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Freitag, 10. Februar 2012
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Autor Thema: Evtl Herzneurose? Unglaubliche Schmerzen in Herzgegend, Schulter, Brustbein  (Gelesen 13017 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
pouljonnson
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« am: 27. Juni 2010, 19:34:52 »

Hallo,
Mein name ist Paul, ich bin 16 jahre alt und bin einfach total am Ende.
Es fing alles vor 2 Monaten an, kurz vorm einschlafen wachte schreckte ich auf einmal hoch, da ich aufeinmal tierisches herzrasen verspürte, bei mehrmaligen Versuchen einzuschlafen immer wieder das gleiche bis es irgendwann doch funktionierte. Am nächsten Tag alles in Ordnung. Dieses Problem trat in den folgenden Wochen immermal auf... immer mit der gleichen symptomatik: Herzrasen, Panik. Bis ich eines Tages aufgrund eines fehlgeschlagenen zeltversuches im strömenden Regen ca. eine Stunde mit dem fahrrad heim fuhr. Auf der fahrt macht ich mir antürlich Gedanken, ob es denn heute wieder auftritt und siehe da zu hause angekommen merkte ich das mein herz, ungewohnt vor dem zu Bett gehen raßte.
Seit diesem Tag tarten ide Symptome dann auch tagsüber auf.
Ca. eine Woche nach dem Vorfall der Notruf... Es war gegen 22 Uhr, mein herz raste und ich fühlte mich einfach nur zum kotzen, meine Eltern verständigeten den Notarzt... EKG vollkommen in Ordnung, trotzdem zur Überwachung mit in die UNI... weitere EKG Untersuchen sowie Langzeit EKG und Herzecho vollkommen in Ordnung.
Nachdem ich dann entlassen wurde, begab ich mich zum hausarzt, auch der machte nochmal mehrere EKG, Langzeit EKG und Belastungs EKG untersuchungen... auch die alle vollkommen in Ordnung.
Irgendwann nahmen die Beschwerden ab, doch kurz darauf traten sie wieder auf... Kein tag verging ohne Herzrasen... ich besuchte insgesamt 3 Internisten, alle Untersuchungen in Ordnung.
Am letzten Donnerstag dann der Höhepunkt: Unerträgliche Schmerzen in der Herzgegend, Druckgefühl in brustbein Region, unwohles Gefühl im ganzen Körper.
Am Freitag dann wieder in Einlieferung ins Krankenhaus.
Und wieder alle Untersuchungen in Ordnung, man sagte mir, dass es das herz mit sehr hoher Warscheinlichkeit nicht ist, sondern die Psyche verrückt spielt.
Jedoch kann ich einfach nicht glauben, dass die psyche solche Schmerzen auslösen kann, zumal es sich wirklich so anfühlt es käme es vom Herzen.
Mit meiner Mutter (selber Medizinerin) kann ich darüber garnicht mehr reden, weil ich mir ja selbst dumm vorkomme, ich denke ja selber mittlerweile ich spinne, auf der anderen Seite habe ich aber einfach nur Todesangst.
Ich trau mir garnicht mehr rauszuegehen, weil ich einfach nur tierische Angst habe einen Infarkt zu erleiden, oder sonstetwas.
Ich weiß einfach nicht emhr weiter, es wird von tag zu Tag schlimmer...

Bitte um Hilfe!
liebe Grüße Paul  Traurig
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Tabby
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« Antworten #1 am: 27. Juni 2010, 19:55:31 »

Hallo Paul,

das tut mir leid, dass du stark beeinträchtigt bist.

Auch wenn du es nicht für möglich hältst, aber Panik- und Angst
können die Symptome auslösen, die du schilderst. Ich selbst kenne die Symptome und weiss, wie beängstigend dieser Zustand ist.

Hast du denn derzeit starken Stress, in der Schule vielleicht ?

P.S. Heute werde ich dir wohl nicht mehr weiter antworten können, bin aber morgen wieder hier.
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luna247
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« Antworten #2 am: 27. Juni 2010, 20:17:44 »

