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Freitag, 10. Februar 2012
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Angstnetz Forum 10. Februar 2012, 10:37:43 *
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Autor Thema: Neu hier und hoffentlich richtig??  (Gelesen 707 mal)
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Kathy76
Beginner
*
Geschlecht: Weiblich
Beiträge: 1



« am: 22. Juli 2010, 10:57:43 »

Hallo liebes Forum,

muss und will mich jetzt auch mal mit dem einen oder anderen meiner Lebensthemen auseinandersetzen....

Ich hatte vor Jahren schon einmal ein anderes Problem als jetzt, bei dem mir dann eine  kurzzeitige Therapie mit Antidepressiva ganz gut geholfen hat... Der Psychologe, den ich damals parallel aufsuchen sollte, war überhaupt nicht mein Fall, wollte von mir, dass ich notfalls dazu bereit bin, mein Leben radikal zu verändern, das kam damals nicht in Frage...

Also ging ich nichtmehr dort hin....

In den letzten Jahren habe ich mein Leben radikal verändert, einen neuen Job, mit dem ich glücklich bin, die Trennung von meinem Mann, ich lebe mit meiner Tochter in einer Mädels - WG im eigenen Haus - ich hab mich vom Mauerblümchen zu einer doch recht passablen, durchaus charmanten und lebenskompetenten Persönlichkeit entwickelt.....

Dachte ich...........

Natürlich gehört zu einem neuen Leben auch ein neuer Mann - und den hab ich dann auch irgendwann gesucht und dachte, ihn gefunden zu haben....

Nach 2 Monaten kam dann das plötzliche Aus von meiner Seite... Mal abgesehen davon, dass er mir zu sehr auf die Pelle gerückt ist, gleich einziehen wollte.... Ich dann auch seine ganzen geschäftlichen Dinge überhaupt nicht durchblicken konnte und er trotz Doktotitel kein geregeltes Leben führte und ständig blank war.... Fühlte ich mich plötzlich massivst eingeengt, mir schnührte es sozusagen die Kehle zu und der Brustkorb wurde mir eng..... Ich bekam eine Panikatakke und hab noch sofort die Beziehung beendet.... Diese Panikatacke kam aus heiterem Himmel, keine Vorwarnung oder ähnliches.....

Beziehung und Thema waren für mich beendet, da ich ohnehin so meine Probleme mit ihm hatte, hab ich mich auch keinen weiteren Gedanken diesbezüglich hingegeben... Sowas war mir ja vorher nie passiert, sowas würde mir nie wieder passieren - glaubte ich.........

Glaubte ich auch noch bis zum letzen Mittwoch/Donnerstag....

Im April lernte ich einen jungen Mann kennen, in den ich mich Hals über Kopf verliebte, der ehrlich ist, der lieb ist und häuslich, der mich nicht einengen würde, weil er selber auch noch seine Freiheiten wollte - also alles perfekt..... Ich konnt zwischenzeitlich nicht genug von ihm bekommen.... Ich hätt ihn am liebsten täglich um mich gehabt.....

Bis Mittwoch wieder die ersten, noch sanften Beklemmungsgefühle auftraten, die sich dann bis Donnerstag zum Spätnachmittag zu einer massiven Panikatacke auswuchsen.... Ich habe unter Tränen einen Abschiedsbrief/ Trennungsbrief geschrieben, ich konnte mich selber nicht verstehen, war verzweifelt - ich wollte/brauchte meine Freiheit.... Ich habe dann unter Tränen meine Mutter angerufen, die messerscharf die Verbindung zu meiner Kurzzeitbeziehung herstellte - denn da wars ja auch so hopplahopp mit der Trennung gegangen.... Meine Mutter beruhigte mich erst einmal, holte mich wieder runter und wir redeten darüber..... Darauf hab ich mich noch mit einer Freundin getroffen, die auch meine Probleme mitbekommen hatte und beide baten mich darum, dass ich erst einmal in aller Ruhe mit meinem Freund darüber reden solle - außerdem empfiehlen beide, dass ich doch mal zu einem Therapeuten gehen solle....

Stand der Dinge seit letzter Woche - ich bin noch mit meinem Freund zusammen - die Kontakthäufigkeit haben wir zurückgefahren - damit ich mehr "Luft" bekomme... Ich war am Montag bei meiner Hausärztin, die mir diesmal vorerst kein Medikament verschrieben hat - stattdessen gabs mal wieder ne Überweisung zur Psychotherapie und heute Abend habe ich meinen ersten Termin..... Ich habe hin und wieder aus verschiedenen Situationen heraus leichte Beklemmungsgefühle, die zwar unangenehm sind, aber die ich im Moment noch im Griff habe.... (Situation: Ich fahre in meinem Auto, am Straßenrand sind so Herzchen an den Bäumen angetackert, weil da jemand heiratet - mein Hirn macht eine Kurzreise zu einer Hochzeitsszene - ich heirate meinen aktuellen Freund - massieve Beklemmungsgefühle setzen ein) Meine Hausärztin hat gesagt, wir fangen erst mit Medis an, wenn diese Probleme meine Arbeit beeinflussen... Ich weiss noch nicht, wie ich das schaffen soll - meine Freundin sagt, dass ich einfach komplett überlastet bin - zwischen Job, Weiterbildung, Kind (das von seinem Vater nicht mal ein WE abgeholt wird und dass durch seine Wissbegierde sehr anstrengend ist) und Haus, das ja auch geputzt werden will - und dann noch der Freund...... Irgendwann wirds halt zu viel....

Was sagt Ihr... Habt Ihr zu meinem langen Text irgendwelche Anmerkungen, Gedanken, bin ich auf dem richtigen Weg....

Danke fürs Lesen
Eure Kathy


Edith sagt, ich hab was vergessen:

Meine HA hat in die Überweisung folgendes geschrieben:
Nach Paarkonflikt/Trennung Ängste; somatische Beschwerden bei erneuter Bindung
Gespeichert
JEM
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Beiträge: 786



« Antworten #1 am: 22. Juli 2010, 15:13:50 »

Hallo Kathy,
erst einmal herzlich willkommen hier im Forum!
Ich denke auf Deiner Überweisung hätte genauer "psychosomatische Beschwerden" stehen sollen, sachlich bist Du hier damit schon im richtigen Forum.
Was Du schilderst ist die "Angst vor Nähe", in einer Beziehung kann sie am Anfang zwar kurzzeitig verdrängt werden, sie kommt aber (unbehandelt) wieder nach oben. Diese Angst kann viele Ursachen haben, sie liegen meist in der Kindheit oder im Jugendalter, oft ist sie auch Ausdruck einer (verdeckten) posttraumatischen Belastungsstörung.
Ich hoffe, dass Deine Therapeutin / Dein Therapeut auch gleichzeitig Facharzt für Psychiatrie ist, denn die Diagnose sollte vor einer Therapie noch genauer abgeklärt werden. Auf jeden Fall ist es richtig Hilfe in Anspruch zu nehmen, Du hast es ja selbst gemerkt, dass sich die Angst (die Ängste) immer wieder einstellen.
Ich wünsche Dir viel Kraft auf Deinem Weg!
Bitte melde Dich wieder, wenn Du noch Fragen hast oder einfach nur erzählen möchtest!
Liebe Grüße
Jürgen
Gespeichert

Die eigentliche Aufgabe eines Freundes ist es dir beizustehen, wenn du im Unrecht bist.
Jedermann ist auf deiner Seite, wenn du im Recht bist.
[Mark Twain]
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