die Angst stärken. Dein Mut wird sie schwächen. Bis sie so schwach ist, dass es für Dich kein Problem mehr ist ihr zu widerstehen.

Auch ich hatte zweifellos schon in der Kindheit Sozialangst. Die sehr weitreichend war. Die Probleme mit der Arbeit (auf Grund von fehlender Sozialisation durch mein Einzelgängertum in der Jugend) und eine depressive Verstimmungen brachten mich  so weit, dass ich eine tiefenpsychologische Gesprächstherapie  durchführte (kein Erfolg), ich ging sogar ein paar Monate in eine Klinik (kein Erfolg). Im Grunde ging ich mit meinen Aktionen dem Problem mehr aus dem Weg. Es hilft nur Mut zur Konfrontation.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel. Nehmen wir an, Du fürchtest, Dich auf der Straße zu blamieren. Dann übe, Dich zu blamieren. Fange klein an und ziehe z.B. verschiedenfarbige Strümpfe an.

Ängstigst Du Dich davor alleine in ein Lokal zu gehen? Gehe einmal am Tag in ein Café (wenn auch nur um einen Tee zu trinken).

Frage Passanten auf der Straße nach der Uhrzeit etc.

Ich denke, die Beispiele zeigen, was ich meine.

Doch sei gewiss, Du wirst immer nur diese Teilbereiche verbessern. Jeder einzelne Bereich muss erobert werden. Jeder.  Es werden immer neue hinzukommen in Deinem Leben.

Jeder Lebensabschnitt wird neue Bereiche bringen in denen Du Deiner Phobie begegnen wirst. Doch, dann weißt Du. Das Monster kann bezwungen werden. Es liegt in Deiner Hand.

Keine Schuldgefühle! Du hast es schwerer als andere, die solche Hürden nicht überwinden müssen. Doch wir lernen immer erst aus den Bergen, die wir besteigen mussten. Manche Erkenntnisse eröffnen ein tieferes Verständnis für die Dinge.

Eine Gruppentherapie wird Dir ein guter Begleiter sein.

Ich wünsche Dir allen Mut.
Gespeichert
Dauertraeumer
Gast
« Antworten #4 am: 04. Juni 2010, 13:02:52 »

vielleicht solltest du ersteinmal die ursachen und die schwerpunkte deines problems feststellen und dann einen plan entwickeln wie du am besten damit deinen alltag meistern es gibt kein wundermittel für solche probleme aber man kann versuchen das man das beste daraus macht Zwinkernd
wünsch dir alles gute
Gespeichert
juma
Juniormember
**
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 16


« Antworten #5 am: 06. Juni 2010, 10:49:22 »

hey lina17,
wie geht es dir mittlerweile?
das mit den medi´s sehe ich nun ähnlich wie fridolin als unterstützung.mein schwager (psychologe,mediator,coach) hat zu mir gesagt,das jeder mensch (auch wir SP) viele positive eigenschaften und fähigkeiten haben,aber wir sie nur schwer erkennen und wahrnehmen können.die medi´s sind für mich einfach die türsteher,die meine schlechten gedanken erstmal wegschicken,bis ich gelernt habe sie selber abzuwenden.
nur medi´s ist nicht so gut,aber manchmal geht es nicht anders...
egal wie,wünsche ich dir viel erfolg bei der bewältigung deines alltags, und viele liebe menschen die dir dabei zur seite stehen!!! Rotwerd
Gespeichert
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