Lieber Paul,
dein Problem liest sich ähnlich meinen Erlebnissen im letzten Jahr. Ich habe immer mal wieder Depressionen und Panikattacken (nur zur Erklärung). Meine Tochter war sehr krank und musste mehrfach operiert werden, beim letzten Mal lag sie nach der OP in der Intensivstation. Nach diesem Besuch fing es an: Ein Gefühl in der linken Brustseite wie Übelkeit (nur eben nicht im Magen), hoher Blutdruck, nächsten Tag zum Internisten, Untersuchungen, Verdacht auf Herzinfarkt, Einweisung ins Krankenhaus, abends entlassen, weil alles ok. Beim nächsten Mal wieder sehr hoher Blutdruck und Einschlafstörungen, wie du sie beschreibst: müde, augen klappen schon zu, plötzlich ein großer Schreck und Herzrasen oder: Solche Herzschläge, dass mein Körper davon im Liegen hochgedrückt wird. Arzt gewechselt, weitere Untersuchungen: Szintigraphie und Herz-CT: keine Ergebnisse. Medis... nix, es tauchte immer wieder das Herz auf mit Problemen. Dann habe ich mir gesagt: Wenn die moderne Technik sagt, es ist nichts organisches, dann wird das schon stimmen. Dann habe ich mich krankschreiben lassen, habe eine für mich beruhigende Umgebung gesucht, d.h. meine Eltern und bin zwei Wochen da geblieben. Die haben mich beschhäftigt mit Gartenarbeit, wenn ich zu viel Angst/ Panik hatte, hat meine Mutter bei mir geschlafen... Nach und nach ging es besser. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass mein Körper sich immer wieder ein anderes Organ sucht, wenn er meint, dass ich eine Ausszeit brauche. Erst war es der Trigeminusnerv.... bis eben jetzt zum Herz. Mein Tip: geh zum Psychologen und red mit ihm, lass dir Medis geben, mach vielleicht ne Therapie. Ich kenn ja deine Mutter nicht, aber meine Internisten betrachten die psychische Seite kaum, die gehen gleich ans Organ. Ein Psychologe ist da anders, eventuell auch ein Arzt mit Erfahrungen in Homöopathie(Mittel gegen Panikattacken) und Naturheilkunde. Es kommt immer darauf an, wie du zu den einzelnen Richtungen stehst. Wer an Homöopathie nicht glaubt, dem hilft sie auch kaum.
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pouljonnson
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« Antworten #3 am: 27. Juni 2010, 20:35:11 »

Danke für eure Antworten

@ Tabby : Nein, ich hab zwar gerade Prüfungen  geschrieben, hattebda aber eig. null Stress.

@Luna 247: Ich kann mir schon vorstellen, das das geht, das der Körper einem da einen Streich spielt, aber ich bin leider so ein mensch, der sich dann trotzdem noch sagt, ''mensch solche Schmerzen (weil die wirklich manchmal direkt mit nem herzschlag kommen) können doch nicht psychosomatisch sein.
Kann ich denn mit 16 einfach zum Psychologen gehen, ohne Überweisung und so?
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JEM
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« Antworten #4 am: 27. Juni 2010, 20:35:44 »

Hallo Paul,
wenn Deine Mutter Medizinerin ist, dann kann sie auch mit dem Begriff "Psychosomatik" etwas anfangen.  Spreche einmal offen mit ihr über Deine Erlebnisse, ich kann mir nicht vorstellen, dass sie das so einfach abtut.
Unabhängig davon ist es sinnvoll, wenn Du einen Termin bei einem Psychiater vereinbarst, da ja somatische Gründe wohl ausgeschlossen sind.
Ich wünsche Dir Gutes!
Liebe Grüße
Jürgen
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« Antworten #5 am: 27. Juni 2010, 20:53:16 »

Mit meiner Mutter (selber Medizinerin) kann ich darüber garnicht mehr reden, weil ich mir ja selbst dumm vorkomme, ich denke ja selber mittlerweile ich spinne, auf der anderen Seite habe ich aber einfach nur Todesangst.
Ich trau mir garnicht mehr rauszuegehen, weil ich einfach nur tierische Angst habe einen Infarkt zu erleiden, oder sonstetwas.
Ich weiß einfach nicht emhr weiter, es wird von tag zu Tag schlimmer...

Bitte um Hilfe!
liebe Grüße Paul  Traurig

Paul, Du brauchst Dir gar nicht   dumm vor zukommen, aber ich weiß auch das dass leichter gesagt als getan ist, woher ich das weiß? ... weil ich ein fast Leidensgenosse von Dir sein könnte.
Zwar hatte ich wirklich schon mal einen kleinen Infarkt, aber dann auch oft gleiche Symptome wie Du, ich lag beim Internisten, hatte gefühltes Herzrasen, Schmerzen, Luftnot und Todesangst ... aber das EKG und alle Werte waren im Normbereich und auch ich kam und komme mir dann vor wie ein Simulant und es fällt mir schwer zu akzeptieren das dies Psychosomatische Beschwerden sind.
ABER ... auch das lass mal nicht außer Acht und untersuchen, solche Schmerzzustände können auch können ihre Ursache auch im Rücken haben und strahlen in den Brustbereich aus.
Das Du mit Deiner Mutter nicht drüber reden kannst, trotz das sie Medizinerin ist wundert mich auch nicht ... wenn Du mal Berichte von mir ließ wirst Du erfahren das ich schon mit Ärzten hier schlimme Erfahrungen machte "... ich kann bei ihnen nichts finden und nichts erfinden ..." und ... kurze Zeit später lag ich im Krankenhaus, meine und vielleicht auch Deine Psyche sind so was wie ein Resonanzboden der Beschwerden verstärkt und das ich z.B auf meine Träume hörte und hartnäckig dran blieb erbrachte dann sogar den Befund eines Prostatakrebses, also immer auf seine innere Stimme hören ... Schmerzen spüren nur wir selbst und nicht der/dein Arzt.
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Bell
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« Antworten #6 am: 27. Juni 2010, 21:42:43 »

