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Autor Thema: Mein Papa  (Gelesen 2515 mal)
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maki2912
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« am: 16. Juli 2010, 12:00:09 »

Hallo,
ich bitte Euch um Rat, weil ich Probleme mit meinem Papa habe. ich weiss einfach nicht mehr, was ich machen soll. Er ist 70, Raucher, (seit 53 Jahren und lässt es auch trotz einem Schlaganfall vor 6 Jahren nicht sein)  und hat mir immer erzählt, das er Herzkranzerweiterung hätte. Seit längerer Zeit klagt er über Schmerzen am Herz. Wir hatten ihn soweit, das er dann mal zum Kardiologen ging. Der hat ihn untersucht und auch an einen weiteren Spezialisten zur Abklärung überwiesen.  Das war ohne Befund, auch das mit der Herzkranzerweiterung hat sich nicht in krankhaftem Masse bestätigt.
Ich mach mir Sorgen, weil er sich so komisch verhält..als ich ihn vor ein paar Tagen morgens besuchte, lag er noch im Bett und sagte mir, es ging ihm nicht gut, er hätte es "am Herz". Ich wollte dann den Notarzt rufen, aber er kam mir nachgerannt (!), war stinksauer und es fehlte nicht viel und er hätte mir das Telefon weggenommen. Noch nicht mal den Hausarzt durfte ich anrufen. Er war total sauer und sagte mir, ich solle mich bloss nicht in seine Sachen einmischen!  Was ist das denn für eine Reaktion!
 Mittags verhielt er sich dann wieder relativ normal und er kam mir auch fit vor. Das ist jetzt schon ein paarmal vorgekommen, das er über Herzschmerzen klagt und so komische Andeutungen macht... gestern war er bei seinem Bruder zu Besuch, war aber wohl auch wortkarg, sass nur da und ging dann wieder mit der Begründung, er hätte es "am Herzen", es war wohl so ein seltsames Verhalten, das mein Onkel mich danach anrief und fragte, was los sei, er mache sich Sorgen....
Das Verhältnis zwischen mir und meinem Papa war immer so eine Hassliebe, manchmal denke ich "dann mach doch, was du willst, du bist erwachsen" und dann denke ich wieder, dass ich ihm IRGENDWIE helfen muss. Er lässt sich nicht helfen. Ich habe keine Ahnung, was los ist, Ich glaube, er ist unzufrieden, aber er öffnet sich niemandem, auch nicht meiner Mutter. Ich weiss nicht, was ich machen soll, oder soll ich die Sache einfach laufen lasen? Ich kann ihn doch mit 70 nicht mehr zu einem Therapeuten schleppen, das würde er eh nie tun. (obwohl ich glaube, das er sich mit einigen Sachen in Seinem Leben  aussöhnen müsste)
Es ist alles ein bisschen durcheinander geschrieben. Ich fühle mich überfordert mit der Situation.

Lieber Gruß und danke fürs Antworten.... Marion
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JEM
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« Antworten #1 am: 16. Juli 2010, 20:45:58 »

Hallo Marion,
es ist nicht so einfach, hier einen Rat zu geben.
Dein Vater ist koronar vorbelastet, hatte einen Schlaganfall und ist Raucher, das spricht zunächst für rein organische, also somatische Gründe.
Dann wäre ein Psychiater wohl fehl am Platze.
Frage: Er war beim Kardiologen und einem anderen Spezialisten, wie Du schreibst "ohne Befund". Hast Du diese Arztberichte selbst gelesen oder kennst Du sie nur aus den Berichten Deines Vaters?
Liebe Grüße
Jürgen

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Fridolin
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« Antworten #2 am: 17. Juli 2010, 09:37:59 »

Hi Marion
Solange dein Vater keine Hilfe annehmen will, wird es dir nicht gelingen, daß er keine, noch so gutgemeinte Hilfe, zuläßt. Durch sein Alter ist seine Denkstruktur sehr eingespurt. Außerdem lösen Änderungen immer Angst aus, man weiß ja nicht, was da auf einen zukommt.
Vielleicht gelingt es dir, daß du ihn durch deine Ängste und Sorgen verändern kannst, indem du ein offenes Gespräch über deine Gefühle mit ihm führst. Vermutlich hat er auch gemerkt, wie er durch seine Krankheit manipulativ auf seine Familie einwirken kann. Eine Therapie mit 70 halte ich für nicht angebracht.
Viel Kraft und Energie
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Fridolin Steinpalme
maki2912
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« Antworten #3 am: 28. Juli 2010, 08:34:08 »

Hallo Jürgen, hallo Fridolin,
vielen Dank für Eure Antworten. Ich habe mich so lange nicht gemeldet, weil ich selber überlegen musste, wie es jetzt weitergeht.  ich bin die einzige Tochter und will ihm ja helfen, andererseits ist das Verhältnis zwischen uns etwas angespannt, weil er mich so oft vor den Kopf gestossen hat, wenn ich mit ihm reden oder ihm irgendwie helfen wollte. Nun war ich gestern bei seinem Hausarzt und habe ihm geschildert, wie mein papa sich zuhause verhält und das war der beste Schritt, glaube ich. Ich selber habe ja nicht mehr die Möglichkeit, auf ihn einzuwirken, weil er einfach gleich abblockt.
Sein Hausarzt sagte, das meine Schilderungen über das hinausgehen, was er von meinem Papa bei seinen spärlichen Besuchen sieht... er hat mit mir auch die Befunde durchgesprochen, also vom Kardiologen her ist alles wirklich im grünen Bereich, nur die Nieren arbeiten nicht richtig. Mein papa hätte mir das nie erzählt...
Ich bin mit dem Hausarzt jetzt so verblieben, das er ihn auf depressive Phasen oder Angstgedanken ansprechen wird, wenn er wieder in die Praxis kommt. Das er bald dahin geht, kriegt meine Mama hin. Ich glaube, das war der beste Weg und ich hoffe so, das mein Papa nochmal ausgeglichener und stabiler wird.

Ganz lieben Dank nochmal für Eure Gedanken und Eure Hilfe.. Euch alles Gute und  viele Grüße   Marion


P.S. ich gehe morgen in Kur, aufgrund meiner Depris und den Geschichten rundrum wurde sie schnell genehmigt. Ich freue mich drauf und hoffe, ich kann viel daraus mitnehmen.
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JEM
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« Antworten #4 am: 28. Juli 2010, 10:27:01 »

Hallo Marion,
ich denke, Du hast das richtig gemacht! Der Hausarzt kann Deinen Vater jetzt beobachten und ggf. auf ihn einwirken.
Ich wünsche Dir einen angenehmen und erfolgreichen Kuraufenthalt!
Liebe Grüße
Jürgen
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