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Autor Thema: Gefuehl wie Brennen im Magen/Darm - kennt das jemand?  (Gelesen 1567 mal)
lysander
Beginner
*
Beiträge: 4


« am: 14. April 2010, 19:08:07 »

Hallo,
ich habe jetzt schon seit vielen, vielen Jahren regelmaessig abdominale Schmerzen, die ich als Kind als "Bauchschmerzen" beschrieben habe. Aber eigentlich trifft es das nicht vollkommen. Es ist eher im Unterbauch als im Oberbauch lokalisiert, falls ich es ueberhaupt lokalisieren kann, und mir ist auch nicht schlecht (uebergeben davon habe ich mich nie), sondern es sind viel mehr sehr intensive Schmerzen, die ich am ehestens als ein inneres Ausbrennen beschreiben wuerden. Das geht dann einher mit einem Schweissausbruch (wenn der Schmerz gerade einsetzt) und auch mit einem Ohnmachts/Schwindelgefuehl. Ich habe dann den Eindruck, jeden Moment zusammenbrechen zu koennen und verschuette dann auch Sachen oder lasse Sachen fallen. Das passiert alles in den ersten Minuten, aber meine Schmerzen setzten sich fort ueber einen laengeren Zeitraum, meistens so zehn minuten, aber auch mal laenger und oft kommt es in Schueben (ist also staerker, schwillt etwas ab, wird wieder staerker etc.).
Die Schmerzen kommen fast ausschliesslich vor, wenn ich nicht alleine in meiner eigenen Wohnung bin. Will heissen, ich hab die eigentlich nie, wenn ich hier alleine herumsitze. Immer nur dann, wenn andere Menschen um mich herum sind. Besonders verlaesslich dann, wenn ich der Situation ausgeliefert bin, zum Beispiel, wenn ich einen Vortrag halte (das schlimmste), aber aber Bekannte treffe, oder in kleinere Cafes/Restaurants gehe, wo Leute eher auf mich aufmerksam sind und ich mich nicht schnell zurueckziehen kann. Ich habe dann auch immer Angst, dass den Leuten auffaellt, dass was nicht stimmt, auch wenn sie es gut meinen. Oder ich einfach nunmal wirklich gar nicht entkommen kann, wie im Zug oder Flugzeug (dann auch, wenn sonst niemand im Abteil oder Flugzeug waere).
Ich bin mir nicht ganz sicher, was mein "Problem" ist. Habe ich eine Soziale Phobie?
Ich habe auch ueberlegt, ob ich eine generelle Angststoerung habe, weil ich tatsaechlich mir staendig sehr grosse Sorgen mache, ueber die Zukunft, den Tod, Verlassen zu werden, was andere denken, finanzieller Ruin, dass Dinge um mich herum explodieren, dass Leute auf der Strasse mich attackieren etc.

Was meint ihr?

Ich werde natuerlich auch demnaechst zum Psychater gehen, ich beschaeftige mich nur sowieso die ganze Zeit damit - bis zum Termin - daher freue ich mich ueber Eure unverbidnlichen Einschaetzungen.

Viele Gruesse
Gespeichert
Fridolin
Stammposter
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Beiträge: 568



« Antworten #1 am: 15. April 2010, 06:01:24 »

Hi lysander
Erstmal willkommen!
Ich selber habe keine Bauchschmerzen, kenne aber mehrere Patienten in meiner Selbsthilfegruppe, bei denen Angst und Depression einen Reizdarm auslösen. Ein Dauer-Bauchscmerz, der vernutlich durch das vegetative Nervensystem aktiviert wird. Dazu zusätzlich Angst vor Krankheit, Schlafstörungen,wenig Energie. Ein Teufelskreis: Bauchscmerzen - mehr Angst - mehr Bauchscmerzen, usw. Ein Reizdarm-Geplagter hält sich nur da auf, wo das Benutzen eine Toilette möglich ist. Der Reizdarm wird von der Psyche ausgelöst und deswegen spricht keine, oder nur minimal, eine Linderung über organische, medikamentöse Behandlung an.
Vielleicht helfen dir meine Zeilen ein bißchen.
Gespeichert

Fridolin Steinpalme
lysander
Beginner
*
Beiträge: 4


« Antworten #2 am: 15. April 2010, 11:05:21 »

Hallo Fridolin,
danke fuer Deine Antwort. Tatsaechlich hilft bei mir allerdings FLuoxetin. Ich habe es das erste Mal nach 9 Jahren Qualen genommen und innerhalb von sechs Wochen sind die Schmerzen verschwunden. Ich habe es allerdings nach 2 Jahren selbststaendig wieder abgesetzt (man vergisst halt, wie schlimm es war) und jetzt ist es wiedergekommen.

Reizdarm scheint auch so ganz stark an Toilettenverhalten und Stuhlgang gebunden, was bei mir irgendwie nicht so prominent ist.

Viele Gruesse
Gespeichert
JEM
Stammposter
****
Beiträge: 809


« Antworten #3 am: 15. April 2010, 22:40:06 »

Hallo Lysander,
erst einmal herzlich willkommen im Forum!
Wer hat Dir Fluoxetin verschrieben?
Ein Psychiater?
Man könnte Deine geschilderten Symptome unter anderem als Agoraphobie einorden, aber die hat ihre Wurzeln in Erlebnissen, die meist in der Kindheit liegen. Dazu noch generalisierte Angststörung (Angst vor der Angst), weil Du es schon länger mit Dir herum trägst. Die Konzentration auf den Unterbauch läßt auch posttraumatische Symptome aufscheinen.
Ich kann Dich nur in Deinem Entschluss bestärken, zum Psychiater zu gehen, nur er kann eine Diagnose stellen und Dich über eine Therapie beraten.
Ich wünsche Dir Gutes!
Liebe Grüße
Jürgen
Gespeichert

Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden. Verstanden ist nicht einverstanden. Einverstanden ist noch lange nicht angewendet. Angewendet ist noch lange nicht beibehalten.
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