Hallo Paul,

du sprichst mir (passend gesagt) aus dem Herzen.
Deine Symptome und Deine Angst hatte ich vor ca. 5 Jahren auch. Gleiche Ausprägung, gleiche Problematik (keinen erkennbaren Grund) und ähnlichen Verlauf (Notaufnahme, Einschlafstörung, EKGs ohne Ende, usw.).

Zuerst: Wenn Du von Kardiologen durchgecheckt bist, dann liegt keine aktuelle Gefahr vor. Ich weiß, es läßt sich leicht sagen - glaub' es mir einfach erstmal erst.

Kurz gesagt: Ich habe es geschafft - und Du kannst es genauso.

Mein Weg: Ich habe eine Dipl. Psychotherapeutin gefunden. Dort war ich zu 1 "Kennenlerngespräch". Das gleiche hatte ich bei ein paar anderen Therapeuten, denn schließlich muss man mit diesem Menschen auch klarkommen. Es gab 25 Sitzungen (alles gezahlt von der Krankenkasse). "Harte" Medikamente habe ich abgelehnt - daher gab sie mir ein pflanzliches Mittel, das den Körper beruhigt (zum Einschlafen) ohne einen zuzudröhnen oder abhängig zu machen. Am Anfang waren sie Sitzung wöchentlich, später zwei- und dreiwöchentlich.

Heute brauche ich keine Medikamente mehr und bin "geheilt". Sport (Tanzen, Volleyball, Radfahren, Schwimmen) waren bei mir eine Lösung. Am Anfang war es schwer, da mein Herz natürlich kräftig pumpte und in mir die ganzen Ängste aufstiegen. Aber nach bei paar Mal Sport ohne Herzinfarkt ging es besser und besser. Azn Natürlich merke ich mein Herz auch heute noch manchmal stark schlagen - heute kann ich es ganz anders deuten und mich sogar darüber freuen. Es gibt halt Menschen wie uns, die ihren Körper und seine Signale intensiver wahrnehmen.

Es ist richtig, dass es eine Sache von Deiner Psyche sein wird. Der Kopf kann eine ganze Menge mit einem machen - meist nicht bewußt oder gewollt. Aber es steckt eine Idee bzw. ein geglaubter Sinn dahinter. Vor irgendwas werden Dich Deine Attacken ja schützen - entweder vor Kontakten, vor der Schule oder sonstwas.

Psychotherapie klingt immer schlimm - ist es aber nicht. In "unserem" Fall hilft meist eine vgl.weise harmlose Verhaltenstherapie. Ich konnte z.Bsp. meinen Wohnort nicht ohne Panik verlassen - also ging es kurze Zeit später garnicht mehr. Durch das Erkennen und das andere Bewerten meiner Herzattacken ging es wieder - mittlerweile war ich 4 Wochen in Kanada. Hättest Du mir das während meiner Problemzeit erzählt; ich hätte Dich ausgelacht. Während des Fluges hatte ich Herzattacken ohne Ende - trotzdem war es einer meiner besten Flüge. Jederzeit gerne wieder. Solches Umdenken kann man in einer Therapie lernen ohne sich selbst dabei selbst aufzugeben oder "umpolen" zu lassen (ein häufiges Vorurteil vor Therapien).

Komm' Dir nicht dumm oder allein vor. Heute kann ich viel offener darüber reden als damals und habe nach-und-nach viele Menschen mit einem gleichen oder ähnlichen Problem kennengelernt. Häufig Menschen, von denen ich es im Leben nicht gedacht hätte. Alle haben es geschafft - auf den unterschliedlichsten Wegen. Lege Dir gerne meinen Kommentar beiseite und ließ' ihn Dir in drei Jahren nochmals durch. Du wirst sehen, dass es dann ein Stück Deiner Lebenserfahrung geworden ist und Du wieder frei leben kannst. Vielleicht gibt Du dann ja eine ähnliche Erfahrung weiter.

Hast Du spezielle Fragen, melde Dich jederzeit gerne.

Nachtrag: EIne Ergänzung habe ich noch. Das Druckgefühl im Brustraum habe ich heute auch noch bei Stress. Ein guter Orthopäde erkannte, dass ich dann schief sitze und mich (dummerweise) verspanne. Eine einfache Massege oder ein warmes Bad helfen dann meist Wunder. Geh' mal zu einem Physiotherapeuten und frag' mal nach. Meist sind solche recht kurzen Beratungen kostenlos. Eine Verspannung am Rücken zieht sich über die Muskeln nach vorne auf den Brustkorb. Gerade solche empfindlichen Menschen wie wir spüren das stärker als andere. Werden wie Verspannungen im Rücken gelöst, lösen sich auch die Spannungen in der Brust in Luft auf ;-)
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pouljonnson
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« Antworten #7 am: 27. Juni 2010, 23:59:11 »

Vielen Dank für die Antworten,
ich werde jetzt darauf vertrauen, dass mein herz gesund ist und mit meiner Hausärztin über eine mögliche Psychologische Behandlung reden.
Gegebenenfalls melde ich mich nocheinmal ...

Viele liebe Grüße
Paul
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Blackmag
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« Antworten #8 am: 28. Juni 2010, 07:13:44 »

Hallo Paul,
ich habe vor einigen Jahren den gleichen Mist durchgemacht, bis hin zu Panikattacken.
Die Panikattacken kann ich mittlerweile kontrollieren, aber es war ein weiter weg bis dahin.

Wichtig ist, dass du etwas für dich findest, wo du dich gedanklich mit befassen kannst: Ein Hobby z.b., Bücher irgendwas, was dich davon abhält diese schrecklichen GEdanken zu denken.

Ich weiß nicht wie ich das erklären soll, aber das funktioniiert. Mir hat es geholfen ein Rattenbaby groß zu ziehen und dann fing ich an mich mit den Tieren zu befassen.
Ist heute mein großes Hobby Zwinkernd

Sagmal.... kiffst du?
Ich hatte nämlich bereits ein ähnliches Erlebniss Jahre zuvor, in etwa mit 18.
Zu der Zeit habe ich dieses Zeugs geraucht und das hat bei mir dazu geführt, dass ich mir Krankheiten eingebildet habe, Herzklopfen, Schmerzen, Angst, Panik, etc, die ganze Pallette.

Bin damals zu mehreren Ärzten gegangen, die mir dann, nachdem klar war, dass körperlich alles ok ist, irgendwelche pflanzl. Medis gegeben haben, die aber eine Wirkung hatten, die meinen Verstand beeinflusste, da mir das garnicht behagte hab ich die Pillen nicht genommen, egal ob pflanzlich.

Das Rauchen hab ich dran gegeben, und nach einiger Zeit regulierte sich das.

Viell. sinds bei dir ja ähnliche Ursachen, wichtig ist , egal woher die Panikzustände kommen, dass du ehrlich dir selber gegenüber  bist.

lg und alles gute
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......und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:
Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen.

Ich lächelte und war froh, und es kam schlimmer!
airmen
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« Antworten #9 am: 28. Juni 2010, 10:49:47 »

Hallo Paul ,
auch wenn du schon einiges an Antworten bekommen hast  ,möchte ich dennoch etwas zu
deiner Beruhigung beitragen.
Bei einem 16 Jährigen ist die Entwicklung der Organe bzw. deren Regulation noch nicht
vollständig abgeschlossen. Ich nehme an du bist etwas größer geraten , dann sind solche
,, Anfälle ,, durchaus normal. Das Herz reagiert auf Belastungen noch etwas ,, stürmisch ,, .
Die Schmerzen kommen meistens auf der linken Seite vor weil dort der Nervus Vagus verläuft
der übrigens auch das Herz versorgt. Das führt zu den ,, Infarkt-Gefühl ,, . Durch das Gefühl
das etwas nicht in Ordnung sein könnte bekommst du natürlich Panik, was die Symptome
nur noch dramatischer erscheinen lässt ! Einen Infarkt in deinem Alter ist nahezu ausgeschlossen,
es sei denn du stopfst dich seit Jahren mit Drogen und Nicotin zu und hast 50 Kg Übergewicht und
bist schwer Zuckerkrank !!! Versuche wenn du wieder dieses ungute Gefühl bekommst , ruhig zu
bleiben und langsam weiter zu athmen . Die Schmerzen sollten sich auch bei Druck auf eine
Bestimmte Stelle in der Brust auslösen lassen oder sich ändern wenn du die Schulterblätter
nach hinten ziehst . Vielleicht kannst du es dann sogar knacken hören welches deine
Beschwerden als einfache Verspannung entlarven würde. Steck keine weitere Energie in
deine ,, Krankheit ,,  , sondern versuche dich einfach du entspannen - du wirst sehen:
in der Ruhe liegt die Kraft !
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gogo_43
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« Antworten #10 am: 28. Juni 2010, 11:07:12 »

Hallo Paul,

Deine Schilderungen haben mich an mich selbst im Alter von 16 Jahren (bin jetzt 44 !) erinnert.
Ich hatte als Schüler (kurz vorm Abi) auch Schmerzen in der Brust, Schlafstörungen etc.
Die Krönung war dann eine schwere Lungenentzündung (mein Immunsystem sagte: ich will nicht mehr !).

Ursache für Alles, das weis ich heute, damals aber nicht, waren die ersten (chronischen) depressiven Schübe (setzen meistens in der Pupertät ein, Versagensängste, dieTatsache, das ich mich in der Schule eigentlich nicht mehr wohlgefühlt habe, unglücklich verliebt etc. Ich hatte eine sehr dominate und kalte Mutter (wie ist das bei Dir Huch).

Nun gut, ich habe das damals nicht behandeln lassen, weil ich nicht wusste, was mit mir los ist. Habe "dieZähne zusammen gebissen" und einfach weiter gemacht. Das war aber ein Fehler, denn ich habe dann später vieles einfach vermieden und es hat sich auf mein ganzes späteres Leben ausgewirkt.

Ich kann Dir nur einen guten Rat geben: Behandel es jetzt in aller Intensität und mit allen Dir zur Verfügung stehenden Mitteln !  Du bist jetzt noch jung und kannst vermeiden, das es chronisch wird. Geh zum Therapeuten, Psychologen, änder Dein Umfeld, wenn Dich etwas daran stört, aber treffe in einer Depression keine schwerwiegenden Entscheidungen, die nicht mehr rückgängig zu machen sind !

bis dahin

gogo
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« Antworten #11 am: 28. Juni 2010, 13:40:12 »

Du wirst es kaum glauben, ich hatte das in Deinem Alter auch, allerdings hat bei mir der Magen verrückt gespielt, ich hatte ständig Magenschmerzen und mußte während der Schulstunden laufend auf das Klo.

Die Lehrer und mein Hausarzt haben mich wechselweise für verrückt bzw. einen Simulanten erklärt.

Bis auf meine Deutschlehrerin, eine alte, erfahrene Studiendirektorin.

Die hat mir den Tip gegeben, mal den Psychologen der Caritas aufzusuchen, einen gewissen Herrn Chakraborty, ein Inder.

Der hat sich eine Stunde für mich Zeit genommen und bei der Gelegenheit festgestellt, daß ich völlig überfordert und unglücklich am Gymnasium bin, er hat mir geraten, eine andere Schule aufzusuchen und mich mit dem zu befassen, was ich wirklich kann.

Ich habe dann zur höheren Handelsschule gewechselt und da ein Jahr gelernt, danach habe ich meine Ausbildung als Industriekaufmann gemacht (Notenschnitt 1,7), danach als Rettungssanitäter (Notenschnitt 2,6) und danach als geprüfter Pharmareferent (Notenschnitt 1,5).

Die Beschwerden waren weg.

Offensichtlich ist es bei Dir auch kein körperliches Problem, wäre in dem Alter auch äußerst ungewöhnlich.

Such Dir einen erfahrenen Psychotherapeuten oder Psychiater.

Du kannst da ruhig mal bei der Caritas oder dem Diakonischen Werk nachfragen, die kennen geeignete Leute bzw. haben sie selber.

Das kostet auch nichts.

Wenn Du Dich in psychotherapeutische Behandlung begibtst, dann zahlt das die Krankenkasse.
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pouljonnson
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« Antworten #12 am: 28. Juni 2010, 17:11:25 »

Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten,
ich habe mich mal an ein paar Psychologen gewandt, einzigstes problem ... bei allen ist ne mindest Wartezeit von ca. nem halben jahr  Schockiert
So lange kann ich nciht warten und ich habe auch nicht vor mich auf ne psychatrische Station einweisen zu lassen.

Und nun? Traurig
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Bell
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« Antworten #13 am: 28. Juni 2010, 17:18:44 »

Häufig haben die Therapeuten "Spontantermine" frei. Häufig sagen Patienten recht kurzfristig ab. Wenn Du anbietest, auch kurzfristig zu Anfangsgesprächen kommen zu können hast Du manchmal eine Möglichkeit.

Ansonsten bieten viele Organisationen (Caritas, kirchliche Einrichtungen, ..) "Übergangslösungen" an. Achte dabei nur darauf, dass Du einen Diplom-Psychologen bekommst. Nur dann ist eine qualifizierte und vollwertige Ausbildung gesichert.

Hast Du über gute Literatur nachgedacht ? Viele Therapeuten können Dir für die Wartezeit Lektüre anbieten. Bei mir hat das am Anfang auch schon gut geholfen. Auch hat es auf die Therapie vorbereitet.

Wenn's garnicht geht, dann kann Dein Hausarzt oder Dein Kardiologe helfen. Manchmal haben sie einen besseren Kontakt und können einen schnelleren Anfang der Therapie auslösen. Sprich' Sie doch mal an. Wenn Sie Deine Bereitschaft dazu merken, helfen viele gerne weiter.

Lass Dich nicht von Deinem Weg abbringen. Bei mir haben damals Familie und Freunde gemeint, dass ich das nicht bräuchte und man es nur durchstehen muss. Für eineige mag das der passende Weg sein - für mich wäre er es nicht gewesen. Die Therapie hat mir geholfen, so zu bleiben wie ich bin und das Herz-Problem zu überwinden.

In meinem o.a. Beitrag habe ich vom "Horrorflug" geschrieben. Es war der beste Flug, weil ich während dieser 13 Stunden endgültig erkannt habe, dass mich die Herzattacken tatsächlich nicht umbringen und mich nach-und-nach anfingen zu nerven. Ohne Therapie wäre nicht nur die Reise und diese Erkenntnis unmöglich gewesen. Von da an wurden die Herzattacken merkbar weniger und ließen nach. Heute sind sie weg. Während meiner Kanadatour mussten wir (aufgrund meiner Angst) immer in einer Nähe eines Krankenhauses übernachten. Aus heutiger Sicht völliger Schwachsinn und hochgradig nervig. Dass meine Freundin das mitgemacht hat, rechne ich ihr noch heute hoch an  Smiley
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Per Somnium
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« Antworten #14 am: 28. Juni 2010, 19:57:21 »

Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten,
ich habe mich mal an ein paar Psychologen gewandt, einzigstes problem ... bei allen ist ne mindest Wartezeit von ca. nem halben jahr  Schockiert
So lange kann ich nciht warten und ich habe auch nicht vor mich auf ne psychatrische Station einweisen zu lassen.

Und nun? Traurig
Paul, dies ist leider Alltag geworden.
ABER, hast Du in Deiner Nähe eine Tagesklinik, oder eine Gemeindenahe Psychiatrie? ... wenn ja, hingehen, jemand abfangen und vermitteln "ich kann nicht mehr" vor gut 12 Jahren war das meine Rettung ... gut da,als waren Regelwartezeiten von 6 Wochen ... heute hier auch ca. 12.
Oder, versuch das Dein Hausarzt das als dringend macht.
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« Antworten #15 am: 28. Juni 2010, 20:52:26 »

Hallo Paul,
bevor Du eine Therapie sinnvoll beginnen kannst, brauchst Du eine Diagnose. Die erstellt ein Facharzt für Psychiatrie, dort sind die Wartezeiten geringer als bei den Psychotherapeuten (ggf. gibt es auch noch die von Per Somnium genannten Möglichkeiten der Notfallambulanz in psychiatrischen Kliniken).
Es kann sein, dass in Deinem Fall eine Gesprächs- bzw. Verhaltenstherapie sinnvoll ist, evtl. unterstützt durch Medikamente. Aber dazu bedarf erst einmal einer Diagnose.
Dein Hausarzt kann Dir sicher Adressen geben.
Liebe Grüße
Jürgen
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« Antworten #16 am: 29. Juni 2010, 10:14:10 »

Hallo Paul ,
ich kenne schon den weiteren Verlauf der Geschichte ....

Wenn keinem einfällt was es ist dann gehts zu Psychater  !

Der Verschreibt dir Diazepam ( Valium ) und du hast die gleichen Probleme
nur du bist von den Nebenwirkungen ein wenig abgelenkt.

Entschuldige, wenn ich so direkt bin .

Wenn du schnell etwas unternehmen möchtest geh doch mal zum Orthopäden , am
besten zu einem Osteopathen . Du wirst sehen der findet die Ursache ....

Lass dich nicht verrückt machen !

lg und gute Besserung !
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JEM
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« Antworten #17 am: 29. Juni 2010, 14:07:40 »

Hallo Paul,
nein, ich möchte Dich nicht verrückt machen.
Und ich kann hier auch keine Ferndiagnose stellen, das wäre vermessen und gefährlich!
Deswegen der Rat mit dem Facharzt...
Ein Psychiater wird mit Dir reden, wird Dir zuhören und daraus eine Diagnose erstellen.
Kein Psychiater wird Dir Benzodiazepine über längere Zeit geben, es ist nur eine Akutmedizin, denn er weiß, dass sie abhängig machen.
(Und mit Deinen Symptomen wird er sie schon gar nicht in Erwägung ziehen...)
Ob die Osteopathie für Dich geeignet wäre, kann ich nicht beurteilen.
Ich habe es schon mehrfach hier im Forum geschrieben, es gibt ein kleines Hilfsmittel gegen Herzrasen:
Nicht liegenbleiben, sondern aufsetzen.
Konzentriert und tief in den Bauch atmen (aber schön langsam, nicht hyperventilieren).
Ich wünsche Dir Gutes!
Liebe Grüße
Jürgen
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Bell
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« Antworten #18 am: 29. Juni 2010, 14:15:09 »

Es gibt noch einen Trick gegen Herzrasen und -stolpern. Er kommt von meinem Hausarzt und ich habe ihn dafür zuerst ausgelacht:

Man soll sich (vorsichtig !!) einen Finger in den Hals stecken.
NICHT zuweit. NICHT bis zum Erbrechen. Nur LEICHT bis zum kurzen Anfang des Würgereizes.

Einige Tage später lag ich Abends im Bett und bekam dieses unangenehme Herzholpern.
Also habe ich es probiert - und es klappt tatsächlich.

Mein Hausarzt sagt, es löse einen ..-Reflex aus (leider konnte ich mir den Fachnamen nicht merken). Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen. Am Anfang habe ich d'rüber gelacht; mittlerweile haben es in der Sportgruppe auch andere ausprobiert und alle konnten es bestätigen.
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pouljonnson
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« Antworten #19 am: 29. Juni 2010, 14:15:59 »

Hallo Jürgen,
Vielen Dank für deine zahlreichen Antworten.
Leider ist es nicht das herzrasen was mir zu schaffen macht, sondern die komischen Schmerzattacken und dieses ständige Druckgefühl.
Das fühlt sich einfach so echt an, ganz komisch, ich kann das auch nicht beschreiben :/
Es ist wie als wäre im herzen irgendetwas verstopft oder so.
Alle Psychiater mit denen ich Kontak aufgenommen habe, wollen bzw. könnenn mich alle nicht behandeln, da frag ich mich was das soll -.-
Ich werde morgen nochmal zu meiner hausärztin gehen, die denkt zwar bestimmt mittlerweile auch ich bin nicht ganz klar aber das ist mir egal.
Es ist Sommer und anstatt mein leben zu genießen, sitzt ich hier zu Hause rum -.-'
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Bell
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« Antworten #20 am: 29. Juni 2010, 14:24:56 »

Hallo Poul,

kein seriöser Arzt sollte denken, Du bist nicht normal. Dein Problem ist normal - halt nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung. Fast jeder hat solche Probleme einmal oder öfter in seinem Leben.

Jeder normale Arzt wird Dich und Deine Sorgen ernst nehmen und ihnen zuhören.

Das Verstopfungsgefühl kenne ich zu gut. Als ob das Herz nicht genügend Blut zum Pumpen bekommt ? Ich kann mich noch gut an meine Paniken dabei erinnern.

Was mir heute hilft:
(a) Aufrecht hinsetzen und tief und ruhig atmen (lege eine Hand auf Deinen Bauch und hebe Sie durch die Atmung)
(b) Haltung vor dem Problem beobachten: Hast Du schief gesessen oder gelegen ? (sh. meinen Beitrag mit dem Rücken weiter oben)
(c) Ein paar Schluck Wasser ruhig trinken
(d) Daran erinnern, dass mein Herz ok ist und das die vorherigen Attacken auch "gut" verlaufen sind.

Ich weiß, es lässt sich immer gut reden - aber bitte glaube mir. Ich habe es halt nur selbst schon überwunden. Nach einer Therapie (ich drücke Dir kräftig die Daumen) wird es Dir auch viel besser gehen.

Auch das gute Zureden der anderen nervt mich damals eher, als dass es mir half. Vielleicht hilft es Dir ja aber zu wissen, dass Du damit wirklich nicht alleine bist. Das haben schon viele erlebt und auch überlebt. Du bist nicht verrückt, nur weil Dein Herz Dir zeigt, dass Du etwas ändern solltest  Lächelnd

Grüße,
Bell
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« Antworten #21 am: 29. Juni 2010, 15:06:22 »

@ Bell: Das was Du schilderst ist eine Abwandlung des Carotis-Massagedrucks gegen Tachykardie. Normalerweise wird extern gedrückt, ist aber für Laien nicht einfach durchführbar und auch gefährlich, da die Gehirndurchblutung beeinflusst wird, aber sie ist bei richtiger Anwendung wirksam (habe ich selbst erfahren - bei objektiv gemessener Tachykardie).

@ pouljonnson: Was Bell beschrieben hat, ist eine perfektere Methode der Bauchatmung und der meditativen Atmung.
Warum wollen die Psychiater (nicht Psychotherapeuten!) Dich nicht behandeln?
Es sind i.d.R. Fachärzte für Psychiatrie, Neurologie und Psychotherapie, sie haben also ein breitbandiges Fachwissen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie Dich ohne Diagnose einfach ablehnen.
Was Du schilderst deutet auf psychosomatische Beschwerden hin (das Druckgefühl ist z.B. symptomatisch dafür).
Bitte spreche dann morgen mit Deiner Hausärztin darüber.


Liebe Grüße
Jürgen
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« Antworten #22 am: 29. Juni 2010, 15:12:56 »

Die meisten Psychiater meinten, sie behandeln nur Erwachsene, die einzigste Kinderpsychiaterin in meiner Umgebung meinte jedoch, ich wäre ein fall für eine stationäre Behandlung in einer psychatrischen Klinik.
Ich hatte aber eig. nicht vor mich in stationäre Behandlung zu begeben.

lg Paul
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« Antworten #23 am: 29. Juni 2010, 15:21:53 »

Dich mit 16 Jahren zu einem Kinderpsychiater zu schicken ist recht ungewöhnlich.

Frag' mal ein paar Dipl.Psychologen (notfalls Telefonbuch auch im Umkreis durchsuchen) nach Ihren Empfehlungen, wie Du vorgehen solltest. Mit 16 Jahren wirst Du von den meisten Therapeuten als (junger) Erwachsener behandelt und Dein Verhalten und die Schilderungen hier lassen Dich auch nicht kindlich oder unreif wirken.

Kannst Du mit Deiner Mutter frei über das Problem reden ? (oder ist Sie evtl. ein Teil des Problems - was auch nicht ungehönlich wäre). Als Ärztin sollte sie Dir die besten Tips geben können und vielleicht auch über ein paar geeignete Kontakte verfügen.

Eine stationäre Therapie habe ich damals auch (trotz massiver Probleme und Panikattacken) abgelehnt. Davor hatte ich damals fast noch mehr Angst als vor den Paniken. Wenn Du Dich nicht beim Gedanken an eine stationäre Therapie wohl fühlst, dann solltest Du diese Entscheidung auch respektieren und durchsetzen. Der Therapieerfolg hängt ganz entscheidend auch davon ab, wie sehr Du Dich dabei wohl fühlst und wie sehr Du hinter der Methode stehst.

Ich habe meinen Therapeuten damals zwei Orte weiter gefunden. Er hatte eine zu mir passende Art und ich kam damit von Anfang an klar. Es gibt viele Therapeuten - frag' Dich mal durch.

Grüße,
Bell

PS: Mich hat damals mein Hausarzt an die Dipl.Psychotherapeutin überwiesen (ganz normal per Überweisungsschein). Ein Psychiater war nicht notwendig. Am Anfang der Therapie mussten dann nur nervliche Ursachen durch eine kurze Untersuchung beim Psychiater ausgeschlossen werden.

Es gibt Fälle, die der Hausarzt klären kann. Z.Bsp. Überfunktion der Schilddrüse. Diese macht auch hektisch und nervös. Das kann durch einen einfachen Bluttest ausgeschlossen werden. Frag' morgen Deine Ärztin mal - ich denke aber, das sollte alles schon mehrfach (auch bei den Kardiologen) untersucht worden sein.
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pouljonnson
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« Antworten #24 am: 29. Juni 2010, 15:29:49 »

Meine Mutter ist ganz und garnicht für eine psychologische Therapie, sie ist der meinung, dass ich mich einfach ablenken soll undso weiter...
Jedoch kann ich mich nicht ablenken, denn sobald ich raus gehe wird alles nur noch schlimmer und der nächste Notruf ist nicht weit entfernt.
Ich glaube, wer das noch nicht selbst durchgemacht hat, der kann einfach nicht verstehen, wie man sich da fühlt und was für panik man hat.
Das ist auch ein großes Problem, das ich mit meiner Mutter darüber nicht wirklich reden kann, sie fragt zwar immer wie  es mir denn geht, ob es besser geworden ist undso, aber wenn ich sage, dass es nicht aufhört, dann kommt immer soetwas wie ''Wenn man nur Zuhause rumsitzt kann es ja nicht beser werden usw.''

Jedoch glaube ich auch nicht, dass meine Hausärztin von allein daauf kommt, mich in psychatrische behandlung zu übergeben.
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